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Inkas erste Weihnachten in Süddeutschland
Als der erste Schnee fiel, war die nun elfjährige Inka noch immer da. So war das eigentlich nicht gedacht, als sie im Sommer ihre lange Reise in Berlin antrat, um den Vater zu besuchen. Damals gab es einen Riesenkrach, weil sie mitten im heißen Sommer – mit Wintermänteln ankam; nichts weiter als eine Vorsichtsmaßnahme der Mutter. Auch im Oktober kann es schon ziemlich kalt sein; Jedenfalls in Norddeutschland. Nun war Inka noch immer hier und nun waren alle froh über die ungeliebten Wintermäntel.
Wenn da nur nicht das Heimweh gewesen wäre: Nach der Mutter, nach dem kleinen Bruder. Inka war nicht glücklich und fühlte es täglich, dass Tante Hedda die nicht geliebte Stieftochter gerne endlich wieder los gewesen wäre.
Inka war, mit der Milchkanne in der Hand, auf dem allabendlichen Weg zum Milchhäusle, um das zugeteilte Kontingent Milch abzuholen. Die Flüchtlinge im Dorf holten ihre Milch dort, die Bauernkinder karrten auf Handwagen die schweren Milchkannen vom Abendmelken zum Milchhäusle hin. Ein kalter Wind pfiff, Inka raffte den Mantel fester um sich herum und zerrte die Mütze tiefer über die Ohren. Schneeflocken tanzten herab; Weihnachten war nahe. Wie das wohl sein würde, ohne die Mutter und den einst heiß erwarteten kleinen Bruder? Sinnierte Inka auf ihrem Weg zum Milchhäusle. Was die Mutter wohl machte, ob sie Falck an die große Schwester wenigstens erinnerte? Mit gemischten Gefühlen und dennoch neugierig sah Inka dem Weihnachtsfest entgegen. Der Vater hatte, wie gewohnt, ein Tannenbäumchen besorgt.
Einen schönen Brauch sollte Inka kennenlernen und sogar der Vater, längst ausgetreten aus seiner Kirche und ein regelrechter Kirchenhasser, war, wenn auch brummend, damit einverstanden. Während zu Hause Eltern den Christbaum schmückten, gingen alle Kinder in einen spätnachmittäglichen Kindergottesdienst, um das Weihnachtslicht zu holen; das war so üblich. Inka staunte, als sie zusammen mit dem jüngeren Klaus, Tante Heddas Sohn, die prunkvolle katholische Kirche des Dorfes betrat, mit so viel Rot und Blau und Gold und mit mehreren Altären zusätzlich links und rechts des Kirchenschiffes; mit den unzähligen Heiligenfiguren, die an langen Stangen neben beinahe jeder Kirchenbank steckten und den Kreuzweg darstellen sollten. Bei den Kirchenprozessionen, durch Straßen oder Felder, wurden sie mitgetragen, eben an den langen Stangen. So etwas Prächtiges hatte Inka noch nie gesehen. Es glitzerte und funkelte überall im Schein von Kerzen. Links vom Hauptaltar, unter einem großen Tannenbaum, dessen Kerzen aber noch nicht brannten, die wurden erst am ersten Weihnachtsfeiertag angezündet, war in einer Grotte eine wunderschöne Krippe aufgebaut; mit den Hirten und ihren Schafen, mit Ochs´ und Esel, der Hl. Familie mit dem Jesuskind, das lag in der Futterkrippe.
Bisher hatte Inka nur einmal eine Kirche von innen gesehen: in einem Spätsommer. Nämlich die, in der Falck getauft worden war. Das war auch auf dem Land gewesen, jedoch eine üblich karge evangelische Kirche, und überhaupt war alles so anders als damals. Eine ganz andere Welt, in der sie nun lebte. Und das hier war auch eine viel, viel schönere Krippe, als das armselige kleine, Papierbildchen seinerzeit zuhause unter dem Weihnachtsbaum. Gleichzeitig erfuhr sie auch endlich, was es mit diesem Jesuskind aufsich hatte.
Die Kinder des Dorfes strömten am 24. Dezember von allen Seiten, immer um die gleiche Zeit, hin zur Kirche, zum Kindergottesdienst, es war ein fester Bestandteil des Hl. Abends, während zu Hause die Eltern alles für den Weihnachtsabend herrichteten, den Baum aufstellten und schmückten, den Tisch für das Abendessen deckten.
