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Eine Reise in den Odenwald und ins Neckartal.

Auf den Spuren der Römer, Burgunder und Staufer

„Deutschland ist ein tolles Land“ ging es mir immer wieder durch den Sinn, wenn wir zur Erkundung dieser Landschaft unterwegs waren. Unsere Ferienwohnung befand sich in Waldbrunn und häufig hatten wir den nahegelegenen Katzenbuckel im Blick, einen ehemaligen Vulkan, der sich mit 626m Höhe deutlich von der Umgebung abhebt. Ende September, die Sonne verwöhnte uns mit ihren letzten wärmenden Strahlen, und die dort vorherrschenden Laubwälder hatten das ganze Farbspektrum eingefangen. Das Rot und Gold der Laubbäume wurde noch intensiver durch dunkles Grün einzelner Fichten und Kiefern. Und wenn dann noch die Nebelschwaden aus dem Neckartal hochstiegen war die zauberhafte Stimmung perfekt.


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Idyllisch muten die Orte am Neckar und seiner Seitentäler an. Fachwerk vom Feinsten sahen wir in Mosbach und Michelstadt. In Eberbach verlebten die Eltern der berühmten Queen Victoria glückliche Tage und nur dort kann man die echte „Viktoria-Torte“ probieren. An der Stadtmauer und den gut erhaltenen Türmen wächst wilder Wein und belebt mit Rottönen das alte Gemäuer. Es hat sich auch gelohnt zur Burgruine Eberbach hochzusteigen, unerwartet groß ist das ehemalige Burggelände.

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Bad Wimpfen stand auch auf meinem Wunschzettel. Wir besuchten es am Tag „Der Deutschen Einheit“ und wurden von den Turmbläsern überrascht, welche die Nationalhymne vom Blauem Turm zu Gehör brachten. Die steinernen Zeugnisse der Stauferzeit sind in Bad Wimpfen beeindruckend, der Baubeginn der Kaiserpfalz geht auf Friedrich I. Barbarossa im Jahr 1182 zurück. Als Kontrastprogramm wollten wir das Glücksschweinmuseum nicht versäumen. Mit einem Artikel von Thomas Olivier machte uns die Mitteldeutsche Zeitung darauf aufmerksam: Zitat “Der weltgrößte Saustall ist in Bad Wimpfen zu finden. Im Schweinemuseum unweit Heilbronns hat Erika Wilhelmer eine Riesenrotte saustark inszeniert“. Tatsächlich fanden wir mehr Schweinereien vor, als man sich vorstellen kann, das Museum platzt aus allen Nähten.

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In Walldürn besichtigten wir die schöne Wallfahrtsbasilika zum "Heiligen Blut" und wanderten auf dem Limes-Lehrpfad.
Bei der Fahrt durch das Neckartal grüßt von jedem Felsvorsprung eine Burg, Burgruine oder Schloss. Wir waren in Hirschhorn, haben in Neckarsteinach von dem Nibelungenlied gehört, sind im begehbaren Brunnenschacht der Feste Dilsbach gewesen und haben die Minneburg erwandert. Während stromabwärts Mischwälder die Hänge des Neckars bedecken, wird stromaufwärts das Tal breiter und es wird Wein angebaut.


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Für Heidelberg, der Perle des Neckartals, hatten wir auch einen Tag eingeplant.
Eine Führung brachte uns die imposante Schlossruine näher. Erst vor Ort wurde uns klar, welche große Bedeutung Heidelbergs Kurfürsten in Europa hatten. Da sind viele Fragen offen geblieben, die wir nachträglich noch vertiefen sollten. Den besten Blick auf das gesamte Schloss hat man von der Karl-Theodor-Brücke.
Ein Abstecher führte uns an den nahen Main nach Miltenberg, die Altstadt ist eine Augenweide. Sehenswert waren der historische Marktplatz, das mittelalterliche Rathaus und der „Riesen“, vermutlich Deutschlands älteste Fürstenherberge.

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In Amorbach hatten wir Gelegenheit in der ehemaligen Abteikirche bei einer Führung ein Orgelkonzert auf der berühmten Barockorgel zu hören. Das war ein Ohren- und Augenschmaus zugleich, denn die Kirche ist in den üppigen Farben und Formen des Rokoko ausgestattet. Von der ehemaligen Klosteranlage konnten wir den Festsaal und die Bibliothek aus dem 18.Jh. besichtigen. Die Fürstlich Leiningensche Abtei Amorbach ist seit 200 Jahren in Privatbesitz.
Farbe erhielt die Region nicht nur durch den buntgefärbten Wald, die letzten Sommerblumen und Kürbisse in den Vorgärten und die mittelalterlichen Fachwerkhäuser, sondern auch von vielen Gebäuden, die in dem schönen dunkelroten Buntsandstein errichtet worden sind.
Drei Wochen reichten nicht aus, um alle Kostbarkeiten, die dort die Natur und Kunst parat haben, zu erkunden.


Autor

Doris (dorism)

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