COPD - Chronisch obstruktive Lungenerkrankung:  Alle im Treff Forum

Mach mit bei Feierabend.de!

Finde neue Freunde für Leben, Liebe und Freizeit

Online Sofortkontakt zu 160.000 Gleichgesinnten

Triff nette Menschen „vor Ort“ in 120 Regionalgruppen

Jetzt kostenlos anmelden!


Automatisch einloggen?

Passwort vergessen?
R_gesundheit
Boehringer Ingelheim

Mitglieder fragen - Experten antworten

Woran erkenne ich die COPD? Wann sollte ich einen Arzt konsultieren? Welche Therapieformen gibt es? Unsere Experten, die Lungenfachärzte Dr. med. Jens Christian Becker und Dr. Christoph Apel haben Deine Fragen zu der Lungenkrankheit COPD beantwortet.

Zahlreiche von COPD betroffene Feierabend-Mitglieder oder deren Angehörige haben die Gelegenheit genutzt, sich umfassend über die Krankheit zu informieren. Eine Auswahl der Fragen und Antworten von unseren Experten findest Du hier.

Gewichtszunahme nach Rauchstopp

Wie kann man eine mögliche Gewichtszunahme in den Griff bekommen, wenn man es geschafft hat, mit dem Rauchen aufzuhören?

Das Nikotin in den Zigaretten sorgt dafür, dass der Körper mehr Kalorien verbraucht. Wenn Sie nun aufgehört haben, benötigt der Körper weniger Kalorien. Das heißt, wenn man das Gleiche wie vorher an Nahrung und Bewegung hat, wird man zunehmen!
Aufgrund des jetzt fehlenden Nikotins ist es leider nicht ausreichend, die Kalorienaufnahme konstant zu halten, sondern sie muss reduziert werden.
Das macht das konsequente Nichtrauchen natürlich noch schwieriger. Dennoch ist es für den weiteren Verlauf ihrer Lungenkrankheit auf jeden Fall sinnvoll, eisern jede Zigarette zu vermeiden.

Gewichtsabnahme durch COPD

Was kann man tun, um endlich wieder zu einem normalen Gewicht zu kommen?

Bei einer fortgeschrittenen COPD kann ein zunehmender schleichender Gewichtsverlust auftreten. Gleichzeitig ist häufig die Nahrungsaufnahme erschwert und es können nur kleine Mahlzeiten vertragen werden. Dies liegt häufig an einer so genannten Überblähung der Lunge, die dazu führt, dass die Zwerchfelle sich nach unten Richtung Bauchraum verschieben und auf den Magen drücken, so das bei geringer Nahrungsaufnahme ein Sättigungsgefühl eintritt. Wichtig sind häufige kleine Mahlzeiten am Tage (5-6), die in sich durchaus hochkalorisch sein können.Zusätzlich sollte man sich, wenn möglich, bewegen, um wenigstens ein moderates körperliches Training für die Muskulatur durchzuführen. Dies beugt einem Muskelabbau vor. In diesem Rahmen wäre sicher eine Rehamaßnahme zu empfehlen. Wichtig ist, dass in jedem Fall eine bösartige Neubildung oder internistische Erkrankungen wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion ausgeschlossen sind. Flüssige Ergänzungsnahrung ist zusätzlich möglich, wenn die genannten Maßnahmen nicht helfen.

COPD in den Griff bekommen

Kann man die Krankheit völlig in den Griff bekommen?

Bei einer COPD handelt es sich zum großen Teil um Gewebeveränderungen in der Lunge. Dadurch haben sich die Bronchien verengt und die Lungenbläschen erweitert (überdehnt im Sinne eines Emphysems). Diese Gewebeveränderungen kann man nicht rückgängig machen, so dass die Krankheit leider nicht völlig in den Griff zu bekommen ist.
Um mit der Krankheit gut leben zu können, sollte sicher auch eine Schulung erfolgen. Dabei lernt man dann, wie man durch Anwendung spezieller Atemtechniken (zum Beispiel Lippenbremse) die Atemprobleme besser in den Griff bekommt. Auf keinen Fall sollte man aufgrund der Luftnot jede körperliche Belastung meiden, denn dann kommt es zu einem Abbau der Muskulatur, der die Luftnot weiter verschlimmert.

Bewegung als COPD Patient

Mein Lebensgefährte hat COPD im Stadium IV. Er will sich nicht bewegen, weil es ihm schlecht geht. Er setzt sich bei jeder nächsten Gelegenheit hin, spazieren gehen will er überhaupt nicht.
Ich kann ihn doch nicht zwingen. Ich bringe ihm alles, verwöhne ihn, er ist mir so dankbar. Aber mache ich das alles richtig? Sollte ich ihn doch mehr fordern?


Selbst in einem fortgeschrittenen Stadium der COPD ist Bewegung wichtig, um die Muskulatur zu trainieren und weiteren Muskelabbau zu verhindern. Insofern sollten Sie versuchen, ihn dazu zu bewegen, sich mehr zu bewegen. Zu Anfang sind kleine Strecken ausreichend, langfristig kann in der Regel dann auch die Strecke gesteigert werden. Sehr von Vorteil ist ein Rollator, da die Patienten dadurch ihre Schultergürtelmuskulatur entlasten und diese zum Atmen einsetzen können. In jedem Fall sollte auch geprüft werden, ob zusätzliche Sauerstoffgabe unter Belastung Ihrem Lebensgefährten helfen kann. Ausgeschlossen werden sollte eine Übersäuerung des Blutes, weil dann zusätzliche Behandlungsmethoden (Heimbeatmung) erforderlich sind. Insgesamt kann durch regelmäßige Bewegung das Befinden der Patienten verbessert werden.

