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19 fröhliche und interessierte Feierabendler aus Basel und Freiburg machten sich heute auf den Weg nach Rickenbach/Jungholz im Hotzenwald. Dort ist der Stutenmilchhof Jungholz zu finden. Margit hatte ihn auf einer ihrer Wanderungen entdeckt und war sofort überzeugt, dass dies ein Besuchsziel für uns sein könnte.
Wir haben Fahrgemeinschaften gebildet und treffen nacheinander am Stutenmilchhof ein. Dort ist für 12.00 Uhr eine Besichtigung des Hofes und eine Führung durch den Besitzer, Herrn Thomas Häßle, vereinbart.
Der Jungholzer Stutenhof hat das "BIO nach EG-Öko-Verordnung" Siegel.
Wir haben Fahrgemeinschaften gebildet und treffen nacheinander am Stutenmilchhof ein. Dort ist für 12.00 Uhr eine Besichtigung des Hofes und eine Führung durch den Besitzer, Herrn Thomas Häßle, vereinbart.
Der Jungholzer Stutenhof hat das "BIO nach EG-Öko-Verordnung" Siegel.
Herr Häßle hat den Hof seit ca. 20 Jahren und hält Pferde für die Gewinnung der kostbaren Stutenmilch. Seine Stuten können sich mit ihren Fohlen auf den großen Weiden und ihrem geräumigen Laufstall im Herdenverbund frei bewegen. Der soziale Kontakt der Tiere untereinander ist wichtig.
Die Stuten haben ihren eigenen Hengst im Stall, es ist der Pintohengst "Q" (sprich: Kju), ein Prachtkerl. Er kümmert sich "natürlich" um den Pferdenachwuchs und war schon über 90 x erfolgreich. Ab dem Alter von 3 Jahren wird die Stute gedeckt, 11 Monate ist sie tragend; nach der Geburt des Fohlens ist sie nach 9 Tagen wieder rossig und nach 30 Tagen wieder tragend. Jedes Jahr also bringt die Stute ein Fohlen zur Welt. Von Juni bis November kann gemolken werden.
Die fünf Fohlen, nur durch eine Leine vom Standplatz ihrer Mütter getrennt, sind 6-8 Wochen alt. Sie trinken morgens und abends bei ihrer Mutter. Tagsüber werden die Stuten alle 2 1/2 - 3 Stunden gemolken. Wir kommen gerade zum günstigen Zeitpunkt, um beim Melken dabei zu sein. Herr Häßle hat einen Melkstand entworfen. Diese Eigenkonstruktion ist sehr gut durchdacht: Die Stute kommt von der linken Seite durch eine Klapptür, die sie mit dem Kopf aufstoßen kann (Erwin/Zahnrad darf helfen und bei jeder eintretenden Stute die Tür öffnen), sie geht drei Schritte weiter und bleibt auf einer Empore stehen, dort setzt Herr Häßle ihr den Melkschlauch an die Zitzen und die Milch fließt durch den Schlauch in den Milchbehälter. Knapp ein Liter Milch wird abgemolken, dann wird der Milchschlauch abgenommen, die Stute stösst die Klapptür an der rechten Seite auf und verlässt den Melkstand. Dann tritt die nächste Stute von links ein ..... usw.
Wir haben den Eindruck, dass die Stuten sich das Melken gern gefallen lassen. Herr Häßle verrät uns, dass sie zur Ablenkung ein Schälchen mit Hafer vorgesetzt bekommen, den sie fressen können, während sie gemolken werden.
Während wir dem Melken bei vier Stuten zusehen dürfen, erfahren wir einiges Wissenswertes über die Stutenmilch:
Stutenmilch gehört zu den nahrhaftesten und aufbauendsten Nahrungsmitteln, die uns die Natur geschenkt hat. Ihr gesundes Geheimnis liegt in der nahen Verwandtschaft zur menschlichen Muttermilch. Der hohe Gehalt an Immunglobulinen, speziellen Eiweißen, Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren macht sie zu einem hochwirksamen Lebensmittel. Stutenmilch ist eine ganz leichte Milch. Sie hat nur 1 % Fett und einen hohen Milchzuckeranteil 6,5 %. Daher schmeckt die Stutenmilch neutral, etwas wässrig und leicht süßlich.
