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Die Krähen
Immer wenn die Nüsse reif werden sind sie da, die Saatkrähen: eine klaut frech eine Nuss, fliegt damit auf die Straßenlaterne, fabelgleich wie in „der Rabe und der Fuchs“ öffnet sie den Schnabel und lässt sie herunterfallen – sie ist geknackt die Nuss, die Krähe fliegt hinterher und frisst. Manchmal wartet sie auch bis ein Auto kommt, legt den Kopf schief um zu sehen, ob’s geklappt hat! Schlau sind sie, diese Viecher. Und wecken Kindheitserinnerungen an meine zahme Krähe Kekka, die ich aufgezogen hatte, bis sie fliegen konnte.
Sie war aus dem Nest gefallen, ich nahm sie mit nach Hause. „Du musst Brot in Milch einweichen und es ihr in den Schnabel stecken“, wusste die Alte, die in dem roten Backsteinhaus neben dem Baum wohnte. An einem Krückstock lief sie, hatte eine Warze mitten auf der Nase und ein Kopftuch um – wie eine wirkliche Hexe sah sie aus und ganz schön Angst hatten wir vor ihr. Aber ihr Rat war gut gewesen, die kleine Krähe gedieh prächtig. Bald kamen Mehlwürmer dazu und Hackfleisch. Sie wuchs, ihre Federn schillerten metallisch blauschwarz, sie wurden einzeln geputzt. Immer wollte sie in meiner Nähe sein, krabbelte Flügel schlagend auf meinem Arm hoch, das kitzelte! So hoch, bis sie es sich gemütlich machen konnte auf meiner Schulter, sich noch einmal schüttelte, die Federn zurecht legte und anfing, zärtlich an meinem Ohr zu knibbeln, dabei machte sie leise gurrende Geräusche. Wie ich diese Begrüßung liebte, wenn ich aus der Schule kam! Vorsichtig setzte ich mich irgendwo hin und ließ mir erzählen.
Meiner Mutter passte es natürlich nicht, wenn ich mit Kekka in die Küche ging, wo sie an dem glänzendem Metall des Herdes knabberte, etwas zu futtern suchte und ab und zu natürlich einen Klecks, bestenfalls auf den Boden hinterließ. Teelöffel waren nicht sicher vor ihr, sie klaute alles was glänzte! Oder wenn meine Mutter im Garten strickte, darüber einschlief und der Vogel mit sichtlichem Vergnügen die glänzenden Nadeln aus dem Strickzeug zog! Mit Vorliebe ging sie ins Blumenbeet, die gelben Blumen liebte sie am meisten! Immer war sie um mich herum in diesem Sommer, und wenn ich ins Dorf fuhr, setzte ich sie auf die Lenkstange meines Fahrrades. Ganz aufgeregt saß sie da drauf und schaute sich in der Gegend um. Vielleicht schon, um sich auf die Welt vorzubereiten, in die sie fliegen würde, wenn ihre Flügel ausgewachsen sein würden.
An einem Morgen in diesem Spätsommer war sie fortgeflogen und ist nie wieder zurückgekommen - ich vermisste sie sehr.
Immer wenn die Nüsse reif werden sind sie da, die Saatkrähen: eine klaut frech eine Nuss, fliegt damit auf die Straßenlaterne, fabelgleich wie in „der Rabe und der Fuchs“ öffnet sie den Schnabel und lässt sie herunterfallen – sie ist geknackt die Nuss, die Krähe fliegt hinterher und frisst. Manchmal wartet sie auch bis ein Auto kommt, legt den Kopf schief um zu sehen, ob’s geklappt hat! Schlau sind sie, diese Viecher. Und wecken Kindheitserinnerungen an meine zahme Krähe Kekka, die ich aufgezogen hatte, bis sie fliegen konnte.
Sie war aus dem Nest gefallen, ich nahm sie mit nach Hause. „Du musst Brot in Milch einweichen und es ihr in den Schnabel stecken“, wusste die Alte, die in dem roten Backsteinhaus neben dem Baum wohnte. An einem Krückstock lief sie, hatte eine Warze mitten auf der Nase und ein Kopftuch um – wie eine wirkliche Hexe sah sie aus und ganz schön Angst hatten wir vor ihr. Aber ihr Rat war gut gewesen, die kleine Krähe gedieh prächtig. Bald kamen Mehlwürmer dazu und Hackfleisch. Sie wuchs, ihre Federn schillerten metallisch blauschwarz, sie wurden einzeln geputzt. Immer wollte sie in meiner Nähe sein, krabbelte Flügel schlagend auf meinem Arm hoch, das kitzelte! So hoch, bis sie es sich gemütlich machen konnte auf meiner Schulter, sich noch einmal schüttelte, die Federn zurecht legte und anfing, zärtlich an meinem Ohr zu knibbeln, dabei machte sie leise gurrende Geräusche. Wie ich diese Begrüßung liebte, wenn ich aus der Schule kam! Vorsichtig setzte ich mich irgendwo hin und ließ mir erzählen.
