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Russlandreise

Russlandreise von Erwin (20.05 – 30.05.2006 )

Russlandreise 1
Sa., 20.05.06
Mit Spannung und Neugier warteten wir auf unsere Reise in ein für uns völlig fremdes Land. Endlich war es soweit und wir trafen uns um 7.30 Uhr mit Helga und Gerhard am Freiburger Bahnhof.

Russlandreise 2
Alle waren bester Laune als unser Zug um 7.57 Uhr via Frankfurt Flughafen losfuhr. Um 10.56 Uhr dort angekommen verkürzten wir die Wartezeit auf unseren Flieger mit Kaffeetrinken und starteten dann pünktlich zum knapp 3-stündigen Flug nach Moskau.

Russlandreise 3
Nach Erledigung umständlicher Formalitäten brachte uns ein Bus zu unserem Flussschiff – Nikolay Baumann - auf dem Moskva-Kanal. Dort angekommen erlebten wir unser erstes Desaster. Erwin vermisste seine teure Lederjacke, die er nach reiflicher Überlegung nur im Bus vergessen haben konnte, der aber leider schon wieder weitergefahren war. An der Rezeption war man um die Wiederbeschaffung der Jacke sehr bemüht, die auch gleich im Bus gefunden wurde aber die Auslieferung sollte sich noch bis kurz vor Ablegen des Schiffes am Montag hinziehen

Russlandreise 4
und noch einige Nervosität verursachen. Jedenfalls musste Erwin zur Strafe für seine Schludrigkeit abends in der Bar einen für uns ausgeben, schließlich war unsere Ankunft auf dem Schiff durch Erwins Laune erst einmal belastet. Müde von den ersten Eindrücken unseres Schiffes und den ganzen Erlebnissen zog man sich alsbald in die Kajüten zurück.


Russlandreise 5


So., 21.05.06

Alle Tage auf dem Schiff begannen mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet.

Russlandreise 6

Heute lernten wir die Millionen-Metropole Moskau während einer Stadtrundfahrt mit mehreren Ausstiegen näher kennen. Bei einer Fahrt mit der Metro stiegen wir an einigen der schönsten Stationen, die unterirdischen Palästen gleichen, zur Besichtigung aus.

Russlandreise 7
Am roten Platz, dessen Name aus der altrussischen Sprache kommt, in welcher rot gleichbedeutend mit schön ist, waren wir überwältigt von der Basilius-Kathedrale mit ihren 9 bunten Türmen, welche Iwan (IV) der Große oder der Schreckliche, wie er hauptsächlich im Westen genannt wurde, erbauen ließ. Er war der Zar, der mit eiserner Hand, Brutalität und Kriegen das große russische Reich unter seine Herrschaft einigte. Seitlich der Kathedrale, an der Kreml-Mauer konnten wir das Lenin-Mausoleum leider nur aus der Entfernung sehen aber aus Zeitmangel nicht besichtigen.

Russlandreise 8

Nach einem kurzen Gang durch die Galerien des Kaufhauses „Gum“ ging es zu Fuß noch ein kurzes Stück weiter am „Englischen Hof“ vorbei, den Ivan der Schreckliche 1556 der englischen Kaufmannschaft schenkte, um dann im Bus die Stadtrundfahrt fortzusetzen. Unterwegs gab es noch einige Haltepunkte, um das „Neunjungfrauen-Kloster“ zu sehen und später von einem Plateau aus auf die Stadt zu blicken. Erwin und Irene besuchten abends noch den berühmten alten Moskauer Staatszirkus, der uns mit einem interessanten Programm Freude machte. Der Gründer dieses Hauses war kein Geringerer als der weltbekannte Clown Oleg Popov.

Russlandreise 9
Mo., 22.05.06

Der Vormittag gehörte der Kreml-Besichtigung, dem geschichtlichen Zentrum Russlands und der ehemaligen Sowjetunion.
Kreml bedeutet „Festung innerhalb einer Stadt“ und um hineinzukommen, muss man durch eine Schleuse gehen, wie am Flughafen.

Russlandreise 10
Der Kreml war Herrschersitz des Großfürsten bzw. Zaren, Sitz des Metropoliten, Festung, Gefängnis und Folterkammer, Museum und Krönungsstätte, Waffen und Schatzkammer und Ort wichtiger kultureller Ereignisse bis zum heutigen Tag. Der Kathedralen-Platz ist gesäumt von 4
Kirchen, eine prachtvoller als die andere. Die „Mariä-Entschlafens-Kathedrale“ ist die historisch und kunstgeschichtlich bedeutendste Kirche Russlands; die Ikonenwand und die Fresken sind von einer nie zuvor gesehenen Pracht. Hier wurden von 1547 – 1894 die Zaren gekrönt, die Metropoliten und später die Patriarchen inthronisiert.

