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Buchcover Grüner Himmel über schwarzen Tulpen
Barbara Naziri
Grüner Himmel über schwarzen Tulpen
Ein west-östlicher Blick hinter den Schleier Irans


422 S., Br.
Rüsselsheim: Christel Göttert Verlag 2011
ISBN: 978-3-939623-27-4


Geboren in Deutschland, als Tochter einer deutsch-dänischen Mutter und eines iranischstämmigen Vaters, wünscht sich die Autorin, einmal auch im Iran leben zu können. Doch das geht nur, wenn sich dort vieles verändert: wenn die Menschenrechte geachtet, Frauen nicht mehr gesteinigt, Homosexuelle nicht mehr hingerichtet, Oppositionelle nicht mehr verfolgt und Menschen nichtislamischer Glaubensrichtun-gen nicht mehr mit der Todesstrafe bedroht werden. Ihre große Hoffnung ist die Grüne Demokratiebewegung.

Denn es gibt in Iran nicht nur aggressive Politiker, fundamentalistische Mullahs, fanatisierte Massen und verschleierte Frauen, aber davon wissen die meisten Menschen im Westen nicht viel. Um dieses einseitig negative Bild zu korrigieren und eine Brücke zwischen den Kulturen zu schlagen, nimmt uns Naziri mit in ihre andere Heimat. Über zweieinhalb Jahrzehnte begleiten wir sie bei Familienbesuchen und Reisen quer durchs ganze Land. Dabei treffen wir überall im Vielvölkerstaat Menschen, die auf Reformen hof-fen und mit dem Westen in Frieden leben möchten. Lyrische Beschreibungen der faszinierend vielfältigen Natur wechseln ab mit Dialogen über die jeweilige gesellschaftliche Situation im Iran nach der Islamischen Revolution.

Während uns die Autorin zur alten Königsstadt Persepolis, zu den Feuertempeln Zarathustras, zu den Grabmälern großer persischer Dichter, zu märchenhaften Palästen, die aus „Tausendundeiner Nacht“ zu stammen scheinen, oder prächtigen Moscheen führt, erfahren wir von der großen und bewegten Geschichte des alten Persiens. Informationen über Eroberungen und Besatzungen, die das Land in jüngerer Zeit erdulden musste, helfen, das schwierige Verhältnis zur USA und zu anderen Großmächten differenziert zu betrachten. Wir erhalten Eindrücke von den Schwierigkeiten des iranischen Alltags, hören von den Folgen des Embargos, von Umweltverschmutzung, Bevölkerungsexplosion und Drogenproblemen, nehmen aber auch teil an Festen, werfen einen Blick in die persische Küche oder besuchen einen Schönheitssalon.

Die barbarischen Strafen der Scharia, unter denen vor allem Frauen leiden, sind ebenfalls ein Thema, und wir erleben Männer im „Gottesstaat“, die Frauen nur achten, wenn sie sich dem strikten Regelwerk unterwerfen. Doch es ist hoffnungsvoll zu sehen, wie die Iranerinnen sich immer wieder Nischen schaf-fen, um den Tugendwächtern zu entgehen, oder offenen Widerstand leisten – z.B. als Anwältinnen, Künstlerinnen, Filmemacherinnen, Journalistinnen, Professorinnen, Studentinnen und als Mütter.

Die Deutsch-Iranerin Barbara Naziri war Mitbegründerin des Hamburger Flüchtlingsrats und des Deutsch-Ausländischen Kulturvereins A.G.D.A.Z. Neben ihrer Bibliotheksarbeit studierte sie Iranistik, um die Suche nach ihren eigenen Wurzeln zu vertiefen. Die Universitätsangestellte lebt in Hamburg. Veröffentlichungen in diversen Anthologien sowie als Autorin unter dem Pseudonym Maryam Djoun: „Der Granatapfelbaum“ (Hildesheim 1992), „Leben im Kalten Paradies“ (Ham-burg 1994) und als Herausgeberin von: „antastbar – die Würde des Menschen“ (Saarbrücken 2010).

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