Stutenmilch gehört zu den nahrhaftesten und aufbauendsten Nahrungsmitteln, die uns die Natur geschenkt hat. Ihr gesundes Geheimnis liegt in der nahen Verwandtschaft zur menschlichen Muttermilch. Der hohe Gehalt an Immunglobulinen, speziellen Eiweißen, Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren macht sie zu einem hochwirksamen Lebensmittel. Stutenmilch ist eine ganz leichte Milch. Sie hat nur 1 % Fett und einen hohen Milchzuckeranteil 6,5 %. Daher schmeckt die Stutenmilch neutral, etwas wässrig und leicht süßlich.
Im Wohnhaus ist die Milchküche eingerichtet: Die frisch gemolkene Milch wird sofort gefiltert, in 1/4 l Beutel abgepackt und schockgefroren. Stutenmilch ist bei -18 Grad Celsius mindestens sechs Monate haltbar. Das Stutenmilch-Granulat ist die gefriergetrocknete Variante der naturbelassenen Stutenmilch. Es wird durch ein spezielles Gefriertrocknungsverfahren gewonnen, das die sensiblen Inhaltsstoffe der Stutenmilch schützt. Es wird in Wasser aufgelöst und schmeckt angenehm süß.
Jetzt gehen wir in den "alten Stall", wie Herr Häße sagt. Aber das war einmal. Früher war in den alten Hotzenwälder Bauernhäusern der Stall im Haus, jetzt ist daraus ein großer, gemütlicher Raum geworden, holzgetäfelt, mit alten Gerätschaften an den Wänden. Nur der Name "alter Stall" ist geblieben. Dort werden wir ein Vesper bekommen: Es gibt im Ofen gebackene Kartoffeln (mit viel Kümmel!), Quark, Schübling, danach eine Käseplatte, dazu Apfelmost und Säfte. Zum Schluss bekommt jeder ein Gläschen Stutenmilch zum Probieren. Wir hören einige unterschiedliche Kommentare über den Geschmack der Milch.
Jetzt gehen wir in den "alten Stall", wie Herr Häße sagt. Aber das war einmal. Früher war in den alten Hotzenwälder Bauernhäusern der Stall im Haus, jetzt ist daraus ein großer, gemütlicher Raum geworden, holzgetäfelt, mit alten Gerätschaften an den Wänden. Nur der Name "alter Stall" ist geblieben. Dort werden wir ein Vesper bekommen: Es gibt im Ofen gebackene Kartoffeln (mit viel Kümmel!), Quark, Schübling, danach eine Käseplatte, dazu Apfelmost und Säfte. Zum Schluss bekommt jeder ein Gläschen Stutenmilch zum Probieren. Wir hören einige unterschiedliche Kommentare über den Geschmack der Milch.
Nach dem Vesper können wir noch die Produkte des Jungholzer Stutenmilchhofes kaufen: die Kosmetik-Produkte sind gefragt, auch das Stutenmilch-Granulat. Ich leiste mir eine Monatskur tiefgefrorene Stutenmilch. Sehr zufrieden ziehe ich mit dem speziellen Kühl-Behälter ab und bin gespannt auf die Wirkung der Stutenmilch. Nächsten Monat um diese Zeit kann ich vielleicht etwas dazu sagen.
Wir verabschieden uns von Herrn Häßle, bedanken uns für die Besichtigung, sagen einander "tschüs" und streben heimwärts in verschiedene Richtungen. Aber wie oft schon nach unseren Treffen: irgendwie mag man sich noch nicht trennen, und so treffen sich acht Nimmermüde im Cafè Bockstaller in Todtmoos wieder, um noch ein Stündchen bei Kaffee, Eis oder Kuchen zu plaudern. Wir sind uns einig, es war wieder einmal ein gelungener Ausflug zu einem interessanten Thema, über das viel zu wenig bekannt ist. Aber wir wissen jetzt mehr!
Zur Geschichte der Stutenmilch (aus dem Internet)
Schon seit über 2000 Jahren nutzen Menschen die Vorzüge der Stutenmilch. Bei den Pferdezucht treibenden Nomadenvölker, vor allem des euroasiatischen Raumes, wurden die kostbaren Pferdeherden nicht nur für Eroberungsfeldzüge gehalten, sondern auch um von dem Fleisch und der Milch der Tiere zu leben und sich zu stärken.
