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Südtirol
Frühling in Südtirol
- eine herrliche Wanderwoche -
Vor einigen Wochen planten wir unseren diesjährigen Frühlingswanderurlaub. Riffian, am Eingang zum Passeiertal gelegen, wählten wir als unseren Urlaubsort aus.
Nach einer Anreise über den Bodensee, Bregenz, Arlberg, Reschenpaß ging es hinunter in den Vinschgau durch Meran in Richtung Jaufenpaß nach Riffian, ein wunderschöner kleiner Ort, 500 m hoch gelegen, gegenüber ein herrlicher Blick auf Schenna mit Schloss, Mausoleum und der uralten Rundkirche St. Georg (13 .Jh)
Ein großes Blütenmeer umgab unsere kleine nette Wohnung. Die großen Obstbaumplantagen standen zu unserer Überraschung noch in voller Blüte.
Das Wahrzeichen von Riffian ist die schmucke Kirche, die Pfarr- und Wallfahrtskirche zur schmerzhaften Mutter Gottes erhielt 1670
ihr heutiges Aussehen mit Querschiff und Kuppel. Teile des Hochaltars und der Taufstein sind von 1400.
ihr heutiges Aussehen mit Querschiff und Kuppel. Teile des Hochaltars und der Taufstein sind von 1400.
Im Jahr 2000 erschütterte ein Erdbeben die Region, die Kirche wurde schwer beschädigt, ist aber mittlerweile wieder komplett restauriert.
Wir hatten unsere Touren von zu Hause schon recht gut vorbereitet,hatten neuestes Kartenmaterial,so daß auch wegen des gutes Wetters keine Änderungen mehr vorgenommen werden mußten.
Als Eingehtour entschieden wir uns für Wanderungen entlang der vielen Waale, die in dieser Gegend zu finden sind.
"Waale" bezeichnen von Menschen angelegte Bewässerungskanäle, welche Wasser aus den Bergen zu den trockenen Fluren bringen. Um den Waal zu beaufsichtigen und instandzuhalten, verläuft neben dem Waal der "Waalweg", meist als schmaler Steig.
"Waale" bezeichnen von Menschen angelegte Bewässerungskanäle, welche Wasser aus den Bergen zu den trockenen Fluren bringen. Um den Waal zu beaufsichtigen und instandzuhalten, verläuft neben dem Waal der "Waalweg", meist als schmaler Steig.
Heutzutage dienen die Waale nicht mehr so sehr der Funktion des Bewässern, sondern deren Begleitpfade sind zu sehr begehrten Wanderwegen herangewachsen
Wir umrundeten u.a. den längsten Waal Südtirols, nämlich den Marling.
Er verläuft von der
Töll bis Oberlana, durchquert in nahezu ebenem Verlauf Mischwald, Wiesen, Obstgüter, Weinberge,
Töll bis Oberlana, durchquert in nahezu ebenem Verlauf Mischwald, Wiesen, Obstgüter, Weinberge,
wilde Gräben, sowie felsiges Steilgelände und führt dabei an verschiedenen Höfen und Einkehrstätten vorbei.
Der Waal fließt auf weite Strecken noch im ursprünglichen, naturnahen und offenen Kanal, stellenweise
aber auch in Felsstollen, Rohren oder Betonrinnen und dient der Bewässerung aller Güter von Marling und Tscherms
aber auch in Felsstollen, Rohren oder Betonrinnen und dient der Bewässerung aller Güter von Marling und Tscherms
Eine andere schöne Tour führte uns von Riffian, über Dorf Tirol entlang dem 5 KM langem "Tappeiner Weg" nach Meran. über den Pulverturm, durch den Botanischen Garten entlang der Passer, bummelten durch das hübsche Städtchen Meran und ließen es uns mittags in einem netten Restaurant gut schmecken, auch kam der Rotwein nicht zu kurz.
Nun wurde es aber Zeit, einen richtigen Berg zu besteigen. Die Mutspitze war unser Ziel. Von Dorf Tirol ging es mit der Mutspitzbahn auf den Hochmut. Von hier aus wanderten wir über den Mutkopf und in nicht ganz 2 Stunden erreichten wir den 2.294 m hohen Mutspitz. Wir schauten auf den gegenüberliegenden Pfitschkopf und den Hirzer und den Gr. Ifinger, die wir schon einmal vor vielen Jahren bestiegen hatten. Über den Mutkopf entlang des Meraner Höhenweges zum Thalbauer verlief dann der Rückweg. Leider war es nicht möglich, den Meranerhöhenweg bis zur Bockerhütte und dann durch das Spronsertal zurückzugehen. Es waren doch noch einige Schneefelder vorhanden und deshalb war dieser Weg gesperrt. So wählten wir für unseren Abstieg eine Tour vorbei am "Talbauer" und den "Muthöfen" zum "Hochmut",von wo es mit der Bahn ins Dorf Tirol ging.
Der nächste Tag, ein Sonntag, verlief etwas ruhiger. Es sollte ein Genusswandern werden, was dann kilometermäßig doch wieder eine längere Tour wurde. Nach einem Besuch in der Wallfahrtskirche in Riffian, führte unser Weg in Richtung Vernuer vorbei am Gasthof "Brunner" zum Gasthof "Oberöberst" welcher auch schon wieder in 1.400 m Höhe liegt. Hier ließen wir es uns bei einen Kaiserschmarren und einem Weizenbier schmecken. Nach einer ausführlichen Mittagspause ging es dann wieder ins Tal, entlang dem Riffianer Waalweg nach Hause.
