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Spaziergang durch Padua
Bericht von Helmut
Spaziergänge in PaduaIm Centro storico
In der unberührten Morgenfrühe wirkt der Zauber dieser Stadt am tiefsten. Unterwegs durch die Gassen begleitet mich Stille, unterbrochen von den sanften Geräuschen der Straßenkehrer die das Pflaster der Straßen säubern. Lange Schatten wirft die Sonne auf die Häuserfronten, Details treten bruchstückhaft plastisch hervor, gleiten wieder zurück in das kunstvolle Gesamtbild der Fassaden.
Die Gassen der Altstadt sind eng und verworren. Vorgebaute Arkadengänge ursprünglich zur Verteidigung der Quartiere angelegt, weisen nach außen ab, bergen nach innen.
Padua weist deutliche Spuren des ursprünglichen Urbangefüges auf, sichtbar im unregelmäßigen, verzwickten Verlauf der Gassen und Straßen. Um Ecken biegend öffnen sich zauberhafte Winkel, laden zum Schauen ein. Bürgerhäuser mit bröseligen stumpfen Fronten, stehen neben Palazzi deren Fassaden mit Skulpturen und Masken, mit kleinen Obelisken und Voluten an den Giebeln geschmückt sind. Jedes Detail wetteifert um die Gunst der Augen des Betrachters.
Der Paduaner lebt in seinem Altstadthaus nach innen, den schmalen Gassen abgewandt. Stehen Tore offen, geben sie Blicke frei in schattige Patios und kunstvoll arrangierte Gärten, besetzt mit alten Bäumen, bewachsen mit dem Pflanzenreichtum der Region. Die Ruhe solcher Höfe überträgt sich auf den Betrachter. Abgeschiedenheit und Frieden liegt über diesen Bildern, diesem zauberhaften venetischen Ambiente.
Die Basilika del Santo
Aus dem morgendlichen Dunst schälen sich die Kuppeln des „ il Santo“. So nennen die Einheimischen kurzerhand die Kirche des Hl. Antonius. Ein eklezistisches Bauwerk. Errichtet zwischen 1232 und 1307 als Pfeilerbasilika. Die Mischung von romanischen, gotischen, byzantinischen Bauformen und Architekturelementen fügt sich zum harmonischen Gesamtbild. Besonders eigentümlich stellt sich die Überdachung der Kirche mit sieben halbkugelförmigen, byzantinischen Kuppeln dar.
Den attraktivsten Blick auf die Basilika bietet die Via Cesarotti, malerisch die Sicht vom Ponte Corvo, den schmalen Canale in vordergründigem Kontrast. Monumental ist die Aussicht von der Via Capelli auf die lombardische Fassade, die mit wuchtigen Blendarkaden und einer Zwerggalerie verziert ist.
Padua ist eine wichtige Wallfahrtsstätte. Die Stadt ist erwacht, die Morgenröte verblichen. Zwischen den Pilgern schwirren die Tauben der Piazza del Santo aufgeregt umher. Devotionalenhändler enthüllen ihre Stände, an denen Garben schneeweißer Kerzen sanft im Wind schaukeln. Alle Bars und Cafes haben inzwischen geöffnet, die Espressomaschinen dampfen. Lebhafter Verkehr verursacht brausenden Lärm, er verwandelt die Piazza in einen brodelnden, stockenden Hexenkessel.
Ernst und würdevoll blickt Erasmo de’ Narni, genannt: Gattamelata - gefleckte Katze - von Pferd und Sockel auf das städtische Treiben. Donatello, 1386 - 1466, der berühmteste Bildhauer der Frührenaissance, schuf dieses unvergleichliche Reiterstandbild. Überlebensgröße von Reiter und Pferd verschmelzen unter der Handschrift dieses Genies zu einer untrennbaren Einheit. Losgelöst von der Kirche San Antonio, bildet das Bronzedenkmal einen prachtvollen Vordergrund für die Basilika.
Beschränken wir uns im Inneren der Kirche auf das Wesentlichste. Der Hochaltar birgt das künstlerisch wichtigste Werk der Basilika: die Plastiken Donatellos in großartiger Komposition. Sie zeigt die erschütternde Entsagung im Gesicht des Gekreuzigten, zugleich Liebe und Hingabe ausdrückend. Das hohe Kruzifix beschützt unter sich die Statue Marias. In königlicher Haltung zeigt die Madonna den Gläubigen ihren Sohn Jesus. Sie birgt ihn im Faltenwurf des Kleides. Zur Seite
stehen ihr die Heiligen der Basilika. Donatellos Dramartugie, sein besonderer Sinn für Ebenmaß und expressiven Ausdruck in den Gesichtern seiner Geschöpfe, hebt diesen Künstler in den Adelsstand.
Die Basilika ist eine Nuance zu prunkvoll, zu überladen. Doch die Capella del Santo ist gewiss ein Zauberwort für jeden Pilger. Diese schöne und eindrucksvolle Grabkapelle des Hl. Antonius ist ein Meisterwerk der Hochrenaissance. Entrückt, beten die Wallfahrenden, mit einer Hand scheu auf dem Sarkophag verharrend.
Hinaustretend aus der Basilika, geblendet vom Lichtfluten, glänzt die Stadt in der Sonne. Wir flüchtenin eine ruhigere, schattige Zone.
Aus dem morgendlichen Dunst schälen sich die Kuppeln des „ il Santo“. So nennen die Einheimischen kurzerhand die Kirche des Hl. Antonius. Ein eklezistisches Bauwerk. Errichtet zwischen 1232 und 1307 als Pfeilerbasilika. Die Mischung von romanischen, gotischen, byzantinischen Bauformen und Architekturelementen fügt sich zum harmonischen Gesamtbild. Besonders eigentümlich stellt sich die Überdachung der Kirche mit sieben halbkugelförmigen, byzantinischen Kuppeln dar.
