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Kein Bock auf Kontakt - Kinder auf Distanz
München/Berlin (dpa/tmn) - Früher schien alles in Ordnung zu sein. Die Eltern und ihre erwachsenen Kinder trafen sich regelmäßig: zu Geburtstagen, Weihnachten oder einfach so. Doch dann meldet sich das eigene Kind kaum noch - und bricht den Kontakt schließlich ganz ab.
Kein Kontakt zum erwachsenen Kind, das ist für die meisten Eltern unerklärlich und vor allem schmerzhaft. Sie versuchen daher vieles, um den Draht zu ihrem Kind wieder herzustellen. «Dass Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen, passiert nicht von heute auf morgen», erklärt der Familienforscher Hartmut Kasten in München. «Meist sind das Prozesse, die schon früh begonnen haben.»
Für die Eltern muss das aber nicht zwangsläufig spürbar gewesen sein: Beispielsweise wenn zwar immer Kontakt bestand - das Kind aber nie wirklich die Nähe zu den Eltern gesucht hat, sondern möglicherweise nur aus einem Pflichtgefühl heraus handelte und vor allem zu offiziellen und feierlichen Anlässen zu Besuch kam.
Die Diplom-Psychologin Silke Haase kennt solche Situationen ebenfalls aus ihrer langjährigen Erfahrung. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich das mittlerweile erwachsene Kind schon jahrelang innerlich zurückgezogen hat und nur noch körperlich anwesend war.» Das, was Eltern als normalen Kontakt empfunden hätten, könne für das Kind schon nur noch Pflichterfüllung gewesen sein.
Die Gründe für solch eine Abgrenzung sind den Experten zufolge meist in der Kindheit oder Jugend zu finden. «Möglicherweise hat sich das Kind von den Eltern immer benachteiligt oder ungerecht behandelt gefühlt», sagt Diplom-Psychologe Kasten. Haase ergänzt: «Denkbar ist auch, dass sich das Kind ständig kritisiert, unter Druck gesetzt oder nicht geliebt fühlt.» Es komme durchaus vor, dass Kinder das lange Zeit nicht ansprechen, sondern in sich hineinfressen.
Irgendwann jedoch werde es ihnen zu viel und sie brechen den Kontakt ab. «In der Regel tun Kinder das aus Selbstschutz, weil sie denken, sie könnten das Problem mit ihren Eltern nicht klären», sagt Haase. «Sie halten es nicht mehr aus und wollen dem ständigen Stress entgehen.»
Dennoch müssen Eltern die Situation nicht einfach hinnehmen und akzeptieren. «Ich rate, das Problem offen anzusprechen, dem Kind Gelegenheit zu geben sich zu äußern und ihm wirklich zuzuhören», sagt Kasten. Eltern müssten bereit sein, sich die Kritik des Kindes wirklich anzuhören ohne sich sofort selbst zu verteidigen. Dazu gehöre auch, eigene Fehler einzugestehen oder einzuräumen, dass man bestimmte Dinge vielleicht nicht bewusst gemacht hat. «Oft ereignen sich wahre Überraschungen, weil die Eltern es so nicht wahrgenommen haben.»
Gut sei auch, dem Kind Ruhe und Abstand zu geben, findet der psychologische Berater Markus Hammer in Greifswald: «Man sollte das Kind nicht drängen, sondern akzeptieren, wenn es Zeit braucht.» Man könne zwar durchaus fragen, ob es in Ordnung sei, sich in einigen Monaten wieder zu melden - müsse dann aber auch hinnehmen, wenn das Kind selbst entschieden will, wann es wieder Kontakt wünscht.
Möglich sei auch, dem Kind einen Brief zu schreiben oder ihm anzubieten, seine Gedanken aufzuschreiben, sagt Psychologin Haase. Dem Kind zu sagen, wie gern man es hat und was es einem bedeutet, ist ebenfalls wichtig: «Das ist oft das, was das Kind hören will.»
Auch wenn das erste Gespräch nicht viel bringt, kann es sich lohnen dranzubleiben. «Beziehungen wandeln sich ein Leben lang, es kann durchaus wieder eine Phase geben, in der man sich besser versteht», erläutert Kasten. Das sieht auch Haase so: «Die Kinder leiden ja auch unter der Situation und wünschen sich meist eine gute Beziehung zu den Eltern. Deswegen gibt es häufig eine Chance, dass doch wieder Kontakt zwischen Kindern und Eltern besteht.»
Von Aliki Nassoufis, dpa
Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Thementreff Partnerschaft

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werde alles nochmals lesen -die "tipps" umsetzen -fiepe
das ist auch für mich sehr aufschlußreich - da muß ich erst mal drüber nachdenken, das ist einem alles gar nicht so bewußt...
Den Artikel kann ich nur weiterempfehlen.Ich habe mit meiner Tochter ein offenes Gespräch gesucht,wir haben beide geweint,uns Zeit gelassen bis zum nächsten Kontakt,viel nachgedacht und verstehen uns heute wieder besser.Es ist eine Akzeptanz dem anderen gegenüber da,Gefühle können geäußert werden ,unsere Gespräche sind ruhig und konstruktiv...
