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Malteserschloss
Führung durch’s Malteserschloss in Heitersheim
Am 4. Juli 2009, 15:00 h
Es war so ausgemacht gewesen – die Führung durchs Malteserschloss hatten wir noch zugute! Und natürlich hielt Tettane (Anne-Grete) sich an ihr Wort: heute fand sie statt. Fand statt bei ähnlich schönem Wetter wie bei der Führung durch die Villa Urbana, ähnlich wohlig konnten 20 FA’ler draußen im Park und am Eingangstor die Sonne genießen, im Heim der heiteren Mienen – in Heitersheim!
Ein stattliches Anwesen ist das Malteserschloss, der Park diesem Schloss entsprechend schön angelegt mit Buchshecken und Rosenstöcken und anderen Blumensorten, harmonisch dosiert. Hätten uns Schlossbedienstete Kaffee und Kuchen auf weißen Tischdecken im Schatten zum Beispiel der 450 Jahre alten Gerichtslinden serviert – ich glaube, es hätte keiner widersprochen Aber da fanden ja heute Schachwettspiele statt!
Und außerdem rief Herr Schlegel zur Kultur - er brachte sie uns mit seinem enormen Wissen in der Führung nahe. Erstaunliches gab es zu erfahren, Dinge, die vielleicht einigen von uns so noch nicht bekannt waren.
Sehr herzlich möchte ich mich bei Herrn Schlegel bedanken, der mir freundlicherweise seine Aufzeichnungen zugeschickt hatte, so dass ich einiges davon in diesen Bericht (kursiv) einfügen konnte.
Heitersheim ist urkundlich über 1200 Jahre alt!
Die Führung begann im Vorhof, der „Vorburg“ des Schlosses, er gehörte zum Kloster Murbach im Elsass und wurde von den Herren von Heitersheim verwaltet, danach wurde es 1276 den Johannitern von Freiburg geschenkt, die es in ein Schloss mit Wehrtürmen und Wassergraben umbauten. Über den Torbögen sind auf der rechten Seite das Johanniter-Balkenkreuz zu sehen und links das Malteserkreuz. Die acht Zipfel des Malteserkreuzes bedeuten die „Acht Seligpreisungen der Bergpredigt (nach der Trennung der Kirche durch Martin Luther im Jahre 1517 nannten sich die Protestanten Johanniter und die Katholiken Malteser. Übrigens sind heute 60 % der Deutschen Protestanten, 40 % Katholiken).
Heitersheim ist urkundlich über 1200 Jahre alt!
Die Führung begann im Vorhof, der „Vorburg“ des Schlosses, er gehörte zum Kloster Murbach im Elsass und wurde von den Herren von Heitersheim verwaltet, danach wurde es 1276 den Johannitern von Freiburg geschenkt, die es in ein Schloss mit Wehrtürmen und Wassergraben umbauten. Über den Torbögen sind auf der rechten Seite das Johanniter-Balkenkreuz zu sehen und links das Malteserkreuz. Die acht Zipfel des Malteserkreuzes bedeuten die „Acht Seligpreisungen der Bergpredigt (nach der Trennung der Kirche durch Martin Luther im Jahre 1517 nannten sich die Protestanten Johanniter und die Katholiken Malteser. Übrigens sind heute 60 % der Deutschen Protestanten, 40 % Katholiken).
An der linken Wand ist das Wappen des Fürsten „Schilling von Cannstatt“ zu sehen. Er hatte sich überragend für Kaiser und Reich beim Kampf um Tunis und Algier eingesetzt.
Außerhalb der heutigen Schlossanlage stehen noch das Kanzlerhaus, das Badhaus und die Herrenmühle. Das Rebgrundstück, der „Maltesergarten“, gibt dem Wein in Heitersheim seinen Namen.
Am Gerichtsgebäude befinden sich die Figuren der „Fides und Justitia“ (Treue und Gerechtigkeit.
Am Gerichtsgebäude befinden sich die Figuren der „Fides und Justitia“ (Treue und Gerechtigkeit.
Herr Schlegel führte uns in das Johanniter- und Maltesermuseum im Keller des ehemaligen Gerichtsgebäudes und erklärte uns anhand eines Modells die Anordnung und Aufteilung dieses großzügig angelegten Schlosses vor 250 Jahren. Hier ist noch alles zu sehen, was gefunden wurde: Tafeln, Bilder, und sogar Ritterrüstungen.
Beeindruckend schilderte er, wie mit „Übeltätern“ umgegangen wurde – verurteilt wurden sie entweder im Gerichtsgebäude oder unter der Gerichtslinde. Schon ein Traubendiebstahl wurde bestraft durch Abhacken der Finger. (Es entstand eine kleine Diskussion, unter welchen Bedingungen man aber doch Trauben unbestraft klauen dürfte!)
