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09.05.2007 Wertheim, Alfi und noch mehr..
….. unter dieser Überschrift organisierten Christel und Gert (Foxel) einen Tagesausflug nach Wertheim am Main, wo sich 14 Damen und Herren unserer Regionalgruppe zunächst bei Alfi einfanden.
Alfi – mit ursprünglichem Namen „Aluminiumwarenfabrik Fischbach“ – wurde 1914 durch Carl und Sophie Zitzmann in Fischbach in Thüringen gegründet. Mit 10 Mitarbeitern startete man die Produktion von Isoliergefäsen aus Aluminium. 1918 zählte man bereits 75 Beschäftigte, was von dem steilen Auftragseingang her rührte. 1945 demontierten die Russen das Werk, worauf die Gründerfamilie das Werk erneut errichtete. 1948 wandelte die DDR den Betrieb in einen „Volkseigenen Betrieb“ um, worauf die Familie nach Wertheim am Main umsiedelte und 1949 einen Neuanfang wagte.
Diese einleitende Informationen sowie die Führung durch die Fertigung mit weiteren Erläuterungen übernahm der langjährige Mitarbeiter und heutige Pensionär Herr Egon Hörner.
Über 200 Beschäftgte fertigen heute Isolierkannen, oder Teile davon aus Messing, Kupfer, Aluminium und Edelstahl, wobei das Herzstück einer jeden Kanne durch einen doppelwandigen, mehrfach geprüften Glas-Vakuum-Kolben gebildet wird. Dieser wird von auswärts bezogen. 1000 bis 1500 Varianten stehen bei Alfi im Programm und es werden ständig neue Kannen entwickelt, um den einzelnen Kundenwünschen weltweit genügen zu können. Dabei arbeitet man keinen Akkord mehr und dies bewußt, weil man nur mit Qualität und Wertarbeit dem Wettbewerbsdruck vornehmlich aus Fernost Stand halten kann.
Das Metallmaterial wird in Coils geliefert. Hierbei ist die Metallbahn auf Rollen gewickelt.
Aus der Bahn werden Ronden gestanzt, Metallscheiben, die über die jeweilige Form gedrückt und tief gezogen die individuelle Kontur erhalten. Hierzu wird das Material eingefettet und in einem, oder mehreren Schritten bearbeitet.
Aus der Bahn werden Ronden gestanzt, Metallscheiben, die über die jeweilige Form gedrückt und tief gezogen die individuelle Kontur erhalten. Hierzu wird das Material eingefettet und in einem, oder mehreren Schritten bearbeitet.
Mit Ausnahme von Aluminium werden die anderen Materialien zwischen geglüht und dies bei Temperaturen zwischen 400 und 1200 °C – je nach Werkstoffart. Hierzu werden die Teile zuvor entfettet, damit die Oberfläche nicht von verbrennendem Fett verunstaltet wird. Wo es erforderlich ist kommt auch ein Zwischenglühen unter Vakuum zum Einsatz, damit an der Oberfläche keine Korrosion entsteht. Im Ofen wird dem Material wieder Sauerstoff zugeführt. Dieser sorgt dafür, dass das Metall bei der extremen Verformung innerhalb der Weiterverarbeitung nicht reisst.
Die einzelnen Formen sind teilweise der Kontur entsprechend aus Kunststoff hergestellt,
um beim Verformen eine größere Glätte der Produktoberfläche zu erreichen. In jedem Fall wird aber bei jedem Zieh- , oder Drückvorgang erneut gefettet, oder es wird mit Emulsion, einem
Wasser-/Ölgemisch gearbeitet.
um beim Verformen eine größere Glätte der Produktoberfläche zu erreichen. In jedem Fall wird aber bei jedem Zieh- , oder Drückvorgang erneut gefettet, oder es wird mit Emulsion, einem
Wasser-/Ölgemisch gearbeitet.
