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Generation 50plus - wie lebt sie, was beschäftigt sie? Lies hier und diskutiere mit.

Ältere und junge Frau Wange an Wange, Foto Anne König

Generation 50plus – Best Ager, Silversurfer, Junggebliebene und Senioren

Schon lange bedient die Generation 50plus nicht mehr das Oma- und Opa-Klischee vergangener Jahre, das gleichwohl in vielen Köpfen noch herumgeistert. Doch Kittelschürze, Haardutt, Schiebermütze und Hosenträger haben ausgedient, die „Best Ager“ kommen nicht anders als ihre Enkel in Jeans, Turnschuhen und Outdoorkleidung daher – lediglich die Kleidergrößen fallen etwas höher aus.

Aber nicht nur die Kleidung, sondern ebenso Lebensstil, Ansprüche und Wünsche unterscheiden sich von denen der vorhergehenden Generationen – und in der Regel sind genug Mittel und ausreichend Selbstbewusstsein vorhanden, einen anspruchsvolleren Lebensstil auch umzusetzen.

Generation 50plus – mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten

Seniorin und Frau im mittleren Alter im Gartenrestaurant
Bei aller Gemeinsamkeit in der Abgrenzung zu vorhergehenden Generationen, ist die Generation 50plus in sich doch sehr heterogen. Auch wenn mitten im Berufsleben stehende Mittfünfziger und pflegebedürftige 80-Jährige oft unter dieser Bezeichnung oder schlimmer noch unter dem Begriff „Senioren“ zusammengefasst werden, so sind die Unterschiede zwischen 80-Jährigen, 65-Jährigen und 50-Jährigen enorm – körperlich und geistig ebenso wie in Bezug auf ihre Erfahrungen, ihre Interessen und ihr Lebensumfeld.

Unterschiedliche Lebenswelten

Mann schlägt auf Konga-Trommel
Die heute 80-Jährigen sind in einer anderen Lebenswelt aufgewachsen als die gerade 50-Jährigen. Wurden die einen durch die Erfahrungen der Kriegs- und Nachkriegszeit geprägt, so erlebten die anderen eine Zeit des wachsenden Wohlstands. Durch die schnellen technischen und sozialen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten bleiben die Unterschiede in den Lebenswelten bestehen, sind beispielsweise vielen 80-Jährigen Computer und Internet recht fremd, gehören diese bei den meisten 50-Jährigen ebenso zur Alltagsroutine wie bei jüngeren Menschen.
Dazu kommt, dass das letzte Drittel des Lebens einen langen Zeitraum umfasst, der von starken Umbrüchen geprägt ist: Mit 50 beginnen für viele Menschen die besten Jahre ihres Lebens – der Lebensgenuss zwischen Techno und Treppenlift. Sie sind fit, unternehmungslustig, konsumorientiert und selbstbewusst. Der Hochphase im Berufsleben folgen der Ausstieg und damit oft der Start in ein neues, aktives Leben. Im Laufe der Jahre wird dieses jedoch durch zunehmende Einschränkungen bestimmt.
Diese altersbedingten Unterschiede werden durch individuelle Verschiedenheiten gesteigert. Jeder Mensch altert anders - dabei verstärken individuelle Anlagen und Lebensverläufe lange bestehende Identitäten: Bildung, Familienstand, körperliche, geistige und seelische Gesundheit führen zu weit größeren Unterschieden als in jeder anderen Altersgruppe. Viele Ältere sind geistig aktiver als sie es körperlich sein können – und andersherum.
Wichtig ist auch das Geschlecht, Frauen pflegen einen anderen Lebensstil und haben andere Interessen als Männer.

Drei markante Gruppen

Untersuchungen zum Lebensstil der Generation 50plus zeigen, dass sich grob drei grundlegende Altersgruppen unterscheiden lassen.
  • Die „jungen“ Best Ager (50-65 Jahre) sprühen vor Leben. Sie wissen, was gerade im Trend ist, probieren gern Neues aus und wollen auch Neues erleben. Sie sind gesellig, treffen sich mit Freunden, in Clubs oder Vereinen, nehmen am kulturellen Angebot
    teil, treiben Sport, haben im Leben noch ganz viel vor, haben den Blick nach vorn gerichtet. Sie sind gutgebildet und einkommensstark, hedonistisch, lust- und erlebnisorientiert und haben eine kritische Grundhaltung.

