Freiburg: Themen Forum Gästebuch Veranstaltungen Kleinanzeigen Kontaktanzeigen Chat

Mach mit bei Feierabend.de!

Finde neue Freunde für Leben, Liebe und Freizeit

Online Sofortkontakt zu 160.000 Gleichgesinnten

Triff nette Menschen „vor Ort“ in 120 Regionalgruppen

Jetzt kostenlos anmelden!


Automatisch einloggen?

Passwort vergessen?
R_regio
Für Gestaltung und Inhalt dieser Regionalseiten sind ausschließlich die jeweiligen Regionalbotschafter verantwortlich. Die von den Regionalbotschaftern eingegebenen und heraufgeladenen Inhalte unterliegen grundsätzlich weder einer Kontrolle durch Feierabend, noch nimmt Feierabend hierauf Einfluss. Hiervon ausgenommen sind werbliche Einblendungen und Beiträge die von Feierabend direkt eingestellt wurden und als solche gekennzeichnet sind.

Ägypten mit Nilfahrt

Ein Reisebericht von Rotraud:

Ägypten-Rotraud 1
Ägypten – immer wieder eine Reise wert!

Unser 1. Reisetag ließ uns gleich erkennen, dass es keine Erholungsreise war, die wir gebucht hatten. Um 5°° Uhr hieß es aufstehen, um nach Karnak zu starten. Aber es war unbeschreiblich schön, den Sonnenaufgang dort ohne weitere Touristen zu erleben. Alaa – unser Reiseführer, ließ uns eintauchen in die Welt der Götter. Karnak ist ein überwältigender Tempel, nicht nur, weil hier Jahrhunderte lang das religiöse Herz des Landes schlug. Der gesamte Komplex wird aus drei eigenständigen Bezirken gebildet, von denen jeder mit einer aus ungebrannten Nilschlammziegeln hergestellten Umfassungsmauer ausgestattet ist.

Ägypten-Rotraud 2
Im Zentrum liegt der Amun-Tempel, dem sich die Tempel des Month und der Göttin Mut anschließen. Die Tempelstadt Karnak war mit Luxor durch eine kilometerlange Sphingenallee für die Prozessionen verbunden.

Ägypten-Rotraud 3
Ein kleiner Teil ist noch heute erhalten. Auf der Ost-West-Achse läuft man auf der gepflasterten Straße durch verschiedene Pylone, um staunend im großen Säulensaal zu stehen. Die Säulen sind 21 m hoch und haben einen Durchmesser von 3,50 m. Säulen und Wände sind überreich mit Darstellungen versehen. Man könnte noch lange über Karnak erzählen, doch wenden wir uns Luxor (früher Ost-Theben) zu

Ägypten-Rotraud 4
Inmitten der modernen Stadt erstreckt sich der Luxor-Tempel. Kommt man durch den Eingangspylon, so sieht man gleich den 3-teiligen Barkenschrein. An der Fassade stehen 4 Papyrusbündelsäulen aus rotem Granit. Von dort geht der Blick aus die zwei kolossalen Sitzfiguren Ramses II., die den Eingang zum 1. Hof flankieren.

Ägypten-Rotraud 5
Mit unserm Schiff „Crown Jubilee“ starteten wir dann Richtung Assuan. Nachdem wir die Schleuse bei Esna passiert hatten, besichtigten wir dort den Tempel des Chnum. Die eindrucksvolle Vorhalle ist vollständig erhalten. 24 Säulen tragen das Dach.

Ägypten-Rotraud 6
Das Bodenniveau des Ortes hat sich seit der Antike durch den Nilschlamm um rund 9 m erhöht (man kann an der Rückseite die versch. Schichten der Ablagerungen erkennen), so muss man jetzt eine Treppe hinabsteigen zum Tempel.

Ägypten-Rotraud 7
Das Schiff brachte uns weiter durch die wunderschöne grüne Nillandschaft mit den kleinen Dörfern und vielen Feldern. Wir kamen nach Edfu, den Horusheiligtum. Der Tempel hat die letzten 2000 Jahre unbeschadet überstanden – er ist wunderbar erhalten. In der „Apotheke“ fand man die Rezepte zur Herstellung der Essenzen für Parfüm, die heute noch gebräuchlich sind (sagt man!)

Ägypten-Rotraud 8
Die Weiterfahrt verbrachten wir erholsam und entspannt an Deck, um den rollenden Verkehr auf der Straße, die vorbeifahrenden Züge, die großartigen Brücken und das Leben am Ufer zu beobachten.