Der Beitrag ist gut und zeigt ndie Realität. Ich bin selbst Pädagogin habe drei Kinder großgezogen und eine Enkeltochter wie mein eigenes Kind im Haushalt erzogen. Ich dachte immer fast alles richtign zu machen. Besonders bei meiner Enkeltochter. Hier versuchte ich das was ich bei den eigenen Kindern versäumte, wozu ich wenig Zeit hatte, besser zu machen. Aber ich habe nicht das geschafft, nicht die Früchte geerntet, die ich erhoffte. Eines ist mir bewusst geworden,eine wesentliche Rolle spielt das Verhältnis, die zwischenmenschlichen Beziehungen der erziehenden Partner. Die Kinder sind gute Beobachter und sehen sich Verhaltensweisen der "Vorbilder" ab, die nicht immer positiv sind. So kommt es öfter vor, dass sich das Kind zwei Verhaltensweisen aneignet. Leider erkennt man als Erwachsener und Erziehender die Fehler zu spät-Gespräche sind oft ohne Erfolg. Die Variante des Schreibens habe ich praktiziert und mehr als im Gespräch erreicht. Es ist einfach so, dass man schriftlich mehr Zeit hat die Worte zielgerichteter auszuwählen.Beide Seiten haben die Möglichkeit, sich die Zeilen länger vor Augen zu halten und ihre Entscheidung in Ruhe zu treffen. Vielen Dank für den Bericht!
ich stecke mittendrinn,oft sehr zerissen,wie verhalte ich mich ....ein recht schmerzhafter Prozess,...plötzliches allein sein ...
Hier ist leider nur von den Gefühlen der Kinder die Rede. Manchmal ist es auch so das die Eltern sich jahrzentelang um ihre Kinder bemüht haben, Schulbildund, Ausbildung, das tägliche Allerlei,Urlaub,usw. Die Kinder nehmen alles hin, stellen Forderungen ohne Rücksicht auf die Gefühle ihrer Eltern, nutzen diese auch aus!!! Nein für mich kommt nur ein gegenseitiges Geben und Nehmen in Frage !wenn die Kinder das nicht wollen ,gut, dann weiß ich, ich habe auch noch ein eigenes Leben. Wenn ich mir mein Umfeld so angucke, wie Kinder sich aufführen gegenüber ihren alten Eltern, nein danke !!!
Bin sehr dankbar für diesen Artikel!
hat mir geholfgen
Liebe Ute, hatte ich dies Dir schon geschrieben? So geht es Kathi und mir, leider...sie war schon bald oder über ein Jahr nicht hier. Es grüßt Dich lieb die Sandbirke-schau doch mal auf meine Visitenkarte...wenn Du möchtest und kannst... Also erst mal bitte den blauen Link anklicken mit Doppelklick-es ist nichts Gefährliches sondern von meiner Feierabendseite, wo ich etliche freundliche E-Mailfreundinnen kennen lernen durfte...Das wäre auch was für Dich? Liebe Grüße von Deiner Irmtraud und Danke , daß Du mich gestern 2x versucht hast anzurufen-Danke für Deine Grüße!!!
Dass Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen, kann viele Gründe haben - auch nicht so ernste Gründe, wie die im Artikel beschriebenen. Bei weit verstreut lebenden Familien kann einfach eine ungenügende Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern zu einer gefühlten 'Abkapselung' führen. Und ein Grund für eine ungenügende Kommunikation liegt in den unterschiedlichen Kommunikations-Gewohnheiten der verschiedenen Generationen. Da ich selbst ein Betroffener bin, setze ich mich gerade intensiv mit diesem Thema auseinander und werde hier über die Ergebnisse berichten. Vorweg aber schonmal: Die breite Nutzung digitaler Medien kann die Situation deutlich verbessern. Grüße aus Berlin.
Auch ich habe diesen Beitrag als sehr wichtig empfunden. Aus eigener schmerzvoller Betroffenheit plädiere ich dafür, sich vom Opfer/Täter-Gedanken zu befreien, insbesondere, wenn von Seiten der Eltern kein erkenntlicher Übergriff oder gewalttätiges Verhalten vorliegt. Eltersein ist immer eine Gratwanderung zwischen zuviel und zu wenig; wir machen sicherlich alle Fehler. Wichtig ist auch Bernds Gedanke, dass die extreme Mobilitäts-, Berufs-, und Arbeitswelt der erwachsenen Kinder heute zu Prioritäten ihres Zeitmanagements führen, in denen die eigenen Eltern nur noch wenig Raum einnehmen. Dies wird von Seiten der erwachsenen Kinder oftmals gar nicht als Defizit im Umgang mit ihren Eltern wahrgenommen. Die Eltern sind ihnen sicherlich noch in irgendeiner Form wichtig und sie fühlen sich ihnen auch in der Ferne verbunden, aber geben ihnen nicht viel Raum in ihrem Leben. Sie haben nun ihr eigenes Leben, das sie erfüllt, anstrengt und bereichert Interessant im Rahmen der Diskussion um "verlassene Eltern finde ich es, - in die Familiengeschichte hineinzublicken und zu schauen, ob hier in der Vergangenheit schon Kontaktabbrüche vorlagen, die den Kindern als Vorbild gedient haben könnten; - mögliche elterliche (von Kindes Seite so empfundene oder reale) Überforderungen und Erwartungen in Betracht zu ziehen, - die Türe für sie offen zu halten, - sowie nach Möglichkeiten zu suchen, für sich selbst in dieser Etappe des Lebens ein (selbst)wertschätzendes, eigenverantwortliches und reiches Leben zu gestalten. Der Schmerz ist dadurch nicht beseitigt, aber das Grübeln kann sich verringern.
Etwas schlimmeres kann ich mir eigentlich kaum vorstellen! Astrid