Zum Ende der vorweihnachtlichen Feier in der Kirche sprachen alle zusammen noch ein Gebet, dann gingen die Kinder, eines nach dem anderen, vor zur Krippe und zündeten dort ehrfürchtig jedes seine mitgebrachte Kerze an. „Ihr wisst, dass ihr auf eurem Weg nach Hause nicht sprechen sollt.“ Mahnte der Pfarrer zum Abschluss noch, ehe er sie mit dem kirchlichen Segen entließ.
Das Gebot hieß also: Das Weihnachtslicht, mit dem zu Hause die Christbaumkerzen angezündet werden sollten, schweigend nach Hause zu tragen und erst, wenn alle Lichtlein am Weihnachtsbaum brannten, durfte wieder geredet werden. Vorsichtig tappten die Kinder die vereisten Kirchenstufen hinab, andächtig begannen sie den schon finsteren Heimweg, das flackerige kleine Licht in ihren Händen beleuchtete immer gerade den nächsten Schritt. Die Abendkälte hatte zugenommen, feiner Schnee rieselte leise, kein Laut war zu hören, nur das dumpfe Knarzen der vielen Schritte im frischen Schnee.
Gehorsam schweigend, anfangs noch in kleinen Grüppchen, stapften die Kinder durch die wattige, unter ihren Schritten gedämpft knarrende weiße Pracht; jeder seinem Zuhause entgegen strebend. Eine kurze Weile lang. Irgendwann aber fing das eine oder andere leise an zu wispern, es kicherte hier und flüsterte da, über den ganzen Weg zu schweigen, schafften die wenigsten Kinder; das war doch wirklich zu schwer durchzuhalten. Bald sah man die flackernden Lichtlein schwankend in alle Richtungen langsam in der Dunkelheit verschwinden.
Ob es stimmte, dass nun die Kerzenflämmchen am Christbaum zu Hause nicht brennen wollten? Ach nein. - Es sollte ja nur Andacht bewahrt werden auf dem Heimweg: Im Gedanken an das Wunder der Weihnachtsgeschichte der Hl. Nacht, die sie gerade gehört hatten.
Der dörfliche Brauch gefiel Inka. Weihnachten wurde damit ganz anders, als sie das bisher gekannt hatte: Das war Weihnachten.
Schwer atmend in der frostigen Luft klopften sich Klaus und Inka an der Treppe den Schnee von Schuhen und Mänteln, traten mit von Kälte geröteten Wangen und blanken Augen ein in die kleine Stube, wo mittlerweile die Eltern die Weihnachtsgeschenke unter den geschmückten Baum gelegt, aber noch mit einem Tuch abgedeckt hatten. Der Vater zündete nun mit dem mitgebrachten Weihnachtsfeuer die Kerzen an dem Christbäumchen an. Zusammen sangen sie ein Weihnachtslied, die Kinder sagten in der Schule gelernte Gedichte auf. Sie wünschten sich gegenseitig ein frohes Fest und packten die Geschenke aus. Tante Hedda hatte Handschuhe und Mützen gestrickt, für den Vater einen Schal und Socken; abends, wenn die Kinder im Bett waren und der Vater, so er zu Hause war, seinem Bastel-Hobby in der Werkstatt eines Freundes nachging, im Apothekerhaus, weil er selbst keine Werkstatt hatte.
Nun setzten sich alle an den einfach gedeckten Tisch zu Kartoffelsalat und Würstchen, Brot und Tee; und endlich durften nun auch die guten Weihnachtplätzchen gegessen werden, die Tante Hedda mit den Kindern zusammen in den Wochen vor Weihnachten gebacken hatte, die hier im Badischen Gutsele hießen – und von denen der Vater vorher ab und zu schon mal heimlich genascht hatte. Dabei waren sie doch eigentlich weit oben auf dem Schlafzimmerschrank versteckt gewesen. Später sangen sie noch eine Weile lang Weihnachtslieder zusammen, der Vater spielte dazu auf seiner Mundharmonika und ein wenig länger aufbleiben durfte die Kinder heute auch, ehe sie gemeinsam die hölzerne Treppe hinauf stiegen, sich gute Nacht sagten und jedes in einem Zimmer verschwand: Inka links in der „guten Stube“ des Hauses, weil sonst nirgends Platz war für ein Bett, und Klaus rechts im gemeinsamen Schlafzimmer mit den Eltern, um in das zwar kuscheligdicke, aber doch noch eisigkalte Bett zu schlüpfen. Tief vergrub sich Inka in das dicke Bett in dem niemals geheizten Zimmer, sie versuchte warm zu werden.
