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Diese Seite unterstützt die Aufklärungskampagne „Rheinland-Pfalz gegen den Schlaganfall“. Nur wer die Symptome eines Schlaganfalls kennt, wird im Ernstfall richtig handeln.

Die Inhalte der jeweiligen Berichte und Beiträge werden von
den teilnehmenden Mitgliedern erstellt, die hierfür ausschließlich verantwortlich sind. Boehringer Ingelheim nimmt inhaltlich keinen Einfluss auf die Beiträge der Mitglieder.


Mann im Fitnesstudio, © Robert Kneschke - Fotolia.com

Schlaganfall - Erfahrungsberichte von Feierabend-Mitgliedern

Ein Schlaganfall kann das Leben eines Menschen im wahrsten Sinne des Wortes „schlagartig" völlig verändern. Die Folgen eines Schlaganfalls sind die mit Abstand häufigste Ursache einer dauerhaften körperlichen Behinderung im Erwachsenenalter. Wenn Symptome eines Schlaganfalls auftreten, muss sofort gehandelt werden: Notruf 112! Denn Zeit ist Hirn!

Wir haben die Feierabend-Mitglieder gefragt: Hast Du eigene Erfahrungen gemacht, dass schnelle Hilfe bei Schlaganfall Schlimmeres mit vermieden hat? Hier findest Du die spannenden Erfahrungsberichte.

Zwei Schlaganfälle

Morgens beim Zähneputzen bemerkte ich, dass meine Lippe schief nach unten hing. Ich weckte meine Frau, die gleichzeitig mit dem Satz: "Du hast einen Schlaganfall" 112 am Telefon wählte. Eine halbe Stunde später war ich im Krankenhaus.
Nur weil meine Frau so schnell reagiert hatte, konnte ich nach 3 Wochen aus dem Krankenhaus mit leichten Sprach- und Schluckstörungen entlassen werden.
Unmittelbar nach dem Krankenhaus Aufenthalt kam ich zur REHA an die Ostsee. In der 3. Woche der REHA hatte ich montags um 9:00 Uhr eine Logopäden-Behandlung. Ich klagte gegenüber der Logopädin über extreme Müdigkeit und Schlappheit, die jedoch keine Beachtung fand. Nach der Behandlung bei der Logopädin ging ich auf mein Zimmer und legte mich aufs Bett. Den Behandlungstermin um 11:00 Uhr habe dann verschlafen. Beim Mittagessen konnte ich nicht richtig kauen und schlucken. Auch den 15:00-Uhr-Behandlungstermin habe ich wegen Müdigkeit nicht wahrgenommen. Wie jeden Tag, so rief mich meine Frau auch an diesem Abend so gegen 18:00 Uhr an. "Ich kann dich kaum verstehen, du hast wieder einen Schlaganfall, du musst sofort zu den Schwestern gehen" - war ihre Reaktion.
Von Hamburg aus wollte meine Frau in dem Klinikum an der Ostsee anrufen, aber dort lief nur ein Anrufbeantworter. Auch die örtliche Polizeistation war nicht erreichbar, um diese Uhrzeit war sie nicht mehr besetzt und auch dort lief nur ein AB. Im Klinikum organisierten die Schwestern einen Krankentransport, der mich ins 48 km entfernte Krankenhaus brachte, wo mich um 21:30 Uhr - ca. 12 Stunden nach dem erlittenen Schlaganfall - ein Arzt untersuchte. Ich konnte nicht mehr sprechen, konnte keine Nahrung und auch keine Flüssigkeiten zu mir nehmen. Zweimal hat eine Schwester vergeblich versucht mir eine Nasensonde zu legen, diese fiel jedoch immer wieder heraus. So stellte man mir morgens einen Becher Götterspeise auf den Nachttisch, von dem ich tagsüber einige Löffel lutschte. Die desinteressierte ärztliche Betreuung war katastrophal.
Da ausschließlich die tägliche Versorgung mit Götterspeise in wechselnden Farben klappte, erklärte sich nach vielen Telefonaten meiner Frau mit diversen Hamburger Krankenhäusern das Krankenhaus Eilbek zu einem Transport von Schleswig und zu einer weiteren Patientenübernahme bereit. Dort wurde sofort eine Videoschluckuntersuchung gemacht, mit dem Ergebnis das mir eine Magensonde gelegt wurde, und ich konstant mit Sonderkost versorgt werden konnte. Nach vier Wochen bester Pflege - ich konnte sogar mein Gewicht ein wenig erhöhen - wurde ich dann noch in der Tages-REHA eines Krankenhauses vier Wochen lang auf ein normales Leben nach dem Schlaganfall vorbereitet.
FAZIT: Je schneller ein Schlaganfall erkannt- und behandelt wird, um so geringer sind die bleibenden Schäden.
Genauso habe ich es doch am eigenen Leib erlebt. Wäre dem Pflegepersonal in der REHA an der Ostsee nur mal aufgefallen: "Nanu, wieso und warum erscheint der Patient nicht zu seinen Behandlungen?" - mein 2. Schlaganfall hätte nach wenigen Stunden, und nicht erst nach 12 Stunden - ärztlich behandelt werden können. Nur weil das Pflegepersonal seine Arbeit unverantwortlich schlecht gemacht hat, leide ich seit 5 Jahren unter Schluckbeschwerden, was dazu geführt hat, dass mein Körpergewicht bei einer Körpergröße von 174 cm auf 62 kg gesunken ist.

