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Namibia
Rotraud erzählt von Namibia
NamibiaIm Südwesten Afrikas liegt die seit 1990 unabhängige Republik Namibia. Ein Land, das steht für Zeitlosigkeit – unendliche Weite und Afrika pur. Wer hierher kommt, kann die Seele baumeln lassen und eintauchen in eine Welt voll erhabener Schönheit.
Namibia ist etwa 2 ½ mal so groß wie Deutschland.
Wenn man auf der Landkarte Europa anschaut,
so reicht es vom
Norden = London bis in den Süden = Rom,
vom Westen = Paris bis in den Osten = Berlin.
Der Südwesten Afrikas bedeutet, dass es an der Atlantikküste liegt, aber die kalte Benguela-Strömung bewahrt das Land vor einem Massentourismus, da die Wassertemperaturen nur 12 – 14° betragen. Der ca. 1000 km lange Sandstrand ist unwirtlich und öde, kein Grün, nur eiskaltes Wasser.
Die Hauptstadt ist Windhoek, das ca 1650 m hoch liegt, es ist umgeben von Bergen und hat eine angenehme Temperatur zwischen 15 und 25° - im Dezember können es auch schon mal 30° werden. Verblüffend ist, dass es nach der langen Zeit der Selbständigkeit (es war einmal Deutsch-Südwest) noch so viele deutsche Namen an den Straßen und Häusern gibt. „Sehenswert“: die Christuskirche von 1896, gebaut aus Quartzsandstein. Die glasgemalten Fenster des Altarraumes sind eine Stiftung von Kaiser Wilhelm II. (Kuriosum: die Fenster wurden fälschlicherweise mit der bemalten Seite nach außen statt nach innen eingesetzt, was um 1998 - 2000 aufwändig umgestaltet werden musste.)
Halt macht man dann in jedem Falle auch bei der „alten Feste“, dem Reiterdenkmal, der „Kaiserlichen Realschule“, dem „Tintenpalast“ (der Name stammt vom Volksmund wegen des überdurchschnittlichen Verwaltungsaufwandes der deutschen Kolonialbeamten und dem damit verbundenen hohen Tintenverbrauch) mit seinem wundervollen Garten. Man hat von hier einen schönen Blick auf die Hauptstr. die Indipendence Ave, die bis 1990 offiziell Kaiserstraße hieß.
Namibia liegt südlich des Äquators, der Wendekreis des Steinbocks geht durch das Land. Aber es hat im Jahr an ca. 300 Tagen Sonnenschein. So ist das Land an vielen Orten einfach knochentrocken. Wegen der Kälte des Wassers kommt es auch nicht so leicht zu Verdunstungen und somit auch nur selten zur Wolkenbildung.
Einen besonderen Reiz haben dann die ersten Regentropfen, die auch die Luft reinwaschen und die Natur zum Erblühen bringen. Regen ist fast ein Naturschauspiel, kaum, dass man die ersten Wolken entdeckt, prasselt plötzlich ein wolkenbruch-ähnlicher Regen nieder – und meist ist in kürzester Zeit schon wieder alles vorbei.
Ein Großteil des Niederschlags verdunstet.
Unser Reiseleiter
– ein Farmerssohn –
führte regelrechte Freudentänze auf,
wenn es dann mal regnete.
Unser Reiseleiter
– ein Farmerssohn –
führte regelrechte Freudentänze auf,
wenn es dann mal regnete.
In der Nacht ist das Land von einem Sternenhimmel, natürlich mit dem „Kreuz des Südens“ überzogen, dass einem die Sterne zum Greifen nahe erscheinen. Wenn ich als „Afrika-Infizierte“ anfange zu schwärmen, weiß ich nicht, was man am meisten herausstellen darf:
sind es die verschiedenen Formen der Landschaft, die scharfen Kanten der zum Teil hohen Gebirge, die wundervolle Reinheit des Lichts, die sich tief ins Gedächtnis eingegrabenen höchsten Dünen der Welt im Sossusvlei.
Diese Sandformationen beeindrucken durch
ihr wunderbares Farbenspiel
von Goldgelb und Ocker bis Orange,
Ziegelrot oder gar Kastanienbraun,
je nach Tageszeit und Lichteinfall.