Ägypten-Rotraud 9
In Assuan angekommen fuhren wir zuerst zu einem Steinbruch des rosa Granits und sahen den unvollendeten 42 m langen und ca 1200 t schweren Obelisken, der bei der Bearbeitung Schäden erlitt und nicht mehr zu gebrauchen war.

Ägypten-Rotraud 10
Ein Motorboot brachte uns zur Insel Angilkia, auf die der Isis-Tempel von Philae 1980 umgesetzt wurde, da beim Bau des Assuan-Staudammes die gesamte Tempelanlage im Überschwemmungswasser zu versinken drohte.

Ägypten-Rotraud 11
Von der Insel hatten wir einen schönen Blick auf den alten Staudamm, auf dem wir dann mit unserm Busle zum neuen Staudamm fuhren, der mit Hilfe der Russen unter Nasser erbaut wurde.
Sicherlich sind nun auch ein paar Anmerkungen zum Nil fällig: es ist der längste Fluß der Erde mit 6670 km Länge, der in Ruanda und Burundi entspringt und in einem großen Nildelta ins Mittelmeer mündet. Seit der Zeit der Pharaonen bestimmte der Wasserstand des Nils die Landwirtschaft. Die jährliche Überschwemmung brachte die Ablagerung des fruchtbaren Nilschlamms.

Ägypten-Rotraud 12
Durch den von Nasser erbauten Staudamm kam es zu einem der größten Stauseen der Welt, dem Nasser-Stausee. Das Ziel war: Ausweitung der Anbaufläche, Erhöhung der Ernteerträge durch gleichmäßige Bewässerung, Energiegewinnung, Verhinderung von Überschwemmungs- und Dürrekatastrophen, sowie ganzjährige Schiffbarkeit des Nils.

Ägypten-Rotraud 13
Inzwischen haben sich aber schon negative Auswirkungen gezeigt: durch das Ausbleiben der Überschwemmung bleibt auch der fruchtbare Nilschlamm aus, jetzt muss künstlich gedüngt werden – das ist teuer und ungesund. Der Stausee verschlammt zusehends, das Grundwasser sinkt ab, der Boden versalzt. Die Sterblichkeitsrate ist gesunken, was wiederum Zuwachs der Bevölkerungszahlen bedeutet. Viele Menschen, die früher in der Landwirtschaft Arbeit gefunden haben, strömen in die Städte.

Ägypten-Rotraud 14
Doch wir hatten einen weiteren Höhepunkt im Visier, den Tempel von Abu Simbel, den Ramses II. in der 19. Dynastie (ca 1260 vor Chr.) ursprünglich an den Ufern des Nils erbauen ließ. Aber auch er musste wegen des Staudamms höher gelegt werden. Der Eingang wird von 4 kolossalen 20 m hohen Sitzfiguren flankiert, die jeweils Ramses II. in versch. Lebensaltern darstellen.

Ägypten-Rotraud 15
Die Besucher nehmen sich aus wie Ameisen gegen die Figuren. Bei einer Tiefe des Tempelhauses von 63 m erreicht man im Innern des Berges das Allerheiligste, das von einer Statuengruppe eingenommen wird. Jeweils am 21.2. und 21.10. fällt das Licht der aufgehenden Sonne bei geöffneten Türen bis ins Sanktuar und lässt die versammelten Götter erstrahlen bis auf die äußere Gestalt des Ptah, es ist der Gott der Dunkelheit. Die Arme der drei anderen Könige waren einstmals aus Gold (jetzt verschwunden), was bei dem Sonneneinfall das Leuchten verstärkte. Neben dem großen Tempel befindet sich der kleine Tempel Nefetari, den Ramses seiner Gemahlin und der Göttin Hathor weihen ließ.

Ägypten-Rotraud 16
Natürlich gehörte auch eine Felukenfahrt zum Programm, die uns zur Kitchener Insel mit ihrem botanischen Garten brachte. Von ihr hatte man auch einen freien Blick auf das Mausoleum Aga Khans, der in Assuan oft sein Rheumaleiden kurierte, wie auch auf die Villa der Begum, der Ehefrau Aga Khans.

Ägypten-Rotraud 17
Mit einem Motorboot machten wir einen Ausflug durchs Naturschutzgebiet des Stausees zu einem nubischen Dorf. In der Ferne sah man die Ruinen des einst großen koptischen Simeonsklosters. In den Häusern der Nubier leben nach alter Väter Sitte noch mehrere Generationen unter einem Dach. Im Dorf gibt es einen Kindergarten, eine Schule und ein mit allen nützlichen Dingen ausgestattetes Auto bot alles zum Verkauf an. Beim „Brunnen“ kann sich jeder Durchreisende erfrischen. Die Nubier waren einst bekannt wegen ihres Goldreichtums (Nubier = Gold).