Welche Klinik für eine Lungenkur

Auch ich bin vom COPD betroffen. Haben Sie Erfahrung mit Lungenkur oder ähnlichem? Und wenn ja, wo?

Strukturierte Rehabilitationsmaßnahmen sind im Gesamtkonzept der Therapie der COPD sinnvoll, hier sollte eine Klinik mit einer entsprechenden Fachabteilung für Pneumologie ausgewählt werden, insbesondere sollte die Klinik strukturierte Trainingsprogramme anbieten, z.B. Rehaklinik Fallingbostel oder in Schönau bei Berchtesgaden, es gibt aber sicherlich auch noch andere.

Verlauf der COPD

Geht COPD immer tödlich aus, auch wenn sie im Stadium II diagnostiziert wurde?

Nein, dies ist nicht der Fall. Das Fortschreiten der Erkrankung ist individuell sehr unterschiedlich, eine akute Gefahr an einer COPD im Stadium II zu versterben, sehe ich nicht.

COPD oder Asthma

Wie kann Asthma von COPD abgegrenzt werden?

Um entscheiden zu können, ob es sich um ein Asthma bronchiale oder um eine COPD handelt, ist wichtig, ob sich die Lungenfunktion durch die Gabe eines bronchialerweiternden Mittels bessert. Falls Sie inzwischen eine Schulung mitgemacht haben und regelmäßige Peak-flow-Messungen machen, könnte auch der Kurvenverlauf helfen. Größere Schwankungen im Tages- oder Wochenverlauf sprechen eher für ein Asthma bronchiale, sehr stabile Werte für eine COPD. Ebenso sprechen Allergien, Atembeschwerden nachts oder beim Einatmen von Dämpfen (Reinigungsmittel, Parfums et cetera) für ein Asthma.
Bei wenig gestörter Lungenfunktion helfen auch spezielle Tests, ein Asthma nachzuweisen (inhalative Provokation, zum Beispiel mit Metacholin, oder eine NO-Messung).

COPD durch Toner-Staub

Kann die COPD von Tonerstaub der Kopiergeräte oder Drucker kommen?

Es wird diskutiert, dass Tonerstaub eine Irritation der Bronchien bewirken kann, aber bisher ist dies nicht eindeutig bewiesen.

COPD beim Nichtraucher

Kann man auch als Nichtraucher eine COPD bekommen?

Eine fortgeschrittene COPD bei Nichtrauchern ist ungewöhnlich, eine COPD kann jedoch auch bei Nichtrauchern auftreten. Wichtig ist, ob eine Passivrauchexposition bestanden hat.

COPD erkennen

Kann man die Erkrankung erkennen, indem die Lunge nur abgehört wird?

Zusätzlich sollte eine Lungenfunktion durchgeführt werden, da nur hierdurch eine korrekte Diagnose möglich ist. Das Abhören kann Hinweise geben.

Leben mit Atemnot

Ich habe seit Jahren Atemnot. Mehrere Spirometrie-Tests wurden immer abgebrochen, weil nichts mehr ging. Selbst ein kleiner Hügel ist für mich schon ein gewaltiger Berg. Was soll ich tun?

Sie sollten einen Lungenfacharzt aufsuchen, um die Belastungsluftnot strukturiert abklären zu lassen. Neben der Spirometrie (beim Lungenfacharzt wird in der Regel eine Kammermessung (Bodyplethysmographie) durchgeführt) können auch weitere Untersuchungen wie eine Messung der Lungenbläschen, Röntgenaufnahme oder sogar ein Asthmatest erforderlich sein, um eine genaue Diagnose stellen zu können. Bei Luftnot solllte auch immer das Herz untersucht werden, wenn sich lungenfachärztlich die Ursache nicht finden lässt.

Ursachen der COPD

Kann die COPD durch eine verschleppten Erkältung, Bronchitis oder Lungenentzündung ausgelöst werden?

Bakterielle oder virale Infektionen können zur Entstehung einer COPD beitragen. Ein Asthma sollte in jedem Fall ausgeschlossen werden.

COPD-Therapie

Wie werden inhalierte Medikamente vom Körper abgebaut? Bleiben Rückstände im Körper?

Die bronchial-erweiternden Stoffe, die heute bei der COPD oder Asthma inhaliert werden, sind mit körpereigenen Stoffen verwandt. Sie werden rückstandslos vom Körper abgebaut, so dass in dem Sinne keine Probleme zu erwarten sind.

COPD als Passivraucher

Wie gefährlich ist die COPD für Passivraucher?

Es ist zwar richtig, dass die COPD zum großen Teil eine Erkrankung von Rauchern ist. Ein durchaus nennenswerter Teil der COPD-Patienten hat aber nie aktiv geraucht. Dieser Teil hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, wobei die Ursache noch nicht ganz klar ist. Passivrauchen spielt sicherlich eine Rolle.
Im Ausland spielen teilweise völlig andere Schadstoffe eine Rolle. In Indien zum Beispiel nimmt die COPD aufgrund einer Feinstaub-Belastung durch das Kochen am offenen Feuer erheblich zu.


Diesen Artikel...

weiterempfehlen an:

  bewerten:
(bisher
7
Bewertungen)

  Um diesen Artikel zu kommentieren musst Du eingeloggt sein! Einblenden / verstecken hat 5 Kommentar(e):