Man kann sie erklettern
ihr wunderbares Farbenspiel
von Goldgelb und Ocker bis Orange,
Ziegelrot oder gar Kastanienbraun,
je nach Tageszeit und Lichteinfall.
Man kann sie erklettern
– am besten barfuss
(vielleicht mit Socken,
da der Sand unheimlich heiß werden kann)
und hat dann von oben eine phantastische Rundumsicht und Einsicht ins Vlei.
(vielleicht mit Socken,
da der Sand unheimlich heiß werden kann)
und hat dann von oben eine phantastische Rundumsicht und Einsicht ins Vlei.
Bei meinem letzten Besuch hatte es vorher geregnet
und es hatte sich mit Wasser gefüllt.
Die Bäume hatten ausgetrieben,
es war ein sagenhafter Anblick.
Oder soll ich schwärmen von dem
strahlend blauen Himmel,
den phantastischen
Sonnenauf- und –untergängen,
bei denen sich der Himmel dunkelrot –
fast blau färbt.
Es ist ein Farbenspiel,
das einen immer wieder neu überwältigt.
und es hatte sich mit Wasser gefüllt.
Die Bäume hatten ausgetrieben,
es war ein sagenhafter Anblick.
Oder soll ich schwärmen von dem
strahlend blauen Himmel,
den phantastischen
Sonnenauf- und –untergängen,
bei denen sich der Himmel dunkelrot –
fast blau färbt.
Es ist ein Farbenspiel,
das einen immer wieder neu überwältigt.
Grandios der zweitgrößte
Canyon der Welt – der Fish-River-Canyon,
der durch einen Bruch in der geologischen Formation entstanden ist,
bei dem die deformierten Schichten erodierten.
Canyon der Welt – der Fish-River-Canyon,
der durch einen Bruch in der geologischen Formation entstanden ist,
bei dem die deformierten Schichten erodierten.
Eine Wanderung entlang der Abbruchkante
gibt ständig neue spektakuläre Ausblicke frei. Man kann auch durch den Canyon wandern,
aber erst nach einer Anmeldung und einem ärztlichen Attest.
gibt ständig neue spektakuläre Ausblicke frei. Man kann auch durch den Canyon wandern,
aber erst nach einer Anmeldung und einem ärztlichen Attest.
Phantastisch sind ebenfalls die weit
ausladenden Kronen der Kameldornbäume
mit ihren riesigen Webervögelnestern,
die auch lange Trockenheiten überstehen,
da ihre Wurzeln bis 40 m tief in das Grundwasser reichen;
sie werfen während langer Trockenperioden die Blätter ab und ziehen die Lebenssäfte in die Wurzeln zurück. Die Zweige werden trocken und spröde. Der Baum sieht aus wie abgestorben,
sie werfen während langer Trockenperioden die Blätter ab und ziehen die Lebenssäfte in die Wurzeln zurück. Die Zweige werden trocken und spröde. Der Baum sieht aus wie abgestorben,
aber mit dem Regen strömt der Saft zurück in die Äste, die Blätter sprießen und der Baum erlebt eine neue Zeit des Wachstums. Und wie schön und interessant sind die Köcherbäume = Riesenaloen, deren Zweige den Buschmännern als Köcher dienen – auch hier ein Eindruck von Namibias ungewöhnlicher Vegetation.
Beeindruckend ist auch der Besuch in einem Himbakral –
die Himbas sind halbnomadische Viehzüchter
und Hirten, die ihren traditionellen naturverbundenen schlichten Lebensstil heftig verteidigen.
die Himbas sind halbnomadische Viehzüchter
und Hirten, die ihren traditionellen naturverbundenen schlichten Lebensstil heftig verteidigen.
Die Himbas reiben ihre Körper mit zu Pulver zerstossenem Roteisenstein ein, der mit Butterfett vermischt wird. Diese Creme schützt vor Sonnenbrand und Austrocknen der Haut, ist zugleich auch Moskitoschutz. Die Haartrachten, die kunstvoll mit Metall- und Lederornamenten verziert sind, geben Auskunft über die bestimmten sozialen Stufen.
