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Mittwoch, 12. August 2009
Im Campingbus gefrühstückt, geräumt, gepackt – um 7:29 h fuhr die Bahn nach Küblis, weiter ging’s mit dem Bus nach St. Antönien; der Himmel war bewölkt.
Im Campingbus gefrühstückt, geräumt, gepackt – um 7:29 h fuhr die Bahn nach Küblis, weiter ging’s mit dem Bus nach St. Antönien; der Himmel war bewölkt.
„Des tut no auf“, so der nette ältere Mann am Weg, Holz spaltend. Recht hatte er – die dicken Wolken wichen, der blaue Himmel setzte sich durch. Steil bergan führte der Weg zum ST. ANTÖNIER JOCH auf 2.379 m; 1.000 hm wollten überwunden werden, bis wir auf der Passhöhe die Landesgrenze Schweiz - Österreich überquerten. Unterwegs das Geläute der Kuhglocken und das Pfeifen der Murmeltiere. Und obwohl die Blüte fast vorbei ist, ist es wieder ein himmlisches Erlebnis in den Bergen unterwegs zu sein, die Anstrengung beim Aufstieg zu spüren, die Stille, die Natur, in die wir eintauchen. Auf dem Joch war allerdings sehr viel los, viele Leute waren mit der Seilbahn gekommen. Aber das verlief sich schnell wieder, als wir über die Hochalpen der Gargellenalpe zum Etappenziel Gargellen abstiegen. Die Pension „MARMOTTA“ war so recht gemütlich, wir ließen den Tag draußen im Garten ausklingen, lesend und Sonne und einen warmen Wind genießend. Im Dorf deckten wir uns ein für den nächsten Tag. Das Abendessen war gut im MARMOTTA.
Mal sehen, ob wir morgen die Riesenetappe bis zum MADLENER HAUS packen!
Mal sehen, ob wir morgen die Riesenetappe bis zum MADLENER HAUS packen!
Donnerstag, 13. August 2009
Das Frühstück nach einer sehr ruhigen Nacht war ausgezeichnet. Um 7:50 h liefen wir aufs VERGALDER JOCH (2511 m) – ein bisschen anstrengend, zum Schnaufen. Etwas ausgesetzt ging es wieder bergab – auf einem Felsblock konnten wir ca. 20 Steinböcke ausmachen, leider zu weit weg zum Fotografieren. Wir erreichten die TÜBINGER HÜTTE (2191 m) um 12:00 h.
Nach einem Schwätzle mit einer eifrigen Wanderin und ihrer Tochter verzogen wir uns, vesperten und machten eine kleine Pause. Schwerfällig gingen wir’s wieder an, der Aufstieg zum HOCHMADERER JOCH (2505 m) war nicht zu anstrengend, weil kaum Steine auf dem Weg lagen. Dafür aber auf der anderen, der Seite des Abstiegs – ein einziges Geröllfeld!! Murmeltiere mit ihren Jungen erfreuten uns noch, dann wurde es endlos, unwegsam, steinig, rutschig, und nass – begleitet jetzt von Motorradlärm (wir liefen in der Nähe der Straße von Schruns). Ein leichter Nieselregen hatte eingesetzt, vor uns die hässliche Staumauer des SILVRETTA STAUSEES – die Nerven lagen blank. Es wurde auch nicht besser, als wir den Weg parallel zur Straße bis zum MADLENER HAUS liefen, im Gegenteil: wieder steinig und unwegsam und nicht enden wollend. Das Madlener Haus ist sauber und ordentlich, aber draußen ist alles verschandelt: vor dem Haus verläuft ein riesiges Rohr, darüber, hinter der Mauer liegt der See, das Haus selbst fast direkt an der Mauer! Aber egal - gleich gibt’s Essen. Wir waren bis 18:00 h auf den Füßen, mit ca. 1 h Rast – das war genug!
Das Frühstück nach einer sehr ruhigen Nacht war ausgezeichnet. Um 7:50 h liefen wir aufs VERGALDER JOCH (2511 m) – ein bisschen anstrengend, zum Schnaufen. Etwas ausgesetzt ging es wieder bergab – auf einem Felsblock konnten wir ca. 20 Steinböcke ausmachen, leider zu weit weg zum Fotografieren. Wir erreichten die TÜBINGER HÜTTE (2191 m) um 12:00 h.