Der griechische Dichter Homer berichtete in seinem Epos "Ilias" schon um 800 vor Christus von den rossemelkenden und milchtrinkenden Skythen. Die ägyptische Königin Cleopatra pflegte der Schönheit zuliebe in Stutenmilch zu baden. Marco Polo schrieb im 13. Jahrhundert, dass die Mongolen und Tartaren Stutenmilch als besonders stärkendes Nahrungsmittel verwenden.
In der neueren Zeit nutzten als erstes russische Mediziner Stutenmilch. Das erste Stutenmilch-Sanatorium entstand 1858 in Samara. Leo Tolstoi, der Autor der weltbekannten Romane "Anna Karenina" und "Krieg und Frieden" schrieb über die Stutenmilch, dass sie "seinen Körper regenerieren und seinen Geist beflügeln" würde.
Während des zweiten Weltkriegs wurde der Arzt Dr. Rudolf Storch, der als deutscher Kriegsgefangener in Russland festgehalten wurde, mit der Stutenmilch vertraut. Im Jahre 1959 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück und gründete bald das erste Stutenmilchgestüt.
Wir verabschieden uns von Herrn Häßle, bedanken uns für die Besichtigung, sagen einander "tschüs" und streben heimwärts in verschiedene Richtungen. Aber wie oft schon nach unseren Treffen: irgendwie mag man sich noch nicht trennen, und so treffen sich acht Nimmermüde im Cafè Bockstaller in Todtmoos wieder, um noch ein Stündchen bei Kaffee, Eis oder Kuchen zu plaudern. Wir sind uns einig, es war wieder einmal ein gelungener Ausflug zu einem interessanten Thema, über das viel zu wenig bekannt ist. Aber wir wissen jetzt mehr!
Zur Geschichte der Stutenmilch (aus dem Internet)
Schon seit über 2000 Jahren nutzen Menschen die Vorzüge der Stutenmilch. Bei den Pferdezucht treibenden Nomadenvölker, vor allem des euroasiatischen Raumes, wurden die kostbaren Pferdeherden nicht nur für Eroberungsfeldzüge gehalten, sondern auch um von dem Fleisch und der Milch der Tiere zu leben und sich zu stärken.
Der griechische Dichter Homer berichtete in seinem Epos "Ilias" schon um 800 vor Christus von den rossemelkenden und milchtrinkenden Skythen. Die ägyptische Königin Cleopatra pflegte der Schönheit zuliebe in Stutenmilch zu baden. Marco Polo schrieb im 13. Jahrhundert, dass die Mongolen und Tartaren Stutenmilch als besonders stärkendes Nahrungsmittel verwenden.
In der neueren Zeit nutzten als erstes russische Mediziner Stutenmilch. Das erste Stutenmilch-Sanatorium entstand 1858 in Samara. Leo Tolstoi, der Autor der weltbekannten Romane "Anna Karenina" und "Krieg und Frieden" schrieb über die Stutenmilch, dass sie "seinen Körper regenerieren und seinen Geist beflügeln" würde.
Während des zweiten Weltkriegs wurde der Arzt Dr. Rudolf Storch, der als deutscher Kriegsgefangener in Russland festgehalten wurde, mit der Stutenmilch vertraut. Im Jahre 1959 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück und gründete bald das erste Stutenmilchgestüt.