Den attraktivsten Blick auf die Basilika bietet die Via Cesarotti, malerisch die Sicht vom Ponte Corvo, den schmalen Canale in vordergründigem Kontrast. Monumental ist die Aussicht von der Via Capelli auf die lombardische Fassade, die mit wuchtigen Blendarkaden und einer Zwerggalerie verziert ist.
Padua ist eine wichtige Wallfahrtsstätte. Die Stadt ist erwacht, die Morgenröte verblichen. Zwischen den Pilgern schwirren die Tauben der Piazza del Santo aufgeregt umher. Devotionalenhändler enthüllen ihre Stände, an denen Garben schneeweißer Kerzen sanft im Wind schaukeln. Alle Bars und Cafes haben inzwischen geöffnet, die Espressomaschinen dampfen. Lebhafter Verkehr verursacht brausenden Lärm, er verwandelt die Piazza in einen brodelnden, stockenden Hexenkessel.
Ernst und würdevoll blickt Erasmo de’ Narni, genannt: Gattamelata - gefleckte Katze - von Pferd und Sockel auf das städtische Treiben. Donatello, 1386 - 1466, der berühmteste Bildhauer der Frührenaissance, schuf dieses unvergleichliche Reiterstandbild. Überlebensgröße von Reiter und Pferd verschmelzen unter der Handschrift dieses Genies zu einer untrennbaren Einheit. Losgelöst von der Kirche San Antonio, bildet das Bronzedenkmal einen prachtvollen Vordergrund für die Basilika.
Beschränken wir uns im Inneren der Kirche auf das Wesentlichste. Der Hochaltar birgt das künstlerisch wichtigste Werk der Basilika: die Plastiken Donatellos in großartiger Komposition. Sie zeigt die erschütternde Entsagung im Gesicht des Gekreuzigten, zugleich Liebe und Hingabe ausdrückend. Das hohe Kruzifix beschützt unter sich die Statue Marias. In königlicher Haltung zeigt die Madonna den Gläubigen ihren Sohn Jesus. Sie birgt ihn im Faltenwurf des Kleides. Zur Seite
stehen ihr die Heiligen der Basilika. Donatellos Dramartugie, sein besonderer Sinn für Ebenmaß und expressiven Ausdruck in den Gesichtern seiner Geschöpfe, hebt diesen Künstler in den Adelsstand.
Die Basilika ist eine Nuance zu prunkvoll, zu überladen. Doch die Capella del Santo ist gewiss ein Zauberwort für jeden Pilger. Diese schöne und eindrucksvolle Grabkapelle des Hl. Antonius ist ein Meisterwerk der Hochrenaissance. Entrückt, beten die Wallfahrenden, mit einer Hand scheu auf dem Sarkophag verharrend.
Hinaustretend aus der Basilika, geblendet vom Lichtfluten, glänzt die Stadt in der Sonne. Wir flüchtenin eine ruhigere, schattige Zone.
Der Palazzo Cornaro
Auf dem Wege vom il Santo zur Kirche S. Sofia führt unser Spaziergang durch die Via San Francesco und die Via Cesarotti. Eine schroffe Enttäuschung, der Palazzo Cornaro, Via Cesarotti Nr. 21 ist auf unbestimmte Zeit geschlossen. Versperrt war der Zugang zur Loggia und zum Odeon Cornaro, zwei Meisterwerke der Architektur von Giovanni Maria Falconetto 1524 und 1530, nach Ideen von Cornaro entworfen und gebaut.
Alvise Cornaro war in Padua eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Gelehrter, Mäzen, Gutsbesitzer und Gartenarchitekt. Unter seinen Einfluss geriet auch Andrea Palladio, 1508 - 1580, der berühmteste und am häufigsten imitierte Architekt der Weltgeschichte. Geboren in Padua, wuchs er hinein in die schöpferische Epoche des Cinquecento, die Spätrenaissance. Sechzehnjährig flieht Palladio nach Vicenza. Er gerät dort in die Einflusssphäre des Conte G. Trissino, der ihn nach Kräften unterstützt. 1538 reist Trissino drei Jahre nach Padua, begleitet von Palladio, der hier Cornaro und den Veroneser Maler Falconetto kennenlernt.
Welch eine Ironie für die Stadt Padua, ihr berühmtester Sohn dessen Genialität, sein Schöpfertum, seine humane Architektur im Veneto eine vitale Gegenwart erlebt, hatte nie einen Auftrag in seiner Vaterstadt erhalten!
Doch zurück in die Gegenwart: die Enttäuschung über das versiegelte Tor zur Villa Cornaro war mir ins Gesicht gegraben. Doch mein liebenswürdiger italienischer Begleiter schleust uns durch den Baustelleneingang, wir setzen eine amtliche Miene auf und können ungestört einen Blick auf die Loggia werfen. Das Gebäude sieht kummervoll aus. Die Einzigartigkeit dieses Entwurfes ist entstellt durch fressende Schwefeldioxyde auf dem porösen Kalkstein Istriens. Stein wandelt sich um in Gips, zerfällt. Am schlimmsten mitgenommen sind die Gurtgesimse und Dreiviertelsäulen. Die Zerstörungen wirken irreparabel. Skulpturen mit verwüsteten Körpern, Masken, zerfressen, zerstört, ins Leere blickend. Die Gesichter sind stumpf, ohne Konturen, mit gebrochenen Augen. Ein grotesker Gegensatz hierzu ist der phantasievolle Garten Cornaros. im geometrischen Formenspiel spiegelt sich verschleierte Heiterkeit. Umschlingendes Efeu umwuchert die Loggia. Die saftgrüne Üppigkeit der Bananenstauden spottet dem Verfall im Hintergrund der Ansicht.
Auf dem Wege vom il Santo zur Kirche S. Sofia führt unser Spaziergang durch die Via San Francesco und die Via Cesarotti. Eine schroffe Enttäuschung, der Palazzo Cornaro, Via Cesarotti Nr. 21 ist auf unbestimmte Zeit geschlossen. Versperrt war der Zugang zur Loggia und zum Odeon Cornaro, zwei Meisterwerke der Architektur von Giovanni Maria Falconetto 1524 und 1530, nach Ideen von Cornaro entworfen und gebaut.
