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Lisas Wanderung in Jordanien

Jordanien 1
Felsenstadt und Wüste

Große Trekkingtour mit der Fa. Haus-Exkursionen,
die Welt und sich selbst erleben........

Reisebericht von Lisa Peltz:

Einen langen Traum habe ich mir mit dieser Reise erfüllt, der am 16.Okt. 2005 begann und am 30.10.2005 endete..


1. Tag
Mit der Lufthansa von München nach Wien, weiter mit der „Austrian Airline“ nach Amman kamen wir nachts im Hotel „ International- Amman“ an, ein 5 Sterne Hotel mit sehr gutem Service.


Bild 2 Jordanien
2. Tag
Nach sehr, sehr kurzer Nacht und einem guten
arabischen Frühstück startete unsere Gruppe,
die übrigens aus 16 Personen bestand, welche aus der ganzen Bundesrepublik kamen, zu einer Stadtbesichtigung.
Zuerst erkunden wir die Zitadelle. Der Zitadellenhügel ist das älteste Siedlungsgebiet der Stadt Amman. Er ist auch ein herrlicher Aussichtspunkt, von dem sich das Häusermeer sehr schön überblicken lässt. Weiter besuchen wir das Archäologische Museum, in dem Funde aus sämtlichen geschichtlichen Epochen zu sehen sind fahren dann weiter in Richtung Osten und besuchen einige Wüstenschlösser. Dabei handelst es sich um eindruckvolle Burg- oder schlossartige Gebäude aus dem 7./8. Jh., die den einstigen Bauherrn, den omaijadischen Kalifen aus dem fernen Damaskus als erholsamen Landsitz dienten. Man gönnte sich Luxus pur, Bäder, umgab sich mit Kunst. Nach einer langen Fahrt kehren wir abends in unser Hotel zurück, ausgesprochen höfliche Herrn bedienen uns im Restaurant.


3. Tag

Bild 3 Jordanien
Wir fahren durch ein reizvolles Hügelland und erreichen nach einer 3/4 Stunde Jerash, das antike Gerasa. Sie ist wohl die besterhaltenste römische Stadt im Nahen Osten. Wir besichtigen die malerischen Ruinen der antiken Stadt und schreiten über eine 600 m lange von Säulen eingefaßte Straße. Sehen Tempel und Kirchen, die mit Mosaiken geschmückt sind. Die Stadt entstand vermutlich dadurch, dass Alexander der Große dort Kriegsveteranen ansiedelte, und dann im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. von den Römern ausgebaut wurde. Im ausgegrabenen Teil von Jerash befinden sich zwei sehr gut erhaltene römische Amphitheater, wo heute noch jährlich ein Festival für Kultur und Kunst stattfindet. Beeindruckend die Größe des Amphitheater, für 5000 Zuschauer gebaut, welches heute noch eine hervorragende Akustik hat. Eine Beduinenband, mit schönen arabischen Kostümen bekleidet, spielte „Freude schöner Götter Funken...“
Weiter ging die Fahrt gen Süden. Ein Picknik in der Wüste mit dicken, süßen Datteln viel Obst, Käse und Brotfladen weckte wieder neue Geister, und die Fahrt ging weiter zum heiligen“ Berg Nebo“ zur Moses-Kirche, von dem Platz es heißt: „Moses stieg aus den Steppen von Moab hinauf auf den Nebo,...und der Herr zeigt ihm das ganze Land.

Dieser Berg ist sowohl für die Christen, der Juden und der Muslims ein heiliger Berg. Von hier oben bestaunen wir das Jordantal und sehen das erste Mal das „Tote Meer“, welches ich so schnell nicht vergessen werde, darüber aber später mehr. An klaren Tagen sieht man von hier auch Jerusalem und Jericho.
Auch hier in der byzantinischen Kirche beeindrucken die guterhaltenen Mosaiken.
Pabst Johannes Paul besuchte diesen Berg Nebo im Jahre 2000, ihm zu Ehren wurde ein Denkmal errichtet.