Wir schauten uns die 2 noch original erhaltenen Verliese an – natürlich hatte es kein elektrisches Licht gegeben, nur ein kleiner Strahl der Sonne, der durch einen Schacht in der Wand fiel, erhellte ein wenig die Zelle. Der Eingang zur Zelle war sehr niedrig gehalten, der Gefangene sollte demütig, also in gebückter Haltung die Zelle verlassen.
Der Mensch war grausam, hörte ich jemanden sagen, aber es wurde festgestellt, dass sich da ja nicht viel geändert hat.
Der Mensch war grausam, hörte ich jemanden sagen, aber es wurde festgestellt, dass sich da ja nicht viel geändert hat.
Über der Toreinfahrt ist das Wappen von „Johann von Hattstein“ aus dem Jahr 1545 zu sehen. Er wurde 100 Jahre alt und war dem Weine sehr zugetan gewesen.
An der Nordseite steht das große Wohngebäude der Vinzentinerschwestern „Haus St. Ludwig“.
Wir besichtigten die Kirche St. Borromäus, hier referierte Herr Schlegel über sein Steckenpferd, die Kreuzzüge.
In der ehemaligen Hauptburg steht in der Mitte die imposante 450 Jahre alte „Gerichtslinde“. Heute befinden sich in den Gebäuden im alten Schloss Behinderteneinrichtungen des Landkreises und der Caritas.
Geschichte des Johanniter-Malteserorden
Um das Jahr 1048 wurde der Johanniterorden, während der „Pilgerzüge“, in Jerusalem gegründet. Kaufleute im hl. Land nahmen sich der kranken Pilger an, pflegten sie und übernahmen den Schutz derselben. Sie gründeten eine Ordensgemeinschaft und nannten sich „ Ritterlicher Orden vom hl. Johannes zu Jerusalem“.
Sie errichteten zur Pflege der Pilger „Hospitäler“ weshalb man die Johanniter auch „Hospitaliter“ nannte.
Als im November 1095 Papst Urban II. mit den weltbewegenden Worten „Gott will es“ zum 1. Kreuzzug (1096 –1098) aufrief, war das hl. Land in den Händen der „Ungläubigen“, dem Islam.
Die nachfolgenden sieben großen Kreuzzüge die in den folgenden zwei
Jahrhunderten durchgeführt wurden hatten das Ziel, das hl. Land und Jerusalem vom Islam zu befreien und sie wieder in die Hände der Christen und der Kirche Roms zuzuführen.
Ausser dem „Johanniterorden“ gab es weitere Ritterorden im hl. Land, z.B. der „Templerorden“, der „Deutschritterorden“ und etwas später gegründet der „Lazariterorden“. Diese Ritterorden übernahmen gleichsam mit dem Johanniterorden die Betreuung und den „Militärischen Schutz“ für die Teilnehmer der Kreuzzüge.
Im Jahr 1292 mussten die „Ungläubigen“ Christen und mit ihnen die Ordensritter, auf Druck der „gläubigen“! Moslems, das hl. Land verlassen.
Der Johanniterorden lies sich auf der Insel „Rhodos“ nieder. Nun nennt man die Johanniter auch „Rhodiserritter“
In ihrem neuen Wohnsitz auf der Insel Rhodos lagen die Johanniter in ständigem Kampf mit den benachbarten Türken, die letztendlich den Johanniterorden im Jahr 1522, nach langer Belagerung und Kampf, von der Insel Rhodos vertrieben.
Dem heimatlosen Ritterorden schenkte Kaiser Karl V. im Jahr 1530 die Insel „Malta“. Von jetzt an nennen sich die Johanniter auch „Malteserritter“.
Als Kaiser Napoleon I. bei seinem Kriegszug nach Ägypten 1798 an der Insel Malta vorbeisegeln wollte, überfiel er die Malteserritter und nahm die Insel ein.
Die Ritter flüchteten mit ihrem „Großmeister“ „Ferdinand Freiherr von Hompesch“ (1744-1805) nach Rom. (Rom ist bis heute Sitz des Ordens).
Das war das bittere Ende des großen, tapferen Johanniter-bzw. Malteserritterordens.
1845 geht das Schloss in privaten Besitz über. Die schönsten Gebäude verfielen in den folgenden Jahren. 1892 erwarb der „Orden des hl. Vinzenz von Paul“ (Vinzentinerorden) die gesamte Schlossanlage und hält sie bis heute in seinem Besitz.
Heute befinden sich in den Gebäuden im alten Schloss Behinderteneinrichtungen des Landkreises und der Caritas die das „Alte Schlossareal“ vom Vinzentinerorden gepachtet haben.Alleiniger Besitzer der gesamten Schlossanlage ist der „Vinzentinerorden von Paul“.
