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Weisser Hund © foun, fotalia
Zahlreiche Gedichte, Geschichten und Bilder rund um das liebe Vieh sind bei uns eigegangen. Hier und auf den folgenden Seiten sind ausgewählte Beiträge zu sehen. Viel Spaß beim Stöbern und Schmunzeln.

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Mein Erlebnis im Fahrstuhl

Hallo, Freunde,

zurück aus unserem Arbeitsurlaub muss ich mich mal bei Euch melden. Wir mussten ja nun alle - bis auf die namenslosen drei Enten - wieder mal alle mit. Beim letzten Arbeitsurlaub hat uns unser aller Frauchen ja auf die gesamte Nachbar- und Verwandtschaft verteilt. Da ging es uns allen ja viel zu gut, wir durften u.a. im Bett schlafen, kriegten ganze Koteletts und leckere Würstchen vom Grill, etc. etc. Das wurde uns natürlich nicht im Geringsten gegönnt und unser aller Frauchen und deren Mannsbild meinten, das kommt nicht wieder vor, also mussten wir mit, und los ging’s.

Mit ‘nem dicken Auto, in das so ziemlich eine ganze Wohnungseinrichtung reinpasst, wurde zu - wie ich meine - reichlich unchristlicher Zeit losgedüst. Für uns war kümmerlich wenig Platz, weil so überflüssiges Zeug wie Mikrowelle, Kühlschrank, Fernseher und dergleichen Kram mitgenommen werden musste. Ich meine ja - völlig unvoreingenommen natürlich - das eine oder andere Teil hätte ruhig zu Hause bleiben können, wozu frag ich Euch ganz ernsthaft, braucht man im Urlaub ne Mikrowelle oder gar einen Fernseher und den dann auch dazu noch in Farbe?

Angekommen ging dann die Schlepperei los. Für manche Teile war der Fahrstuhl viel zu kurz/niedrig, schlichtweg zu klein. Ich wollte ja tüchtig helfen und gute Ratschläge erteilen und bin eifrig immer dazu gesprungen wenn ein Teil aus dem Auto gehoben wurde. Aber glaubt ihr allen Ernstes, man hätte meinen Tatendrang auch nur geringfügig gewürdigt? Durchaus nicht, im Gegenteil, immer hieß es: Jakob geh zu Seite, Jakob spring nicht an dem Karton hoch, Jakob verzieh dich mal, und so weiter, und so weiter...

Irgendwann hat es mir dann ziemlich gereicht und ich habe mich in die große Eingangshalle in die Nähe der 3 Fahrstühle verzogen und ein wenig zusammengerollt. Da war vielleicht was los bei den Fahrstühlen! Meine Ruhe hatte ich hier nicht. Dieses ewige Auf und Ab hat mich schließlich ganz nervös gemacht und so habe ich beschlossen, schon mal nach oben zu fahren und mich in den ruhigen Flur vor die Wohnung zu legen. Postwendend habe ich meinen Gedanken in die Tat umgesetzt und bin in den nächst ankommenden Fahrstuhl gestiegen.

Mein Erscheinen im Fahrstuhl fand offensichtlich großen Anklang bei den sich darin befindlichen Menschen und ich wurde von den Anwesenden freundlich nach meinem Ziel gefragt. Als ob ein großer, weißer Pudel mit irgendjemanden - außer mit unser aller Frauchen - sprechen würde! Auf den richtigen Knopf für meine Etage hat darum natürlich auch keiner gedrückt. So fuhr ich auf einmal Mutter Seelen allein immer rauf und runter. Seltsamerweise wollte kein Mensch - obwohl er ja wohl den Fahrstuhl gerufen hatte - diesen noch benutzen. Dabei habe ich immer wenn die Fahrstuhltür aufging, die davor Stehenden ganz freundlich und laut angebellt und meine schönen, großen, schneeweißen, völlig gesunden Zähne gezeigt. Wie ich später erfuhr, war unser aller Frauchen natürlich mal wieder in heller Aufregung ob meines angeblichen Verschwindens.

Dabei hätte es einfach nur mal im Fahrstuhl nachschauen sollen, stattdessen ist es kopflos mitsamt dem Mannsbild durch die Ferienanlage gerannt um mich zu suchen. Aus Urlauberkreisen erhielt es dann den Hinweis auf meinen Aufenthalt im Fahrstuhl und ich wurde dann relativ schnell gefunden. Mir war auch schon ziemlich unpässlich von dem ständigen Auf und Ab. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten erst mal groß, die Standpauke kam erst später. Dass es mal wieder eine Tirade gegeben hat, war mir unverständlich. Schließlich empfiehlt das Frauchen mir ja immer ein wenig Selbstständigkeit.

Einen fröhlichen Gruß und ausgelassenes "wuffwuff"
sendet Euch Euer
Jakob

Autor

Hannelore (Motorbiene)

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