Nun war wieder eine etwas größere Hochgebirtstour angesagt. Zunächst wollten wir nur den Meraner Höhenweg bis zum "Hochganghaus" erwandern.
Da uns aber ein Ehepaar erzählte, dass sie am Vortag bereits auf der Hochgangscharte gewesen seien, entschlossen wir uns sehr spontan, auch diese Tour zu wagen.
Über die Leiteralm, Hochganghaus, welches schon 1848 m hoch liegt, kam der Einstieg über ein Felsenmeer hinein in die Scharte. Sie war gut gesichert durch Ketten und Leitern. Unsere Wanderstöcke kamen in den Rucksack und so musste man des öfteren die Hände mit einsetzen, um wieder weiter zu kommen.
Obwohl ich eine recht gute Kondition habe, war es doch für mich eine große Herausforderung, dem Tempo meines Freundes zu folgen. Gott sei Dank war er recht rücksichtsvoll und schaute immer wieder, ob bei mir alles okay sei!!!
Diese Tour ist als gepunkteter Weg in der Wanderkarte ausgewiesen, das heißt für uns, nur für "Geübte" und eine absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist Voraussetzung für diese Tour.
Nach knapp 2 Stunden erreichten wir die höchste Stelle der Scharte in 2.441 m Höhe, ein grandioser Blick über den zugefrorenen Langsee. Daneben ragt der Tschigat mit seinen 3.000 m auf, ein Ziel, das wir uns für den Sommer vorgenommen haben. Dem gegenüberliegenden Hahnenkamm und den gesamten Sarntaler Alpen, auch die Dolomiten waren im Dunst zu erkennen.
Diese Eindrücke nach einem so anstrengenden Aufstieg sind so überwältigend, dass ich diese Bilder immer für lange Zeit im Kopf gespeichert habe. Der Abstieg verlief wieder recht schnell. Nach 3 Stunden erreichten wir die Hochmutbahn, die uns ins Tal nach Dorf Tirol brachte.
Noch immer waren wir so fitt, dass eine weitere größere Herausforderung ins Auge gefasst wurde.
Ausgehend von Riffian, unserer Wohnung ging es entlang dem Riffianer Waalweg, dann dem Kuenser Waalweg durch das Spronsertal zum Longfallhof. Vorbei an der Bockerhütte 1700 m Höhe, zum Unterkaser 1717 m Höhe sollte es noch immer nicht genug sein. Bis zur Kaser Lacke, einer der Spronser Seen, führte unsere Wanderung.
Über eine Bergflanke hinauf erreichten wir einen sonnenbeschienenen Rastplatz, gerade groß genug für uns beide. Von hier aus blickten wir auf den durch Schnee noch unzugänglichen Oberkaser und eine traumhaft verschneite Landschaft. Nur der dem Kasersee entspringende Finelebach bahnte sich schon seinen Weg durch Schnee und Eis. Bei einer ausgedehnten Mittagspause genossen wir die einmalig schöne Bergwelt und die noch tiefverschneiten Spronserseenplatte. In diesem Augenblick sind alle Strapazen des Aufstieges vergessen, man genießt einfach nur noch
Nach weiteren 3 Std. des Abstieges beendeten wir bei einem Gläschen Rotwein diesen wunderschönen Tag, an dem wir 1.600 Höhenmeter überschritten hatten. Ich war recht zufrieden mit meiner Leistung.
Die letzte Bergtour in dieser Wanderwoche führte uns von "Oberöberst " zum Hahnenkamm 1.804 m und dem Pfitschkopf 2.231 m. Da wir uns noch recht fit fühlten, wollten wir über den "lustigen Kameradenweg" unseren Abstieg zum Oberöberst wagen.
Leider mußten wir nach kurzer Zeit wieder einsehen, daß es im April eben doch noch einige Schneefelder gibt, die das Weitergehen verhinderten.
Nach der wohlverdienten Mittagsrast auf der Hahnenkammhütte wählten wir einen gemütlichen Rückweg, ließen noch einmal unsere Blicke über die vor uns liegenden Berge schweifen und beendeten beim "Oberöberst" mit einem Drink die sehr gelungene Hochgebirgswanderung im Naturpark Texelgruppe.
Nach der wohlverdienten Mittagsrast auf der Hahnenkammhütte wählten wir einen gemütlichen Rückweg, ließen noch einmal unsere Blicke über die vor uns liegenden Berge schweifen und beendeten beim "Oberöberst" mit einem Drink die sehr gelungene Hochgebirgswanderung im Naturpark Texelgruppe.
Wir beabsichtigen, im August 2007 weitere Touren in der Texelgruppe und den Sarntaler Alpen zu unternehmen.
Wie heißt unser Motto: "Der Weg ist das Ziel" und wer weiß, wie lange wir so herrliche Bergtouren in unserem Alter noch unternehmen können.
Ich danke ganz herzlich meinem Freund, denn ohne ihn hätte ich diese Wanderwoche nicht durchgeführt.
Lisa Peltz
April 2007
Lisa Peltz
April 2007


