Die Epupa-Falls liegen im Kunene – dem Grenzfluß zu Angola. Da der Kunene einer der vier Flüsse ist, die das ganze Jahr Wasser führen, konnten wir das herrliche Schauspiel mit der riesigen Gischt der Fälle bewundern.
Interessant sind auch die riesigen Termitenhügel, die jeweils die Farbe der darunter liegenden Erde annehmen. In den Hügeln herrscht immer eine Temperatur von 32°, sie haben ein ausgeklügeltes Lüftungssystem, die Spitze des Hügels ist jeweils nach Norden ausgerichtet zum gut Durchlüften. In der Regenzeit wachsen um die Hügel herum riesige wohlschmeckende Pilze.
Interessant sind auch die riesigen Termitenhügel, die jeweils die Farbe der darunter liegenden Erde annehmen. In den Hügeln herrscht immer eine Temperatur von 32°, sie haben ein ausgeklügeltes Lüftungssystem, die Spitze des Hügels ist jeweils nach Norden ausgerichtet zum gut Durchlüften. In der Regenzeit wachsen um die Hügel herum riesige wohlschmeckende Pilze.
Staunend steht man auch vor dem gewaltigen Hoba-Meteorit, der vor etwa
80 000 Jahren in den Sand der Kalahari eingeschlagen hat und dessen Alter auf etwa 100 – 300 Mio. Jahre geschätzt wird. Er ist 55 t schwer und wohl der zweitgrößte der Welt. Bilder anzuschauen ist ganz interessant, aber wenn man auf so einem Koloss sitzt, ist es ein verrücktes Gefühl. Es ist aber nicht der einzige Meteorit in Namibia, auch in der Fußgängerzone Windhoeks sind viele in Namibia gefundene Meteoriten zu bestaunen.
80 000 Jahren in den Sand der Kalahari eingeschlagen hat und dessen Alter auf etwa 100 – 300 Mio. Jahre geschätzt wird. Er ist 55 t schwer und wohl der zweitgrößte der Welt. Bilder anzuschauen ist ganz interessant, aber wenn man auf so einem Koloss sitzt, ist es ein verrücktes Gefühl. Es ist aber nicht der einzige Meteorit in Namibia, auch in der Fußgängerzone Windhoeks sind viele in Namibia gefundene Meteoriten zu bestaunen.
Die Hereros – denen in mehrfacher Hinsicht großes Unrecht angetan wurde – wurden in ihrer Kultur und Tradition stark von europäischen Missionaren beinflusst. Das ist heute noch in der typischen Kleidung der Herero-Frauen zu erkennen: sie tragen Kleider im viktorianischen Stil, kopftuchartige Hauben (mit Zeitungspapier ausgestopft) und mehrere Schichten Röcke übereinander. Zu dieser Tracht werden bis 12 m Stoff benötigt.
Im Jahre 1908 wurden bei Lüderitz die ersten Diamanten gefunden. In der Stadt blühten Handel, Kultur und Unterhaltung auf. Mittlerweile sind die Vorkommen auf dem Land rückläufig und die Offshore-Diamantengewinnung gewinnt mehr und mehr an Bedeutung.
Die Kalahari ist eine Halbwüste, es fallen im Jahr 250 – 300 mm Regen. Wohin man blickt: heißer, meist roter Sand. Der Sand ist zu grob und zu kiesig, um Regenwasser zu speichern. Es bilden sich wunderschöne Kalahari-Dünen, die parallel zur vorherrschenden Windrichtung verlaufen. Es sind keine Wanderdünen und sie sind ca 10 – 30 m hoch, aber bewachsen mit Gras und Akazien. Der Reichtum der Kalahari liegt in den ungestörten Lebensräumen für die wilden Tiere. Sie haben sich den Gegebenheiten der Kalahari weitgehend angepasst. Nur der Mensch muss trinken. Aber wahrscheinlich sind die San (die Buschmänner) die geschicktesten Geschöpfe der Erde, um Wasser aufzuspüren. Sie kennen die Natur und auch die wenigen Pflanzen (z.B.die Tsama-Melone), die in der größten Trockenheit noch etwas Flüssigkeit spenden.