Meiner Mutter passte es natürlich nicht, wenn ich mit Kekka in die Küche ging, wo sie an dem glänzendem Metall des Herdes knabberte, etwas zu futtern suchte und ab und zu natürlich einen Klecks, bestenfalls auf den Boden hinterließ. Teelöffel waren nicht sicher vor ihr, sie klaute alles was glänzte! Oder wenn meine Mutter im Garten strickte, darüber einschlief und der Vogel mit sichtlichem Vergnügen die glänzenden Nadeln aus dem Strickzeug zog! Mit Vorliebe ging sie ins Blumenbeet, die gelben Blumen liebte sie am meisten! Immer war sie um mich herum in diesem Sommer, und wenn ich ins Dorf fuhr, setzte ich sie auf die Lenkstange meines Fahrrades. Ganz aufgeregt saß sie da drauf und schaute sich in der Gegend um. Vielleicht schon, um sich auf die Welt vorzubereiten, in die sie fliegen würde, wenn ihre Flügel ausgewachsen sein würden.
An einem Morgen in diesem Spätsommer war sie fortgeflogen und ist nie wieder zurückgekommen - ich vermisste sie sehr.

Schön und zugleich rührend ist deine Geschichte von der Krähe. Sie erinnert mich an Erzählungen von Markus, der auch eine Krähe sein eigen nannte. Die ihn aber fliegend begleitete. Es muss doch schlimm sein, ein Tier so zu verlieren?!? Lieben Gruß, Käthe
Je älter wir werden, um so mehr erinnern wir uns an schöne Erlebnisse während der Kindheit. Deine kleine Geschichte, liebe Anmargi, erinnert mich an meine Kindheit. Mein grosser Bruder holte sich eines Tages eine Dohle (Krähenfamilie)in den Garten. Er stutzte
...mein Kommentar flog plötzlich fort wie die Krähen..... ...... dem Vogel ein wenig die Flügel, damit sie im Garten heimisch wurde. "Jakob" hiess die Dohle. Wir 4 Kinder hatten, so wie Du, viel Freude an dem Tier. Leider ertrank Jakob eines Tages in der Regentonne. Grosse Trauer im Haus. Trudel grüsst
Danke, liebe Margit, für diese zauberhafte und rührende Geschichte. Ich würde gerne mehr Geschichten von Dir lesen!!! Liebe Grüße Ingeborg
Da auch ich eine Verehrerin der Krähen bin und neulich scharf bremste, als eine sich die heruntergefallene Nuß genüsslich langsam zum Schnabel holte, gefällt mir Dein Bericht, liebe Margit, ganz besonders gut. Eine gute Reise, wünscht Dir Uta
Deine Geschichte, liebe Margit, ist allerliebst, und sie erinnert mich an "Jakob Krakel-Kakel", eine nette Novelle von Manfred Kyber von 1920/1922. Ich lasse sie Dir per Scann zugehen. Vermutlich ruft Dich Tibet - gute Reise, schöne Touren und ein frohes Wiedersehen! Herzlichst marijo.
Liebe Margit, eine rührende Kindheitserinnerung. Diese Erlebnisse hatten wir auf dem Lande wohnend natürlich auch mit div. Tieren. Einmal war es ein Bleßhuhn. Du hast es so rührend geschildert, da merkt man die tiefe Erinnerung. Danke dafür.
Diese wunderschöne herzergreifende Kindheitserinnerung ist eine Bereicherung unter den Berichten, Danke, Margit
Eine süße Geschichte, und danke dafür, liebe Margit. Kekka passte gut. Früher hatte man irgndwie noch mehr Bezug zur Tierwelt und zu den Märchen, als heute, oder irre ich mich da? ich bin eine große Märchen/Geschichten-Liebhabern. Liebe Grüße, Irene
Liebe Margit, danke Dir für die schöne Geschichte. Wunderschön beschrieben hast Du sie. Ich finde Krähen beobachten auch immer sehr spannend, obwohl ich mich auch etwas vor ihnen fürchte. LG Sadia :-)