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Lieben Sie Bond?

Der Agent mit der Lizenz zum Töten

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Gehen Sie gern ins Kino? Nein? Macht nichts. „007 James Bond“ entgeht Ihnen nicht. Er kämpft auch im Fernsehen für eine gute Sache. Vorausgesetzt, Sie schalten kein anderes Programm ein.
007 ist der Star unter den Agenten. Von seinen Gegnern gehasst, gejagt und gefürchtet, besteht er die gefährlichsten Abenteuer. Von schönen Frauen wird er umgarnt. Doch einige von ihnen sind ziemlich bösartig. Bonds Auftraggeber kommen von der guten Seite. Sie statten ihn mit raffinierten Waffen aus, von denen kein Mensch ahnt, dass es Waffen sind. 007 der sechziger Jahre schießt aus Kugelschreibern, Regenschirmen, sprengt mit Kaugummi Türen auf. Er darf mit seinen Waffen töten, weil es für eine gute Sache ist. Seine Gegner haben ebenfalls raffinierte Waffen, aber die dürfen nicht töten, weil sie es für eine böse Sache tun. Die jeweiligen Opfer sind übel dran. Egal auf welcher Seite sie kämpfen. Sie sind mausetot und in jedem Fall.

Bonds Gegner sind Wahnsinnige, die immer die Welt beherrschen wollen. Das ist nicht neu, aber gemein. In einem Streifen hatten sie sich einen genialen Trick ausgedacht. Sie kaperten Raumschiffe, die den Großmächten gehörten. Das machten die Gangster so schlau, dass die östliche Macht glaubte, die westliche habe die Raumschiffe aus dem Verkehr gezogen und umgekehrt. Die beiden Großmächte waren so böse aufeinander, dass sie keine andere Wahl hatten, als den vermeintlichen Gegner auszulöschen. Das Rote Telefon war bereit zu klingeln. Diese Situation wollten die Bösen ausnutzen, und die Weltherrschaft an sich reißen. Wen sie beherrschen wollten, wenn sich die Mächte gegenseitig ausgerottet hatten, habe ich nicht verstanden.

James Bond versteht sein Handwerk. Er tötet lässig. Einmal wurde er von einem starken Gegner belästigt. Das ließ Bond sich nicht gefallen. Die beiden Männer kämpften am Rande eines Teiches, in dem Fische schwammen, die in wenigen Minuten jeden, der ins Wasser fiel, vom Fleische befreiten, und nur ein blankes Skelett zurückließen.

Der Teich gehörte dem Obergangster, die Fische auch. Der Kampf nahm Formen an, dass man glauben musste, Bond steht das nicht durch. Aber wäre er dann Bond gewesen? Außerdem lief der Film noch nicht lange genug. Es gelang 007 den Störenfried in den Teich zu befördern, zur Freude der Fische. Bond ging zufrieden davon, tat, als wische er sich einen Fussel von seiner tadellosen Kleidung und sagte: “Guten Appetit“ Das wirkte. Lacher beim Publikum.

Der Obergangster war ein hässlicher Mann und brutal, aber seine Fische liebte er. Täglich sorgte er für Futter. Jeder seiner Mitarbeiter, der einen Auftrag nicht ordentlich ausgeführt hatte, war ein Versager. Und das waren Leute, die es nicht fertigbrachten, James Bond zu killen. Sie waren überflüssig und landeten im Teich. Als besonderen Leckerbissen bekamen die Fische eine wunderschöne Agentin zum Abendessen. Diesem Biest war es gelungen, Bond in die Falle zu locken.

Er saß festverschnürt auf einem Stuhl. Sie stand vor ihm, fuchtelte mit einem spitzen Ding, das wie ein Skalpell aussah, vor seinem Gesicht herum. Mit bösem Blick, sagte ihm die Schöne, dass sie gleich um ihn herumgehen werde und an der Stelle seines Nackens, die sie genau kenne, den wichtigsten Nerv durchtrennen werde. Dann sei er endlich erledigt. Langsam ging sie um ihn herum, auf Stöckelschuhen, mit wiegenden Hüften. Atemlose Stille im Kinosaal. Als sie sich an seinem Nacken zu schaffen machte, war man geneigt, keinen Groschen für das Leben des Helden zu geben. Die Agentin war bereit, ihren Auftrag auszuführen. Sie trat wieder vor ihn, sah ihn abschätzend an. Ihr Blick wurde weicher. Ungeküsst sollte er nicht sterben. Statt des Nervs, zerschnitt sie seine Fesseln. Offensichtlich lag ihr daran, auszuprobieren, wie stark seine Arme wirklich waren und nicht nur die Arme. Er zeigte sich dankbar, nahm ihr verführerisch lächelnd das spitze Ding aus der Hand: „Alles für England“, sagte er und durchtrennte die schmalen Träger ihres Kleides. Genüsslich langsam streifte er ihr das Kleid herunter. Es saß wie eine Wurstpelle auf ihrem wohlgeformten Körper. Als der nackte Po zum Vorschein kam, drehte die Kamera ab. Schöne Frauen scheinen nie etwas drunter zu tragen, sinnierte ich. Der Dank des Helden wurde auch nicht gezeigt. Es blieb damals noch der Fantasie des Publikums überlassen, wie der Held sein Dankeschön zeigte. Als er sich genug bedankt hatte, entwischte er. Das Schicksal der schönen Agentin war besiegelt, wieder zur Freude der Fische.

Für die Erde wäre es fast zu spät gewesen. 007 fand das Versteck der Bösen nach gefährlich langem Suchen. Auf dem Weg dorthin erledigte er unzählige Gegner. Die Leute von der guten Seite ließen auf sich warten. Obwohl sie verzweifelt suchten, fanden sie das Versteck der Gangster nicht. Der Eingang lag unter Wasser. Das Publikum kannte es.

007 zündete eine Zigarette an, warf sie blitzschnell von sich, als habe er eine falsche Marke erwischt. Staunen! Es war eine Rakete. Donnern, Zischen, Blitzen. Apparate, als stünden sie im Cockpit eines Raumschiffs, sackten in sich zusammen, andere flogen zersplitternd durch die Luft. Maschinenpistolen ballerten. Menschen fielen um wie die Fliegen. Bei dem Durcheinander war nicht zu erkennen, wer gegen wen kämpfte. Denn erst in den letzten Filmminuten hatten Bonds Helfer den Eingang gefunden.

Bond erreichte, immer noch Zigaretten werfend, die Zentrale der Gangster. Zielstrebig fand er das Schaltsystem, drückte Knöpfe. Die Kamera schwenkte auf die Zeituhr. Noch dreißig Sekunden bis zum Knall. Wird er´s schaffen? Noch zehn Sekunden. Die Uhr tickte unerbittlich. Bond gab nicht auf. Verbissen drückte er weiter Knopf um Knopf und fand den Richtigen. In letzter Sekunde. Die Uhr hörte auf zu ticken. Die Erde war gerettet. Erleichterung beim Publikum.

007 verließ unbeschädigt die Szene, ordnete seine Kleidung, die nach dem heißen Kampf noch piekfein aussahen, verabschiedete sich lässig von seinem Publikum: „Wer Raketen raucht, lebt länger.“ Lacher beim Publikum. Wie im Märchen hatte wieder einmal das Gute gesiegt .

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