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Regional > Darmstadt > 03 Aktivitäten 2010 > 24.03.2010 Besuch bei der M. Kappus GmbH & Co Feinseifen und Par
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24.03.2010 Besuch bei der M. Kappus GmbH & Co Feinseifen und Parfümeriefabrik
Tagein, tagaus verwenden wir Seife, ohne uns Gedanken zu machen, was wir da in Händen halten, oder anders gesagt, was ist Seife und wie wird sie hergestellt. Um dies zu ergründen trafen wir uns in Offenbach bei der M. Kappus GmbH & Co Feinseifen und Parfümeriefabrik, einem seit 162 Jahren am Markt agierenden Unternehmen.
Schon lange vor unserer Zeitrechnung kannten die Sumerer die besonderen Eigenschaften einer Seifenrezeptur aus Pflanzenasche, vermengt mit Öl. Seitdem ging die Entwicklung weiter von den Ägyptern, zu den Griechen und von da zu den Arabern, die im 7. Jahrhundert Öl mit Lauge vermischten und hierdurch die Seife in der heutig bekannten Form erfanden. Schnell gelangte diese Kenntnis über Spanien und Frankreich nach Europa.
Doch wie kam Johann Martin Kappus auf die Idee in Offenbach mit der Seifenproduktion zu beginnen? Offenbach ist noch heute bekannt als Lederstadt. Leder aber entsteht aus der Haut von Tieren. Bei dieser Produktion fielen quasi als Abfall tierische Fette an, wie Talg, oder Schmalz und auch Knochenfett. Zerlegt man diese Fette durch kochen in einer Lauge, so tritt die Verseifung ein. Hierzu werden die Fette in Natronlauge, oder auch Kalilauge gekocht und dabei in Glycerin und in die eigentliche Seife zerlegt. Die entstandene zähflüssige Emulsion wird Seifenleim genannt. Fügt man nun Kochsalz hinzu, so trennt sich die Emulsion in den aufschwimmenden Seifenkern und in Unterlauge. Der Seifenkern wird mit viel Wasser und etwas Lauge aufgekocht, um restliche Verunreinigungen zu entfernen.
Schließlich führt eine erneutes Herauslösen des Glycerins mit Natrium und die mechanische Weiterverarbeitung zu Kernseifenstücken. Durch hinzufügen von ätherischen Ölen und Farbstoffen entstehen die vielfältigen farbigen und duftenden Seifenstücke.
Noch immer befindet sich die Firma Kappus in Familienbesitz und wird in 4. und 5. Generation erfolgreich geführt. Mit Produktionsstandorten in Offenbach/Hessen, Riesa/Sachsen und Krefeld/Nordrhein-Westfalen und durch den Zukauf der Firma Dreiring in Krefeld ist Kappus zum größten Seifenproduzenten Zentraleuropas aufgestiegen.
Um in die Presserei zu gelangen mussten wir uns aus Hygienegründen verkleiden. Hierfür standen je Besucher ein Fließmantel und eine Kopfhaube zur Verfügung. Klar ist dabei, dass die Besichtigung mit einer heiteren Note begann.
Doch wie kam Johann Martin Kappus auf die Idee in Offenbach mit der Seifenproduktion zu beginnen? Offenbach ist noch heute bekannt als Lederstadt. Leder aber entsteht aus der Haut von Tieren. Bei dieser Produktion fielen quasi als Abfall tierische Fette an, wie Talg, oder Schmalz und auch Knochenfett. Zerlegt man diese Fette durch kochen in einer Lauge, so tritt die Verseifung ein. Hierzu werden die Fette in Natronlauge, oder auch Kalilauge gekocht und dabei in Glycerin und in die eigentliche Seife zerlegt. Die entstandene zähflüssige Emulsion wird Seifenleim genannt. Fügt man nun Kochsalz hinzu, so trennt sich die Emulsion in den aufschwimmenden Seifenkern und in Unterlauge. Der Seifenkern wird mit viel Wasser und etwas Lauge aufgekocht, um restliche Verunreinigungen zu entfernen.
Schließlich führt eine erneutes Herauslösen des Glycerins mit Natrium und die mechanische Weiterverarbeitung zu Kernseifenstücken. Durch hinzufügen von ätherischen Ölen und Farbstoffen entstehen die vielfältigen farbigen und duftenden Seifenstücke.
Noch immer befindet sich die Firma Kappus in Familienbesitz und wird in 4. und 5. Generation erfolgreich geführt. Mit Produktionsstandorten in Offenbach/Hessen, Riesa/Sachsen und Krefeld/Nordrhein-Westfalen und durch den Zukauf der Firma Dreiring in Krefeld ist Kappus zum größten Seifenproduzenten Zentraleuropas aufgestiegen.
Um in die Presserei zu gelangen mussten wir uns aus Hygienegründen verkleiden. Hierfür standen je Besucher ein Fließmantel und eine Kopfhaube zur Verfügung. Klar ist dabei, dass die Besichtigung mit einer heiteren Note begann.
Geführt und informiert wurden wir von Herrn Stephan Reinke, der viel zu berichten wusste und alle Fragen hervorragend beantworten konnte.