Die Welwitschia mirabilis hat ihren Namen nach ihrem Entdecker Friedrich Welwitsch. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die Blüte der weiblichen Pflanze gleicht einem kleinen Kieferzapfen. Die Pflanzen können nahezu ohne Niederschlag auskommen, sie absorbieren die Nebelfeuchtigkeit und haben eine sehr tief ins Erdreich reichende Rübenwurzel, die als Speicherorgan dient. Das Alter der ältesten Pflanze wird auf ca 1500 Jahre geschätzt. Eigentlich sind nur zwei Blätter am Stamm, die bis zu 8 m lang und 1,50 m breit werden. Vom Wind werden sie so kräftig zerzaust, dass man meint, viele Blätter zu sehen.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die aufrecht stehenden Basaltsäulen, die bei vulkanischen Aktivitäten sich beim Erkalten des Basalts in eckige Säulen spalteten, sie haben den schönen Namen „Orgelpfeifen“. Der „Verbrannte Berg“ geht wohl ebenfalls zurück auf eine Eruption. Ganz interessant ist auch der „Versteinerte Wald“. Fossile Baumsstämme- bis zu 30 m lang -, die auf ein Alter von etwa 280 Mio. Jahre geschätzt werden, wurden nach versch. Theorien von einer Flutwelle angespült und durch die mitgeführten Sand- und Schlammmassen luftdicht zugeschüttet. Viel später sollen die Baumstämme durch Erosion wieder freigelegt worden sein. So blieben Borke und Jahresringe durch Verkieselung erhalten.
Bei einem Besuch in Namibia sollte
man auch die Felsgravuren und –malereien auf einer interessanten Wanderung im Gebiet
von Twyfelfontain besichtigen,
die im Laufe von über 25.000 Jahren entstanden sein wollen.
Sie sind ein unersetzlicher Schatz, der uns über die verschiedensten Wildtiere und Spuren erzählt.
Beim Cape Cross besichtigten wir die Robbenkolonie, hier leben zwischen 80 –
100 000 Tiere. Diese gewaltige Kolonie zeugt vom Nahrungsreichtum der kühlen Küstengewässer. Nicht so glücklich über den Robbenreichtum sind die Fischer, die immer mehr den Kürzeren ziehen. Es ist ein Geschrei und ein Gestank, dass man nicht zimperlich sein darf. Einzeln konnten wir die Robben dann streicheln und füttern, als sie bei uns einen Besuch machten auf unserm Ausflugsboot. Hier konnten wir auch erleben wie man mit „Scheiße“ Geld machen kann, als wir die riesigen Guano-Bänke sahen, die als Brutbänke ins Meer gebaut worden sind, von denen dann das „weiße Gold“, der Guano-Dünger abgebaut wird.
100 000 Tiere. Diese gewaltige Kolonie zeugt vom Nahrungsreichtum der kühlen Küstengewässer. Nicht so glücklich über den Robbenreichtum sind die Fischer, die immer mehr den Kürzeren ziehen. Es ist ein Geschrei und ein Gestank, dass man nicht zimperlich sein darf. Einzeln konnten wir die Robben dann streicheln und füttern, als sie bei uns einen Besuch machten auf unserm Ausflugsboot. Hier konnten wir auch erleben wie man mit „Scheiße“ Geld machen kann, als wir die riesigen Guano-Bänke sahen, die als Brutbänke ins Meer gebaut worden sind, von denen dann das „weiße Gold“, der Guano-Dünger abgebaut wird.
Und was wäre Namibia ohne die großartige Tierwelt? Aber von der sollte ich vielleicht in einem anderen Artikel berichten.
Auf jeden Fall erwähnenswert sind die zauberhaften Lodgen. Wenn sie von den Besitzern geführt werden, haben sie oft ein besonderes Ambiente,
bieten eine excellente Küche und haben einen eigenen Charakter. Manchmal möchte man gar nicht weiterreisen – aber wie sollte man dann von diesem zauberhaften Land berichten können?
Hier findet Ihr noch mehr Fotos von Namibi
Auf jeden Fall erwähnenswert sind die zauberhaften Lodgen. Wenn sie von den Besitzern geführt werden, haben sie oft ein besonderes Ambiente,
bieten eine excellente Küche und haben einen eigenen Charakter. Manchmal möchte man gar nicht weiterreisen – aber wie sollte man dann von diesem zauberhaften Land berichten können?
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