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Die 20 schönsten Beiträge zum Kreativwettbewerb "Luft und Atmen"

Odem

Wenn der Wind
durch dunkle Wolken weht
und der Regenbogen
das nasse Erdreich küsst,

wenn das Licht der Hoffnung
meine müden Augen sanft umfängt
und deine Hand zu meiner findet,
dann, ja dann
atme ich
Mensch.

Autor

Heidemarie Andrea (HShappiness)


Luft und Atmung

Oliver Mangold betritt am Montagmorgen den Lift eines Hochhauses, drückt den Knopf der 7. Etage und ist gedanklich schon bei den ersten Telefonaten. Das Wochenende mit Uta sowie Darius und Daniela, den beiden neunjährigen Zwillingen im Wochenendhaus im Taunus war entspannt wie meist. Obwohl - Utas rigorose Ansage „der Laptop bleibt aus, das Firmenhandy bleibt im Kofferraum des Autos“ schon nervte. Es ließ sich ja nicht verhindern, dass ihm am Wochenende die eine oder andere gute Idee oder Lösung durch den Kopf ging und man hätte sie gleich festhalten können.
„Frau Grote, bitte stellen Sie mir diese Gespräche durch“ bevor Oliver Mangold sein Büro erreicht, dreht er sich um zu seiner Sekretärin „Wieso ist hier so eine abgestandene Luft?“ „Die Klimaanlage ist am Wochenende ausgefallen. Die Mechaniker sind schon da, aber es wird länger dauern, das ganze Hochhaus ist betroffen. Der Manager geht leicht irritiert in sein Büro. Krankheit, Ausfälle aller Art, ein Nichtfunktieren ist in seinem Arbeitsalltag nicht vorgesehen. Es beunruhigt ihn so sehr, dass er weder sich noch seinem Personal Kranksein gestattet. Und so ein teuer angemietetes Büro hat einfach zu funktionieren. Die Fenster lassen sich natürlich nicht öffnen. Es ist ein wunderschöner blauer Sommerhimmel, 25 Grad warm und er sitz t am Schreibtisch und fängt an zu schwitzen.
Die ersten drei Telefonate laufen ganz nach Plan. Ein Finanzierungsangebot der Bank mit einem durchaus annehmbaren Zinssatz. Ein erstes Gespräch mit einem renommierten Internat. Die Zwillinge sollen nach den Sommerferien dorthin wechseln. Ein langjähriger Kunde hat –wie erhofft- einen Auftrag verlängert.

„Frau Grote“ er drückt kurz die interne Ruftaste „bringen Sie mir bitte etwas zu trinken.

„Kaffee oder Tee?“

„Nein“ ruft er „irgendetwas Kaltes aus dem Kühlschrank“.

Er spürt, dass sein Hemd unter den Achseln durchgeschwitzt ist, der Schweiß läuft auch den Rücken runter.

Verbinden Sie mich bitte mit Firma BMG, Herrn Nauders.

Am Sonntagnachmittag hatte er plötzlich eine Idee, wir er diesem anspruchsvollen Kunden einen neuen Werbespot präsentieren könnte. Da musste der Nauders einfach anbeißen. Nach einem kurzen Wortgeplänkel kommt er zum Eigentlichen. Herr Nauders unterbricht: „Ich hätte Sie heute auch angerufen. Wir haben uns umorientiert. Seit 3 Wochen haben wir selber einen sehr talentierten, jungen Werbefachmann im Haus, dessen Ideen uns bisher sehr begeistert haben. Vielleicht haben Sie in der Branche schon von ihm gehört. Er heißt Sven Mommsen.“

Oliver Mangold beendet das Gespräch, ihm bleibt einfach die Luft weg. Sein Körper hat die Absage schneller realisiert als sein Kopf. Kein neuer großer Auftrag, der ihm am Wochenende schon so greifbar erschien. Je mehr Luft er holen möchte, je enger wird sein Brustkorb. Dazu die zunehmende Wärme im Raum. Panik macht sich breit. Er drückt mit letzter Kraft die Ruftaste. „Hup – hup – hup „ – „Ja bitte?“

„Hup - hup – hup „ – „Ja bitte?“. „Hup – hup – up“ – „Ja bitte?” Nach endlosen 2 Minuten öffnet sich die Tür: “Sie wünschen…… Oh Gott, was ist passiert?“

Frau Grote geht ein paar Schritte zurück, ruft laut eine Kollegin zur Hilfe, lockert nur mit Mühe seine Krawatte sowie zwei Hemdknöpfe am Hals. Die Luftnot lässt den Manager verzweifelt um sich schlagen. Beruhigendes Zureden erreicht ihn nicht mehr.

„Der Spray“ ruft die Kollegin und läuft raus.

Nur unter großer Kraftanstrengung gelingt es den beiden, Oliver Mangold soweit zu bändigen, dass Frau Grote ihm zwei, dreimal in den Mund sprayen kann.

Er hechelt, lässt sich aber etwas beruhigen.

„Was ist das für ein Teufelszeug“ fragt er, nachdem er ein bisschen Kraft gesammelt hat.
„Ach“ antwortet Frau Grote, „erinnern Sie sich an Sven Mommsen, der bis vor einem Vierteljahr hier arbeitete? Er war Asthmatiker. Die Sprayflasche fanden wir später in seinem Schreibtisch.“

Oliver Mangold merkte, wie ihm erneut die Luft wegblieb.

Er war froh gewesen, dass der Mommsen vor einem halben Jahr gekündigt hatte. Ein Mitarbeiter mit einer chronischen Krankheit passte nicht in sein Weltbild.

Autor

Marlies (jajojajo)

Lichtblick

Du weißt genau – heut scheint die Sonne,
und keine Wolke wird sie schützen;
doch sieht Dein Aug’ nicht diese Wonne,
was soll sie Dir dann nützen?

Und neben Dir – das Blütenmeer,
Du siehst nicht dessen Farben;
so zwing doch Deine Augen her,
schau nicht auf Deine Narben.

Und atme den Duft der reichen Natur
tief ein - gleich einer Kostbarkeit,
zu finden reichlich in Wald und Flur;
dies alles ist für Dich bereit.

So lass Dich aus dem Zwiespalt gleiten,
und Du wirst bald erkennen,
ein Lichtblick wird sich dann schon zeigen;
Du musst „erleben“ nur neu lernen.

Autor

Katharina (kim747)

Gemalte Landschaft mit Fluss, Mitglied

Autor

Lisa (Lachmausi)

Noch ein Bild von unserem Mitglied lachmausi zum Kreativwettbewerb gibt es hier

Heißluftballons im Himmel, Mitglied

Autor

Wilma (Lisa2109)

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