Russlandreise 11

Die Zeit verging viel zu schnell, um 14,15 Uhr mussten wir an Bord sein, denn 15 Minuten später legte unser Schiff ab und uns erwartete – wie immer an Bord – ein prima Mittagessen. Zu Erwins und unser aller Freude war die Lederjacke an Bord und ab nun durften wir seine wiederhergestellte gute Laune erwarten.
Am Abend stellte sich die Mannschaft des Schiffes mit Kapitän Alexej Alexejewitsch Kuleschow vor.

Russlandreise 12
Bis zum nächsten Morgen befuhren wir den 128 km langen Moskwa-Kanal, der Moskau mit der Wolga verbindet und mit 6 Schleusen die Wasserscheide zwischen Moskwa-Fluß und der Wolga überwindet.

Russlandreise 13
Di., 23.05.06

In den Morgenstunden verließen wir mit der Schleuse Nr. 1 bei Dubna den Moskwa-Kanal, schipperten auf der Wolga und erreichten um 14 Uhr nach insgesamt 263 km die Stadt Uglitsch. Gleich nach dem Anlegen begann der Kreml-Rundgang; von der Kreml-Mauer war allerdings nichts mehr zu sehen. Nach einer kurzen Wegstrecke erreichten wir die Kirche mit Glockenturm und gleich nebenan die sog. Blutskirche, welche nach dem Meuchelmord eines Zarenkindes errichtet wurde.In den Dörfern gab es immer die Möglichkeit, sich mit Wasser oder auch Wodka (was übersetzt Wässerchen bedeutet) zu kaufen.

Russlandreise 14

Dieses „Wässerchen“ brauchten wir immer des Abends beim Rommée-Spiel und als Schlummertrunk. Nach zweistündigem Aufenthalt waren wir wieder an Bord. Nach weiteren 80 km fließt die Wolga in den Rybinsker Stausee, der ca. zehnmal so groß ist wie der Bodensee. Einige Dörfer sind in diesem Stausee versunken; übrig blieb nur noch ein Glockenturm, der aus dem See ragt. Wir befuhren den Flußteil des Sees und verliessen ihn mit der Wolga, sie fließt nun Richtung Süden dem Kaspischen Meer zu. Beim Verlassen des Sees in den Wolga-Kanal grüßte uns das Monumental-Denkmal „Mütterchen Wolga“. An Bord hörten wir nachmittags einen interessanten Vortrag von Frau Dr. Victoria Paulina, ehemalige Dozentin der berühmtesten Universität Moskaus zum Thema „Russland: Wohin? Das Gestern: von den Zaren bis Putin.“


Russlandreise 15
Mi., 24.05.06

Um 8 Uhr morgens erreichten wir nach 209 km die altrussische, geschichtsträchtige Stadt Jaroslawl. Auch hier stand wieder ein Bus bereit zur Stadtrundfahrt, Besichtigung des Kremls (ohne Kremlmauer), des Klosters sowie der wunderschönen Prophet- Elias-Kirche, die unter Chrustschow als Lagerhalle benutzt wurde.

Russlandreise 16
Nach kurzem Spaziergang ging es wieder auf das Schiff zum Mittagessen und Weiterfahrt Wolga-aufwärts zurück in den Stausee, den wir nach 7 Stunden über den Fluss Scheksna, der als einziger dem weißen See entspringt, in Richtung Gorizy wieder verliessen. Nachmittags rief Frau Dr. Victoria Paulina zum Vortrag:
„Russland: Wohin? Das Heute und Morgen: Putin und die Zukunft.“


Russlandreise 17

Do., 25.05.06

Um 11 Uhr machte die MS Nikolay Baumann am dörflichen Anleger nach 391 km in Gorizy fest zur Besichtigungsfahrt zum berühmten Kirillow-Kloster, welches vom später heilig gesprochenen Mönch Kirill gegründet wurde und auf den die kyrillische Schrift zurückgeht.
Eine kurze Zeit an Land konnten wir zu einem Spaziergang nutzen und entdeckten ein Häuschen, von Einheimischen bewohnt, die uns gegen einen kleinen Obolus zur Besichtigung einluden.

Russlandreise 18

Wir kamen uns wie in einer anderen Welt vor. Um 15 Uhr legte das Schiff ab mit Kurs auf Kishi, 375 weitere Flusskilometer. Nach 2 Stunden erreichten wir den Weißen See, ein weiterer Stausee, und bei der Einfahrt stand backbord wieder eine versunkene Kirche im Wasser. Nach dem Verlassen des Weißen Sees ging die Fahrt weiter auf der Kowsha, die Bestandteil des Wolga-Ostsee-Kanals ist. Nach dem Passieren von 7 Schleusen erreichten wir am nächsten Morgen den Onegasee, der 18 x größer als der Bodensee ist.