*****************
Der Weihnachtsabend war schön gewesen, fand Inka. Oberflächlich vermittelte er ein Bild von Zusammengehörigkeit. Wie ein Film, der über allem lag und das eigentlich Brüchige des sonstigen Lebens zudeckte: Vorgaukelte, alles sei in Ordnung. Es hatte ein wenig abgelenkt von dem, was ihr eigentlich am allermeisten fehlte: Zuneigung. Die Wärme der Liebe!
Ihre Gedanken schweiften langsam ab; hin zur Mutter, die so weit weg war, und dem kleinen, erst dreijährigen, Falck. Ob das kleine Brüderchen an seine große Schwester noch manchmal dachte? Was sie jetzt wohl machten, er und die Mutter? Ob sie jemals wieder nach Hause, nach Berlin zurückkommen würde? Nach einem langen Seufzer schlief Inka schließlich ein, und Mutter und Falck und Krippe und die bunte Kirche vermischten sich zum einem Traum..
Autor: Irene Sasse
Als der erste Schnee fiel, war die nun elfjährige Inka noch immer da. So war das eigentlich nicht gedacht, als sie im Sommer ihre lange Reise in Berlin antrat, um den Vater zu besuchen. Damals gab es einen Riesenkrach, weil sie mitten im heißen Sommer – mit Wintermänteln ankam; nichts weiter als eine Vorsichtsmaßnahme der Mutter. Auch im Oktober kann es schon ziemlich kalt sein; Jedenfalls in Norddeutschland. Nun war Inka noch immer hier und nun waren alle froh über die ungeliebten Wintermäntel.
Wenn da nur nicht das Heimweh gewesen wäre: Nach der Mutter, nach dem kleinen Bruder. Inka war nicht glücklich und fühlte es täglich, dass Tante Hedda die nicht geliebte Stieftochter gerne endlich wieder los gewesen wäre.
Inka war, mit der Milchkanne in der Hand, auf dem allabendlichen Weg zum Milchhäusle, um das zugeteilte Kontingent Milch abzuholen. Die Flüchtlinge im Dorf holten ihre Milch dort, die Bauernkinder karrten auf Handwagen die schweren Milchkannen vom Abendmelken zum Milchhäusle hin. Ein kalter Wind pfiff, Inka raffte den Mantel fester um sich herum und zerrte die Mütze tiefer über die Ohren. Schneeflocken tanzten herab; Weihnachten war nahe. Wie das wohl sein würde, ohne die Mutter und den einst heiß erwarteten kleinen Bruder? Sinnierte Inka auf ihrem Weg zum Milchhäusle. Was die Mutter wohl machte, ob sie Falck an die große Schwester wenigstens erinnerte? Mit gemischten Gefühlen und dennoch neugierig sah Inka dem Weihnachtsfest entgegen. Der Vater hatte, wie gewohnt, ein Tannenbäumchen besorgt.
Einen schönen Brauch sollte Inka kennenlernen und sogar der Vater, längst ausgetreten aus seiner Kirche und ein regelrechter Kirchenhasser, war, wenn auch brummend, damit einverstanden. Während zu Hause Eltern den Christbaum schmückten, gingen alle Kinder in einen spätnachmittäglichen Kindergottesdienst, um das Weihnachtslicht zu holen; das war so üblich. Inka staunte, als sie zusammen mit dem jüngeren Klaus, Tante Heddas Sohn, die prunkvolle katholische Kirche des Dorfes betrat, mit so viel Rot und Blau und Gold und mit mehreren Altären zusätzlich links und rechts des Kirchenschiffes; mit den unzähligen Heiligenfiguren, die an langen Stangen neben beinahe jeder Kirchenbank steckten und den Kreuzweg darstellen sollten. Bei den Kirchenprozessionen, durch Straßen oder Felder, wurden sie mitgetragen, eben an den langen Stangen. So etwas Prächtiges hatte Inka noch nie gesehen. Es glitzerte und funkelte überall im Schein von Kerzen. Links vom Hauptaltar, unter einem großen Tannenbaum, dessen Kerzen aber noch nicht brannten, die wurden erst am ersten Weihnachtsfeiertag angezündet, war in einer Grotte eine wunderschöne Krippe aufgebaut; mit den Hirten und ihren Schafen, mit Ochs´ und Esel, der Hl. Familie mit dem Jesuskind, das lag in der Futterkrippe.
