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Exkursion nach Oranienbaum
Im Schloss Oranienbaum, der kleinen Verwandten des Dessau - Wörlitzer Gartenreiches, ist zur Zeit die Ausstellung "Fürstlich eingerichtet,Gülden Leder und Delffsch Porcellain im Schloss Oranienbaum" zu sehen.Wir haben vor Jahren das Schloss nur von Außen besichtigen können und auch der Schlosspark war damals für uns nicht zugänglich. Deshalb lockte uns die derzeitige Präsentation von Delfter Porzellan und Ledertapeten, um auch die Räumlichkeiten in Augenschein zu nehmen.
Glanzstück ist der restaurierte Ledertapetensaal, einem der wenigen orginal erhaltenen Räume im Schloss aus der Zeit der oraniesch-nassauischen Prinzessin Henriette-Catharina (1637-1708). Erläuternde Tafeln lassen uns verstehen, wie diese Goldtapeten in vielen Ländern Mitteleuropas hergestellt wurden. Sie wurden in Handarbeit, später auch maschinell, über Holzvorlagen gepresst, bemalt und versilbert. Der Goldglanz entstand durch Übermalen der silbernen Flächen.-
Eine weitere Überraschung erwartet uns im Untergeschoss im sogenannten Sommerspeisesaal. Dort sind auf blau-weißen holländischen Fliesen, den „Delfter Kacheln“, biblische Motive dargestellt. Auch diesen Raum hat die Bauherrin Henriette Catharina Ende des 17. Jahrhunderts im wesentlichen so geschaffen. Füst Franz, ein Nachfahre der Fürstin, bescherte mit seiner Vorliebe für Chinesisches in Oranienbaum Räume mit exotisch bemalten Tapeten.
Einige Fenster des Schlosses geben den Blick frei auf die weitläufige Parkanlage. Durch Bebauung im 20.Jh. gingen Teile davon verloren. Die barocke Gestaltung des Gartens wurde schon im 18.Jh. aufgegeben. Ein Springbrunnen belebt den Park, und Palmen und Orangenbäume schmücken die mit Hecken umgebenen Rasenflächen.
Die klassizistische Orangerie am Südrand der Anlage ermöglicht eine wiederbelebte Orangenzucht.
Der einzigartige Chinesische Garten mit Pagode, Gartenhaus, Wasserläufen und Brücken ist noch fast unverändert erhalten und von großer Bedeutung in Mitteleuropa. Er wurde von Fürst Franz von Anhalt - Dessau Ende des 18.Jh. angelegt.
Auf weitere restaurierte Räume und interessante Ausstellungen sind wir schon gespannt.


