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29.05.2010 Wir besuchten Mainz




Die Stadt Mainz ist römischen Ursprungs und kann inzwischen auf eine über 2000-jährige Geschichte zurück blicken. Seit 1950 ist sie Landeshauptstadt des Landes Rheinland-Pfalz. Sie ist zugleich größte Stadt dieses Bundeslandes, liegt am Rhein und da genau, wo gegenüber der Main in den Rhein mündet. Gegenüber aber liegt Wiesbaden und es ist klar, dass hier und dort gewisse Ressentiments vorhanden sind, zumal Wiesbaden seit Kriegsende Teile von Mainz verwaltet.

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Das ist der Blick über den Rhein, wenn man Mainz im Rücken hat

Keine Probleme miteinander aber haben die meisten Bürger und so ist es nicht verwunderlich, dass wir den Besuch der FA Regionalgruppe Mainz im vergangenen Jahr bei uns nun erwiderten.

Mit dem Zug der DB fuhren wir zum Hauptbahnhof Mainz, wo wir von den beiden Regionalbotschafterinnen Rose und Margret sowie von Dieter, dem Ehemann von Rose in Empfang genommen wurden.

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Hinter dem Cafe´ Gautor schaut der Turm der Pfarrkirche St. Stephan hervor zu der wir nun unterwegs waren
Mit der Straßenbahn fuhren wir zum Gautor, einem liebevoll erhaltenen Restteil des um 1650 angelegten Festungsrings um die Stadt, das einschließlich seines Abrisses und Wiederaufbaus schon vieles hinter sich hat. Und doch sieht der Besucher nur Kopien der im Giebel gezeigten Skulpturengruppe. Das Original befindet sich im Landesmuseum Mainz.
Der Name Gautor erinnert an die Verbindung der Stadt zum Gau, dem althochdeutschen Begriff für eine Landschaft, also dem Land außerhalb der Stadtmauer.

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Am Gautor waren wir nur wenige Schritte von unserem ersten Ziel, der Pfarrkirche St. Stephan entfernt.

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Als einzige deutsche Kirche verfügt sie über die „Chagall Fenster“, einem vom jüdischen Künstler Marc Chagall (1887 - 1985) geschaffenen Kunstwerks. Den Kontakt zu Chagall bahnte der Mainzer Pfarrer Klaus Mayer an, als er 1973 den „Meister der Farbe und biblischen Botschaft“ gewinnen konnte im Ostchor der Kirche ein Zeichen für die jüdisch-christliche Völkerverständigung zu schaffen. Das erste der Fenster wurde 1978 eingesetzt. Weitere acht Fenster folgten, zusammen sechs für den Ostchor und drei im Querhaus. Infolge der Buntverglasung fällt blaues Licht in den Kirchenraum, wobei das beste Licht bei Sonnenschein, vormittags gegen 11:00 Uhr gegeben ist.

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Alleine schon die Fenster in der Kirche sind einen Besuch wert

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Wer sich die Mühe macht im Kreuzgang nach oben zu schauen entdeckt noch so manches Kleinod
In St. Stephan ist aber noch viel mehr zu sehen. Herrliche Kreuzgänge, einen Innenhof mit Brunnen, verschiedene in Stein geschlagene, oder ausgearbeitete Figuren und Ornamente sowie den Rest einer im Krieg zerstörten Glocke.

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Dabei hat Mainz einiges mehr zu bieten, was anderswo vergeblich gesucht werden muss. Hierzu gehört der 1000-jährige Martinsdom mit Kardinal Karl Lehmann ebenso, wie annähernd einhundert Überwachungskameras auf einer Strecke von nur 400 m innerhalb der Fußgängerzone. Big Brother lässt grüßen. Kardinal Lehmann hat inzwischen sein 25jähriges Bischofsjubiläum erreicht und macht mindestens am TV weiterhin den Eindruck, auch das 50. Jubiläum erreichen zu können.

