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Nun hat es auch die Gemeinde der Nicht-Windows-Nutzer allmählich erwischt: die täglichen Updates für ihre großen und kleinen Rechner. Waren sie anfangs auf der Seite derer, die müde über die Produkte aus Bill Gates' Softwareschmiede lächelten, so gehören die kleinen Programmkorrekturen mittlerweile unverzichtbar auch zu ihrem Tagesprogramm.Ständig werden neue Sicherheitslücken und Mängel in den für den Betrieb eines modernen Rechners erforderlichen Softwarepakten entdeckt, die dieses Verfahren notwendig machen – sagen jedenfalls die Softwarehersteller und Unternehmen, die sich mit der Sicherheit im Internet befassen. Für Letzteres stellt das Entdecken eines Mangels einen gewissen Werbeeffekt und damit auch eine erhoffte Umsatzsteigerung dar. Und Leuten, die an der Entwicklung der Betriebssysteme und Programme beteiligt sind, bescheren solche Lücken zusätzlich Arbeit.
Aus guten Grund installieren seriöse ID-Administratoren daher auf den ihnen anvertrauten Rechnern nicht sofort alle neuen Programme und Patches, sondern testen sie erst auf ihr Kompatibilität zu den schon verwendeten Hard- und Softwarekomponenten. Viele Nutzer sind mit so einer Vorgehensweise verständlicherweise überfordert und haben obendrein die Übersicht, welches Updates was reparieren soll, längst verloren. Überdies wird ihre genaue Bestimmung oft genug nur nebulös oder gar nicht beschrieben.
Zwar lassen sich Sicherheitslecks und Fehlfunktionen bei den immer komplexeren Programmen nicht völlig vermeiden – bei weniger Zeitdruck wären aber sorgfältigere Tests vor den Veröffentlichungen möglich, sodass die Käufer nicht als Beta-Tester herhalten müssten. Denn gerade diese Tests machen ja auch die Hacker bei ihrer Suche nach Angriffspunkten! Wird eine Sicherheitslücke dann noch auf dem einen oder andren Weg öffentlich, ruft sie weitere „Böse“ die Entwicklung von Vieren, Trojanern und anderem genanntem elektronischem Ungeziefer auf den Plan. Also tut der Nutzer gut daran, die Lücken, wenn auch mit dem Restrisiko eines partiell verschlimmbessernden Sicherheitspatches, schnellstmöglich mit den von den Herstellern angebotenen Mitteln zu schließen. Bei Funktionspatches mag man es anders sehen.
Völligen Schutz vor Angriffen bieten Patches, Firewalls und Vierenschutzprogramme nicht, denn gerade Letztere können nur zeitlich verzögert dem Auftauchen neuer Schädlinge hinterhereilen. Und oft genug sitzt ja die Ursache für einen Viren- oder Trojanerbefall vor dem Bildschirm und bedient Tastatur und Maus: der Anwender selbst. Also klicken Sie nicht gleich auf jeden noch so verlockenden E-Mail-Anhang, laden sich nicht die zum Betrachten einer Webseite anscheinend erforderliche Software herunter oder verzichten auf die Installation des viel gepriesenen Superprogramms aus undurchsichtigen Quellen, das nun endlich alle anderen, ähnlich gelagerten Programme überflüssig machen soll: dann bleibt Ihnen so manches Fiasko erspart. Überlegtes Handeln, sich nicht verleiten lassen – das allein hält schon viele Angreifer auf Distanz.
Aus Funkamatuer 09/06
