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Ostern 2005 in Tokyo
Morgens halb sechs, Ostersonntag in Yokohama bricht an, wunderschönes Wetter, die Knospen der Kirschbäume werden wohl bald aufbrechen.
Um neun möchte ich in der Kreuzkirche in Tokyo sein, etwas über eine Stunde wird die Fahrt dorthin dauern. Vorher muss ein Berg Wäsche bewältigt werden, und ich möchte mich schön machen. Bald schon hängt der Garten voll mit 2 Gängen Wäsche – wie angenehm, dass alles draußen trocknen kann.
Kurz vor 8 komme ich aus dem Haus und erreiche die Kirche doch tatsächlich genau um 9. Die meisten der Gäste sind schon versammelt. Für mich bedeutet dieses Osterfrühstück ein Wiedersehen mit der Pfarrerin, die ich vor etwa 3 Jahren hier in Yokohama im Stadtteil Seya im selben Japanischkurs kennen und schätzen gelernt hatte. Unter den Gästen war eine Theologiestudentin aus Rostock, die gerade ihr einmonatiges Praktikum an der Kreuzkirche hinter sich hatte, eine andere junge Dame aus Dessau, die als Japanologin nun hier ist, um an ihrer Dissertation zu arbeiten.
Eine junge Familie mit einem süßen 5 Monate alten Baby, dass in Tokyo geboren ist und deshalb auch als zweiten Vornamen einen japanischen hat, ein Herr auf Geschäftsreise, der aber früher schon etliche Jahre in Japan verbracht hatte. Nun ist der Wohnsitz seiner Familie in Kalifornien, wo seine Frau wegen der kleinen Töchter diesmal nicht weg konnte, und was sie als Japankennerin sehr bedauert hatte.
Dann war da in meiner Sprechreichweite auch ein Herr aus Köln mit einem bayrischen anFamiliennamen, das Oberhaupt einer großen Familie. Gern hätte ich auch seine Frau und alle Kinder kennen gelernt, sowie die diversen anderen Gäste; aber die Zeit verging viel zu schnell. Die Tische waren mit deutschen Frühstücksköstlichkeiten überaus reichlich gedeckt, herrlich war die Erdbeerjogurtspeise mit frischen Erdbeeren. An helfenden Händen fehlte es nicht, vor allem die liebe Frau Tamamushi setzte sich sehr ein.
Dann ging es in die Kirche zum Ostergottesdienst. Noch nie war die Kirche so voll, hörte ich später von der Pfarrerin.
Ich hatte großen Gefallen an der Art der Gottesdienstgestaltung, unter anderem wurde ein Osterspiel aus dem Stehgreif improvisiert und dargestellt, d.h. die Pfarrerin erzählte die Ostergeschichte und Kinder posierten mit entsprechenden Gebärden und Gesichtsausdrücken. Neben mir saß eine junge Familie mit einer dreijährigen und einer sieben Tage alten Tochter! Nach japanischer Sitte nimmt man Babies erst nach 3-4 Wochen mit nach draußen. Aber der nagelneue Erdengast schien sich sehr wohl zu fühlen.
Nach dem Gottesdienst gab es dann Eier suchen im Pfarrhausgarten, exotisch umrahmt von einem kleinen Bambuswäldchen. Es gab noch mal Erfrischungen und man hatte Gelegenheit, mit der Pfarrerin oder anderen Besuchern zu plaudern. Dabei lernte ich eine Dame kennen, die in Kobe wohnt und nur für dieses Osterwochenende in Tokyo war. Es ergab sich, dass wir zusammen kurz nach Mittag den Rückweg zum Bahnhof antraten. Während dieser gemeinsamen Zeit hörte ich viel über ihr Leben in Japan, worüber man ein Buch schreiben könnte. Schön ist, dass sie ihr jetziges Leben endlich richtig genießen kann und sich wohl fühlt.
Kaum saß ich im Zug, da hielt mir ein älterer japanischer Herr ein buntes Osterei unter die Nase! „Nanu, wo haben Sie das denn her?“ fragte ich. „Na, von der Kirche natürlich, eine katholische im Stadtteil Nakano.“ So ging mein Ostern 2005 noch eine Weile weiter, während wir uns auf der Fahrt nach Yokohama nett unterhielten.
Nach dem Gottesdienst gab es dann Eier suchen im Pfarrhausgarten, exotisch umrahmt von einem kleinen Bambuswäldchen. Es gab noch mal Erfrischungen und man hatte Gelegenheit, mit der Pfarrerin oder anderen Besuchern zu plaudern. Dabei lernte ich eine Dame kennen, die in Kobe wohnt und nur für dieses Osterwochenende in Tokyo war. Es ergab sich, dass wir zusammen kurz nach Mittag den Rückweg zum Bahnhof antraten. Während dieser gemeinsamen Zeit hörte ich viel über ihr Leben in Japan, worüber man ein Buch schreiben könnte. Schön ist, dass sie ihr jetziges Leben endlich richtig genießen kann und sich wohl fühlt.
Kaum saß ich im Zug, da hielt mir ein älterer japanischer Herr ein buntes Osterei unter die Nase! „Nanu, wo haben Sie das denn her?“ fragte ich. „Na, von der Kirche natürlich, eine katholische im Stadtteil Nakano.“ So ging mein Ostern 2005 noch eine Weile weiter, während wir uns auf der Fahrt nach Yokohama nett unterhielten.


