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Kapverden Teil 2

Kapverden - Die Insel Brava und andere Inseln

Mit nur 64 qkm ist Brava die kleinste der bewohnten Inseln der Kapverden. Brava ist kreisrund mit einem Durchmesser von 9 km. Die höchste Erhebung, der Monte Fontainhas, mit 976 m liegt nahezu in der Inselmitte.
Der erst kürzlich mit deutscher Entwicklungshilfe gebaute Flughafen ist nicht mehr in Betrieb. Die einzige regelmäßige Verbindung ist die Fähre von Fogo aus, die 2mal in der Woche Brava anläuft.

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Nach einer Stunde Überfahrt erreicht man die knapp 20 km entfernte Insel und läuft in den Hafen von Furna ein.


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Im Hafen verstaut unsere Gruppe ihre Koffer auf einen Aluguer, besteigt 2 weitere Aluguers

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und ab geht es in rasender Fahrt auf der schmalen, gepflasterten Straße hinauf zu dem 500 m hoch gelegenen Hauptort Nova Sintra. In Nova Sintra beziehen wir die beste Unterkunft am Platz. Wir beide beziehen ein riesiges Zimmer mit einem riesigen Bett und 2 riesigen Nachtischlampen, die aber leider nicht funktionieren, da Stecker und Steckdose nicht zusammenpassen. Die weitere Möblierung besteht aus einem großen Fernseher und einem nicht mehr benutzbaren, zusammengebrochenen Plastikschrank. Aber im Nebenraum gibt es fließendes Wasser und sogar eine Dusche. Was wollen wir mehr, wir sind froh und zufrieden zugleich über eine so bequeme Unterkunft auf dieser abgelegenen Insel am Rande der Welt.
Unser erster Weg führt uns hinauf auf den Monte Fontainhas.

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Vom Gipfel haben wir einen Rundblick über die ganze Insel und sehen hinüber zu den unbewohnten Inselchen der ”Ilheus Secos on do Rombo”

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und nach Fogo.

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Auf einem alten Weg geht es dann hinab, zurück nach Nova Sintra.

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Unterwegs fallen uns viele Riesenspinnen auf,

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die so gewaltige Netze weben, dass diese sogar über die ganze Breite unseres Weges reichen.
Am nächsten Tag steigen wir hinab nach Faja d´ Agua. Zu dieser frühen Stunde liegt der Gegenhang noch im Schatten.

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Lisa findet hier oben einen Freund.

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Noch etwas fröstelnd erreichen wir den Paß

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und blicken hinunter in die schroffe Rebeira.

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Steil führt nun der Weg hinab

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bis wir bewässertes Land erreichen.

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Wir treffen auf die Quelle, die diese üppige Vegetation ermöglicht.


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Brava ist fast ständig von einer Wolkendecke bedeckt. Zwar kommt es auch auf dieser Insel nur zu geringem Niederschlag (ca. 400 mm pro Jahr), aber die Wolkendecke führt zu geringerer Verdunstung und zu nächtlichem Tau. Das Niederschlagswasser der Insel sammelt sich in dieser Quelle und wird von hier in ein Reservoir hoch oben in den Bergen gepumpt. Von dort gelangt es über das natürliche Gefälle auch nach Nova Sintra, wo wir dann den Komfort von fliesendem Wasser genießen konnten.
Schließlich gelangen wir bei Faja d´Agua ans Meer.


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Unweit gibt es im Felsen einige Tümpel, die zum Baden einladen.

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Am letzten Tag gehen wir von Nova Sintra auf der alten Straße nach Furna hinunter. Unser Weg führt uns vorbei an Drachenbäumen


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hinab zu den fluoridhaltigen Vinagre- Quellen,

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einst ein Bade- und Kurzentrum, das aber heute dem Verfall preisgegeben ist. Dann geht es weiter auf schmalem Pfad abwärts


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bis wir Furna erreichen.

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Ein paar schöne Stunden haben wir auf Brava erlebt und wussten zu schätzen, dass wir zu den wenigen Reisenden gehören, die es hierher verschlägt. Von Fogo blicken wir noch einmal hinüber, hinüber zu der kleinen Insel mit ihrer charakteristischen Wolkendecke.

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Kapverden: Die Insel Boavista

Boavista ist mit 620 qkm die drittgrößte Insel der Kapverden und die größte der 3 Sandinseln. Diese Inseln sind vor über 10 Millionen Jahren vulkanisch entstanden, heute aber ist die Erosion soweit fortgeschritten, dass die Berge nicht einmal mehr eine Höhe von 400 m erreichen. Die Passatwolken können so ungestört über die Inseln hinweg ziehen und hinterlassen daher auch keine Feuchtigkeit. Boavista hat trotz der Trockenheit einen Charme, der uns gefangen genommen hat.
Bei dem Flug von Santiago nach Sal überfliegt man die Insel Boavista, die man von hier oben ganz überblicken kann.

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Der Flughafen von Boavista ist ganz neu und schon so hergerichtet, dass bald auch internationale Flüge hier enden können.

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Auch die Straße vom Flughafen zum Hauptort der Insel Vila de Sal Rei ist ganz neu. Alles ist bereits so vorbereitet, dass hier bald die Ära des Massentourismus beginnen kann. Sal Rei ist heute noch ein kleines verträumtes Nest,

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in dem der Bauboom gerade beginnt.