Nach einem Schwätzle mit einer eifrigen Wanderin und ihrer Tochter verzogen wir uns, vesperten und machten eine kleine Pause. Schwerfällig gingen wir’s wieder an, der Aufstieg zum HOCHMADERER JOCH (2505 m) war nicht zu anstrengend, weil kaum Steine auf dem Weg lagen. Dafür aber auf der anderen, der Seite des Abstiegs – ein einziges Geröllfeld!! Murmeltiere mit ihren Jungen erfreuten uns noch, dann wurde es endlos, unwegsam, steinig, rutschig, und nass – begleitet jetzt von Motorradlärm (wir liefen in der Nähe der Straße von Schruns). Ein leichter Nieselregen hatte eingesetzt, vor uns die hässliche Staumauer des SILVRETTA STAUSEES – die Nerven lagen blank. Es wurde auch nicht besser, als wir den Weg parallel zur Straße bis zum MADLENER HAUS liefen, im Gegenteil: wieder steinig und unwegsam und nicht enden wollend. Das Madlener Haus ist sauber und ordentlich, aber draußen ist alles verschandelt: vor dem Haus verläuft ein riesiges Rohr, darüber, hinter der Mauer liegt der See, das Haus selbst fast direkt an der Mauer! Aber egal - gleich gibt’s Essen. Wir waren bis 18:00 h auf den Füßen, mit ca. 1 h Rast – das war genug!
Freitag, 14. August 2009
Essen und Trinken waren sehr gut und wir hatten ein Zimmer für uns.
Es gab ein Hin und Her heute Morgen: gehen wir die Getschner Scharte auf 2.839 m in 7,5 h oder laufen wir von Galtür aus zur Jamtalhütte (2.185 m) in 3,5 h. Es hatte geregnet in der Nacht, der Himmel war um 8:00 h voller dicker grauer Wolken. Wir drückten uns noch ein wenig vor der Entscheidung, die Bewölkung lockerte auf und liefen um 9:00 h los. Anfangs war es harmlos, bis wir ins anspruchsvollere Gebiet kamen, ausgesetzt, felsig, rutschig. Vor dem letzten Stück des Aufstiegs gönnten wir uns noch im Windschutz eine Stärkung. Die Luft war etwas dünner hier oben. Auf Felsen wuchsen zarte Alpenblumen, rührend fast. Henning überbrückte den Abstand zu mir, er legte jedem Steinmännchen am Wege ein neues Steinchen auf!
Ein Wanderer kam uns entgegen; er malte den Abstieg schwarz – wir werden nie mehr jemanden fragen – laufen müssen wir ja doch. Klar, der Weg war sehr ausgesetzt und steil und jeder Schritt musste sorgsam und gesichert gesetzt werden. Aber es gab kein Rutschen, kein Stolpern, auch nicht, als wir zwischen Felsen die Rucksäcke abnehmen mussten und Henning sie unten annahm und abstellte. Eine Herausforderung war’s, aber eine schöne – eine Entschädigung für gestern. Die Ausblicke auf Schneefelder und Gletscher waren traumhaft; am schönsten bot sich die Sicht auf die VORDERE JAMSPITZE (3.100 m) und hier fanden wir auch Alpenblumen!
Essen und Trinken waren sehr gut und wir hatten ein Zimmer für uns.
Es gab ein Hin und Her heute Morgen: gehen wir die Getschner Scharte auf 2.839 m in 7,5 h oder laufen wir von Galtür aus zur Jamtalhütte (2.185 m) in 3,5 h. Es hatte geregnet in der Nacht, der Himmel war um 8:00 h voller dicker grauer Wolken. Wir drückten uns noch ein wenig vor der Entscheidung, die Bewölkung lockerte auf und liefen um 9:00 h los. Anfangs war es harmlos, bis wir ins anspruchsvollere Gebiet kamen, ausgesetzt, felsig, rutschig. Vor dem letzten Stück des Aufstiegs gönnten wir uns noch im Windschutz eine Stärkung. Die Luft war etwas dünner hier oben. Auf Felsen wuchsen zarte Alpenblumen, rührend fast. Henning überbrückte den Abstand zu mir, er legte jedem Steinmännchen am Wege ein neues Steinchen auf!
Ein Wanderer kam uns entgegen; er malte den Abstieg schwarz – wir werden nie mehr jemanden fragen – laufen müssen wir ja doch. Klar, der Weg war sehr ausgesetzt und steil und jeder Schritt musste sorgsam und gesichert gesetzt werden. Aber es gab kein Rutschen, kein Stolpern, auch nicht, als wir zwischen Felsen die Rucksäcke abnehmen mussten und Henning sie unten annahm und abstellte. Eine Herausforderung war’s, aber eine schöne – eine Entschädigung für gestern. Die Ausblicke auf Schneefelder und Gletscher waren traumhaft; am schönsten bot sich die Sicht auf die VORDERE JAMSPITZE (3.100 m) und hier fanden wir auch Alpenblumen!
