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Zwische de Joor...
säid mer dene schdille Däg zwische Wineechde n-un Näijoor. So wiä an dene zwelf Däg zwische Wineechde n-un Dräikinig s Wedder säi, so solls au im näje Joor wäre. Jeder Dag schdod fir en Moned. Friäjer hen d Wiwer in de Zidd fon Wineechde bis Dräikinig id wäsche deffe. De Mueder awl Angschd gha, "s kinnd ains gau miäße", des haißd sofil wiä "s kinnd ains schdärwe miäße".Hidzedags druggsch uf s Gnebfli fon de Wäschmaschii, ob Wärchdig oder Sunndig, wäg de große Wesch zen ere n-Uuzidd mueß hid niäme me schdärwe.
Zwische de Joor isch au gar nind los im Lade. D Lidd nage no an de Räschdli fon Wineechde rum. Wa for zwäi Däg no e Fäschdässe gsi isch - jäz feziid de Sigi s Gsichd un brummled, Brigitt, kindsch au wider emol broode Härebfl mache n-un Surgrudd oder Schdriibli mid Ebflmues.
S Ainzig, wa der im Lade fasch us de Hend grisse wird, sin Silfäschdergracher in Rakeede. Han i doch so en Lusbue fewischd am Schlawiddli, der isch gwiss no id us de Schuel gsi, han em des Zeug wider abgnomme - nai, des mueß de Fadder sälwer holle.
De Scheff häd jo gmaind, Babiir isch geduldig un ich sää des z eng, wo mer bim Wineechdsgschäfd id emol an de fäärndrig Umsazz nakumme sin.
Ich fäschdle jo gärn eweng un Silfäschder häd fir is eweng en aigene Guu - wa isch gsi, wa wird wäre? De Sigi machd Fiir im näje Kachlenofe - alli Fäierweerler zisle gärn - s Kemii soll jo au sneeschd Joor no räiche.
Ich mach gärn Gliäwii, guede mit Zimmed un Nägili un Zidrone, un Großmueder dräid sälwerbachene Biirewegge de Schdägekaschde rab, wiä s hailig Eel. Des isch so Bruuch bin is un baßd aifach schee zen dem gschdärige Bfludschwädder un de lange Neechd.
Dies ist der Anfang einer Erzählung über Schwarzwälder Brauchtum aus dem in badischer Mundart geschriebenen Buch von Esther Strube mit dem Titel "Täik it iisi". Dieses Buch ist im Jahr 1997 erschienen im Drey Verlag, Gutach mit der ISBN 3-9804636-6-4
hier eingetragen am 5.9.2009
Zwischen den Jahren...
sagt man zu den stillen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr. So wie an den zwölf Tagen zwischen Weihnachten und Dreikönige das Wetter sei, so solle es auch im nächsten Jahr werden. Jeder Tag steht für einen Monat. Früher haben die Frauen in der Zeit von Weihnachten bis Dreikönige nicht Wäsche waschen dürfen. Die Mutter hat arg Angst gehabt,"es könnte jemand gehen müssen", das heißt soviel wie "es könnte jemand sterben müssen".
Heutzutage drückst du auf einen Knopf von der Waschmaschine, ob Werktag oder Sonntag - wegen der großen Wäsche zur Unzeit muss heute niemand mehr sterben.
Zwischen den Jahren ist auch garnichts los im Kaufladen. Die Leute essen noch an den Resten von Weihnachten herum. Was vor zwei Tagen noch ein Festessen gewesen ist - jetzt verzieht der Sigi das Gesicht und brummt: Brigitte, du könntest auch einmal wieder Bratkartoffeln machen und Sauerkraut oder Rüben mit Apfelmus.
Das Einzige, was dir im Kaufladenfast aus der Hand gerissen wird, sind Sylvesterkracher und Raketen. Da habe ich doch so einen Lausbuben am Schlawittchen erwischt, der war sicher noch Schüler, habe ihmdas Zeug wieder abgenommen - nein, das muss der Vater selber wieder abholen.
Der Chef meinte: Papier ist geduldig und ich sage das zu euch, wo wir doch beim Weihnachtsgeschäft nicht einmal an den sonstigen Umsatz herangekommen sind.
Ich feiere ja gern ein wenig, und Sylvester hat für uns ein wenig einen eigenen Geschmack - was ist gewesen,was wird werden? Der Sigi macht Feuer im neuen Kachelofen - alle Feuerwehrleute züngeln gern (mit dem Feuer) - die Chemie soll ja auch für das nächste Jahr noch reichen.
Ich mache gern Glühwein, guten mit Zimt und (Nägili?) und Zitrone, und Großmutter trägt selbst gebackene Wecken die Treppe hinab - wie das heilige Öl. Das ist so Brauch bei uns und passt einfach schön zu dem gestrigen Hundswetter und zu der langen Nacht.