Fotos: Erwin/Zahnrad, Margit/anmargi
Bericht von: Helga /Tinsky
Bericht von: Helga /Tinsky































Solche guten und informativen Berichte sind wir inzwischen ja schon von Dir gewöhnt, liebe Helga - dieser hier enthält wieder alles Wissenswerte und Interessante, was dieser Besuch hergab - vielen Dank! Margit/anmargi
Liebe Helga, Dein gelungener Bericht über die Pferdefamilie (1 Hengst, 5 Stuten und Fohlen)hat unseren Besuch auf dem Stutenhof vervollständigt. Gekonnt hast du über Milchgewinnung und -verarbeitung geschrieben. Danke dir viel Erfolg bei Der "Kur" Gisela
liebe Margit, lieber Erwin ganz herzlichen Dank für so großartige Fotos der Pferde und deren Bewunderer. Es war ein besonderer Ausflug. Besonderen Dank dir, margit, für die Idee Gisela
Liebe Helga , du hast uns wieder einen wunderbaren Bericht geschenkt. Ich habe alles nochmal erlebt. Danke Dir und auch Erwin und Margit für die guten Fotos. Es war ein wunderschöner Tag, Ich habe auch die Fahrt durch deb Schwarzwald genoßen. Anneliese
Danke liebe Helga für diesen ausführlichen Bericht und Dir liebe Margit für die wunderbaren Fotos. Hat mir sehr gut gefallen. Den Bericht werde ich jetzt an meine pferdeverrückte Enkelin nach Norwegen weiterleiten Die wird begeistert sein. Anne-Grete
Dein kompetenter Bericht, liebe Helga,hat mir überaus gut gefallen. Die herrlichen Fotos von Margit und Erwin haben mich begeistert. Danke an Margit für die tolle Idee, uns den Stutenmilchhof zu zeigen. Jetzt wünsche ich Euch fleißigen "Feiertags-Arbeitern noch einen geruhsamen Pfingstmontag! Liebe Grüße Ingeborg
Dass Helga schreiben kann wissen wir bereits und dass Margit immer besondere Fotoausschnitte zaubert auch, allerdings kann man auf Erwins Foto in einem Bericht kaum verzichten, sie ergänzen immer wunderbar, finde ich jedenfalls. Da ich dabei war, konnte ich alles nochmals lesen, ganz besonders haben mir die Auszüge aus dem Internet über die Geschichte gefallen. Somit wurde wieder Wissen aufpoliert - danke, Käthe!
Liebe Helga, wieder einmal ein ganz hervorragender Bericht von Dir. Danke Dir dafür und auch Margit und Erwin für die schönen Fotos, man konnte den Tag damit noch einmal erleben. Besonderen Dank auch an Margit für die Idee, mit uns diesen Stutenmilchhof zu besuchen. Wieder ein sehr harmonischer und schöner Tag mit FA.
Helga hat uns wieder einmal mit einem informativen und anschaulichen Bericht verwöhnt. Dafür herzlichen Dank. Ebenso an Margit für diese originelle Idee und ihr und Erwin ebenfalls vielen Dank für die schönen Fotos. Marlen
Ein wunderschöner Bericht, mit ebenso schönen Bilder (Margit und Käthe), die beiden BeBo' sind super gut getroffen und wenn man die Pferdebilder sieht, geht einem Pferdeliebhaber wie mich, das Herz auf. Schon so oft habe ich den Bericht angeschaut. Helga, Dir herzlichen Dank für den guten Bericht und Margit und Erwin ebenso ein herzliches Dankeschön. Von den Pferdebildern profitiert auch Sabine, die sich an Pferdebildern nicht satt sehen kann. Liebe Grüße Christel
Dieser wundervolle Bericht mit herrlichen Fotos unserer Fotografen gehört unbedingt auf die Startseite. Ich war nicht dabei, habe aber jetzt durch den Bericht und die Bilder alles im Geiste miterleben können. Dieser Ausflug war wirklich ein ganz besonderer. Trudel bedankt sich für Bericht und Bilder
Liebe Helga, informativ und anschaulich wie immer, und mal wieder von unglaublicher Geschwindigkeit. Dir und allen Beteiligten recht herzlichen Dank dafür, den Bericht hier lesen zu dürfen. Ohne "Gemeinschaftsarbeit" wird ja gewöhnlich nichts. Und die vielen, niedlichen Fohlen. Wo bleiben sie am Ende des Jahres? Liebe Grüße, Irene
Ein schöner , interessanter und informativer Bericht mit netten Fotos. Viele Grüsse Helgaffb
Hallo, was passiert mit den vielen Fohlen, die geboren werden, damit die Stuten Milch haben????
@Schwabenprinzess - hallo, wir haben gefragt: sie werden weiterverkauft. Gruß Margit
Ein aufschlußreicher Bericht, der für mich nur eine Frage offen läßt: Was passiert mit den Fohlen, kommen die männlichen zum Metzger und die weiblichen, werden die behalten als künftige Milchlieferanten? Oder kommen die auch zum Metzger? Ich frage mich, was das soll. Die Stutenmilch wird einen alten Teint auch nicht mehr jünger machen. Und das alles wieder auf Kosten der Tiere. Ich finde das abscheulich.