Alvise Cornaro war in Padua eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Gelehrter, Mäzen, Gutsbesitzer und Gartenarchitekt. Unter seinen Einfluss geriet auch Andrea Palladio, 1508 - 1580, der berühmteste und am häufigsten imitierte Architekt der Weltgeschichte. Geboren in Padua, wuchs er hinein in die schöpferische Epoche des Cinquecento, die Spätrenaissance. Sechzehnjährig flieht Palladio nach Vicenza. Er gerät dort in die Einflusssphäre des Conte G. Trissino, der ihn nach Kräften unterstützt. 1538 reist Trissino drei Jahre nach Padua, begleitet von Palladio, der hier Cornaro und den Veroneser Maler Falconetto kennenlernt.
Welch eine Ironie für die Stadt Padua, ihr berühmtester Sohn dessen Genialität, sein Schöpfertum, seine humane Architektur im Veneto eine vitale Gegenwart erlebt, hatte nie einen Auftrag in seiner Vaterstadt erhalten!
Doch zurück in die Gegenwart: die Enttäuschung über das versiegelte Tor zur Villa Cornaro war mir ins Gesicht gegraben. Doch mein liebenswürdiger italienischer Begleiter schleust uns durch den Baustelleneingang, wir setzen eine amtliche Miene auf und können ungestört einen Blick auf die Loggia werfen. Das Gebäude sieht kummervoll aus. Die Einzigartigkeit dieses Entwurfes ist entstellt durch fressende Schwefeldioxyde auf dem porösen Kalkstein Istriens. Stein wandelt sich um in Gips, zerfällt. Am schlimmsten mitgenommen sind die Gurtgesimse und Dreiviertelsäulen. Die Zerstörungen wirken irreparabel. Skulpturen mit verwüsteten Körpern, Masken, zerfressen, zerstört, ins Leere blickend. Die Gesichter sind stumpf, ohne Konturen, mit gebrochenen Augen. Ein grotesker Gegensatz hierzu ist der phantasievolle Garten Cornaros. im geometrischen Formenspiel spiegelt sich verschleierte Heiterkeit. Umschlingendes Efeu umwuchert die Loggia. Die saftgrüne Üppigkeit der Bananenstauden spottet dem Verfall im Hintergrund der Ansicht.
Die Kirche S. Sofia
Die Quartiere in der Via San Francesco und der Via S. Sofia wirken verwittert, verblichen. Nicht nur über diesem Teil der Innenstadt liegt ein Hauch von Patina. Die typischen Fassaden der Bürgerhäuser zeigen erdgeschossig Arkade und Laufgang. In den oberen Geschossen sind die Fassaden mit schmalen Fenstern aufgegliedert, reichen hin bis zum Fußboden. Vorgelagert kleine Balkone mit geschmackvoll ornamentierten, eisernen Balustraden. An vornehmeren Häusern entdeckt man im Piano nobile gekuppelte Fenster mit Überfangbögen, den Empfangsräumen zugeordnet. Flache Giebel schließen die Fassaden, häufig mit Blatt -, Rauten - oder Rundbogenfriesen abgegrenzt. Die Häuser sprechen in ihrer Schlichtheit eine sparsame, doch kraftvolle Sprache.
Merkwürdig ist, wie viele Bürgerhäuser und Palazzi leer stehen. Diese Gebäude stehen am Beginn einer langen, langsamen Agonie. Es wird nicht viel Restaurationsarbeit geleistet, gewiss: hin und wieder sieht man Handwerker damit beschäftigt, dem drohenden Verfall zu begegnen. Doch wie jeder Nation fehlt auch Italien das Geld für die Denkmalspflege - und es scheint, als fehle es Padua insbesondere.
Gichtig, vom Alter vornübergebeugt die Front der Kirche S. Sofia, die einzige Kirche Paduas aus dem Mittelalter ohne spätere Eingriffe in die Architektur. Ein unverputzter Backsteinbau mit vortrefflich gegliederter romanischer Fassade. Die Front der Seitenschiffe mit hohen profilierten Blendarkaden und Rundfenstern geschmückt. Das Portal besitzt eine fein abgesetzte Bogenlaibung über dem Tympanon, beidseitig von Rundbogennischen flankiert. Die obere Fassade des Mittelschiffes ist durch zwei Halbsäulen in drei Felder geteilt. Im Mittelpunkt dominiert ein mächtiges Rundfenster. Den Giebel stützt ein hübsches byzantinisches Kapitell, darunter liegend eine Fensterzeile mit einem Zwillingsfenster.
Eintretend empfängt den Besucher dämmriges Dunkel, angenehme Kühle. In der Stille der Kirche entfaltet sich Andacht, bleibt Zeit zur Besinnung. Der Rundgang zeigt keine Spuren der Bombardierungen von 1944 / 45 mehr, obwohl die Kirche dabei schwere Verwüstungen erlitt. Die Aufbauarbeiten wurden mit antikem Baumaterial durchgeführt. Sehenswert ist der Apsisrundgang mit unten offenen Bögen, attische Basen tragen monolithische Säulen mit Würfelkapitellen. Diese Kirche hinterlässt beim Besucher einen
tiefen Eindruck, hervorgerufen durch die Harmonie des Bauschemas und durch ihre würdevolle Schlichtheit.
Die Quartiere in der Via San Francesco und der Via S. Sofia wirken verwittert, verblichen. Nicht nur über diesem Teil der Innenstadt liegt ein Hauch von Patina. Die typischen Fassaden der Bürgerhäuser zeigen erdgeschossig Arkade und Laufgang. In den oberen Geschossen sind die Fassaden mit schmalen Fenstern aufgegliedert, reichen hin bis zum Fußboden. Vorgelagert kleine Balkone mit geschmackvoll ornamentierten, eisernen Balustraden. An vornehmeren Häusern entdeckt man im Piano nobile gekuppelte Fenster mit Überfangbögen, den Empfangsräumen zugeordnet. Flache Giebel schließen die Fassaden, häufig mit Blatt -, Rauten - oder Rundbogenfriesen abgegrenzt. Die Häuser sprechen in ihrer Schlichtheit eine sparsame, doch kraftvolle Sprache.