Der Stadt Madaba galt unser nächster Besuch. In der St. Georgskirche, befindet sich eine guterhaltene Mosaikkarte, die auf einer Fläche von 16 m x 6 m Palästina mit Jerusalem als Mittelpunkt darstellt. Vermutlich sollte die Bodenkarte Pilgern ein Bild des Heiligen Landes, wie es dem 6. Jh. Entsprach, vermitteln.
Den Abend verbringen wir in der halb christlich und halb moslemischen Stadt mit einem Bummel und einem guten Nachtessen in einem arabischen Restaurant. Von der Möglichkeit, eine Wasserpfeife zu rauchen, macht keiner Gebrauch. Die Nacht verbringen wir in einem kleinen, arabischen Hotel.



Bild 4 Jordanien
4. Tag
Wie immer klingelt unser Wecker sehr früh, oder unsere Gina, die uns eine hervorragende Reiseleiterin ist , und unser jordanischer Guid „Aid“ wecken uns frühzeitig.
Wie bisher immer, ist der Himmel blau, die Temperaturen so um 25 ° und wir nehmen unser Frühstück auf der Terrasse ein.
Unsere Trekking-Tour führt uns in den Süden in Richtung „Totes Meer“. Wir hören nur,
Die Fahrt geht stets bergab. Wir erreichen den tiefsten Punkt unserer Erde, nämlich das „Tote Meer“, welches 400 m unter dem Meeresspiegel liegt.
Gina klärt uns auf und sagt, wir sollen vorsichtig beim Baden sein. Ein Tropfen dieses Wassers im Auge, bedeutet, daß die Augen wie Feuer brennen. Ein Glas Wasser aus dem See zu trinken, kann tötlich sein. Mit dieser Info stiegen wir nun ein, aber wie erwartet, war es kein Vergnügen. Schon das Einsteigen über spitze Steine verursachte Schnitte an den Füßen und ein unbarmherziges Brennen. Da das Wasser 30 % Salz beinhaltet, wurden unsere Beine nach oben gedrückt, an Schwimmen war nicht zu denken und wir suchten schnell die Dusche mit Süßwasser auf. Durch die hohe Verdunstung konnten wir später auf unserer Weiterfahrt interessante Salzablagerungen bewundern

Es ging weiter durch das Wadi Kerak zu der gleichnamigen Kreuzritterfestung. Von weiter Ferne sichtbar thront die strategisch günstig auf einem 950 m hohen Berg gelegene Festung. Von hier wurden das Tot e Meer und auch Teile Palästinas kontrolliert. Nach mehreren Belagerungen gelang es dem Sultan Saladin, die eindrucksvollste mittelalterliche Burg Jordaniens 1188, rund 40 Jahre nach ihrer Entstehung, einzunehmen.
Wieder führt unsere Fahrt südwärts über die Königsstraße oder wie die Araber die Straße nennen, den Sultansweg durch das Wadi Hasa und Tafila bis nach Dhana. Diese Straße, die gut ausgebaut ist, schlängelt sich von Amman über Petra nach Aqaba, durch eine zauberhafte Bergwelt. Die aus steingebauten Häuser von Dhana liegen am Eingang eines fruchtbaren Tales und blicken hinab in das tiefer gelegene Wadi. Das ursprüngliche Dorf liegt wie ein Adlernest auf dem Bergrücken. Hier werden nun unsere Reisetaschen auf einen Jeep geladen und wir laufen noch eine ½ Stunde zu unserem Zeltplatz, von wo wir nun unsere richtige Trekking-Tour starten. Der Abend ist recht frisch, die einzigen Regentropfen während unserer ganzen Tour, kommen heute herunter.
Wir werden von Beduinen bedient, das Essen ist wie immer gut und reichlich. Das Trinken besteht fast immer aus Wasser oder Pfefferminztee.
Die bereits aufgebauten Zelte sind für 2 Personen recht groß und wir schlafen ausgezeichnet.