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Im Sockel der Statue sind Bronzeplatten eingefügt, die den damaligen Druckprozess symbolisieren.
Ein über alle Grenzen bekannter Bürger der Stadt aber war Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg (ca. 1400 bis 1468), dem nach meiner Erkenntnis in Presse, Funk und Fernsehen immer mal wieder fälschlicherweise die Erfindung des Buchdrucks zugeschrieben wird. Denn diese Erfindung stammt bereits aus dem 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung aus China. Gutenberg dagegen soll den beweglichen Letternsatz mit Metalllettern erfunden haben, also das Drucken mit beweglichen Buchstaben, was das Drucken erheblich verbilligte. Neuere Forschungen des italienischen Professors Bruno Fabbiani aber scheinen auch das zu widerlegen und sehr alte Zweifel zu bestätigen, so dass die Stadt Mainz möglicherweise einen Teil ihrer Geschichte neu definieren muss.

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In diesem stattlichen Gebäude, dem Haus zum römischen Kaiser, residiert das Gutenbergmuseum und die Gutenberggesellschaft. Im museumseigenen Druckladen kann jeder – von Groß bis Klein – seine Fähigkeiten in diesem Fach erproben.


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Ungeachtet dessen setzten wir unsere Stadtführung fort. Wir überschritten den 50. Grad nördlicher Breite, der im Boden sichtbar gemacht wurde. Auf diesem Breitengrad liegen u.a. ebenfalls die Städte Wittlich sowie Lizzard Point in Südengland und Porte la Prairie in Kanada.

Auf dem Ballplatz gibt es seit 1978 den Bronzebrunnen, der 3-Mädchenbrunnen, oder wie die Mainzer sagen: „MeenzerMeedscher“. Er zeigt drei Mädchen unter aufgespannten Schirmen, aus denen Wasser rieselt. Das Kunstwerk ist eine Anspielung auf die Schülerinnen der angrenzenden Maria Ward-Schule.

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Von hier aus gingen wir zum Schillerplatz, wo unter Bäumen seit 1862 ein Schillerdenkmal an seinen Namensgeber erinnert. Eine wesentliche Prägung erfährt der Platz aber durch den an seiner Stirnseite befindlichen Osteiner Hof, der 1747-52 unter dem Kurfürsten Johann Karl von Ostein erbaut wurde. Aus der Zeit von 1854-1859, als der spätere Kaiser Wilhelm I. Gouverneur in Mainz war, hat sich unter den Mainzern das Synonym „Gouvernement" für den Osteiner Hof erhalten.

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Mainz ist nun mal die Hochburg für die Fassenacht. Dennoch hatte die Stadt lange Zeit kein Denkmal vorzuweisen, in dem sich die Mainzer Fassenacht widerspiegelt. Das bekannte Getränke Unternehmen Eckes aus Nieder Olm erklärte sich schließlich bereit einen Fastnachtsbrunnen zu stiften. Er wurde 1967 im Beisein der Mainzer Bevölkerung eingeweiht. Heute nun, nach mehr als 40 Jahren müssen die Figuren von Kalkablagerungen befreit werden. Auch wird eine neue Wassertechnik eingebaut. Deswegen war der Brunnen verhüllt und nicht zu besichtigen. Ich habe aus Wikipedia ein frei gegebenes Bild hier eingestellt um zu zeigen, dass eine Besichtigung des Brunnens bei einem erneuten Besuch in Mainz durchaus lohnt.

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Überrascht waren wir vom Mainzer Wochenmarkt. Das lässt sich in Bildern so gar nicht darstellen: Die Fläche ist riesig und das Angebot überwältigend. Da muss ich sagen: Wir sind hierzu zuhause annähernd nun gar nicht verwöhnt!

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Klar ist dabei, dass es Kindern besonderen Spaß macht hier herum zu turnen
In diesem Teil des Marktes steht seit 1975 die Heunensäule. Sie entstammt den Steinbrüchen bei Miltenberg am Main, ist 6,50 m hoch und erzählt am Rumpf in einem Bronzemantel mit Kopfbedeckungen die Mainzer Geschichte. Dargestellt sind ein Römerhelm, eine Bischofsmitra, die deutsche Kaiserkrone des Mittelalters und eine Jakobinermütze, aus der eine Narrenkappe wächst.