Merkwürdig ist, wie viele Bürgerhäuser und Palazzi leer stehen. Diese Gebäude stehen am Beginn einer langen, langsamen Agonie. Es wird nicht viel Restaurationsarbeit geleistet, gewiss: hin und wieder sieht man Handwerker damit beschäftigt, dem drohenden Verfall zu begegnen. Doch wie jeder Nation fehlt auch Italien das Geld für die Denkmalspflege - und es scheint, als fehle es Padua insbesondere.
Gichtig, vom Alter vornübergebeugt die Front der Kirche S. Sofia, die einzige Kirche Paduas aus dem Mittelalter ohne spätere Eingriffe in die Architektur. Ein unverputzter Backsteinbau mit vortrefflich gegliederter romanischer Fassade. Die Front der Seitenschiffe mit hohen profilierten Blendarkaden und Rundfenstern geschmückt. Das Portal besitzt eine fein abgesetzte Bogenlaibung über dem Tympanon, beidseitig von Rundbogennischen flankiert. Die obere Fassade des Mittelschiffes ist durch zwei Halbsäulen in drei Felder geteilt. Im Mittelpunkt dominiert ein mächtiges Rundfenster. Den Giebel stützt ein hübsches byzantinisches Kapitell, darunter liegend eine Fensterzeile mit einem Zwillingsfenster.
Eintretend empfängt den Besucher dämmriges Dunkel, angenehme Kühle. In der Stille der Kirche entfaltet sich Andacht, bleibt Zeit zur Besinnung. Der Rundgang zeigt keine Spuren der Bombardierungen von 1944 / 45 mehr, obwohl die Kirche dabei schwere Verwüstungen erlitt. Die Aufbauarbeiten wurden mit antikem Baumaterial durchgeführt. Sehenswert ist der Apsisrundgang mit unten offenen Bögen, attische Basen tragen monolithische Säulen mit Würfelkapitellen. Diese Kirche hinterlässt beim Besucher einen
tiefen Eindruck, hervorgerufen durch die Harmonie des Bauschemas und durch ihre würdevolle Schlichtheit.
Der Palazzo della Ragione
In einer neuen Schleife durch die Stadt ziehend, suchen wir die Mitte. Die Piazza delle Erbe und die jenseits des Palazzo della Ragione gelegen Piazza delle Frutta bildeten im Mittelalter das Handelszentrum Paduas. Heute sind hier die täglichen Märkte angesiedelt.
Es ist schwer zu sagen, wo der schönste Fleck in Padua zu suchen ist. Hier ist es das Bild reicher Farbigkeit. Samstagmorgen, auf beiden Plätzen ein liebenswürdiges Chaos von Budengassen und Marktständen. Die Stadt wimmelt von geschäftigen Menschen.
Elegant gekleidete Damen, legere Flaneure, Bauern und Marktweiber, Gaukler und Fahrende, Touristen und Pilger treffen sich auf diesen Plätzen. Auf den Pritschen der Stände stapeln sich schilfgrüne Artischocken,sie wetteifern mit dem Rot der Tomaten. Filigrane Bohnen in fragilen Beugen liegen neben derben Haufen von Kartoffeln. Salatherzen, strahlendes Gelb in grünem Zentrum, streiten sich mit Lauchstielen und Spinat in üppigem Blattgrün um Käufergunst. Dazwischen duftige Stände mit Gewürzen aus den Regionen der ganzen Welt. Die Zauberwelt der Gewürze mit ihrem Formenreichtum, ihren überschwenglichen Gerüchen - da liegt sie, riechbar nahe und verführerisch.
Ein Hauch Erinnerung dazwischen: Venedig besaß im 14. Jahrhundert das Weltmonopol
des Gewürzhandels. Zur liebenswerten Atmosphäre dieser Märkte gehören auch solche Details wie die klagende Zigeunerin auf dem nackten Boden.
„ Mangiare, capo „ ruft sie uns an, mit flehendem Blick in den Augen. Hält uns ihren schlafenden Säugling entgegen. Schluchzt noch einmal „ Mangiare, perfavore. „ Wie steinern müsste ein Herz sein, ließe es sich durch soviel Inbrunst nicht erweichen.
Um die Ecke, eine kleine Menagerie : traurig blickende Hunde, zarte Kätzchen suchen Käufer, laut und ausdauernd angepriesen. Zicklein zittern an Stricken, Enten strecken schnatternd die Hälse. Hühner halten ihre Hälse schräg. Ein lustiges Durcheinander von Mensch und Vieh, Verkäufer und Käufer, feilschend, handelnd, sich zum Schluss einig werdend.
Im Schatten eines Bogens spielt ein blinder Musikant. Versunken späht er in sich hinein,
zaubert italienische Weisen aus einer abgegriffenen Harmonika. „ Grazie „, flüstert er dankbar beim Klicken gespendeter Münze.
Das Getöse dieses herrlichen italienischen Marktgewühls brandet vergeblich gegen den Palazzo della Ragione, es verebbt einfach in den Arkaden. Erbaut wurde der Palazzo zwischen 1218 und 1219. Ein Jahrhundert später fanden Umbauten statt, denen der Palazzo seine zweigeschossigen Loggien verdankt. Ein verheerender Brand um 1420 - dem Beginn der Frührenaissance - vernichtet wertvolle Fresken Giottos. Beim Wiederaufbau beschert Padua, gerade Venedig zugefallen, Italien einen wahrhaftig generösen Saal mittelalterlicher Prägung. „ Il Salone „ genannt.
Die ungeheure Fläche von 2133 Quadratmetern wird von einem Kielbogendach, mit einem Radius von 27 Metern überspannt. Dieses Wunderwerk aus Kastanienholz errichtete der Eremitanermönch Giovanni, der damals als Chefingenieur Paduas Bauten betreute.
