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Autor
Lothar Klütz (Bost)
Fortsetzung: Oldtimer einmal anders gesehen
Für einen Moment sei an dieser Stelle daran gedacht, dass Forscher auf dem Gebiet der Technik ihre Motivation meist in der Fragestellung finden: Wie kann man unter Einsatz unseres Einsichtsvermögens Hilfsmittel schaffen, die dem Menschen mehr zu leisten erlauben, als die Natur uns ohne Technik ermöglicht. Zu allen Zeiten - insbesondere bei der Entwicklung der Atomtechnik - hat es aber auch Forscher gegeben, die nach erfolgreicher Entdeckung mit der quälenden Gewissensfrage lebten, ob ihre Erfindung angesichts der für Menschen gefährlichen Eigenschaften ihrer Einsichten überhaupt bekannt gegeben werden dürfen.
Wer dann später die Erfindungen benutzt, der hat oftmals ganz andere Interessen als die es sind, die die Forscher beflügelt haben. Auf der ersten Seite dieser Oldtimerbetrachtungen wurde besonders hervorgehoben, dass das Aussehen der Personenautos bis ca. 1930 davon geprägt war, dass das gesellschaftliche Ansehen des Besitzers ein Rolle spielte. Unterschwellig wirkten aber schon zwei andere Motive mit, die die Entwicklung der Automobile mit beeinflussten: Machtstreben und Geschwindigkeitsrausch. Machtstreben: Immer schon versuchten Staatsführer, die Technik in den Dienst der Staatsmacht zu stellen. Schon im ersten Weltkrieg versuchte man Soldatentransporter, Lastwagen, gepanzerte Fahrzeuge, Jagdflieger etc. zu bauen. Bei diesen kam es nicht auf Schönheit, sondern auf Zweckmäßigkeit an.
In Deutschland machte sich diese Entwicklung der "Ernüchterung" spätestens 1933 mit dem Beginn des Hitlerreiches bemerkbar: Die Berliner Avus und der Nürburgring in der Eifel wurden für Autorennen gebaut und Hitler ließ in Deutschland die ersten Autobahnen bauen - nicht wegen eines starken Autoverkehrs, sondern in der Vorplanung möglichst schneller Truppenverlegungen an verschiedene Kriegsfronten...: Machtmotive. Die Autos (der Name ist die Kurzform von Automobil = Selbstbeweger) trugen der Ernüchterung zunehmend Rechnung.
Das wurden dementsprechend die deutschen "Staatskarossen":
Das wurden dementsprechend die deutschen "Staatskarossen":
Wer jedoch auf Geschwindigkeit bei möglichst geringer Motorkraft aus war, der musst sich mit den damals bekannten Gesetzen der Aerodynamik arrangieren. Das tat zunächst Porsche. Und dann sollte es einen Wagen fürs Volk geben: den Volkswagen:
Krefeld, den 14.7.2009