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Überall in der Stadt findet man Denkmäler und Figuren, wie hier diesen Gardetrommler. Er wurde1995 anlässlich des 111-jährigen Jubiläums der Prinzengarde den Mainzer Bürgern gestiftet

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Wir lernten auch den Unterschied zwischen roten und blauen Straßenschildern. Diese wurden 1860 eingeführt, als Mainz immer mehr Gäste begrüßen durfte. Zur besseren Orientierung führen alle roten Schilder zum Rhein, die blauen Schilder zeigen die Straßen, die parallel zum Rhein verlaufen. Das Bild zeigt das Schild an der Ludwigsstraße, von den Mainzern kurz Lu genannt. Sie ist eine der drei zum Rhein führenden Hauptachsen und durch die Fernsehübertragung des Mainzer Rosenmontagszuges über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

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Der Garten des Doms strahlt eine erholsame Ruhe aus
Inzwischen war der Wochenmarkt beendet. Wir gingen erneut über den Marktplatz, vorbei am Staatstheater und über die Domplätze zum Mainzer Martinsdom. Dessen Kardinal haben wir nicht getroffen. Dafür aber viele Besucher, die sich im (dunklen) Dom und in den Kreuzgängen tummelten.

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Zwischen Mainzer Dom und Südbahnhof erstreckt sich die Altstadt. Verwinkelte Gassen mit kleinen Läden und Boutiquen sowie gemütliche Weinstuben und Kneipen laden zum Verweilen ein. Dabei verkörpert die Augustinerstraße heute die Flaniermeile, die bis ins 17. Jahrhundert als die Hauptstraße der Stadt fungierte. Mitten in der Häuserfront befindet sich die Barockfassade der Augustinerkirche. In ihrer Spitze ist eine Figurengruppe zu sehen.

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Die Kirche beeindruckt auch mit ihrer inneren Schönheit, wobei die Deckenausmalung Einblicke in das Leben des Heiligen Augustus und in die Geschichte des Bettelordens erlaubt. Dieser Orden ist seit dem 13. Jahrhundert hier angesiedelt. Diese Kirche hatte den Krieg glücklicherweise unbeschadet überstanden.

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Da gibt es aber auch beispielsweise den Kirschgarten mit romantischen Fachwerkhäusern und dem Marienbrunnen, der 1932 im Stile eines barocken Laufbrunnens aufgestellt wurde.

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Die Kirche St. Ignaz befindet sich in der Kapuzinerstraße. Sie zeigt sich im Übergangsstil zwischen Rokoko und Klassizismus, denn sie wurde zwischen 1763 und 1775 erbaut. Benannt ist sie nach dem Kirchenpatron Sankt Ignatius, der im Jahr 107 in Rom einen Märtyrertod starb.

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Nach getaner „Arbeit“ hatten wir uns eine richtige Rast verdient. Zwar waren wir schon in einem Eiscafé eingekehrt und hatten uns zu einer Mittagsrast bei schönem Wetter vor einem Lokal niedergelassen, doch wollten wir den Tag nun ausklingen lassen. Hierzu hatten Rose und Margret im Proviant-Magazin einen Tisch im Außenbereich reservieren lassen, wo auch einige Mainzer Mitglieder auf uns warteten. Hier aber schmiedeten wir schon Pläne für unseren nächsten Mainzbesuch, denn es gibt noch immer viel zu entdecken.

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Nach einem so schönen und hochinformativen Tag bleibt uns nur noch unseren Betreuern unseren Dank auszusprechen für die gute Führung und die Tipps sowie für das Näherbringen der Mainzer Geschichte und Kultur und zwar ....

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......an Margret.....

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.....an Rose.....

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..... und an Dieter

Das Wetter der letzten Wochen hatte uns alle nun gar nicht verwöhnt. Regen, Regen, Regen. Das war der allgemeine Trend. Um so mehr waren wir erfreut, dass dieser eine Tag ein sonniger, trockener Tag wurde, denn schon am nächsten Tag regnete es erneut in Strömen. Wir alle wussten das zu schätzen und dachten: „Wenn Engelreisen...“

Bericht: Richard (rikue)
Bilder: Margret (Mg), Rose (RO); Richard (RK), einige Bilder von Wikipedia entnommen (z.B. von Roland Struwe)

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