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Mann malt ein Bild (© Simone van den Berg - Fotolia.com)

Alterungsprozesse im Gehirn

Der Alterungsprozess macht vor dem Gehirn nicht halt: Die Hirnrinde wird dünner, die Zahl der Leitungsbahnen im Gehirn nimmt ab, die Synapsen, also die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Nervenzellen, verringern sich. Diese körperlichen Veränderungen wirken sich auch auf die geistige Leistungsfähigkeit aus. Es kommt beispielsweise zu Einschränkungen in der Aufmerksamkeit, Neues wird weniger schnell verarbeitet und das Gedächtnis lässt nach. Doch beeinflussen die Veränderungen im Gehirn auch die körperliche Bewegungsfähigkeiten. So lässt insbesondere die Balance nach und die Bewegungsabläufe insgesamt erfordern deutlich mehr Konzentration.

Nicht nur Verlust, auch Gewinn

Älteres Paar mit Fahrrad, Bild photos.com
Aber nicht nur Verlust prägen den Alterungsprozess des Gehirns: Einige Funktionen, wie die Größe des Wortschatzes, verbessern sich sogar im Alter, denn Allgemeinwissen und Sprachverständnis bleiben im gesunden Gehirn erhalten. Weiterhin zeigen Studien auf, dass ältere Menschen oft zufriedener sind und sich wohler in ihrem Leben fühlen, als das bei jungen Menschen der Fall ist. Das hat viele Ursachen, die noch weitgehend ungeklärt sind. Doch dürfte es damit zusammenhängen, dass die Amygdala, der Mandelkern, der für die emotionalen Prozesse in Gehirn verantwortlich ist, von der Alterung des Gehirns erst später erfasst wird als die für das Denken zuständigen Bereiche. Eine weiter Ursache ist, dass das alternde Gehirn auf angenehme, positive Situationen und Anregungen verhältnismäßig stärker reagiert als auf negative.

4 Tipps für geistiges Wohlbefinden im Alter

Ältere Frau beim Training im Fitnesstudio, photos.com
Die Veränderungen im Gehirn lassen sich nicht aufhalten, doch gibt es viele Wege und Möglichkeiten, auch in späteren Jahren ein gesundes und zu friedenstellendes Leben zu führen. Hier findest Du 5 Tipps, die Dir dabei helfen:
  • Gesundes Herz, normaler Blutdruck, junges Gehirn
    Neuere Studien zeigen, dass ein zu hoher Blutdruck, ein krankes Herz und Kreislaufstörungen das Gehirn schneller altern lassen. So wirkt sich maßvolles körperliches Training (z. B. Aerobic, Nordic Walking) bei körperlich gesunden und älteren Menschen auch auf Hirnfunktionen aus und erhöht z. B. die Aufmerksamkeitsleistungen.

  • Mediterrane Küche fürs Gehirn
    Schon länge ist bekannt, dass in Mittelmeerländern, in denen das Fett in der Nahrung vor allem aus Fisch oder Oliven stammt, Demenzerkrankungen weniger häufig sind. Ähnliches gilt für den begrenzten und regelmäßigen Konsum von Rotwein. Ein kalorienarmes Essen sowie ausreichend Vitamin B6, B12, E und Folsäure können Gedächtnisleistungen verbessern. Die Alterung des Gehirns kann also durch gesundes Essen günstig beeinflusst werden.

  • Fit durch Denken
    Wer lebenslang denkt und geistig aktiv ist, kann dem geistigen Verfall entgegenwirken. Dadurch baut sich möglicherweise ein „Reservepool“ auf, der die biologischen Prozesse eine Zeit lang ausgleicht.
    Aber auch wer im Alter geistig aktiv bleibt, erzielt eine ähnliche Wirkung. Ob neue Fremdsprache, Surfen im Internet, sich mit dem Computer zu beschäftigen oder kulturell zu betätigen – all das macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch die geistigen Fähigkeiten.
    Förderlich ist es auch, ständig neue Wege zu suchen und eingefahrene Gleise zu verlassen, die alltäglichen Dinge einfach mal anders zu handhaben. Sei es, dass man sich die Zähne mit der linken Hand putzt oder am Tisch einen anderen Platz einnimmt, sich ein neues Hobby zulegt oder den Tagesablauf anders plant: neue Sicht- und Verhaltensweisen fördern die geistige Regsamkeit.

  • Zufrieden durch soziales Engagement
    Aktivität fördert auch die emotionale Gesundheit. Wer sich ehrenamtlich engagiert oder zusammen mit anderen Menschen Hobbys ausübt oder Interessen nachgeht, gibt seinem Leben einen Sinn, wirkt Gefühlen der Nutzlosigkeit entgegen und erhält soziale Kontakte. Auch die aktive Pflege familiärer Kontakte hilft.


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