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Der Apotheker rät
Herbstzeit ist Erkältungszeit!
Jeder denkt sofort an die Grippe, wenn es Herbst wird. Aber zunächst erwischt es einen wahrscheinlich mit einer saftigen Erkältung bevor es ab Anfang Dezember mit den wirklichen Grippeerregern losgeht. Deshalb ist es um so wichtiger, sich jetzt zu schützen bevor es richtig losgeht!Ob Sie tatsächlich eine Grippe oder nur eine Erkältung erwischt hat, merken Sie an den typischen Symptomen. Die Beschwerden (Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen und Fieber) sind zu Beginn der Erkrankungen ähnlich, sie unterscheiden sich aber vor allem hinsichtlich der Schwere der Symptome und des Verlaufs. Während eine Erkältung eher harmlos ist, können Grippeviren gefährlich, für bestimmte Risikogruppen unter Umständen sogar lebensgefährlich sein.
Rechtzeitig impfen lassen
Je früher man sich impfen lässt, desto besser. Denn der Impfschutz beginnt frühestens eine Woche nach der Impfung zu wirken, und erst nach etwa zwei Wochen ist er voll ausgeprägt. Da in den vergangenen Jahren die Grippewelle in Deutschland immer erst deutlich nach der Jahreswende begonnen hat, ist man mit einer Impfung in den Monaten Oktober und November auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Im Falle einer drohenden Grippewelle ist eine Impfung aber auch noch später möglich und sinnvoll.
Wichtig zu wissen: Die in Deutschland erhältlichen Influenzaimpfstoffe sind ab dem fünften Lebensmonat zugelassen, also auch für Säuglinge.
Alternativen zur Impfung: Neben den Befürwortern der Impfung gibt es auch Kritiker. Sie warnen davor, dass die Impfung zwar schütze, im Gegenzug aber die körpereigenen Abwehrkräfte verringere. Wer eine stabile Gesundheit habe, solle deshalb abwägen, ob er zur Vorsorge nicht besser sein Immunsystem stärkt.
Eine Grippeimpfung kann vor einer Reihe von schweren Komplikationen schützen, wie beispielsweise Lungenentzündungen oder Erkrankungen des Herzmuskels bzw. des Gehirns. Je mehr Menschen geschützt sind, desto geringer ist die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Grippe in der Bevölkerung. Aufgrund der allgemeinen Impfträgheit erkrankten in Deutschland in den vergangenen Jahren vier bis fünf Millionen Menschen in den Wintermonaten an einer Virusgrippe.
Impfung jedes Jahr auffrischen. Übrigens: Je häufiger man sich impfen lässt, desto besser ist man insgesamt geschützt.
Wer sich für eine Grippeschutzimpfung entscheidet, sollte bedenken, dass er sich jedes Jahr erneut impfen lassen muss. Aufgrund der schnellen Mutation des Grippe-Erregers werden jedes Jahr die Grippeimpfstoffe nur für die jeweils aktuellen Influenza-Viren hergestellt. Wissen sollte man, dass eine Schutzimpfung nicht jeden vor einer Grippe bewahren kann, diese aber auf jeden Fall schneller wieder abklingt. Sonst gesunde Menschen sind durch die Impfung bis zu 90 Prozent vor einer Erkrankung geschützt.
Welche Gruppen sollten nicht verzichten
Bestimmte Risikogruppen sollten nach den Empfehlungen der WHO und des Robert-Koch-Instituts auf eine Impfung nicht verzichten. Dazu gehören:
- Menschen über 60 Jahre
- Erwachsene und Kinder mit schweren Grunderkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Immunstörungen, Zuckerkrankheit)
- Personen, die berufsbedingt einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind, z.B. Mitarbeiter in Krankenhäusern, Altenheimen, Arztpraxen
- Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel oder Wildvögeln
Wer zahlt die Impfung?
Anspruch auf eine Grippeschutzimpfung haben grundsätzlich alle Versicherten ab 60 Jahren. Außerdem Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung wegen eines Grundleidens, zum Beispiel einer chronischen Erkrankung. Eine Nachfrage bei der Krankenkasse lohnt sich aber auch für alle anderen Versicherten. Außerdem übernehmen auch viele Arbeitgeber die Kosten der Grippeschutzimpfung.
Nutzen Sie die Gelegenheit und bleiben Sie noch länger gesund!
Ihr Dr. Christoph Läer

