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Autor

Lothar (Bost)

Thomas Alva Edison


Der Name Edison mag bei dem einen oder anderen das Stichwort "Erfinder der Glühbirne" - vielleicht auch mehr - in Erinnerung rufen. Das jedoch kann nicht der Grund dafür sein, dass ich Euch von diesem Menschen etwas erzähle, der zuweilen als der größte Erfinder Amerikas bezeichnet wird.

Thomas Alva Edison wurde am 11. Februar 1847 in Milan im US-Staat Ohio geboren,zwischen Detroit und Toledo nahe dem Eriesee gelegen. (Er starb am 18. Oktober 1931 in West Orange nahe New York.)



Die Vorfahren von Thomas waren etwa 100 Jahre vor seiner Geburt von Amsterdam kommend in die Nähe von New York übergesiedelt. Seine Eltern hatten sich in Milan ein gut gehendes Holzunternehmen aufgebaut. Milan befand sich damals an der großen Straße der Siedler, die von Europa kommend in New York Pferd und Planwagen (die sogenannten "Prärie-Schoner") kauften und dann durch die Hudson - Mohawk - Senke an den nordamerikanischen Seen vorbei gen Westen zogen. Thomas konnte sich später noch sehr gut an diese Vorbeiziehenden und an die zwei Wagen erinnern, die als Denkmäler vor dem elterlichen Haus aufgestellt waren. Sechs Geschwister waren vor ihm geboren, drei von ihnen starben aber schon sieben Jahre vor seiner Geburt. Thomas war ein "Nachzügler", die noch lebenden Geschwister waren 14 Jahre bis 18 Jahre älter.

Tom spielte viel allein, steckte voller unvorhersehbarer Ideen und Flausen, wurde von seinen Lehrern gar als "Wirrkopf" bezeichnet, aus dem nie etwas ordentliches werden könne. Sehr bald war dieser Junge die Schule leid, wurde fortan von seinen Eltern unterrichtet. Schon mit acht Jahren zeichnete ihn eine ungewöhnliche Neugier aus alles zu überprüfen, was Leute ihm erzählten. Nichts war vor ihm sicher, und oft kam er in Schwierigkeiten: Einmal hatte er die Familienscheune in Brand gesetzt, ein andermal fiel er in den bei Milan fließenden Kanal, dann wieder wäre er in einem Getreideaufzug fast gestorben. Auch zu Hause experimentierte er oft sorglos: Ihm unbekannte Flüssigkeiten wurden zusammengeschüttet - und einige Male fanden überraschende Explosionen statt...

Was würdest Du, liebe Leserin und lieber Leser tun, wenn Du einen solch unberechenbaren, willensstarken und lebensneugierigen Sohn hättest?

Genies früherer Jahrhunderte (z.B. Leibniz, Galilei, Leonardo da Vinci) ließen ihre Begabungen schon dadurch frühzeitig erkennen, dass sie bereits im Alter von weniger als 14 Jahren die wissenschaftlichen Werke führender Lehrer, Philosophen und Forscher mit Gewinn lasen. So auch Edison: Parkers "Natural and Experimental Philosophy" und Newtons "Principia" hatte er schon ab dem 8. Lebensjahr gelesen. Ja, er erlaubte sich von Jugend an die Meinung:"Ich kam zu dem Schluss, dass Newton sein Wissen auf einem viel weiteren Feld hätte anwenden können, wenn er weniger von Zahlen gewusst hätte. Das weckte in mir die Abneigung gegen Mathematik, von der ich mich niemals erholte...Ich betrachte Zahlen als mathematische Werkzeuge, die eingesetzt werden, um das logische Resultat von Überlegungen herauszumeißeln, aber ich halte sie nicht für notwendig, zu einem einsichtsvollen Verständnis der Ergebnisse zu verhelfen."

