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Vom Ich zum Wir - Die Rezession schweißt die Menschen wieder zusammen

Ehrenamtliches Engagement erlebt eine Renaissance. Wie die Frauenzeitschrift FÜR SIE in ihrer aktuellen Ausgabe (4/09) berichtet, sind 36 Prozent der Deutschen über 14 Jahren in irgendeiner Form für die Allgemeinheit aktiv. Das sind gut 23,4 Millionen Menschen - und die Tendenz ist steigend.

Zugleich findet offenbar ein Umdenken weg von der Ich-Bezogenheit hin zum Gemeinschaftssinn statt. So wollen 67 Prozent aller Deutschen heute lieber glücklich als reich sein, eine Familie, gute Freunde haben und in einer intakten Natur leben. Das ergab eine Studie von Zukunftsexperte Horst W. Opaschowski. "Der Blick richtet sich also wieder mehr auf die beständigen Aspekte des Lebens", kommentiert der Experte.

Die Gründe für das verstärkte bürgerliche Engagement liegen nicht zuletzt in der derzeitigen Rezessionsphase. Menschen können sich so ein zweites Standbein schaffen, das ihrem Alltag zumindest einen Sinn gibt, falls der Job wegbricht.

Ein weiterer Grund ist für viele die Ernüchterung über den Zustand des Sozialstaates. Mit dem Rückgang zahlreicher Sozialleistungen wächst die Erkenntnis, dass der Staat nur unter Mithilfe aller funktionieren kann. Auch der Kontakt zu anderen Menschen motiviert sehr viele Freiwillige. In einer Zeit der Vereinzelung finden sie in ihrem Ehrenamt ein Miteinander mit Menschen, die ähnlich denken und handeln, und schaffen sich so ein tragfähiges soziales Netz.

(Quelle: Für Sie, Ausgabe 4/09)

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