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Autor
Doris (dorism)
Vorösterliche Impressionen im Erzgebirge
Es war ein milder und trockener Winter, aber 2 Tage nach Frühlingsanfang hatte es noch einmal richtig geschneit. ImTal und um die Ortschaften war die weiße Pracht schnell dahin, aber in größerer Höhe hatte sich eine geschlossene Schneedecke erhalten und am Fichtelberg war genügend Schnee, um Ski zu fahren. „Aber die Sonne sie duldet nichts Weißes“, wie es bei Goethe im Osterspaziergang heißt und die Schneereste schmolzen zu kleinen Inseln zusammen, bevor sie gänzlich verschwanden. Die Frühlingssonne zauberte uns nun die gelben Huflattichblüten auf die Wiesen. An Bachläufen fanden wir stellenweise schon blühenden Fieberklee und auch das Lungenkraut war vereinzelt zu entdecken. Ein vielstimmiges Vogelkonzert war immer zu hören, der Buchfink schmetterte uns aus allen Ecken des Waldes sein Lied entgegen.-Das Erzgebirge ist bekannt für seine weihnachtlichen Traditionen, aber wir waren überrascht, wie schön und phantasievoll die Häuser und Gärten österlich geschmückt waren. In den Vorgärten erfreuten uns die Frühblüher mit ihrer Farbigkeit und kahle Bäumchen waren mit bunten Eiern geschmückt. In den Stubenfenstern hingen dann die kunstvolleren Eier an Zweigen, daneben standen österliche Holzfiguren. -
Vor Jahrhunderten hatte der Erzreichtum und besonders das Silbervorkommen Reichtum und Wohlstand gebracht. Schon zu dieser Zeit entstanden große Städte, z. B. Annaberg, mit beeindruckenden Kirchen und schönen Bürgerhäusern. Im 19. und 20.Jh siedelten sich die Textilindustrie und der Maschinenbau in diesem Gebiet an. Vor 50 Jahren begann man im Sachsenring Automobilwerk in Zwickau mit dem Bau des „Trabant“, dessen Produktion 1991 eingestellt wurde.-
Eine schöne und interessante Stadt ist auch Schwarzenberg. Auf einer Felsenanhöhe thronen die barocke Stadtkirche und das spätgotische Schloss und erfreuen schon von Weitem den Besucher. Eine weitere Besonderheit ist die „Schwarzenberger Republik“. Der damalige Landkreis blieb zwischen dem 8.5. und 25.6. 1945 von den alliierten Siegermächten unbesetzt. Die unbesetzte Zone Schwarzenberg umfasste 520km² und etwa 50 000 Einwohner. Die Verwaltung wurde von einem »Aktionsausschuss« übernommen, nach dem 4.7.1945 kam der Landkreis Schwarzenberg zur „Sowjetisch-Besetzten-Zone“.-
Eine Woche Urlaub bei herrlichem Frühlingswetter ist viel zu schnell vergangen. Uns hat es in Breitenbrunn im Erzgebirge sehr gut gefallen.