Bild 5 Jordanien
5.Tag
Aufbruch zu unserer ersten großen Trekking-Tour mit Höhendifferenz von 1.200 m Abstieg. Wir bekommen ein Lunchpaket, einen hiesigen Führer und gut gerüstet mit Wanderstöcken entdecken wir das Zentrum eines 150 qkm großen, von der „Royal Society for the Conservation of Nature“ errichtetes Tierreservats. Dieser Park bietet seltenen Tieren und Vögeln wie dem Blandford-Fuchs oder dem Verreuz-Adler eine Heimat. Etwas 600 Pflanzenarten gedeihen in diesem Reservat.


Das Dhana-Projekt schuf auch neue Einnahmequellen für die 50 Beduinenfamilien, die hier noch leben. Sie stellen Silberschmuck her, bauen ökologisches Obst wie Feigen , Walnuss, Weintrauben und Granatäpfel an. Der Abstieg von Dhana Dorf durch das Wadi Dhana über felsigen, steinigen, sandigen Boden herunter ins Wadi Finan kostet mich viel Kraft und meine großen Fußzehennägel beginnen zu schmerzen und später zu eitern. Wir wandern an vielen Beduinenzelten vorbei, viele kleine Kinder schauen uns mit großen, glänzenden Augen an. Für einige haben wir noch Obst und Süßigkeiten in unserem Rucksack.
Von Weitem sehen wir unsere blauen Zelte stehen, die wir nach dem abendlichen Grillgut sehr schnell beziehen. Die gesamte Gruppe ist heute total gefordert. Der herrliche Sternenhimmel entschädigt uns für die Strapazen.

Bild 6 Jordanien
6.Tag
Wie immer, wird morgens früh aufgestanden. Der Rücken schmerzt etwas vom liegen auf der sehr dünnen Matte. Der Daunensack ist nachts gerade das Richtige, denn in der Wüste wird es nachts frisch.
Unser Fußmarsch beginnt nach dem wir wieder unser Lunchpaket eingepackt haben, pünktlich um 8.00 Uhr. Das Beduinendorf Grega ist unser Etappenziel. Es geht wieder 6 KM über steiniges, sandiges Gelände, kehren in einem Beduinenzelt ein und bekommen unseren Pfefferminztee. Ein alter Beduine, der Boss dieser Familie, mit wenigen Zähnen im Mund, als Wüstenpolizist sehr ortskundig, ist glücklich über diesen kleinen Nebenverdienst.
Unser Kleinbus holt uns hier ab und es geht weiter über die Königsstraße zur Burg von Shobak. Sie ist 1115 erbaut und die älteste Kreuzritterburg Jordaniens. Auf einem Berg, unweit der Königsstraße gelegen, erfüllte auch diese Burg eine wichtige Kontroll- und Verteidigungsfunktion im Gebiet zwischen Kerak und Aqaba. Schwer vorstellbar heute für uns, dass zeitweilig über 6000 Christen in ihren Mauern und im Umland lebten und dass Felder, Weinberge und Olivenhaine die kahle Hügellandschaft bedeckten.
Nach einer Mittagspause geht unser Trekking weiter gen Süden in Richtung Petra.
Wir wandern nördlich von Shobak, vorbei an Beduinenzelten finden wir nach einigen Stunden Gehzeit unsere blauen Zelte wieder, die auf einer Klippe oberhalb des Wadi Araba stehen. Wie schon zuvor, begrüßen uns unsere Begleiter mit Pfefferminztee und anschließend einem guten jordanischen Abendessen, welches sie unter einfachen Bedingungen wunderbarschmeckend zubereiten.


Bild 7 Jordanien
7.Tag
Die Tour geht 2 Std. bergab in ein Wadi, in dem nur Beduinen leben. Dann folgt ein zweistündiger Aufstieg auf einen Bergkamm. Es geht auf und ab durch eine schöne Landschaft mit alten Wachholderbäumen und Weiden für Schafe und Ziegen. Nach siebenstündiger Wanderung sehen wir aus der Ferne unsere Zelte stehen, die in einer malerischen Felslandschaft in der Nähe von Heisha stehen . Es handelt sich um ein langes Hochtal mit angenehmen Temperaturen. Reste römischer Wachtürme und sogar Ruinen aus der Zeit der Nabatäer und Edomiter säumen das Tal.

