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Frauen (im) Zimmer - Ein visueller Stadtrundgang
Zu der Veranstaltung hatten das Stadtmuseum und der Courage e.V. Halle eingeladen.Von der Regionalgruppe nahmen Jusl und Dorism teil, Heligo war wegen Krankheit verhindert, wir wünschen ihr aber an dieser Stelle gute Besserung.
Unser Rundgang begann mit ein paar Dias vom Markt und dann wurden wir visuell in die Rathausstraße geführt. Dort hörten wir von Therese Albertine Luise von Jakob(1797-1870), die mit ihren Eltern nach Russland reiste und später mit ihrem Mann in Amerika gelebt hat. Sie war schriftstellerisch tätig, lernte Sprachen und hatte Kontakt zu Goethe und anderen Größen dieser Zeit.
Eine Gruft im Stadtgottesacker ist die Ruhestätte von Felicitas von Selmenitz, einer berühmten Hallenserin zu Zeiten der Renaissance. Sie war sehr zeitig zum protestantischen Glauben übergetreten und lernte Lesen und Schreiben. Ihre Bücher vererbte sie der Marienbibliothek. Als sie von Kardinal Albrecht aus Halle vertrieben wurde, lebte sie auch im Hause Luthers in Wittenberg.
Dr. phil. Agnes Gosche begegnen wir in der Nähe des Hallmarkts an der Gutjahrschule. Sie war die Tochter des Orientalisten und Literaturwissenschaftlers Prof. Dr. Richard Gosche und lebte von 1857-1928 . Sie war eine ausgebildete Lehrerin und hatte in Zürich erfolgreich promoviert. In Halle setzte sie sich für die berufliche Bildung von Frauen ein.
Dorothea Erxleben war in der Praxis ihres Vaters zur Ärztin ausgebildet worden, aber erst 1754 bekam sie die Möglichkeit als erste Frau an der halleschen Universität zur Promotion.
Die erste ausländische Studentin, Ethel Blume, hat vor etwa 110Jahren die Hallesche Medizinische Fakultät der Universität besucht. Später erlangte Ethel Blume in Leipzig die Doktorwürde und arbeitete als Ärztin an verschiedenen Krankenhäusern. Sie selbst berichtet uns, welche Schwierigkeiten ihr in den Weg gelegt wurden. Sie musste von den Professoren Einzelunterricht bekommen, da die männlichen Kommilitonen ein gemeinsames Studium ablehnten.
In der Nähe des Stadttheaters und später im Charlottenviertel verlebte Anselma Heine (1855-1930) ihre Kindheit und die Jugendjahre. Sie berichtet uns von ihren Erlebnissen mit den Professorenkollegen ihres Vaters. Der Vater von Agnes Gosche hat sie bei ihrem schriftstellerischen Schaffen am meisten beeinflusst. Sie veröffentlichte ihre Bücher unter einem Pseudonym ( Anselm Heine). Später lebte sie in Berlin, dort hatte sie Kontakte zur Kunst- und Literaturszene.
Die Kanzlerin Niemeyer (1769-1847)versteht es uns sehr lebhaft ihr Leben an der Seite des bekannten Leiters der Franckeschen Stiftungen und späteren Prorektors der Universität zu schildern. Ihre Mittwochsgesellschaften sind zu dieser Zeit der Treffpunkt der gebildeten Bürger Halles. Während der französischen Besatzung (1807) wird ihr Mann als Geisel nach Frankreich gebracht, kehrt aber im Oktober des gleichen Jahres wieder zurück.
An die Malerin Karoline Bardua erinnert eine Plakette am Kleinen Berlin. Während ihres Aufenthalts in Halle (1816-1817) hat sie dort gelebt und mit Porträtmalerei den Unterhalt für sich und ihre Familie verdient.
Wir haben eine vergnügliche Zeitreise durch die Jahrhunderte unternommen und sind gespannt auf die angekündigten Kamingespräche des Courage e.V. und des Stadtmuseums.
21.02.2009