Autor

Axel (Oldenfelde)

Training, Training und nochmals Training

Anfang Juli 2007, am späten Abend, hat es bei mir eingeschlagen. Um 19:30 Uhr war ich ins Bett gegangen, um ca. 22:00 Uhr musste ich zur Toilette - und da war es schon passiert. Weil es nur ein kleiner Schlag war, wie mir später mal mitgeteilt wurde, konnte ich rechts das Bein noch hinter mir herziehen, ebenso den Arm und mich mit links festhalten.
Meine Frau hat mich dann ins Krankenhaus gefahren. In der Notaufnahme durfte ich dann, da kein Blut spritze, ca. drei Stunden warten bis sich jemand um mich kümmerte. Dann gab es einen Kollegendisput. Ergebnis: Es wird wohl ein Schlaganfall sein. Was nun? So etwas behandeln wir hier nicht.
Der eine Arzt meinte, morgen sollte ich mich mal in Heidelberg vorstellen. Der andere war der Meinung, gleich nach Heidelberg. Es war ein ganz netter Arzt, er rief sogar in der Kopfklinik Heidelberg an und hat meine Frau und mich angemeldet. Siehe da, in Heidelberg wurde die Vielleicht-Diagnose bestätigt. Ich hatte also Glück gehabt, einem Arzt mit einer gewissen Menge Durchblick in die Hände gefallen zu sein.

Mit 58 Jahren bin ich in Altersteilzeitarbeit gegangen und mit 60 war es dann so weit. Das lustige Rentnerleben begann, unter anderem mit dem Eintritt in einen Sportverein. Damit war wohl der Grundstein gelegt, den Schlaganfall, der dann sieben Jahre später kam, in der folgenden Zeit bis auf einen Rest von ca. 15 - 20 % in den Griff zu bekommen. Im Krankenhaus in Heidelberg ging es gleich am nächsten Nachmittag mit der Physiotherapie los. Am nächsten Tag hatte ich mein Problem realisiert und mich dagegen mobilisiert. Training, Training und nochmals Training mit Zähneknirschen und Heulen. Nach sieben Tagen ging es ab in die Reha, sehr, sehr langsam, aber schon auf eigenen Beinen.

In der Reha-Klinik angekommen, startete ich mein Aktivprogramm. Wohl dank der sportlichen Vorbildung und der Eigeninitiative hat sich alles recht gut entwickelt (die Reha-Maßnahmen alleine hätten es nicht gebracht, wie mir später mitgeteilt wurde). Hilfe und Unterstützung kam, bis auf die Reha, nur spärlich. Von der Krankenkasse kann man nichts automatisch erwarten. Um Infos und Hilfe bemüht man sich am besten durch zähes Nachfragen selbst, nur dann hat man Erfolg.

In der Reha war viel die Rede über die Vorzeichen. Mir war nichts Gravierendes aufgefallen. Später auf meinen MRT-Bildern zeigte mir ein Arzt, dass ich schon drei Minischläge hinter mir hatte. Inzwischen sind fast fünf Jahre vergangen und das Schreckgespenst eines erneuten Schlaganfalls ist zurückgetreten, aber es ist schon ein prägnanter Einschnitt ins Leben. Auch heute noch beschäftigen mich die Fragen, was, wie und wo kann ich noch etwas an meinem Zustand verbessern und womit muss ich mich ggf. endgültig abfinden.