  • Bei den Mitte/Ende 60-Jährigen beginnt der Rückzug ins Private:
    Das Interesse an Aktivitäten lässt allgemein nach. Es erfolgt eine Art „Heim-Orientierung“: Aktivitäten wie Sammeln, Gärtnern, Heimwerkern oder auch Lesen und Fernsehen machen Best Ager in diesem Lebensabschnitt am liebsten. Und auch Sport reduziert sich auf Wandern oder Radfahren. Kurz: Der Blick richtet sich mehr auf die eigenen Interessen, auf das „Jetzt“.

  • Bei den über 70-Jährigen ist eine deutliche Einkehr zu sich selbst beobachtbar. Die Interessen konzentrieren sich immer mehr auf die eigenen vier Wände: Lesen, Fernsehen, Gärtnern, Sammeln. Trotz dieser Abkehr vom aktiven Leben werden sozusagen „lebensverlängernde“ Maßnahmen ergriffen: Über 70-Jährige achten sehr auf ihre Gesundheit und gesunde Ernährung, viel stärker als es jüngere Best Ager tun. Dies ist bereits bei den Mitte/Ende 60-Jährigen zu beobachten.

Wodurch sie sich sonst noch unterscheiden

Mann sitzt zwischen zwei Frauen
Neben dem natürlichen Alterseffekt beeinflussen die Prägungen der jeweiligen Generation das Lebensgefühl der Best Ager. Um diese zu verstehen, sollte man sich in die Zeiten zurückversetzten, in die die Best Ager hinein geboren wurden, sich vorstellen, welche Werte in der Jugendzeit eine Rolle spielten, welches Lebensgefühl damals vorherrschte. Dabei zeigt sich, dass über 70-Jährige Bewahrer von Werten wie Pflichterfüllung, Disziplin und Moral, Familie, Sicherheit sind, Ordnung lieben und Neuerungen eher ablehnen. Über 60-Jährige vertreten das konservative Bürgertum, dem die Pflege von Traditionen, Normen sowie die Familie sehr wichtig ist. Sie sind traditionsverwurzelt, mit Distanz zum technologischen Fortschritt. Über 50-Jährige sind in die bürgerliche Wohlstandsgeneration hineingeboren, in der beruflicher Erfolg, die Etablierung in der Gesellschaft, aber auch ein gepflegter Luxus wichtig sind. Aber auch der Einfluss der 60er Jahre mit ihrem toleranten, aufgeschlossenen und reformerischen Lebensstil spielt bei ihnen eine Rolle.

Auch die typischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen spielen wie in jeder anderen Altersgruppe eine Rolle. Während Männer eher auf Erfolg, Leistung/Wettkampf (sei es Sport oder Beruf) setzen und sich für Motor und Technik interessieren, sind Frauen mehr dem Konsum sowie dem „Schöngeistigen“ zugetan: Sie nutzen stärker Kulturangebote wie Konzerte, Museen oder Theater, gehen gerne einkaufen und geben dabei auch schon mal zu viel aus, sie achten vergleichsweise mehr auf ihr Äußeres und wissen, was im Trend liegt. Sie sind weniger an Leistung und Wettkampf interessiert, viel wichtiger sind für sie Familie, Kinder, Soziales und auch „Nest-Pflege“, wie die Verschönerung der Wohnung oder Arbeiten im Garten.

Und wie wollen sie bezeichnet werden?

Paar in mittleren Jahren mit Mädchen im Korb eines Ballons
Insgesamt findet die 50- bis 75-Jährigen die Bezeichnungen „Im besten Alter“ und „Generation 50plus“, dicht gefolgt von „Senioren“ und „Junggebliebene“ am sympathischsten. Formulierungen wie „Die Alten“ oder „Hochbetagte“ fallen dagegen durch: So wollen die über 50-Jährigen auf keinen Fall genannt werden. Differenziert man nun noch in die beiden Altersgruppen der 50- bis 64-Jährigen (oft auch als Best Ager bezeichnet) einerseits und der 65- bis 75-Jährigen andererseits, zeigen sich unterschiedliche Vorlieben.
Der „jüngeren“ Altersgruppe sind die Bezeichnungen „Im besten Alter“, Generation 50plus“ und „Junggebliebene“ am sympathischsten. Bei der „älteren“ Gruppe über 65 Jahre erhalten dagegen die Formulierungen „Senioren“, „Ruheständler“ und „Pensionäre“ auf die größte Akzeptanz. Dies verdeutlicht, dass diese Personen ihre Lebenssituation „im Ruhestand“ durchaus positiv wahrnehmen und zudem die Bezeichnung „Senioren“ mit Inhalten wie Erfahrung und Kompetenz (analog des Seniorchefs im Vergleich zum Juniorchef) gleichsetzen.

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