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Der Ginkgo-Baum

Ginkgo-Baum, © makuba - Fotolia.com
Er kann 100 Jahre und noch älter werden, eine Wuchshöhe von 40 Meter (und in Einzelfällen auch mehr) erreichen, und er gilt als „lebendes Fossil“, da er einer ansonsten ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen angehört: der Ginkgo-Baum, wissenschaftlich ginkgo biloba.

Goethe und der Ginkgo

Holländische Seefahrer brachten den Ginkgo im 18. Jahrhundert aus Japan nach Europa, wo er seitdem als Zierbaum angepflanzt wird. Richtig berühmt machte ihn ein Gedicht Goethes, das dieser 1815 schrieb:
Ginkgo biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwey, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn;
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin


Der damals 66 Jahre alte Goethe veröffentlichte dieses Gedicht in seiner Sammlung West-östlicher Diwan und widmete es seiner späten Liebe Marianne von Willemer. In seinen poetischen Zeilen setzte Goethe dem Ginkgoblatt als Sinnbild der Liebe und Freundschaft ein Denkmal.

Symbolik des Ginkgo

Frau entspannt, © Danel - Fotolia.com
In der japanischen und chinesischen Kultur reicht die Symbolik des mächtigen Baumes noch weiter. Dort wird er als Zeichen für Lebenskraft, Fruchtbarkeit, Gesundheit und langes Leben verehrt. Zudem wird er aufgrund seines zweigeteilten Blattes eng mit Yin und Yang in Verbindung gebracht, dem Prinzip also, das als einander entgegengesetzt und dennoch aufeinander bezogen gedacht wird.
Vielleich aufgrund der Symbolik in seinem Herkunftsland, vielleicht auch aufgrund seiner langen Lebensdauer findet sich das Ginkgo-Blatt in Mitteleuropa häufig auch auf Grabsteinen, wo es für ewiges Leben steht.

Medizinische Wirkung

Ginkgo-Blatt, © Dream-Pixel - Fotolia.com
Schon in der Traditionellen Chinesischen Medizin wurden Samen, Wurzeln und Blätter des Baumes genutzt. Im modernen Europa hingegen kommen nur die Blätter zur Anwendung. Spezialextrakte daraus verbessern die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff, fördern die Durchblutung, verbessern die Fließeigenschaften des Bluts und wirken sich positiv auf die Gedächtnisleistung und das Lernvermögen aus.
Besondere Bedeutung bei diesem Prozess haben die Flavonoide. Als Radikalfänger wirken sie dem Alterungsprozess unserer Zellen entgegen. Ginkgo-Präparate enthalten besonders starke Radikalfänger, die unsere Gehirnzellen schützen und stärken.

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