Schon beim Abendessen am Feuer fällt, auf, wie stark der Funkenflug heute ist. Der Wind wird stärker, er dreht sekundenschnell in alle Richtungen, wir beschließen, früh schlafen zu gehen. Nach kurzer Zeit entpuppt sich der Wind zu einem Sturm. Die Zelte neigen sich über unsere Köpfe. Die Heringe, die im Sandboden nicht viel Halt finden, liegen daneben und unsere Zelte brechen zusammen. Gina meint, das Sicherste sei, im Freien zu schlafen.
Ich begab mich zu den Beduinen, die bereits in einer Höhe, die als Speisekammer diente, schliefen. Fragt, ob ich dort noch einen Platz bekäme. Es war selbstverständlich für sie und so kam ich noch für 2-3 Stunden zu meinem Nachtschlaf. Am anderen Morgen war der Spuk zu Ende. Unser Führer meinte, dass er sich an so einen Sturm in der Wüste nicht erinnern könne.


Bild 8 Jordanien
8.Tag
Zunächst wandern wir über eine Teerstraße und erreichen nach 2 Stunden die antike Siedlung Siq al Barid, auch Klein-Petra genannt, wo Reste von Wasserleitungen und Zisterne sowie Fresken erhalten geblieben sind. Nach dem Besuch von Baidha, einer Siedlung aus vorchristlicher Zeit, ändert sich die Landschaft merklich. Wir laufen durch das Wadi Merwan auf Petra zu.

Dieses Gebiet ist schroff und Sandstein herrscht vor. Auf dieser Wanderung geht es über steile Felsstellen, wir müssen unsere Hände einsetzen, um einige Passagen zu überwinden. Eine 10 m lange Schmalstelle muss passiert werden, absolute Schwindelfreiheit ist angesagt. Das Seil, welches Aid seit Stunden bereit hält, braucht er nicht einsetzten.

Alle Teilnehmer schaffen dieses Stück. Nach dieser Schmalstelle im Fels geht es um einen Felsbuckel und plötzlich sehen wir vor uns das eindrucksvolle Felsmonument von Ad-Deir. Die herrliche Aussicht lässt uns die Strapazen der letzten Stunden vergessen.


Beim Anblick der gewaltigen 47 m breiten Fassade des Grabtempels erhalten wir einen Vorgeschmack von der Eigenart und Schönheit der Monumente von Petra.
Wir sehen noch viele Felsgräber, die verschiedenfarbig schimmern im Sandstein.
Die Freude darüber, dass wir heute in einem 5 Sterne Hotel übernachten, ist riesig. Es wird lange geduscht und die Haare werden gewaschen und gefönt, denn noch immer war das Salz des Toten Meeres im Nacken.
An einem großen Büffet mit vielen Delikatessen wurde sich gestärkt und wieder waren alle Anstrengungen des Tages vergessen.

Bild 9 Jordanien
9.Tag

Die nächsten 2 Tage gehören ganz der antiken Wüstenstadt „Petra“.
Wieder um 8.00 Uhr beginnt die Tour. In wenigen Minuten erreichen wir den Eingang zum Siq von Petra. Vorbei an Felsbrocken, an den ersten Blockgräbern und durch den Siq von Petra- eine enge, 1200 m lange, von wuchtigen 70 m hohen Steilwänden flankierten Klamm- führt unser Weg zur einstigen Hauptstadt der Nebatäer

