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Münsterländer Dialekt (zwischen Steinfurt und Osnabrück)


Braodäppel

Wat was et fröher winterdags
gemütlich in'n warmen Stuoben,
wenn dat Holt knackt' un knisterde
in den grauten Kacheluomen.
Dao buten süng de Wind sien Leed
in Eeken, Böken, Pappeln,
in'n Stuoben süngen wi een Leed
un atten usse braotten Appeln.

Kömen wi Kinner aobens
von't Spieln wier nao Hus'
Harren schlinnet wi'n Schneemann baut,
wu häfft wi us dann alltied freit
gaff et 'nen Appel, dick un raut.

Un kaole Aohren un fruoren Fööt',
de wäören gau vergietten,
konnen wi 'nen Appel, frischk gebrott
recht heet un sööte iätten.

So 'n leckeren Appel, frischk gebrott,
dao kann sick nicks dran miätten
un ick doh auk vendage no
so gään Broadappels iätten
un wuss du di wat Guettes günnen
so will ick di woull roaden,
doh di am besten vendage no,
'nen leckeren Appel broaden.


Dieses Gedicht hat Hanni Ottenhues geschrieben. Es ist veröffentlicht in dem Buch "Usse leiwe Platt - Tüsken Tiäkenbuorg un Stemmert", herausgegeben 1994 vom Kreisheimatbund Steinfurt, ISBN 3-923166-46-X

hier eingetragen am 29.9.2009

Übersetzung


Bratäpfel


Was war es früher an Wintertagen
gemütlich in der warmen Stube,
wenn das Holz knackte und knisterte
in dem großen Kachelofen.
Da draußen sang der Wind sein Lied
in Eichen, Buchen, Pappeln,
In der Stube sangen wir ein Lied
und aßen unsere gebratenen Äpfel.

Kamen wir Kinder abends
vom Spielen wieder nach Hause
Hatten so etwas wie einen Schneemann gebaut,
dann hatten wir uns immer gefreut,
wenn es einen dicken roten Apfel gab.

Und kalte Ohren und frostige Füße,
die waren bald vergessen,
wenn wir einen frisch gebratenen Apfel,
so richtig heiß und süß, essen konnten.

So ein leckerer Apfel, frisch gebraten,
daran kann sich nichts messen,
und ich esse auch heute noch
so gerne Bratäpfel.
Und willst du dir etwas Gutes gönnen,
so will ich dir wohl raten:
brate dir am besten heute noch
einen leckeren Apfel.

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