Ägypten-Rotraud 17
Auf der Rückfahrt mit unserm Schiff legten wir in Kom Ombo an und besichtigten den Doppeltempel, der dem Krokodilgott Sobek und Horus als Sohn von Re geweiht ist. Am besten erhalten ist die große Säulenhalle des Tempels, die man schon weit vom Nil aus sehen kann. Interessant war das Ärzterelief am Tempelumgang, das u.a. Zangen, Haken, Sägen usw. anschaulich zeigt.

Ägypten-Rotraud 18
Auf dem Gelände befindet sich auch ein Schwimmbecken für das Krokodil, das nach seinem Tode mumifiziert und mit allen Ehren beigesetzt wurde. Bei den bildlichen Darstellungen machte uns Alaa darauf aufmerksam, dass die Gesichter jeweils im Profil zu sehen sind, während man beide Schultern und Hüften, den Bauch mit Nabel und beide Beine seitlich sieht. Interessant war auch die Erklärung für mich, wie man die Kartuschen der Hieroglyphen liest: In den Kartuschen von oben nach unten und je nach Blickrichtung der Tiere von links nach rechts oder umgekehrt.

Ägypten-Rotraud 19
In Luxor angekommen nachten wir erst einen Ausflug ins Tal der Könige nach Theben-West (früher nur Totenstadt). Wir besuchten zuerst die Arbeitersiedlung „Der Al Medina“, von der die Fundamente der Siedlung und die Reste des Tempels noch gut zu erkennen sind. Hier lebten die Handwerker, die für die Ausstattung der Königsgräber verantwortlich waren: Maler, Bildhauer, Steinmetze usw., damit sie stets in der Nähe ihres Arbeitsplatzes waren. Wir besichtigten zwei Privatgräber der Handwerker, die sich gegenseitig bei der Ausstattung ihrer Gräber geholfen hatten.

Ägypten-Rotraud 20
Wenn der König-Gott den Thron bestieg, begann man mit den Plänen für sein Grab, die Arbeiten wurden mit dem Tode des Herrschers abgeschlossen und der König wurde mit allen Beigaben nach der Mumifizierung beigesetzt, die Eingänge verschlossen und mit dem Aushub des nächsten Grabes unsichtbar gemacht. Nur so ist es zu verstehen, dass man immer noch die Möglichkeit hat, neue Gräber zu entdecken. Wir waren in den Gräbern von Ramses dem III, IX. und VI., in denen die Malereien und Bildhauerarbeiten z.T. noch sehr gut erhalten waren.

Ägypten-Rotraud 21
Der nächste Höhepunkt war der Terrassentempel der Hatschepsut, die ihn gleich als Totentempel bei Beginn ihrer Herrschaft erbauen ließ. Sie kam auf den Thron, weil ihr Stiefsohn noch zu klein war für die Regierungsgeschäfte. Der Tempel breitet sich über 3 Terrassen am Fuße eines 300 m hohen Bergmassivs aus. Rampen verbinden die Tempelebenen.

Ein kurzer Zwischenstop erlaubte ein Foto für die Memnon-Kolosse (etwa 18 m hohe Sitzstatuen) die als Reste eines Totentempels erhalten sind.

Ägypten-Rotraud 22
Lustig war eine Kutschfahrt durch die Engen Gassen Luxors mit den vielen bunten Straßenläden.
Jetzt brachte uns der Flieger nach Kairo, wo wir unsere Reise im Bus nach Alexandrien fortsetzten. Die Fahrt ging durch die Wüste, die aber immer grüner wurde, wo die Bewässerung hinkam. Wir besuchten das Nationalmuseum – alles präsent von alter bis neuer Geschichte.

Ägypten-Rotraud 23
Auf der Fahrt zum Hotel hatten wir viele nette Erlebnisse, bis wir endlich die Corniche – die Pracht- und Uferstr. Alexandriens erreichten. Die Stanley-Bridge erzählt vom Entdecker des Kongo. Unser Hotel lag direkt beim wunderschönen Montaza-Park, wir hatten einen schönen Blick aufs Meer bis nach Alexandrien und auch auf die Sommerresidenz König Faruks, die jetzt aber zum Hotel umgemünzt ist. Ein Spaziergang zum Leuchtturm in der Abendsonne über die schöne Brücke tat den Beinen nach dem vielen Sitzen gut. .