Am Ende der dämmrigen, kühlen Schlucht erkennen wir im Licht getaucht, rosafarbene Tempelsäulen und plötzlich stehen wir , wie gebannt auf einem offenen Platz vor der hochaufragenden , aus Fels gehauenen Fassade des sogenannten „Schatzhauses“. Stimmen von Beduinen und die vielen vor uns liegenden Kamele und das Geschrei der Touristen und das Klicken der Kameras vor dem Eingang des Tempels, holen uns wieder zurück in die Realität Wir sind umgeben von einem Labyrinth bizarrer, in rötlichen Pastellfarben schimmernden Sandsteinfelsen, aus denen Kunsthandwerker Bauwerke herausgemeißelt haben. In der „rosaroten Stadt“ sind Natur-und Kunstwerk auf das Engste verquickt. Wir besuchen auf unserem Rundgang „El Khazne“, Petras bekanntestes Bauwerk. Fast 40 m hoch und 25 m breit, wohl proportioniert und von schlanken Säulen geschmückt. Es war die Grabanlage einer vermutlich höher gestellten Persönlichkeit. Die Beduinen der Region glaubten lange Zeit , hier wäre der „Schatz des Pharao“ verborgen. Im Stadtmittelpunkt sehen wir das Theater und die monumentalen Königsgräber mit ihren eindrucksvollen Grabfassaden.


Nach 7 stündiger Exkursion durch Fels und Sand gehen wir langsam zurück durch den langen Siq, kaufen hier und dort auch mal ein paar Kleinigkeiten als Mitbringsel für zu Hause. Meine 6 Enkelkinder bekommen jeder eine Flasche verschiedenfarbigen

Bild 10 Jordanien
10.Tag

Heute steht die Erkundung der Umgebung von Petra auf unserem Plan. Auf der
al-Madras Route, die vor dem Eingang zum Siq beginnt und durch die Felslandschaft linker Hand verläuft, wandern wir zu einem Aussichtspunkt mit einem herrlich Blick auf das Schatzhaus. Nun geht es recht steil hoch, die Sonne brennt stark, über Steinstufen hinauf zum antiken Opferplatz über der Stadt. Ein unbeschreibliches Panorama lässt uns oben verstummen, von Wind und Wetter gezeichnete, rostbraun-violette Felslandschaft rundum!
In der Ferne lassen sich Grabanlagen von bizarr erodierten Felsen nicht mehr unterscheiden, die Region wirkt phantastisch, unwirklich, wie auf den Fotos zu sehen ist.


Auf dem steinnernden Opfertisch des 65 m langen Platzes wurden Tieropfer, aber auch Korn und Milch dargebracht. Der Hauptgott der Nabatäer hatte seine Wohnstätte im Stein

Der Name „Petra“, auch das „rosarote Juwel“ der Nabatäer genannt, bedeutet auf Griechisch „Fels“. Es treten bei uns unserer Gruppe inzwischen Ermüdungserscheinungen ei. Die Hitze und der Staub machen uns zu schaffen. Der Abstieg durch das Wadi Farasa führt uns in ein Restaurant, wo wir uns alle über ein gespritztes Bier freuen. Sehr langsam bewegen wir uns zurück durch den Siq, kaufen hier und dort den kleinen Beduinenkindern, die oft nicht älter sind als 2 Jahre einen bunten Stein für 1 J-Dinnar ab. Auffallend ist, das nur wenige Kinder betteln, sie bieten nur etwas zu kaufen an.
Wir genießen noch die Einkaufspassage in Petra und lassen uns abends wieder im Hotel –Restaurant von der sehr gutschmeckenden Jordanischen-Küche verwöhnen.


Bild 11 Jordanien
11.Tag

Wir verlassen mit etwas Verspätung, unser Bus ist kaputt, Petra und fahren in den äußersten Süden Jordaniens. Nach ca. 2 Std. erreichen wir das „Wadi-Rum“. Am Eingang fallen mir schwerbewaffnete Polizisten auf, das Wadi Rum ist der einzige Durchgang für Schmuggler, die aus dem Irak, Pakistan, Saudi-Arabien versuchen ihre Güter nach Europa zu schmuggeln.