Bisher hatte Inka nur einmal eine Kirche von innen gesehen: in einem Spätsommer. Nämlich die, in der Falck getauft worden war. Das war auch auf dem Land gewesen, jedoch eine üblich karge evangelische Kirche, und überhaupt war alles so anders als damals. Eine ganz andere Welt, in der sie nun lebte. Und das hier war auch eine viel, viel schönere Krippe, als das armselige kleine, Papierbildchen seinerzeit zuhause unter dem Weihnachtsbaum. Gleichzeitig erfuhr sie auch endlich, was es mit diesem Jesuskind aufsich hatte.
Die Kinder des Dorfes strömten am 24. Dezember von allen Seiten, immer um die gleiche Zeit, hin zur Kirche, zum Kindergottesdienst, es war ein fester Bestandteil des Hl. Abends, während zu Hause die Eltern alles für den Weihnachtsabend herrichteten, den Baum aufstellten und schmückten, den Tisch für das Abendessen deckten.
Zum Ende der vorweihnachtlichen Feier in der Kirche sprachen alle zusammen noch ein Gebet, dann gingen die Kinder, eines nach dem anderen, vor zur Krippe und zündeten dort ehrfürchtig jedes seine mitgebrachte Kerze an. „Ihr wisst, dass ihr auf eurem Weg nach Hause nicht sprechen sollt.“ Mahnte der Pfarrer zum Abschluss noch, ehe er sie mit dem kirchlichen Segen entließ.
Das Gebot hieß also: Das Weihnachtslicht, mit dem zu Hause die Christbaumkerzen angezündet werden sollten, schweigend nach Hause zu tragen und erst, wenn alle Lichtlein am Weihnachtsbaum brannten, durfte wieder geredet werden. Vorsichtig tappten die Kinder die vereisten Kirchenstufen hinab, andächtig begannen sie den schon finsteren Heimweg, das flackerige kleine Licht in ihren Händen beleuchtete immer gerade den nächsten Schritt. Die Abendkälte hatte zugenommen, feiner Schnee rieselte leise, kein Laut war zu hören, nur das dumpfe Knarzen der vielen Schritte im frischen Schnee.
Gehorsam schweigend, anfangs noch in kleinen Grüppchen, stapften die Kinder durch die wattige, unter ihren Schritten gedämpft knarrende weiße Pracht; jeder seinem Zuhause entgegen strebend. Eine kurze Weile lang. Irgendwann aber fing das eine oder andere leise an zu wispern, es kicherte hier und flüsterte da, über den ganzen Weg zu schweigen, schafften die wenigsten Kinder; das war doch wirklich zu schwer durchzuhalten. Bald sah man die flackernden Lichtlein schwankend in alle Richtungen langsam in der Dunkelheit verschwinden.
Ob es stimmte, dass nun die Kerzenflämmchen am Christbaum zu Hause nicht brennen wollten? Ach nein. - Es sollte ja nur Andacht bewahrt werden auf dem Heimweg: Im Gedanken an das Wunder der Weihnachtsgeschichte der Hl. Nacht, die sie gerade gehört hatten.
Der dörfliche Brauch gefiel Inka. Weihnachten wurde damit ganz anders, als sie das bisher gekannt hatte: Das war Weihnachten.
Schwer atmend in der frostigen Luft klopften sich Klaus und Inka an der Treppe den Schnee von Schuhen und Mänteln, traten mit von Kälte geröteten Wangen und blanken Augen ein in die kleine Stube, wo mittlerweile die Eltern die Weihnachtsgeschenke unter den geschmückten Baum gelegt, aber noch mit einem Tuch abgedeckt hatten. Der Vater zündete nun mit dem mitgebrachten Weihnachtsfeuer die Kerzen an dem Christbäumchen an. Zusammen sangen sie ein Weihnachtslied, die Kinder sagten in der Schule gelernte Gedichte auf. Sie wünschten sich gegenseitig ein frohes Fest und packten die Geschenke aus. Tante Hedda hatte Handschuhe und Mützen gestrickt, für den Vater einen Schal und Socken; abends, wenn die Kinder im Bett waren und der Vater, so er zu Hause war, seinem Bastel-Hobby in der Werkstatt eines Freundes nachging, im Apothekerhaus, weil er selbst keine Werkstatt hatte.
