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Duo-Tanz zur "Winterreise" von Schubert, Emanuel Gat (auch Choreografie) und Roy Assaf, Israel. © Pressefoto des Tanztheater international, Flashkes, nicht frei verfügbar

TANZtheater INTERNATIONAL 2006 Hannover und Braunschweig

Auch in diesem Jahr findet zum ausklingenden Sommer wieder das Tanztheater International in Hannover und Braunschweig statt.
Diesmal heißt das Motto „Dreh dich!“, was ja bei einem Tanzfestival nicht sonderlich vielsagend ist - andererseits: Wie soll man eine solche Vielfalt anders thematisch zusammenbinden?
Einen roten Faden gibt es allerdings: den der Neuinterpretation klassischer Ballette oder Musiken (was wiederum die Förderung der Kulturstiftung des Bundes begründet).

Wenn ich mich an die wunderbaren oder packenden Erlebnisse in anderen Jahren erinnere, kann ich nur den Besuch einiger Veranstaltungen wärmstens empfehlen.

Nach sorgfältigem Studium der schmalen Programmbroschüre, die wieder an den verschiedensten Kulturplätzen und Vorverkaufsstellen ausliegt (Vorverkauf im Künstlerhaus, Sophienstr. 2) habe ich zwei Beispiele herausgegriffen, die ich hier hervorheben möchte. Diese werde ich auch unter "Veranstaltungen" einsetzen.

(1) Samstag, 2. September, 21 Uhr, ballhofeins, Hannover:
An diesem Abend finden vier Aufführungen von Künstlern aus Frankreich und Israel statt, im Solo und im Duo, hauptsächlich nach der Musik von Franz Schubert und Johann Sebastian Bach.

Zuerst tanzt Abou Lagraa nach eigener Choreografie das Solo „Ou Transe“ nach einer Musik von Aldéa/Chiossone.
Das Solo „Das Mädchen und der Tod“ nach der Musik von Franz Schubert in der Fassung Gustav Mahlers lässt derselbe Choreograf von einer seiner besten Tänzerinnen: Séverine Allarousse, ausführen.

Es folgen zwei Duos der beiden israelischen Tänzer Emanuel Gat und Roy Assaf.
Das eine folgt einigen Liedern aus der „Winterreise“ von Franz Schubert (Bild oben), Choreografie Emanuel Gat. Beim zweiten Stück ist Roy Assaf der Choreograf - Titel: "we came for the wings, stayed‚ cause we couldn’t fly" nach zwei- und dreistimmigen Inventionen von Johann Sebastian Bach.

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14 TänzerInnen vorwiegend aus Afrika interpretieren Strawinskys "Sacre du Printemps" nach der Choreografie von Heddy Maalem, Frankreich

© Pressefoto des Tanztheater international, Patrick Fabre.


(2) Freitag, 8. September, 20 Uhr, Orangerie Herrenhausen, Hannover (wird am folgenden Samstag wiederholt):

Diese Tanzaufführung steht völlig im Gegensatz zu der vorher genannten - allein schon durch die Zahl der Tänzer sowie durch die stark rhythmisch geprägte Musik.
„Le Sacre du Printemps“ von Strawinsky interpretieren 14 Tänzer/innen aus den verschiedensten afrikanischen Ländern nach der Choreografie des Franzosen Heddy Maalem, der selbst einen algerischen Vater hatte und eine französische Mutter. Die unterschiedlichen Physiognomien seiner Performer sind Teil des Konzeptes. Auf die schwarze Bühne ist ein weißer Kubus gesetzt, das erinnert an die modernen neutralen Räume von Museen und Galerien. Vor diesem klinischen Weiß können besonders starke Bilder entstehen.

Weitere Einzelheiten sind in meinem Kulturblog in zwei verschiedenen Artikeln beschrieben - deshalb zwei Links, s. hier und dort.

Ergänzung im Oktober:
Ich habe auch noch meine persönlichen Eindrücke (nach Besuch der Vorstellung) zu den beiden hervorgehobenen Aufführungen aufgeschrieben, also einen 3. und 4. Teil angefügt - Teil 3 und Teil 4.

© Text: Dr. Helge Mücke, unter freier Verwendung der Pressetexte;
Bilder: Pressefotos wie angegeben, nicht frei verfügbar


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