Zögernd treten wir ein. Gewiss: mir war die Unendlichkeit dieses Raumes bekannt. Trotzdem erschrecke ich, es war ein Schritt in die Leere, zunächst kein sichtbarer Endpunkt.
Schwarzbraunes Dachgebälk verzehrt hereinfallendes Licht und senkt den Raum in mystisches Halbdunkel. Die Wände mit Fresken, denen astrologische Themen zugrunde liegen, ausgemalt. Der Wandel durch diesen Saal gleicht einem Spaziergang. Als einziges Mobiliar schmückt Donatellos Pferd, als zweifach überlebensgroße Nachbildung von A. Capodilista in Holz gehauen, den Saal.
Eine wundervolle Dekoration für das Traumstück eines Raumes.
Unter den Galerien des Palazzo della Ragione, zwei überwölbte Basargassen, dort werden in unglaublich dichter Fülle: Fleisch, Geflügel, Fische, Käse und Delikatessen angeboten. Dies ist der Bauch Paduas!
Ein anregendes, sinnliches Erlebnis: Lärm und Geschrei, Geschmack und Geruch, Farbe und Licht, drangvolle Enge.
In einer prallvollen Osteria stillen wir unseren Hunger auf all die dargebotenen Köstlichkeiten mit Antipastis. Probieren die typischen Weine der Region. Den Tocai aus den Colli Euganei, ein heller lichtgrüner Wein mit pikant – trocke-
nem Bukett. Später hellroten Cabernet, mit samtig weichem Geschmack. Der Wirt zapft direkt aus dem Fass ins Glas. Salute, Salute! Ausgelassenes Zuprosten verwischt die Sprachbarriere zwischen den Einheimischen und uns. Blicke, Gesten und Gebärden und ein fürchterliches gegenseitiges Kauderwelsch, herzlich gemeint und von allen verstanden, integrieren uns rasch und formlos, es geht so richtig italienisch zu. Schließlich ein letzter Schluck, dann werden wir einfach mit der Menge hinausgespült auf die Piazza. Geblendet vom dunstdurchwirkten Licht über der Stadt, deren Konturen sich darin verlieren.
In einer neuen Schleife durch die Stadt ziehend, suchen wir die Mitte. Die Piazza delle Erbe und die jenseits des Palazzo della Ragione gelegen Piazza delle Frutta bildeten im Mittelalter das Handelszentrum Paduas. Heute sind hier die täglichen Märkte angesiedelt.
Es ist schwer zu sagen, wo der schönste Fleck in Padua zu suchen ist. Hier ist es das Bild reicher Farbigkeit. Samstagmorgen, auf beiden Plätzen ein liebenswürdiges Chaos von Budengassen und Marktständen. Die Stadt wimmelt von geschäftigen Menschen.
Elegant gekleidete Damen, legere Flaneure, Bauern und Marktweiber, Gaukler und Fahrende, Touristen und Pilger treffen sich auf diesen Plätzen. Auf den Pritschen der Stände stapeln sich schilfgrüne Artischocken,sie wetteifern mit dem Rot der Tomaten. Filigrane Bohnen in fragilen Beugen liegen neben derben Haufen von Kartoffeln. Salatherzen, strahlendes Gelb in grünem Zentrum, streiten sich mit Lauchstielen und Spinat in üppigem Blattgrün um Käufergunst. Dazwischen duftige Stände mit Gewürzen aus den Regionen der ganzen Welt. Die Zauberwelt der Gewürze mit ihrem Formenreichtum, ihren überschwenglichen Gerüchen - da liegt sie, riechbar nahe und verführerisch.
Ein Hauch Erinnerung dazwischen: Venedig besaß im 14. Jahrhundert das Weltmonopol
des Gewürzhandels. Zur liebenswerten Atmosphäre dieser Märkte gehören auch solche Details wie die klagende Zigeunerin auf dem nackten Boden.
„ Mangiare, capo „ ruft sie uns an, mit flehendem Blick in den Augen. Hält uns ihren schlafenden Säugling entgegen. Schluchzt noch einmal „ Mangiare, perfavore. „ Wie steinern müsste ein Herz sein, ließe es sich durch soviel Inbrunst nicht erweichen.
Um die Ecke, eine kleine Menagerie : traurig blickende Hunde, zarte Kätzchen suchen Käufer, laut und ausdauernd angepriesen. Zicklein zittern an Stricken, Enten strecken schnatternd die Hälse. Hühner halten ihre Hälse schräg. Ein lustiges Durcheinander von Mensch und Vieh, Verkäufer und Käufer, feilschend, handelnd, sich zum Schluss einig werdend.
Im Schatten eines Bogens spielt ein blinder Musikant. Versunken späht er in sich hinein,
zaubert italienische Weisen aus einer abgegriffenen Harmonika. „ Grazie „, flüstert er dankbar beim Klicken gespendeter Münze.
Das Getöse dieses herrlichen italienischen Marktgewühls brandet vergeblich gegen den Palazzo della Ragione, es verebbt einfach in den Arkaden. Erbaut wurde der Palazzo zwischen 1218 und 1219. Ein Jahrhundert später fanden Umbauten statt, denen der Palazzo seine zweigeschossigen Loggien verdankt. Ein verheerender Brand um 1420 - dem Beginn der Frührenaissance - vernichtet wertvolle Fresken Giottos. Beim Wiederaufbau beschert Padua, gerade Venedig zugefallen, Italien einen wahrhaftig generösen Saal mittelalterlicher Prägung. „ Il Salone „ genannt.
Die ungeheure Fläche von 2133 Quadratmetern wird von einem Kielbogendach, mit einem Radius von 27 Metern überspannt. Dieses Wunderwerk aus Kastanienholz errichtete der Eremitanermönch Giovanni, der damals als Chefingenieur Paduas Bauten betreute.
Zögernd treten wir ein. Gewiss: mir war die Unendlichkeit dieses Raumes bekannt. Trotzdem erschrecke ich, es war ein Schritt in die Leere, zunächst kein sichtbarer Endpunkt.