Und so wie der Rastplatz war den wir fanden, stelle ich’s mir im Paradies vor. Ein mäandernder Bach auf einer kleinen Hochebene, auf seinen Inselchen wiegte sich Wollgras im Wind; es murmelte und plätscherte, es reflektierte und glänzte – wir dösten auf weichem Gras in der Sonne, ruhten aus und ließen jetzt die Gedanken wandern, wir hatten Zeit und Ruhe.
In der JAMTALHÜTTE geht’s jugendlich und freundlich zu, es passt alles, auch das Essen. Henning hatte seine Brille verloren, ich
las ich ihm aus einer Bergsteigerzeitschrift über Hermann Buhls Erstbesteigung des Nanga Parbat vor gut 50 Jahren vor, die er ohne Sauerstoffgerät packte (allerdings hatte er Pervitin genommen – heute als Dopingmittel verpönt) – das sind Dimensionen!
Der Abendspaziergang in der untergehenden Sonne war stimmungsvoll, sie zauberte jeden Moment neue Bilder mit ihrem Licht, und dass sich Kühe gerne streicheln lassen, habe ich heute auch erlebt.
las ich ihm aus einer Bergsteigerzeitschrift über Hermann Buhls Erstbesteigung des Nanga Parbat vor gut 50 Jahren vor, die er ohne Sauerstoffgerät packte (allerdings hatte er Pervitin genommen – heute als Dopingmittel verpönt) – das sind Dimensionen!
Der Abendspaziergang in der untergehenden Sonne war stimmungsvoll, sie zauberte jeden Moment neue Bilder mit ihrem Licht, und dass sich Kühe gerne streicheln lassen, habe ich heute auch erlebt.
Später begann in der Hütte eine Gruppe Lieder mit Gitarrenbegleitung zu singen, mit wunderschönen Stimmen – ein sehr schöner Ausklang dieses intensiven und herausfordernden Tages.
Samstag, 15. August 2009
Auf den Futschöl-Pass auf 2.700 m zog es uns weiter um 7:30 h – wie unterschiedlich diese Höhen doch empfunden werden können. Heute problemlos, auf guten Wegen durch ein Blumental, kein bisschen anstrengend. Auf der Passhöhe waren Geröllfelder; ich schürfte mich auf, wollte über ein solches Feld abkürzen, na ja. Keine guten Geräusche kamen aus dem Gletscher über uns – Felsen hatten sich gelöst und stürzten ins Tal.
Auf den Futschöl-Pass auf 2.700 m zog es uns weiter um 7:30 h – wie unterschiedlich diese Höhen doch empfunden werden können. Heute problemlos, auf guten Wegen durch ein Blumental, kein bisschen anstrengend. Auf der Passhöhe waren Geröllfelder; ich schürfte mich auf, wollte über ein solches Feld abkürzen, na ja. Keine guten Geräusche kamen aus dem Gletscher über uns – Felsen hatten sich gelöst und stürzten ins Tal.
Der Abstieg jedoch führte uns in ein Tal, in dem alles belassen war, der Bach durfte breit und natürlich seinen Lauf fließen. Wieder pfiffen uns Murmeltiere an oder aus, Kühe weideten friedlich, der Bach murmelte – wenn man genau hinhörte, konnte man Stimmen hören. Nach einer kurzen Rast ging es weiter wie durch einen Park! Es war so schön gewesen, dass wir (wieder nach einigem Hin und Her) in FTAN beschlossen, diese Tour hier zu beenden. „Das kann man nicht toppen“, sagte Henning.
Wir fuhren mit dem Zug zurück nach KLOSTERS. Unser Campingbus stand noch unversehrt. Wir sind zurück nach ST. ANTÖNIEN gefahren, wo der laue Abendwind um uns streicht und die Sonne gerade hinter den Bergen verschwindet.
Aber wir sind ihr hinterher gefahren, bis nach oben, wo die Welt zu Ende schien und sie uns dann, nachdem sie alles in rote Farbe getaucht hatte, für diesen Tag verließ. –






































