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Autor

Ute Darmer (Ute58)

Liebe Freunde von Feierabend,

Am Freitag, dem 13.6.08 habe ich nicht unser Krefelder Monatstreffen wahrgenommen, dafür aber einen äußerst interessanten Menschen kennengelernt. Davon würde ich Euch gern etwas erzählen.

Es handelt sich um Götz Werner, derjenige, der vor ca. 35 Jahren die heute noch sehr gut florierende Kette "dm - Drogeriemarkt" begründet hat. Ihm kann man also zutrauen, dass er "mit beiden Beinen" in der Welt steht und sich im Umgang mit Geld und Unternehmertum auskennt. Nun hat Götz Werner inzwischen öffentlich eine gewisse Bekanntheit erlangt durch seine Gedanken und Ideen zu der Frage nach einem Grundeinkommen für jedermann, ganz gleich, ob der einzelne einen Beruf ausübt oder wie er sonst sozial in unserer Gesellschaft steht. Nun, wenn man über solche Ideen mit Menschen im eigenen Bekanntenkreis spricht, halten sie einen vielfach für einen Träumer oder Utopisten, das ist auch mir schon passiert.Immerhin aber fanden sich etwa 450 solcher "Träumer" zu einem öffentlichen Vortrag von Götz Werner im großen Saal der Freien Waldorfschule Krefeld ein.

Ich möchte hier nicht diesen Vortrag über ein mögliches Grundeinkommen für jedermann referieren, das könnt ihr nachlesen in: "Götz Werner: <<Einkommen für alle>>". Aber es gab einige Anregungen, sozusagen Denkanstöße, auf die es sich lohnt, immer mal wieder die eigene Aufmerksamkeit zu lenken. Zum Beispiel sagte G.Werner ziemlich zu Anfang:


Die Gesundheit in einem Unternehmen hängt viel mehr von den richtigen Fragen als von den richtigen Antworten ab,


Wie das? Suchen wir nicht ständig nach richtigen Antworten und sind damit weitergekommen? Ja, sagte er,aber eine Antwort hänge immer mit der Vergangenheit und nicht mit der Zukunft zusammen. Wollten wir weiterkommen in der heutigen Zeit, so dürften wir die Zukunft - das Fragen - nicht außer Acht lassen. Bewegen wir das in unseren Gedanken doch mal! - Oder:


Viele Krankheiten entstehen dadurch, dass wir meinen, wir seien noch so wie vor 20 Jahren.


Wie waren wir denn vor 20 Jahren, und wie waren unsere Lebensumstände? Was hat sich gegenüber den Verhältnissen von damalsgeändert, und tragen wir dem Rechnung? Das wäre auch eines klaren Besinnens wert! - Oder:


Gönne ich der "bösen Nachbarin" bedingungslos ein gleiches Einkommen wie mir selbst als Arbeitendem? Wenn ich das könnte, wäre das Brüderlichkeit. Was habe ich für ein Menschenbild?


Mit dieser Frage sei "der Abend gerettet", sie bietet wirklich viel Zündstoff. Aber gehen wir dem doch einmal nach, ganz für uns selbst, wie sehen wir uns in der Gesellschaft mit den anderen Arbeitenden, Älteren, Kindern, Leidenden und schließlich "der bösen Nachbarin", die einfach gar nichts "Nützliches" tut!

Schließlich empfand ich es als ausgesprochen wohltuend, dass es G.Werner überhaupt nicht darum ging jetzt alles zu verändern und umzustoßen, viel wichtiger sei es ihm, sich mit neuen Gedanken vertraut zu machen. Die wirkten dann schon, um irgendwann - im richtigen Zeitpunkt - neue Ideen umzusetzen. "Wenn Sie mit mehr Fragen nach Hause gehen als Sie gekommen sind, ist das Ziel dieses Abends voll erreicht (womit wir wieder am Anfang wären)." Und er endete:


Wer will, der findet Wege. Wer nicht will, der findet Gründe.


Auch des Nachdenkens wert!


Ute Darmer

Krefeld, den 18.8.2008

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