Schwarzbraunes Dachgebälk verzehrt hereinfallendes Licht und senkt den Raum in mystisches Halbdunkel. Die Wände mit Fresken, denen astrologische Themen zugrunde liegen, ausgemalt. Der Wandel durch diesen Saal gleicht einem Spaziergang. Als einziges Mobiliar schmückt Donatellos Pferd, als zweifach überlebensgroße Nachbildung von A. Capodilista in Holz gehauen, den Saal.
Eine wundervolle Dekoration für das Traumstück eines Raumes.
Unter den Galerien des Palazzo della Ragione, zwei überwölbte Basargassen, dort werden in unglaublich dichter Fülle: Fleisch, Geflügel, Fische, Käse und Delikatessen angeboten. Dies ist der Bauch Paduas!
Ein anregendes, sinnliches Erlebnis: Lärm und Geschrei, Geschmack und Geruch, Farbe und Licht, drangvolle Enge.
In einer prallvollen Osteria stillen wir unseren Hunger auf all die dargebotenen Köstlichkeiten mit Antipastis. Probieren die typischen Weine der Region. Den Tocai aus den Colli Euganei, ein heller lichtgrüner Wein mit pikant – trocke-
nem Bukett. Später hellroten Cabernet, mit samtig weichem Geschmack. Der Wirt zapft direkt aus dem Fass ins Glas. Salute, Salute! Ausgelassenes Zuprosten verwischt die Sprachbarriere zwischen den Einheimischen und uns. Blicke, Gesten und Gebärden und ein fürchterliches gegenseitiges Kauderwelsch, herzlich gemeint und von allen verstanden, integrieren uns rasch und formlos, es geht so richtig italienisch zu. Schließlich ein letzter Schluck, dann werden wir einfach mit der Menge hinausgespült auf die Piazza. Geblendet vom dunstdurchwirkten Licht über der Stadt, deren Konturen sich darin verlieren.
Das Gran Cafè Pedrocchi
Die große selbstständige Vergangenheit Venedigs und seiner Herrschaft über Padua offenbart sich auf der Piazza dei Signori. Machtvoll beherrscht der Palazzo del Capitano diesen Platz.
Für die endgültige Gestaltung des Uhrturmes sorgte Falconetto, er entwarf den Triumph- bogen unter der ersten öffentlichen Uhr Italiens, die neben der Tageszeit auch die Konstellation der Planeten anzeigt.
Um diese Uhr rankt sich eine hübsche Anekdote: Der Uhrmacher fühlte sich für seinen Entwurf und die Arbeit schlecht entlohnt. Für solche Ungerechtigkeit sich rächend vergaß der Meister die Waage, das Zeichen der Gerechtigkeit, im Rund der Tierkreiszeichen darzustellen. Man sucht sie auch heute noch vergeblich, im goldenen Zirkel, im Zentrum des riesigen Zifferblattes.
Keinen Steinwurf von der Piazza della Frutta entfernt, befindet sich das Gran Caffè Pedrocchi. Ein Kaffetrinkermekka, einer der berühmtesten Espressotempel Italiens. Erbaut von dem Architekten G. Japelli, in klassizistischem Stil. Es war schon immer der Treffpunkt für die Lehrer und Studierenden der Universität Padua. Es ist schön hier. Im weißen Saal, am Tresen des Alkoven, stehen wir und trinken einen Ristretto, plaudern mit Freunden und verarbeiten die Fülle der Eindrücke die unentwegt auf uns einstürmen.
Die große selbstständige Vergangenheit Venedigs und seiner Herrschaft über Padua offenbart sich auf der Piazza dei Signori. Machtvoll beherrscht der Palazzo del Capitano diesen Platz.
Für die endgültige Gestaltung des Uhrturmes sorgte Falconetto, er entwarf den Triumph- bogen unter der ersten öffentlichen Uhr Italiens, die neben der Tageszeit auch die Konstellation der Planeten anzeigt.
Um diese Uhr rankt sich eine hübsche Anekdote: Der Uhrmacher fühlte sich für seinen Entwurf und die Arbeit schlecht entlohnt. Für solche Ungerechtigkeit sich rächend vergaß der Meister die Waage, das Zeichen der Gerechtigkeit, im Rund der Tierkreiszeichen darzustellen. Man sucht sie auch heute noch vergeblich, im goldenen Zirkel, im Zentrum des riesigen Zifferblattes.
Keinen Steinwurf von der Piazza della Frutta entfernt, befindet sich das Gran Caffè Pedrocchi. Ein Kaffetrinkermekka, einer der berühmtesten Espressotempel Italiens. Erbaut von dem Architekten G. Japelli, in klassizistischem Stil. Es war schon immer der Treffpunkt für die Lehrer und Studierenden der Universität Padua. Es ist schön hier. Im weißen Saal, am Tresen des Alkoven, stehen wir und trinken einen Ristretto, plaudern mit Freunden und verarbeiten die Fülle der Eindrücke die unentwegt auf uns einstürmen.
Die Capella Scrovegni
Ein Hauch verblichener Seide am Himmel. Durch den Dunst schimmert eine milde Nachmittagssonne.
Hinaustretend aus dem Pedrocchi überquert man die Piazza Cavour, einen abgestuften Platz, eingerahmt mit vornehmen Palästen und Bürohäusern. Die Magistrale Paduas, der Corso Garibaldi, führt uns zur Capella Scrovegni.
Der Besuch der Kapelle gehört gewissermaßen zum Pflichtprogramm eines Padua - Aufenthaltes.
Giotto di Bondone, 1266 - 1337, einer der wichtigsten Freskanten der Gotik, inszenierte in der Kapelle von 1304 - 06 mit seinen Wandmalereien ein epochales Kunstwerk.
Giotto stellt in dieser monumentalen Freskenfolge in einem klar gestalteten Bildraum das Leben Christi und Marias dar. Giotto war der italienische Maler, der den formelhaften byzantinischen Stil überwand und den Weg für eine neue italienische Malerei wies.