Autor

Udo (ufoh)

Lob für schnelles Handeln

September 2009 - Meine Frau war bei der Tochter, die einige Straßen weiter wohnte. Gegen 18 Uhr brachte der Enkelsohn sie und sagte, die Oma ist so komisch auf einmal, wir wissen nicht, was wir machen sollen. Dann ging er wieder. Ich sah sie an und fragte, ob sie Alkohol getrunken hat, weil sie undeutlich und ganz verwirrt sprach, auch der eine Mundwinkel war etwas herunter gezogen. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, was das bedeutete und bekam große Angst. Ich habe sie ins Auto gesetzt und bin ins Bad Säckinger Krankenhaus zur Notaufnahme gefahren. Dort war viel Betrieb. Eine junge Schwester sah uns kommen und wusste sofort Bescheid. Sie rief: „Frau Doktor, Frau Doktor, schnell schnell“, rannte los und brachte ein Krankenbett. Die Ärztin kam und schon hing meine Frau am Tropf. Alle Achtung! Die Ärztin sagte mir, dass meine Frau einen Schlaganfall hat. CT, Lunge röntgen u.a. Untersuchungen kommen jetzt.
Dann abends um 22 Uhr haben sie mit Glück noch einen Professor der Uniklinik Freiburg erreicht und eine Videoschaltung nach Freiburg gemacht. Wir sahen den Professor und er sah meine Frau. „Wie heißen Sie denn mit Vornamen? Sonja, gut, jetzt heben Sie mal das linke Bein, sehr gut, und jetzt heben Sie den rechten Arm. Auch sehr gut . Wir brauchen Sie also nicht mit dem Heli abholen.“ Da sagt meine Frau „Da wäre ich sowieso nicht eingestiegen!“ Der Professor lacht laut: „Mensch, die ist ja schon wieder ziemlich fit! Bedanken Sie sich bei Ihrem Mann.“ Ich sagte noch, das Lob muss ich an die Ärztin und die Schwester weitergeben. Die hatten mich nämlich auch gelobt, weil ich so schnell gehandelt hatte.
So war das damals... Meine Frau musste noch eine Woche im Krankenhaus bleiben. Es sind keine sichtbaren Schäden geblieben. Die Psyche hat sich bei ihr etwas verändert, indem sie etwas ängstlicher geworden ist bei irgendwelchen nichtigen Anzeichen.

Autor

Karlheinz (Hafermaus)

Falsche Erstversorgung

Mein Mann erlitt im August 2010 während des Duschens einen Schlaganfall. Er war allein im Haus, weil ich weit weg von ihm meine 92-jährige Mutter betreute. Man spürt aber, wenn es dem Partner nicht gut geht. Aus so einem Gefühl heraus und weil mein Mann nicht ans Telefon ging, meldete ich mich bei in der Nähe wohnenden Freunden, die aber von außen nichts Außergewöhnliches feststellen konnten, er hatte z. B. wie immer morgens die Fenster geöffnet.
Meine Unruhe war aber so groß, dass ich mich an die in der Nähe untergebrachte Polizei wandte, die sofort handelte. Um ca. 13:30 Uhr hatte der Notarzt meinen Mann geborgen und ins Krankenhaus gebracht. Nachdem ich per Telefon informiert worden war, war ich sofort von Südbayern nach NRW mit der Bahn unterwegs. Das Krankenhaus hatte, trotz dringendem Verdacht auf einen Schlaganfall, anscheinend nichts unternommen. Gegen 22:00 Uhr wurde mein Mann mit dem Hubschrauber nach Göttingen verbracht. Dort wurde er sofort am Kopf operiert, er bekam Sonden angelegt, die das Blut ableiteten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir alle, meine drei Kinder und ich aus Rosenheim, Nürnberg, Hamburg und Essen, angereist.
Wir haben dann um das Leben meines Mannes gekämpft, ihn immer wieder angesprochen, ihn berührt, massiert. Er begann blind zu schreiben, wenn wir ihm einen Schreibblock vorlegten. So konnte er also seine Wünsche äußern und sich für unsere Fürsorge bedanken. Einige Funktionen kamen wieder zurück, und zusehends wurde er im Kopf wieder klarer, konnte sich genau an den Vorfall erinnern. Die Therapie in Göttingen war hervorragend, aber das Versäumte im Aufnahmekrankenhaus ließ sich nicht mehr aufholen. Eine Reha brachen wir ab, um ihn in ein besseres Rehazentrum in Köln zu verlegen. Auch dort wurde er sehr gut versorgt. Austherapiert folgte im Frühjahr die Verlegung in ein Seniorenheim, wo die Krankengymnastik und Ergotherapie weiter stattfand.
Leider war alles umsonst. Die Schädigungen nach der falschen Erstversorgung im Krankenhaus kostete sein Leben. Er starb am 17.07.2011.