Es war eine sehr aufschlussreiche und interessante Führung, wir waren am Ende um einiges Wissen reicher. Herr Schlegel freute sich sehr über den kleinen Obulus, den Hans in seinem schönen Hut für ihn einsammelte.
Im Hof bei der 450 Jahre alten Gerichtslinde waren nun auch die Schachuhren abgelaufen.
Geschichte des Johanniter-Malteserorden
Um das Jahr 1048 wurde der Johanniterorden, während der „Pilgerzüge“, in Jerusalem gegründet. Kaufleute im hl. Land nahmen sich der kranken Pilger an, pflegten sie und übernahmen den Schutz derselben. Sie gründeten eine Ordensgemeinschaft und nannten sich „ Ritterlicher Orden vom hl. Johannes zu Jerusalem“.
Sie errichteten zur Pflege der Pilger „Hospitäler“ weshalb man die Johanniter auch „Hospitaliter“ nannte.
Als im November 1095 Papst Urban II. mit den weltbewegenden Worten „Gott will es“ zum 1. Kreuzzug (1096 –1098) aufrief, war das hl. Land in den Händen der „Ungläubigen“, dem Islam.
Die nachfolgenden sieben großen Kreuzzüge die in den folgenden zwei
Jahrhunderten durchgeführt wurden hatten das Ziel, das hl. Land und Jerusalem vom Islam zu befreien und sie wieder in die Hände der Christen und der Kirche Roms zuzuführen.
Ausser dem „Johanniterorden“ gab es weitere Ritterorden im hl. Land, z.B. der „Templerorden“, der „Deutschritterorden“ und etwas später gegründet der „Lazariterorden“. Diese Ritterorden übernahmen gleichsam mit dem Johanniterorden die Betreuung und den „Militärischen Schutz“ für die Teilnehmer der Kreuzzüge.
Im Jahr 1292 mussten die „Ungläubigen“ Christen und mit ihnen die Ordensritter, auf Druck der „gläubigen“! Moslems, das hl. Land verlassen.
Der Johanniterorden lies sich auf der Insel „Rhodos“ nieder. Nun nennt man die Johanniter auch „Rhodiserritter“
In ihrem neuen Wohnsitz auf der Insel Rhodos lagen die Johanniter in ständigem Kampf mit den benachbarten Türken, die letztendlich den Johanniterorden im Jahr 1522, nach langer Belagerung und Kampf, von der Insel Rhodos vertrieben.
Dem heimatlosen Ritterorden schenkte Kaiser Karl V. im Jahr 1530 die Insel „Malta“. Von jetzt an nennen sich die Johanniter auch „Malteserritter“.
Als Kaiser Napoleon I. bei seinem Kriegszug nach Ägypten 1798 an der Insel Malta vorbeisegeln wollte, überfiel er die Malteserritter und nahm die Insel ein.
Die Ritter flüchteten mit ihrem „Großmeister“ „Ferdinand Freiherr von Hompesch“ (1744-1805) nach Rom. (Rom ist bis heute Sitz des Ordens).
Das war das bittere Ende des großen, tapferen Johanniter-bzw. Malteserritterordens.
1845 geht das Schloss in privaten Besitz über. Die schönsten Gebäude verfielen in den folgenden Jahren. 1892 erwarb der „Orden des hl. Vinzenz von Paul“ (Vinzentinerorden) die gesamte Schlossanlage und hält sie bis heute in seinem Besitz.
Heute befinden sich in den Gebäuden im alten Schloss Behinderteneinrichtungen des Landkreises und der Caritas die das „Alte Schlossareal“ vom Vinzentinerorden gepachtet haben.Alleiniger Besitzer der gesamten Schlossanlage ist der „Vinzentinerorden von Paul“.
Es war eine sehr aufschlussreiche und interessante Führung, wir waren am Ende um einiges Wissen reicher. Herr Schlegel freute sich sehr über den kleinen Obulus, den Hans in seinem schönen Hut für ihn einsammelte.
Im Hof bei der 450 Jahre alten Gerichtslinde waren nun auch die Schachuhren abgelaufen.
Die Fünfgeld Straußi lockte schon – bei einem wohlverdienten Geburtstags-Freigetränk von Marijo (Johanne), vielen Dank liebe Johanne – zu unserem eigenen und hoffentlich zum Entzücken der anderen Gäste sangen wir ihr einige Lieder – die Texte hatte sie mitgebracht. So waren wir denn auch gut eingestimmt auf die leckere und frisch zubereitete Hausmannskost! Hänschens Flammkuchen war ein Gedicht – er ließ uns alle probieren!
PS: Von dem, was ich so nebenbei gehört und erfahren habe, hat dieser Besuch unserer lieben Anneli viel gegeben – ich finde, man sieht es ihr an auf den Bildern.


















