Im Innenraum dicht gedrängt die Besucher. Angemessene Stille, Andacht. Die wundervolle Schar seiner menschlich beseelten Gesichter lässt den Betrachter die Inspiration Giottos fühlen. Die dramatische Verdichtung einzelner Szenen strahlt unmittelbare Wirkung aus und erzeugt tiefe Gemütsbewegungen. Die Stunde in diesem wunderbar dekorierten, sakralen Raum, losgelöst von der Außenwelt, ist eine ungeheure visuelle Erfahrung.
Ein Hauch verblichener Seide am Himmel. Durch den Dunst schimmert eine milde Nachmittagssonne.
Hinaustretend aus dem Pedrocchi überquert man die Piazza Cavour, einen abgestuften Platz, eingerahmt mit vornehmen Palästen und Bürohäusern. Die Magistrale Paduas, der Corso Garibaldi, führt uns zur Capella Scrovegni.
Der Besuch der Kapelle gehört gewissermaßen zum Pflichtprogramm eines Padua - Aufenthaltes.
Giotto di Bondone, 1266 - 1337, einer der wichtigsten Freskanten der Gotik, inszenierte in der Kapelle von 1304 - 06 mit seinen Wandmalereien ein epochales Kunstwerk.
Giotto stellt in dieser monumentalen Freskenfolge in einem klar gestalteten Bildraum das Leben Christi und Marias dar. Giotto war der italienische Maler, der den formelhaften byzantinischen Stil überwand und den Weg für eine neue italienische Malerei wies.
Im Innenraum dicht gedrängt die Besucher. Angemessene Stille, Andacht. Die wundervolle Schar seiner menschlich beseelten Gesichter lässt den Betrachter die Inspiration Giottos fühlen. Die dramatische Verdichtung einzelner Szenen strahlt unmittelbare Wirkung aus und erzeugt tiefe Gemütsbewegungen. Die Stunde in diesem wunderbar dekorierten, sakralen Raum, losgelöst von der Außenwelt, ist eine ungeheure visuelle Erfahrung.
Der Prato della Valle
Die Nacht senkt sich herab. Eine Turmuhr schlägt die elfte Abendstunde.
Auf der Terrasse des Restaurants „Donatello“ in lauer Luft den Abend verträumend, schauen wir in den Himmel, paduanische Farben: altrosa, saphierblau, am Horizont achatgrau verlöschende Helligkeit. Wir fühlen uns wohl in dieser Stadt, fast schon vertraut mit ihr.
Morgen, ein letzter Spaziergang durch diese schöne, alte Stadt. Es ist schwer, sich in der Überfülle des Sehenswerten zu entscheiden. Padua ist ein architektonisches Museum. Unterwegs zur Kirche S. Giustina streifen wir den Prato della Valle.
Als zweitgrößte Platzanlage Europas erhielt er seine jetzige Form erst gegen 1775. Der riesenhafte Plan zeigt in seinem Zentrum die Isola Memmia, eingeschlossen von einem flachen Kanal, ist die Insel über vier steinerne Bogenbrücken erreichbar. Das Rund um die Insel begleiten 87 in Stein gehauene überlebensgroße Statuen, allesamt Persönlichkeiten aus der reichen Geschichte dieser Stadt. Gelehrte, Feldherren, Politiker, Kirchenfürsten, Dichter, Bürger und Heilige, verstummte Zeugen abendländischer Vergangenheit.
Die Tradition des Prato reicht bis in römische Zeit, dort diente er als Theaterplatz und Zirkusarena. Im Mittelalter als Festplatz für Turniere, Jahrmärkte und Pferderennen genutzt, als traditionelle Versammlungsstätte der „freien Männer um Padua „ bekannt, verkam der Platz zum Ende des 18. Jahrhunderts.
Der venezianische Senat erklärte den Prato della Valle zum öffentlichen Eigentum, nachdem er die Abtei S. Giustina kurzerhand von diesem Besitztum enteignete. Danach erst entstand das Bild dieses Platzes in seiner zeitgenössischen Form.
Zur Innenstadt hin wird der Platz von malerischen Stadthäusern und Palästen gerahmt. Im Süden beherrscht die Basilika San Giustina, ein mächtiges Bauwerk, die Szene dieses Platzes. Die schlichte, fast romanisch wirkende Fassade strahlt machtvolle Würde aus.
Der äußere Rundgang ist begrenzt. Der Weg führt uns in die Via Ferrari, dort bietet die Ostseite der Kirche mit ihren acht Kuppeln, welche die drei Schiffe des Langbaues überwölben, einen phantasievollen Anblick.
Im Innern: maßvolle Strenge in den gewaltigen Dimensionen des Langhauses. Mächtige, aufstrebende Pfeiler stützen in abgestuften Höhen die bramante’schen Kuppeln. In dieser Kirche herrscht eine diffuse Lichtfülle, von den Kuppeln hereinfallendes Licht, ist das prägende Erlebnis in diesem Raum.
Die bezwingende Ästhetik dieses Entwurfes ist von zeitloser Gültigkeit. Vom Gründungsbau aus dem 5. Jahrhundert, blieb im Verlauf der wechselvollen Geschichte dieser Kirche nur die Sacello di S. Maria bewahrt. Sie birgt das Grab des hl. Prosdocimus, dem ersten Bischof von Padua.
Sehenswert ist Veroneses Gemälde vom: „ Martyrium der hl. Giustina „, frühbarocke Fülle und schwärmerische Religiösität ausstrahlend. Als prächtige Duplizität gelten die Chorstühle des Coro vecchio mit der Darstellung perspektivischer Stadtansichten Paduas und die einmalig schöne Arbeit von Taurigni, der in achtjähriger Arbeit das Chorgestühl im Presbyterium schuf. Eines der
bedeutendsten Holzbildhauerwerke der italienischen Geschichte.
Die Nacht senkt sich herab. Eine Turmuhr schlägt die elfte Abendstunde.
Auf der Terrasse des Restaurants „Donatello“ in lauer Luft den Abend verträumend, schauen wir in den Himmel, paduanische Farben: altrosa, saphierblau, am Horizont achatgrau verlöschende Helligkeit. Wir fühlen uns wohl in dieser Stadt, fast schon vertraut mit ihr.