Unser Gepäck wird auf Jeeps verladen, wir trinken noch einmal einen Beduinentee und starten mit dem großen Natur-und Abenteuererlebnis „WadiRum“. Zur linken sehen wir ein Felsmassiv mit 7 Säulen, als Lawrence von Arabien, der diese Wüste 1917 besuchte. Er schrieb später das Buch „Die 7 Säulen der Weisheit“. Dieses Felsmassiv gab dem Buch den Namen.
Unsere Carmen aus unserer Gruppe bewegte sich noch 1 KM auf einem Kamel, wir bekamen ausführliche Verhaltensregeln von Gina und Aid und tranken noch einmal genügend Wasser und nun hatten wir nur noch Sand unter den Füßen. Fast alle Teilnehmer trugen Trekking-Sandalen, die sich ausgezeichnet bewährten. Wir erreichten die Felsenbrücke, ein paar Teilnehmer von uns bestiegen diese, obwohl es nicht so einfach war, hochzukommen. Wie man auf dem Foto sieht, war ich dabei, aber einige Hautabschürfungen trug ich auch davon, denn es gab eine sehr enge Passage und absolut schwindelfrei musste man schon sein. Weiter führte uns die Tour zum Lawrence-Quelle, ein beliebter Treffpunkt für viele Jeep-Trekker. Nach diesem Stop sahen wir nun kaum noch Touristen, nur die farbenprächtige Wüste, ein weitverzweigtes, ockerfarbenes Trockental, aus dem mächtige, schroffe Inselberge gleich uneinnehmbare Festungen mit „Türmen“ und „Pfeilern“ oder mit den aufeinandergesetzten “Pfannkuchen“ aufragen. Die Berge bestehen aus Granit und Gneis, ihre gewölbten , helleren Kuppen aus Sandstein. Eine der abwechslungsreichsten Wüsten der Erde liegt vor uns. Wir erleben zu Fuß dieses prächtige Farbeispiel. Mal sind die Steingiganten geldgelb oder rostbraun, graublau, violett oder gar feuerrot im Abendlicht. Vereinzelt sehen wir Kamele, die wild herumlaufen.


In einer Felsbucht warten unsere Beduinen mit einem Tee und einem Salat auf uns. Natürlich liegen, wie immer, die selbstgebackenen Brotfladen bereit.

Nach weiteren 5 Stunden Gehzeit sehen wir aus der Ferne unsere Zelte , wir haben es nun bald wieder geschafft und werden von unseren Arabischen Freunden wie immer mit Tee begrüße und auch bald sieht man die Hektik der Jungen, das Abendessen wir vorbereitet. Wie immer gibt es verschieden gutschmeckende Salate, gut gewürztes Lamm-oder Chickenfleisch und Kartoffeln, Reis und Fladenbrot. Auch Nachtische sind stets dabei, mal Trauben, kleine Bananen oder ein süßer mandelartiger Pudding.

Bild 12 Jordanien
12.Tag

Wir durchwandern heute ein Gebiet mit herrlichen Aussichten, ehe wir den Siq Noghra erreichen. In dieser engen Schlucht spenden eindruckvolle Felswände kühlen wohltuenden Schatten, wir erkunden einige kleine, enge Seitenschluchten. Am Ende der heutigen 6 stündigen Wanderetappe durch den Sand stoßen wir in ein relativ offenes Gelände. Der Blick schweift weit in die Ferne entlang dem Trockental mit den wuchtigen, rostfarbenen, nicht sehr hohen Steinwänden, die einen Sandstrom säumen. Felsbrocken stehen herum, dürre Büsche trotzen der Hitze über dem Sand.
Heute übernachten wir wieder im selben Camp, sitzen sehr lange abends am Lagerfeuer und singen im Wechsel, deutsche Lieder und die Beduinen ihre melancholischklingenden Solos.

13.Tag

Heute ist für die Gipfelfreunde der höchste Berg Jordaniens angesagt, der „Jabal Um ad-Dhami (1854 m). Dieser Berg wurde erst 1993 entdeckt und vermessen, er gilt als nicht sehr schwierig zu besteigen, erfordert aber ausgesprochen gute Kondition. Das Panorama, welches sich von diesem Berg bietet, soll grandios sein. Die Aussicht über das Wadi Rum und nach Saudi-Arabien im Süden phantastisch