Geschäftstüchtigkeit war eine weitere Komponente seines Wesen, die sich schon im Alter von 12 Jahren offenbarte: Er überredete seine Mutter dazu, dass er als Zeitungsjunge auf der drei Jahre zuvor eröffneten Bahnlinie zwischen Port Huron und Detroit Zeitungen zwischen 17:30 Uhr und 21:30 Uhr verkaufen durfte. Es waren vor allem Arbeiter, die auf der Heimfahrt nach der Zeitung griffen. Dabei durfte Edison nicht zu viele Zeitungen zum Verkauf mitnehmen, weil er nicht verkaufte Exemplare selbst bezahlen musste. Nahm er aber zuwenige mit, dann litten nicht nur seine Einkünfte, seine Kunden würden auch abgewandert sein. Der Junge verdiente nicht nur gut, er schaute sich auch vor dem Verkauf die Zeitungsinhalte an und schätzte sehr gut das von den Überschriften abhängige Kaufverhalten der Reisenden ein. Diese Seite seines Könnens trug sehr dazu bei, dass Thomas im Laufe seines Lebens zu recht hohen Einkünften kam.

Es waren wohl Händeleien des jungen Thomas Alva Edison, die zu einer Gehörschädigung führten, die sich im Laufe seines Lebens verschlimmerte. Nicht jeder vermag ein solches Hindernis - im ganzen gesehen - ins Positive wenden. Zumindest was seine Erfindungen anbelangt, wurde die zunehmende Taubheit auch Ansporn zu neuen Ideen: Bei seinen Entwicklungen des Morseapparates, des Mikrophon, des Telephons regte sein leises Hören dazu an, dass dass er auch einen akustischen Verstärker erfand.

Mit welchen erfinderischen Leistungen hatte Edison zu kämpfen? - Wir machen uns eine Kleinigkeit davon an der Erfindung der Glühbirne klar:
Viele von uns kennen aus dem früheren Physikunterricht den Versuch, bei dem durch einen dünnen aufgespannten Draht mittels eines Dimmers ein zunehmend starker Strom geleitet wird. Zunächst beginnt der Draht sich zu erwärmen, auszudehnen und durchzuhängen. Dann wird er zunehmend hell glühend. Schließlich schmilzt er durch und reißt. Edison kam bei dieser Beobachtung auf die Idee, die glühende Leuchtkraft für die Lichterzeugung zu nutzen. Was er aber auch immer anstellte: Die Drähte aus allen bekannten Metallen schmolzen viel zu rasch durch. Also versuchte er sein Glück mit glühend gemachten selbst erzeugten Metallmischungen. Es gab dabei leichte Verbesserungen, aber keine dauerhaft widerstandsfähige glühemde Drähte. Schließlich wurde nach Monate langen gleichen Versuche in einem nur schwer herzustellenden luftleeren Raum eine Metalllegierung gefunden, die sich für einen länger funktionsfähigen Glühbirnenfaden eignete. Diese Erfindung ließ Edison patentierend und baute später eine Fabrik für die serienmäßige Herstellung von Glühbirnen.

Ich habe mich gefragt: Welchen Beitrag leistete Edison zur Menschenheitsentwicklung? -

Viele Jahrhunderte lang in der Geschichte waren die einfacheren Schichten der Bevölkerung der Willkür der Herrschenden ausgeliefert. (Ken Follet schildert z.B. solche Bilder aus dem Mittelalter in seinem Roman "Die Säulen der Erde"). Die Französische Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts bildete den Auftakt zu einer Änderung der Stellung des breiten Volkes. In welcher Richtung aber entwickelte sich die Menschheit nach dieser Revolution? - Edison scheint mir ein Repräsentant der vielen Menschen seit dem 19. Jahrhundert zu sein, die sich mit konsequenter Zähigkeit - aus welchen Gründen auch immer - "die Erde untertan" gemacht haben, die sich ganz dem irdischen Fortschritt gewidmet haben, die für technische Weiterentwicklung gelebt haben, für die auch der finanzielle Erfolg und das positive Echo einer breiten Bevölkerung wichtig waren. Er gehörte jedoch nicht zu denjenigen herausragenden Menschen, die beigetragen haben zum einvernehmlichen, einfühlsamen Zusammenleben der Menschen untereinander, die beitragen haben zum Erkennen einer geistigen Welt. - Edison ist somit auch ein Repräsentant einer verbreiteten Lebensauffassung in der Gegenwart. Er charakterisiert durch seinen Lebenslauf, welche Entwicklung nach der französischen Revolution die westlichen Welt zu einem beachtlichen Teil genommen hat.

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