Russlandreise 19
Fr., 26.05.06

Um 9.15 Uhr fand der 3. Vortrag von Frau Dr. Paulina statt mit dem Titel: „Die russische Frau gestern und heute“. Wie immer lauschten wir gerne ihren interessanten Ausführungen
Ab 11.45 Uhr begann das Highlight für die Herren – die Brückenführung; wollten doch viele als Kind entweder Lokomotivführer oder Kapitän werden.

Russlandreise 20

Um 18 Uhr machten wir an der Insel Kishi, in Karelien, nach 375 km, fest, welche ein Freilichtmuseum darstellt. Die „ Kirche der Verklärung Christi“ mit ihren 22 Holzkuppeln in 5 Ebenen ist sogar in Russland einmalig.
„Wunder des Nordens“ wird das 1714 errichtete hölzerne Kunstwerk genannt und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mehrere interessante Holzgebäude aus verschiedenen Landesteilen wurden hier zu einer Einheit zusammengefügt.
Um 20.45 Uhr waren alle wieder hungrig an Bord zum Abendessen. In der Nacht befuhren wir den Onegasee in südlicher Richtung und verließen ihn während der Nacht auf dem Fluss Swir.

Russlandreise 21

Sa., 27.05.06

Nach dem Ablegen von Kishi, befuhren wir den Onegasee in südlicher Richtung. Am frühen Morgen erreichten wir den Fluss Swir, der den Onegasee mit dem Ladogasee verbindet und 224 km lang ist.

Russlandreise 22
In Mandrogi, dem letzten Halt vor St. Petersburg, legte die Nikolay Baumann um die Mittagszeit an. Hier erwartete uns ein fein herausgeputztes Künstlerdorf, wo es viel zu sehen und zu kaufen gab.

Russlandreise 23

Hungrig geworden traf man sich nun zu einem zünftigen, landesüblichen Schaschlik-Essen mit tollen Salaten.

Russlandreise 24
Um 15.30 Uhr nahm unser Schiff Kurs auf das 287 km entfernte St. Petersburg.
Am Abend lud dann der Kapitän zum festlichen Abendessen ein

Russlandreise 25

In dieser Nacht, während der Fahrt über den Ladogasee, gab es ein Unwetter, das manch einem den Schlaf raubte.

Russlandreise 26
Selbst unsere Reiseleiterin Beate meinte, dies hätte sie in diese Stärke noch nie erlebt.

Russlandreise 27

So. 28.05.06

Ausgeschlafen und mit Lunchpaket bewaffnet traten wir an zur Stadtrundfahrt in St. Petersburg.

Russlandreise 28

Anschließend besuchten wir die einmalige Kunst und Gemäldesammlung in der Eremitage;

Russlandreise 29
nach 4,5 km durch dieses Museum im ehemaligen Winterpalast besuchten wir noch eine Kirche und waren dann für diesen Tag total geplättet.

Russlandreise 30
Diesen Abend ließen wir sehr ruhig auslaufen.

Russlandreise 31

Mo., 29.05.06

Heute führte uns ein Doppelausflug vor die Tore der Stadt: zuerst zur Zarenresidenz Puschkin/Zarskoje Selo in den Katharinenpalast

Russlandreise 32
zur Besichtigung des weltberühmten, wieder hergestellten Bernsteinzimmers, einer der absoluten Höhepunkte unserer Reise.

Russlandreise 33
Wir hatten Glück und konnten alles in Ruhe bestaunen, da der Palast eigentlich geschlossen war und nur wenige Gruppen an diesem Tage per Sondergenehmigung Einlass fanden.

Russlandreise 34
Den nächsten Höhepunkt des Tages erlebten wir in der Zarenresidenz Peterhof mit der berühmten Parkanlage und dem, in der Geschichte Peters des Großen heiß umkämpften Zugang zur Ostsee. Von der Größe und der Pracht des Parks war man schier erschlagen.
Am Abend besuchten Erwin und Irene noch eine Folklore-Veranstaltung und waren von russischen Tänzen und Gesängen begeistert.


Russlandreise 35
Di., 30.05.06

Um 3.15 Uhr wurden wir geweckt und traten dann um 4.15 Uhr unausgeschlafen die Fahrt zum Flughafen an. Wir freuten uns aber auch die Heimat wieder zu sehen.

Russlandreise 36

Mit dem Wetter hatten wir immer Glück, brauchten nie einen Schirm, manches Mal zwar den Anorak oder auch nur ein T-Shirt.



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