Nun setzten sich alle an den einfach gedeckten Tisch zu Kartoffelsalat und Würstchen, Brot und Tee; und endlich durften nun auch die guten Weihnachtplätzchen gegessen werden, die Tante Hedda mit den Kindern zusammen in den Wochen vor Weihnachten gebacken hatte, die hier im Badischen Gutsele hießen – und von denen der Vater vorher ab und zu schon mal heimlich genascht hatte. Dabei waren sie doch eigentlich weit oben auf dem Schlafzimmerschrank versteckt gewesen. Später sangen sie noch eine Weile lang Weihnachtslieder zusammen, der Vater spielte dazu auf seiner Mundharmonika und ein wenig länger aufbleiben durfte die Kinder heute auch, ehe sie gemeinsam die hölzerne Treppe hinauf stiegen, sich gute Nacht sagten und jedes in einem Zimmer verschwand: Inka links in der „guten Stube“ des Hauses, weil sonst nirgends Platz war für ein Bett, und Klaus rechts im gemeinsamen Schlafzimmer mit den Eltern, um in das zwar kuscheligdicke, aber doch noch eisigkalte Bett zu schlüpfen. Tief vergrub sich Inka in das dicke Bett in dem niemals geheizten Zimmer, sie versuchte warm zu werden.
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Der Weihnachtsabend war schön gewesen, fand Inka. Oberflächlich vermittelte er ein Bild von Zusammengehörigkeit. Wie ein Film, der über allem lag und das eigentlich Brüchige des sonstigen Lebens zudeckte: Vorgaukelte, alles sei in Ordnung. Es hatte ein wenig abgelenkt von dem, was ihr eigentlich am allermeisten fehlte: Zuneigung. Die Wärme der Liebe!
Ihre Gedanken schweiften langsam ab; hin zur Mutter, die so weit weg war, und dem kleinen, erst dreijährigen, Falck. Ob das kleine Brüderchen an seine große Schwester noch manchmal dachte? Was sie jetzt wohl machten, er und die Mutter? Ob sie jemals wieder nach Hause, nach Berlin zurückkommen würde? Nach einem langen Seufzer schlief Inka schließlich ein, und Mutter und Falck und Krippe und die bunte Kirche vermischten sich zum einem Traum..
Autor: Irene Sasse

Ganz herzlichen Dank für diese rührende weihnachtliche Geschichte, liebe Irene - Du hast sie von Herzen geschrieben und ich frage mich, wer Inka ist? Margit
Eine besinnliche, herzbewegende Geschichte von unserem Heupferdchen zur Weihnachtszeit. Vielen Dank dafür, liebes Heupferdchen.
Liebe Irene, vielen Dank dafür, dass Du uns diese innige Weihnachtsgeschichte zugänglich gemacht hast. Lass uns noch mehr Geschichten von Dir lesen!!! Liebe Grüße Ingeborg
Eine sehr schöne Weihnachtsgeschichte, von Dir wieder meisterhaft erzählt, ein gutes weiterhin schaffensreiches Jahr wünscht Dir, Uta (vamp)
Liebe Irene, da hast Du mal wieder bewiesen, was in Dir steckt. Danke für die lange und herzergreifende Geschichtde.
Durch einen erstaunlichen Zufall wurden zwei Geschichten aus den 40ziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts parallel in der Regiogruppe Freiburg publik. Wie schön! Beide Beiträge sind Geschichte von unten, also aus dem Volk heraus erzählt. Und das macht den Reiz beider Geschichten aus. Historiker schildern Geschichte stets von oben herunter, beginnend bei Kaiser,König, Kanzler. Der wohltuende Unterschied zwischen Geschichte von oben und Geschichte von unten ist die Authentizität der "Geschichten von unten!" Schade ist nur, dass "Geschichten von unten" so rar sind. Der italienische Philosoph Norberto Bobbio schrieb in seinem Essay: "Vom Alter," Du bist das, was du erinnerst, je lebendiger die Erinnerungen sind, die im Gedächtnis auftauchen, desto weiter liegen diese Ereignisse in der Vergangenheit,aber du weißt auch, dass das was geblieben ist, nur ein unendlich kleiner Teil deiner Lebensgeschichte ist. Bleib nicht stehen. Versäume es nicht weiterzugraben, jede Geste jedes Wort, jeder noch so weit entfernte Gesang, die du wiederfindest obwohl sie für immer verloren schienen, helfen dir zu überleben...) Also, spitzen wir die Griffel und machen es Irene und Margit nach.(Der Kommentar gilt sinngemäß auch für den Bericht von Margit!) Siehe auch dort!