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Autor

Ute Darmer (Ute58)

Liebe Freunde von Feierabend,

vor knapp einem Jahr schrieb ich Euch von einem öffentlichen Abend mit Götz Werner und seinen für unsere Gesellschaft neuen Gedanken zu einem "Einkommen für alle". Heute möchte ich wieder von einem öffentlichen Ereignis erzählen, das uns allerdingsrecht drängend betrifft. Es handelt sich um einen Vortragsabend mit anschließender Diskussion von Renate Hartwig am Freitag, dem 15.5.09, wieder im großen Saal der Freien Waldorfschule Krefeld.

Wir alle haben von der großen Gesundheitsreform gehört, mancher von uns hat auch schon ihre ersten Auswirkungen zu spüren bekommen. Erleichterungen für alle soll sie bringen - so wird uns erzählt. Was tatsächlich geschieht, sieht sehr anders aus. Renate Hartwig, eine klein gewachsene, unglaublich kraftvolle Frau mit leuchtenden Augen, ist nach ihren Angaben 2007 durch "kleine" persönliche Erlebnisse sehr nahe an diese Auswirkungen herangekommen, begann nachzufragen, stieß von einem "Rätsel" zum anderen und ließ in ihren Nachforschungen nicht locker, bis sie herausgefunden hatte, wie die Zusammenhänge mit dieser Gesundheitsreform wirklich liegen. Hier inhaltlich umfassend zu berichten steht mir in der Kürzewiederum nicht zu. Ihr könnt es nachlesen in ihrem Buch "Der verkaufte Patient", das sie am Ende ihrer Forschungen innerhalb von nur fünf Wochen geschrieben hat und das inzwischen ein Bestseller ist.

Nun einige Gedanken des Vortragsabends:
Worum geht es bei dieser Gesundheitsreform? R. Hartwig fasste es so zusammen:


Es geht nicht um das Wohl der Patienten oder um einen angemessenen Verdienst des Arztes.
Es geht vielmehr darum, wie Patienten - das sind wir, die Bürger - gesteuert werden können, damit Gewinn erziehlt wird - für wen?
Reformen sind der Weg dahin.


Denn:


Abgeordnete von Parteien stimmen über Gesetze ab, von welchen sie oft nicht wissen, was drinsteht - Wie kommt ein solches Gesetz zustande?
Wer hat etwas davon, wenn alles kompliziert ist? - Beispiel Praxisgebühr: Sie ist eine verkappte Beitragserhöhung der Krankenkassen, denn die Arztpraxis hat nur mehr Arbeit, keinen Gewinn.


Das Grundprinzip dieser Gesundheitsreform sieht nach den Forschungen von Frau Hartwig so aus:


Es gibt Rahmenbedingungen - ganz wörtlich: einen Rahmen - , in dem sitzen die Patienten. An einer Ecke dieses Rahmens steht der Arzt, dem wir als Patienten vertrauen. An der zweiten Ecke stehen wir als Beitragszahler einer Krankenkasse, die dazu geschaffen wurde, regelmäßige Beiträge von uns zu sammeln, damit wir die notwendigen Arztkosten (Therapie, Krankenhasu...)im Bedarfsfall zur Hand haben. Von der Krankenkasse fließt Geld in die dritte Ecke zu der kassenärztlichen Vereinigung, von dieser fließt wiederum Geld in die vierte Ecke zum Arzt. Auf diesem Weg aber gibt es Abzweigungen, wo Geld regelrecht abgeleitet wird - wohin? Letzten Endes in Institutionen, die für uns als Beitragszahler einer Krankenkasse unnötig sind. (Einer der "Geldverdiener" sei, so Frau Hartwig, der Chef der AOK für Unternehmensberatung. Wozu das?). Von der kassenärztlichen Vereinigung zum tatsächlich arbeitenden Arzt kommt also nicht mehr viel. Wer sind letzten Endes die kompletten Verlierer? Die Patienten, "gefangen in dem Rahmen".

Und dieser "Rahmen" dient in Wahrheit einem ganz anderen Ziel, als uns, den Bürgern und "gesetzlich Versicherten" erzählt wird. Der Politik sind freie Ärzte und Patienten im Wege, also werden sie gesteuert. Ich habe es oben erwähnt.
Lest weiter im oben angegebenen Buch "Der verkaufte Patient".

R. Hartwig wollte keinem von uns Angst machen. Sie konnte sehr heiter berichten, wenngleich die Gesamtathmosphäre schon sehr dicht war. Sie ist im übrigen eine Frau der Tat. Was sie schon unternommen und auch schon erreicht hat: lest es ebenfalls nach.

Vielleicht schaffen wir es in Krefeld auch - wie in anderen Städten schon der Fall - als Bürger initiativ zu werden. Nur so haben wir eine Chance, ab Juni 2011 noch zu unserem frei gewählten Arzt gehen zu können. - Wenn ich weiteres weiß, berichte ich wieder...


Ute Darmer

Krefeld, den 20.5.2009

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