Morgen, ein letzter Spaziergang durch diese schöne, alte Stadt. Es ist schwer, sich in der Überfülle des Sehenswerten zu entscheiden. Padua ist ein architektonisches Museum. Unterwegs zur Kirche S. Giustina streifen wir den Prato della Valle.
Als zweitgrößte Platzanlage Europas erhielt er seine jetzige Form erst gegen 1775. Der riesenhafte Plan zeigt in seinem Zentrum die Isola Memmia, eingeschlossen von einem flachen Kanal, ist die Insel über vier steinerne Bogenbrücken erreichbar. Das Rund um die Insel begleiten 87 in Stein gehauene überlebensgroße Statuen, allesamt Persönlichkeiten aus der reichen Geschichte dieser Stadt. Gelehrte, Feldherren, Politiker, Kirchenfürsten, Dichter, Bürger und Heilige, verstummte Zeugen abendländischer Vergangenheit.
Die Tradition des Prato reicht bis in römische Zeit, dort diente er als Theaterplatz und Zirkusarena. Im Mittelalter als Festplatz für Turniere, Jahrmärkte und Pferderennen genutzt, als traditionelle Versammlungsstätte der „freien Männer um Padua „ bekannt, verkam der Platz zum Ende des 18. Jahrhunderts.
Der venezianische Senat erklärte den Prato della Valle zum öffentlichen Eigentum, nachdem er die Abtei S. Giustina kurzerhand von diesem Besitztum enteignete. Danach erst entstand das Bild dieses Platzes in seiner zeitgenössischen Form.
Zur Innenstadt hin wird der Platz von malerischen Stadthäusern und Palästen gerahmt. Im Süden beherrscht die Basilika San Giustina, ein mächtiges Bauwerk, die Szene dieses Platzes. Die schlichte, fast romanisch wirkende Fassade strahlt machtvolle Würde aus.
Der äußere Rundgang ist begrenzt. Der Weg führt uns in die Via Ferrari, dort bietet die Ostseite der Kirche mit ihren acht Kuppeln, welche die drei Schiffe des Langbaues überwölben, einen phantasievollen Anblick.
Im Innern: maßvolle Strenge in den gewaltigen Dimensionen des Langhauses. Mächtige, aufstrebende Pfeiler stützen in abgestuften Höhen die bramante’schen Kuppeln. In dieser Kirche herrscht eine diffuse Lichtfülle, von den Kuppeln hereinfallendes Licht, ist das prägende Erlebnis in diesem Raum.
Die bezwingende Ästhetik dieses Entwurfes ist von zeitloser Gültigkeit. Vom Gründungsbau aus dem 5. Jahrhundert, blieb im Verlauf der wechselvollen Geschichte dieser Kirche nur die Sacello di S. Maria bewahrt. Sie birgt das Grab des hl. Prosdocimus, dem ersten Bischof von Padua.
Sehenswert ist Veroneses Gemälde vom: „ Martyrium der hl. Giustina „, frühbarocke Fülle und schwärmerische Religiösität ausstrahlend. Als prächtige Duplizität gelten die Chorstühle des Coro vecchio mit der Darstellung perspektivischer Stadtansichten Paduas und die einmalig schöne Arbeit von Taurigni, der in achtjähriger Arbeit das Chorgestühl im Presbyterium schuf. Eines der
bedeutendsten Holzbildhauerwerke der italienischen Geschichte.
Abschied von Padua
Ein Wochenende genügte, um sich in diese Stadt zu verlieben. Ein Wochenende genügte nicht, um diese Stadt: die Heimat von Titus Livius, Mantegna, Palladio, Fluchtpunkt für: Petrarca und Dante, Wirkungsstätte
für: Giotto, Donatello, Veronese, Falconetto und Tiepolo, kennenzulernen.
Paduas Glanz, die traditionellen Elemente seiner Architektur, der Reichtum seiner Kunstschätze, die große Vergangenheit seiner Stadtkultur ist ungebrochen. Sicher: in manchen Szenen vermischen sich Wirklichkeit und Legende, ist der Phantasie des Betrachters, des Zuhörers, freier Lauf gelassen.
Ein Wochenende genügte, um sich in diese Stadt zu verlieben. Ein Wochenende genügte nicht, um diese Stadt: die Heimat von Titus Livius, Mantegna, Palladio, Fluchtpunkt für: Petrarca und Dante, Wirkungsstätte
für: Giotto, Donatello, Veronese, Falconetto und Tiepolo, kennenzulernen.
Paduas Glanz, die traditionellen Elemente seiner Architektur, der Reichtum seiner Kunstschätze, die große Vergangenheit seiner Stadtkultur ist ungebrochen. Sicher: in manchen Szenen vermischen sich Wirklichkeit und Legende, ist der Phantasie des Betrachters, des Zuhörers, freier Lauf gelassen.
Viel Sehenswertes blieb - zwangsläufig - liegen. Die Universität, die zweitälteste Alma Mater Italiens, an der Galilei lehrte, Kopernicus studierte, war ebenso verschlossen, wie der weithin berühmte
botanische Garten, den Moroni entwarf und der als bedeutendstes Dokument der Gartenbaukunst des 16. Jahrhunderts gilt.
Padua ist unerschöpflich. Lokales Kolorit, bürgerliches Ambiente und der Charme seiner Bewohner vermischen sich zu einer liebenswürdigen, hinreißenden Melange.
Ein Grund mehr Padua immer wieder zu besuchen.
© Helmut Büchler 2005
botanische Garten, den Moroni entwarf und der als bedeutendstes Dokument der Gartenbaukunst des 16. Jahrhunderts gilt.
Padua ist unerschöpflich. Lokales Kolorit, bürgerliches Ambiente und der Charme seiner Bewohner vermischen sich zu einer liebenswürdigen, hinreißenden Melange.
Ein Grund mehr Padua immer wieder zu besuchen.
© Helmut Büchler 2005