Autor

Helga-Christina (Poesie41)

Mein persönlicher „Schlag“

Es war der 4. April 2007, ein Tag nach dem Geburtstag unseres Sohnes. Bis gegen 15:00 Uhr war es ein normaler Arbeitstag mit entsprechend viel „Action". Ich rief meine Frau zu Hause an, um noch etwas zu besprechen. Im Laufe der Unterhaltung wurde mir ein wenig unwohl und ich verabschiedete mich rasch von meiner Frau, um an die frische Luft zu gehen. Ich kam aber nur bis zu unserer Neufahrzeug-Ausstellungshalle. Ich bemerkte plötzlich ein Taubheitsgefühl, zunächst im rechten Arm. Es zog sich dann auch durch das rechte Bein und zum Schluss durch die ganze rechte Körperseite. Durch die Kraftlosigkeit bin ich dann in der Halle zusammengebrochen. Mit letzter Energie konnte ich noch an mein Mobiltelefon gelangen, habe einfach eine Nummer gewählt und nur noch sehr unklar und leise um Hilfe gerufen. Zu meinem riesigen Glück hatte ein Rettungssanitäter, der zufällig dort war, meinen Zusammenbruch bemerkt und auch die entsprechenden Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Ich wurde mit einem Rettungswagen direkt in die Stroke Unit gebracht.
Nur schemenhaft kann ich mich an den Weg in das Krankenhaus mit dem Rettungswagen erinnern. Ich bin dann noch so lange bei etwas Bewusstsein geblieben, bis meine Frau dann bei mir war. Dann war erst einmal das „Licht aus". Ich weiß nicht, wie lange ich nicht ansprechbar war, aber immer wenn ich wach war, ist auch meine Frau bei mir gewesen. Das war ein gutes Gefühl. Am fünften Tag auf der Intensivstation habe ich dann noch einen Herzinfarkt verkraften müssen. Somit hatte sich mein Aufenthalt in der Intensiv noch etwas verlängert.
Nach insgesamt zehn Tagen Klinik in Bremen bin ich dann zur Früh-Reha nach Bad Oeynhausen gebracht worden. Dort hat man acht Wochen lang versucht mich wieder auf die Beine zu bringen. Der Erfolg für mich war großartig: ich konnte mich selbstständig in einem Rollstuhl bewegen. Das ist zwar nicht das gewesen, was ich erhofft hatte, aber mir ist dann immer bewusster geworden: Ich lebe noch!
Nach ziemlich genau zwölf Monaten hat mich die Rentenversicherung noch einmal für sechs Wochen in die Reha geschickt, um zu prüfen, ob meine Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt werden kann. Aber das Ergebnis war negativ. Der Satz, der mein Arbeitsleben im Amtsdeutsch beendete hatte, war für mich recht bitter: "Ihre Arbeitskraft hat keinen volkswirtschaftlichen Wert mehr". Daraufhin hat mich die Rentenversicherung dann rückwirkend ab Februar 2008 in die Erwerbsunfähigkeitsrente entlassen.
Und nun übe täglich, auf dass mir doch noch einige Funktionen der rechten Körperseite wiedergegeben werden, die mir doch so plötzlich genommen wurden. Es ist wahrlich kein Vergnügen, wenn man dauernd auf Hilfe angewiesen ist oder nur mit der linken Hand am PC tippen kann. Ich wäre lieber gesund und würde meinem Beruf nachgehen!

Autor

Wolfgang (wesermann)

Mein zweiter Geburtstag

Am 27.03.2007 morgens gegen halb drei ging ich zur Toilette. Nach einer gewissen Zeit fand ich mich zusammengekrümmt auf dem Boden des Raumes wieder. Der Raum ist nur 1,10 m breit, und ich war zwischen Heizkörper und Klobecken eingeklemmt. Es machte etwas Mühe da wieder herauszukommen. Jedoch von diesem Hirnanfall, als sogenannter ischämischer Schlaganfall bekannt, habe ich gar nichts behalten. Mein Tagesablauf an diesem Samstag war ganz normal.
Nach intensiven Untersuchungen stellten die Spezialisten fest, dass ein unwesentlicher Marker sich im Gehirn verschoben hat. Ich muss aber jetzt täglich blutverdünnende Tabletten nehmen, welche ich einigermaßen gut vertrage.
Dieser schicksalhafte Samstag ist für mich so etwas, wie ein zweiter Geburtstag, jedoch mache ich kein Aufheben darum. So etwas hat mit Glück zu tun!

Autor

Jules (JeanPierre)

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