Ich hätte zwar die Kondition gehabt, zwei eitrige Fußnägel verhinterten aber bei mir, dass ich in meine Wanderschuhe kam. Nun habe ich also mit noch 10 anderen Trekkern diesen Tag ganz relext verbracht und auch das tat mal gut.
Sehr erschöpft kamen die anderen Bergsteiger gegen Nachmittag zurück, alle waren glücklich und zufrieden, mit dem Erleben dieses Tages. Wir tranken unseren Tee plauderten und freuten uns über das angesagte Festmahl. Es gab so einen Gemüsekuchen mit Fleisch, welchen die Beduinen in Alufolien verpackt hatten und in heißer Asche garten, er schmeckte ausgezeichnet.
Es war der letzte Abend in der Wüste, wir genossen den Sternenhimmel und sangen bis spät in die Nacht.


Bild 13 Jordanien
Abschied

14.Tag

Morgens um 7,30 Uhr hörten wir die Geräusche von Autos. Vor uns standen 7 weiße Jeeps, die Fahrer alle in langen weißen Gewändern mit roten Beduinentüchern. Unser Gepäck wurde verladen und die Fahrt Richtung Süden zum „Roten Meer“ begann. Wir saßen zu dritt im Auto, keiner war angeschnallt und die jungen Fahrer machten sich ein Gaudi daraus, aufs Gas zu drücken und sich gegenseitig zu überholen. Ein kurzer Stoßgebet von mir wurde nicht erhört. Der Tacho zeit zw. 85 und 90 KM p. Std. , mir wurde etwas mulmig zu Mute. Na, es ging alles gut. Einer unserer Fahrer versuchte so gar, eine Düne zu erklimmen, blieb aber im ersten Drittel stecken, es war ein dunkelroter Sand und Carmen bekam ihre Tüte Sand als Souvenir, denn sie meinte, diesen Ton hätte sie noch nicht.


Wir erreichten Aqaba, dem einzigen Zugang Jordaniens zum „Roten Meer“. Die Stadt liegt am Fuß kahler Berge in einer weitgeöffneten Bucht, gegenüber liegt das israelische Elat.
Wir beziehen hier ein Tageshotel und genießen sehr schnell das dunkelblaue, warme Wasser des „Rotes Meeres“, welches glasklar ist, unter uns die beeindruckenden Korallenbänke und die bunten Fische, die man auch ohne Schnorchel erkennt.
Nach den vielen Eindrücken und auch Strapazen der zurückliegenden 2 Wochen genießen wir dieses Strandleben und lassen die Seele baumeln

Abends gibt es im Restaurant noch einmal ein vorzügliches Abendessen , heute so gar mit einem Gläschen Wein, welches die Fa. Hause spendiert hat. Etwas wehmütig tauschen wir unsere Erlebnisse noch einmal aus. Ein Bus holt uns gegen 19.00 Uhr ab und über die Autobahn führt uns die Nachtfahrt in Richtung Norden nach Amman zum Airport.
Hier gibt es noch ein paar Schwierigkeiten wegen unseres Sammelvisums, denn ein paar Personen, die auf der Liste stehen, bleiben noch in Aqaba.
Unsere letzten Jordanischen Dinar bleiben wir im Duty Free-Shop, ein Tipp unserer Gina, unbedingt die mit Schokolade überzogenen Datteln zu kaufen.
Nach einem sehr ruhigen Flug mit der Austrian Airline erreichen wir Wien und fliegen nach einiger Zeit mit der Lufthansa weiter nach München.
Um diese vielen Erlebnisse noch einmal zu vertiefen, bleibe ich noch 2 Tage in München bei Rita, meiner Freundin, die mit „on tour“ war und erleben bei herrlichem Herbstwetter die Berge südlich Münchens.

Ich danke der Fa. Hauser-Exkursion für ihre sehr gute Durchführung dieser Tour. Es war alles stimmig, Gina, unsere Reiseleiterin, eine sehr gute Botschafterin der Fa. Hauser, mit einem großen Wissen und menschlicher Wärme und auch ein Dankeschön an „Aid“, unserem jordanischen Reiseleiter, auch er ein kompetenter, gebildeter Mann, mit großem Wissen.


Lisa Peltz
November 2005

Autor

Lisa (harzerroller)

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