Nach jedem Arbeitsgang wird streng kontrolliert. Sobald die Rohlinge fertig sind, wird die Oberfläche poliert. Hierzu wird das Teil an einer Polierscheibe „gerieben“, die mit 1200 Umdrehungen pro Minute dreht. Diese Scheiben bestehen lagenweise aus Stoff, Filz, Sisal, oder anderen Materialien, je nach dem zu polierenden Teil. Dazu kommt ein Poliermittel zum Einsatz, das auf die Scheibe aufgetragen wird und inhaltsmäßig ebenfalls dem zu polierenden Teil zugeordnet ist.
In der galvanischen Abteilung wird nun die Oberfläche veredelt. Dies geschieht durch Eloxieren, einem elektrischen Oxydieren, wobei die Teile verschiedene Bäder durchlaufen, deren Inhalte an Strom angeschlossen sind. Zunächst wird dabei jedes Teil mit einer Basisträgerschicht versehen. Auf diese wird Silber, Gold oder Rhodium aufgelegt. Auf diese Weise können die Oberflächen matt, glänzend, oder auch farbig gestaltet werden. Eine nachfolgende Ultraschallreinigung befreit die Teile von unerwünschten Rückständen.
Nun erreichen die Teile jeder Kanne ihre vorletzte Station: die Montage. Ausguß, Deckel und Griffe werden angebracht, eine Dichtung eingefügt und das isolierende Innenleben, der Vakuum-Glaskolben, wird eingesetzt. Schließlich kommt der Bodendeckel zum Einsatz, der den Vakuum-Glaskolben nach oben gegen die Gummidichtung drückt. Hierdurch wird erreicht, dass der Vakuum-Glaskolben „wackelfrei“ ruht und kein Füllgut zwischen Ausguß und Vakuum-Glaskolben ins Kanneninnere gerät. Sollte dennoch einmal Bedarf bestehen, so kann man die Kanne dennoch durch Öffnen der Bodendeckels auseinander nehmen und reinigen. Ein behutsames Vorgehen aber ist angebracht.
Die fertigen Alfi-Isolierkannen werden fast in die ganze Welt versandt. Dabei ist wichtig zu wissen, dass alle Alfi-Produkte im Wertheimer Werk repariert werden können. Egal wie alt sie sind oder welchen Schaden man ihnen zugefügt hat: nach der Überarbeitung verlassen sie das Werk wie neu.
Im Anschluss an diese Führung nahmen wir in der Werkskantine von Alfi ein preiswertes Mittagessen ein.
Danach bestand die Möglichkeit im Werksverkauf die Produkte der Firmen Alfi, WMF, Silit und anderer Firmen einzukaufen.
Anschließend fuhren wir weiter in die schöne, alte Stadt Wertheim. Hier besichtigten wir das Glasmuseum, wobei uns eine freundliche Mitarbeiterin die ersten Einführungen zum Museum gab.
Glas gibt es wahrscheinlich schon seit 5000 Jahren, sicher belegt ist die Exsistenz seit 3000 Jahren u.a. durch Perlenschmuck aus Ägypten und Mesopotamien.
Durch die Umsiedlung der Alfi Familie Zitzmann kamen viele Glasbläser mit ihnen nach Wertheim. Es entstanden insgesamt fünf glasherstellende, oder verarbeitende Unternehmen, die nach und nach andere Firmen anzogen. 1976 schließlich kam die Idee zum Aufbau des Glasmuseums, um der Öffentlichkeit Zugang zu den vielfältigen, informellen Themen Glas zu verschaffen.
So reichen die Exponate und Schautafeln in der „Welt des Glases“ von A, wie Ampullen, oder Ägypten bis Z, wie Zähne, Zierglas, oder Zylinderblasverfahren. In der Museumswerkstatt erhitzt der Museumsglasbläser das Glas,
läßt es fließen, zieht es, sammelt es und formt auf Wunsch eine Comicfigur, oder ein Trinkglas. Wer in der Besuchergruppe Geburtstag hat, darf dabei selbst eine Glaskugel blasen.
Nach einem Rundgang durch die Altstadt kehrten wir zum Abschluss des Ausflugs in ein Cafè ein, wonach ein schöner, informatiefer Tag ausklang.
Bericht: Richard (rikue)
Bilder: Arnulf, Foxel und rikue
Bilder: Arnulf, Foxel und rikue