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Eine Fahrt in den Norden führt durch einen Akazienwald

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und durch einen Palmenhain.

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Dann durchfährt man eine Dünenlandschaft,

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in der die Senegal- Cistanche auffällt,

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eine Schmarotzerpflanze mit gelben Blütenkerzen, aber ohne eigene Blätter.
Schließlich erreicht man den Strand, mit der im Jahr 1968 gestrandeten
“Cabo Santa Maria”, die nach 40 Jahren noch immer der Brandung standhält

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Eine Fahrt in den Süden der Insel führt am Flughafen vorbei auf der neuen Asphaltstraße. Dann folgt eine gepflasterte Straße wie überall auf den Kapverden. Wir durchfahren den Ort Rabil und bald hinter dem Ort wird die Straße zur Piste und schließlich geht es nur noch weiter auf einer Spur. Die Landschaft hinter Rabil ist nahezu menschenleer. Einige, wenige Hütten, ein paar Palmen und dann nur noch Savanne mit einigen Akazien. Nach 25 km Fahrt mit wilder Schaukelei auf der offenen Ladefläche unseres Geländewagens erreichen wir schließlich den Strand von “Santa Monika”.

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Der Strand ist ganz einsam gelegen, gewaltig in seiner Ausdehnung. Besonders schön sind im Hintergrund die Bergketten. Gleich hinter dem Strand befindet sich eine Salzwasserlagune, die aber leider trocken gefallen war.

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Aber auch hier, weit und breit kein Trinkwasser, finden Ziegen ihr Auskommen.


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Weiter geht es durch Savanne, die an einigen Stellen mit Akazien wieder aufgeforstet wird, und durch Dünen,

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bis wir den Strand von “Varandinha” erreichen. Auch hier finden wir wieder den feinen, weißen Sand und durch Erosion bizarr geformte Felsen.

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Wir entdecken den Panzer einer Schildkröte.

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Schildkröten kommen in den Monaten Mai bis September in großer Anzahl zur Eiablage an die einsamen Strände von Boavista.
Schutz vor der brennenden Sonne finden wir in einer geräumigen Höhle,

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in der wir unsere Mittagsrast halten.
Fast 20% der Insel Boavista sind mit Sand bedeckt. Ketten hoher Wanderdünen
bewegen sich unablässig dem Meer entgegen. Ein besonders eindrucksvolles
Wanderdünengebiet ist das “Deserto de Viana” in der Nähe von Rabil.

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Lisa versucht beim Abwärtsgehen die selbe Technik anzuwenden, die sie schon auf dem Fogo kennen gelernt hat.

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Unweit dieses Dünengebietes treffen wir auf einen Galleriewald, der sich in einer Ribiera erhalten hat und bisher von den Wanderdünen noch nicht überdeckt wurde.

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Kapverden: Ein Resümee

Die Insel Sal ist schon fest im Griff des Massentourismus. Boavista wird in einigen Jahren das selbe Schicksal erleiden. Die anderen Inseln sind- und bleiben wohl auch- vom Massentourismus verschont. In der Regel fehlen hier die langen, weißen Strände, offensichtlich die Voraussetzung für den Bau riesiger Hotelkomplexe.
14 Tage wandern auf den Kapverden, das reicht gerade einmal, um einen kleinen Einblick zu bekommen in die Art und Weise, wie die Menschen hier leben und in die landschaftliche Vielfalt.
Auf Fogo hätten wir gern auch den tropischen Norden erwandert und sehnsüchtig haben wir auf das Kraterrandgebirge mit Höhen von bis zu fast 2700 m geschaut, so sehr hat es uns zu einer Bergwanderung gelockt.
Auf Santiago haben wir nur einen Tag in der Serra Malagueta verbracht, viel zu wenig für diese Landschaft. Die Serra de Pico da Antonia haben wir gar nicht gesehen und auch nicht den Palmenstrand von Tarrafal.
Boavista ist keine Wanderinsel, aber gern hätten wir hier noch die eine oder andere Tour mit dem Geländewagen gemacht durch die niedrigen Gebirgsketten, die Akaziensavannen und die Dünen bis hin zu den einsam gelegenen Stränden. Nachts an einem einsamen Strand auf der Lauer liegen und die Ankunft der Schildkröten miterleben, auch das hätte uns gereizt.
Nicht gesehen haben wir die Gebirgsinseln Santa Antao und Sao Nicolau im Norden, nicht erlebt haben wir die Musikszene in Mindelo.
Es gibt also viele Gründe, wieder zu kommen auf diesen am Rande der Welt gelegenen Archipel mit seinen liebenswerten Menschen und den großartigen, vielfältigen Landschaften und auch als Außenstehender mitzuerleben, wie dieser Staat seinen Weg in eine bessere Zukunft findet und nicht in das Chaos versinkt, das uns tagtäglich aus vielen afrikanischen Ländern berichtet wird.
Mit ein wenig Wehmut denken wir an dieses schöne Land zurück. Zu dieser wehmütigen Stimmung passt nichts besser als der Untergang der Sonne hinter das dem Ort Sal Rei vorgelagerte Inselchen.

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Wir kommen wieder. Das haben wir uns fest vorgenommen

Autor

Lisa (harzerroller)

Autor

Dirk (glueckspeltz)

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