Ägypten-Rotraud 24a
Auf unserer Besichtigungstour kamen wir an der Abu al Abbas als Mursi Moschee mit ihrem 73 m hohen Minarett vorbei. Hochinteressant war auch unsere Fahrt durchs Wadi Natrûn (Tal des Natrons). Natron war ein wichtiger Stoff für die Beleuchtung in den Gräbern bei den Arbeiten (es raucht nicht!) sowie auch für die Mumifizierung, um dem Körper die Flüssigkeit zu entziehen. Wir besuchten das Kloster Deir Amba Bshôi, in dem noch etwa 2000 koptische Mönche leben sollen. Es war ausgebaut wie eine Festung mit Zugbrücke zur Verteidigung bei Angriffen.

Ägypten-Rotraud 26
Es ging weiter nach Kairo, von dort machten wir einen Ausflug nach Memphis, der 1. Hauptstadt nach der Vereinigung von Unter- und Oberägypten vor ca 3.000 Jahren. Wir besichtigten die Kolossalfigur von Ramses II, von einem Schutzhaus umgeben. Die Kalksteinfigur misst heute noch 10.3 m. Wir kamen weiter zu den Begräbnisstätten von Memphis, der Nekropole von Sakkara. Südlich von Sakkara befindet sich noch die Rote Pyramide und die Knickpyramide, die wir aber nur vom Bus aus entdeckten.

Ägypten-Rotraud 27
Unser nächstes Ziel war nämlich Gisa mit seinen Pyramiden Cheops (137,5 hoch, Seitenlänge 227.5 m), Chephren (135.5 m hoch, Seitenlänge 210,5 m) und Mykerinos (62m hoch, Seitenlänge 106 m) . Die Bauten datieren aus der Zeit der 4. Dynastie ca. 2575 bis 2465 v.Chr. An die Cheops-Pyramide ist ein Museum angebaut, in der die 1954 entdeckte und wieder zusammengesetzte Sonnenbarke besichtigt werden kann. Dann ging es zur Sphinxfigur, die 57 m lang ist, in Löwengestalt mit dem Kopf des Pharaos. Sandstürme, mutwillige Zerstörung usw. haben der Figur arg zugesetzt. Leider hat man noch keinen Weg zur Ausbesserung und des Erhalts gefunden.

Ägypten-Rotraud 28
An der Besichtigung der Zitadelle des Saladin hinderte uns ein kräftiger Sandsturm, so flüchteten wir in die Alabaster Moschee des Mohamed Ali. Die beiden Bleistiftminarette der Moschee sind 82 m hoch. Die Fenstergalerie besteht aus Alabasterscheiben, die ein gedämpftes Licht in die Moschee einlassen. Auch die Wände sind mit 11 m hohen Alabasterplatten verkleidet.

Ägypten-Rotraud 29a
Auf unserm Weg zum Ägyptischen Museum kamen wir noch am Viadukt vorbei, dass das Wasser des Nils mit Radschöpfwerken auf die Zitadelle bringen sollte.

Ägypten-Rotraud 30
Durch die Landflucht ist die Wohnungsnot in Kairo so entsetzlich, dass viele Tausende von Familien auf den Friedhöfen leben. Der Aufseher des Friedhofs vergibt und vermietet die Grabgebäude. Inzwischen gibt es dort sogar Strom und auch Satelittenschüsseln auf dem Friedhof.

Ägypten-Rotraud 31
Alaa brachte uns in der sehr kurz zur Verfügung stehenden Zeit im Ägyptischen Museum durch die Fülle der Exponate der versch. Dynastien bis zum Grabschatz des Tut-anch-Amun mit der goldenen Totenmaske des jung verstorbenen Herrschers.

Ägypten-Rotraud 32

Nach soviel Kultur machten wir noch einen Bummel durch den berühmten Khan al Khalili Basar, der schon 1000 Jahre alt sein soll. Dank Alaa kamen wir in den Teil des Basars, in dem die Einheimischen einkaufen. Ich fand den Rundgang äußerst schön. Aber mit diesen Eindrücken ging auch unsere Reise leider zu Ende!!!


Autor

Rotraud (tanteklara)

Diesen Artikel...

weiterempfehlen an:

  bewerten:
(bisher
51
Bewertungen)

  Um diesen Artikel zu kommentieren musst Du eingeloggt sein! Einblenden / verstecken hat 1 Kommentar(e):