Alleine in Offenbach werden täglich 15 bis 20 Tonnen Seife verarbeitet, aus denen 100.000 bis 150.000 Seifenstücke entstehen. Diese wiegen in aller Regel 100 bis 125 Gramm, vereinzelt aber auch mehr, oder weniger. Dabei sind Stücke mit 150 Gramm in Lohnfertigung für Discounter und Großmärkte vorgesehen. Kleine Seifenstücke findet man in den Bädern von Hotels, neben Rasiercreme, und anderen kleinen Accessoires zum Wohlfühlen der Gäste.
Dabei fertig Kappus drei verschiedene Seifentypen. Zum einen die wohlriechende Toilettenseife (Feinseife), die Transparentseife und schließlich seifenfreie Waschstücke,die teilweise aus Stärke und waschaktiven Substanzen bestehen.
Dabei fertig Kappus drei verschiedene Seifentypen. Zum einen die wohlriechende Toilettenseife (Feinseife), die Transparentseife und schließlich seifenfreie Waschstücke,die teilweise aus Stärke und waschaktiven Substanzen bestehen.
Die Presserei erhält das zuvor gefertigte Seifenmaterial in großen Säcken angeliefert. Mit Hebezeugen wird die schwere Last angehoben und ......
.....dessen Inhalt in einen Trog entleert. Das Material wird nun mit einer Förderstrecke einem Walzwerk zugeführt, wo die Seifenstückchen erstmals aneinander gebunden werden.
Dieser Vorgang wird mehrmals durchgeführt, damit die Seife eine homogene Masse wird. Je nach Produkt und gewünschter Eigenschaft kann hierbei Farbe, Parfüm, oder Kokosfettsäure zugesetzt werden. Durch das Kneten in den Walzwerken erwärmt sich das Seifenmaterial, weswegen es durch Kühlen auf max. 50 °C gehalten wird.
Aus der Extruderdüse tritt nun ein homogener Seifenstrang aus, der danach in Stücke geschnitten wird. Dabei gibt schon die Extruderdüse den späteren Querschnitt der Seifenstücke vor.
Die Stücke werden nun in Kupferformen gepresst, wobei die Form mit einem Wasser/Glykolgemisch bei –28 °C durchströmt wird. Hierdurch lösen sich die Seifenpresslinge leicht aus der Form. Mehrere hundert Formen mit und ohne Schriftzug, oder Emblem stehen zum Einsatz bereit.
Bis zu 6.000 Stück Seife können so in einer Linie pro Stunde erzeugt werden. Dabei bestimmt der langsamste Folgevorgang den Ausstoß der Linie, wobei manuelle Arbeiten durchaus automatisiert werden könnten, wenn nicht stetige Typenwechsel dem gegenüber stünden.
Im Werk Riesa werden u.a. auch Flüssigseifen hergestellt. Und doch muss eine sachliche Betrachtung den Vorteil von Seife beweisen: Seife ist alkalisch. Hierauf können keine Bakterien wachsen, oder bestehen bleiben. Bei Flüssigseife dagegen birgt bereits der Taster am Seifenspender Gefahr mit Bakterien angereichert zu sein. Dazu kommt, dass der Inhalt der Flüssigseifenverpackung 80 % Wasser enthält, was teuer bezahlt werden muss. Umgekehrt aber hinterlässt Flüssigseife keinen Schmutz im Waschbecken, anders die Seife.
Laut unserem Gesetzgeber ist Flüssigseife hygienischer, was für die Seife, aber nicht für den Spender gilt – doch wer in Berlin kann hier schon daran denken? Und schließlich wirft man dann auch noch die Plastikflasche weg. Alles sehr ökologisch.
Im Werk Riesa werden u.a. auch Flüssigseifen hergestellt. Und doch muss eine sachliche Betrachtung den Vorteil von Seife beweisen: Seife ist alkalisch. Hierauf können keine Bakterien wachsen, oder bestehen bleiben. Bei Flüssigseife dagegen birgt bereits der Taster am Seifenspender Gefahr mit Bakterien angereichert zu sein. Dazu kommt, dass der Inhalt der Flüssigseifenverpackung 80 % Wasser enthält, was teuer bezahlt werden muss. Umgekehrt aber hinterlässt Flüssigseife keinen Schmutz im Waschbecken, anders die Seife.
Laut unserem Gesetzgeber ist Flüssigseife hygienischer, was für die Seife, aber nicht für den Spender gilt – doch wer in Berlin kann hier schon daran denken? Und schließlich wirft man dann auch noch die Plastikflasche weg. Alles sehr ökologisch.
Im kleinen Laden, der Kappus Seifenkiste, konnten wir danach das gesamte Sortiment bestaunen und natürlich auch unseren Bedarf für zuhause und zum Verschenken decken.
Firma Kappus führt auch Schulklassen durchs Haus. Interessant dabei zu erfahren ist, dass es Jugendliche gibt, die noch nie zuvor ein Stück Seife sahen. Ist zu hoffen, dass sie sich dennoch waschen.....
Firma Kappus führt auch Schulklassen durchs Haus. Interessant dabei zu erfahren ist, dass es Jugendliche gibt, die noch nie zuvor ein Stück Seife sahen. Ist zu hoffen, dass sie sich dennoch waschen.....
An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei Herrn Reinke, aber auch bei der Geschäftsleitung der Firma Kappus dafür bedanken, dass wir diese interessante Besichtigung erleben durften.
Da wir hier aber nicht naschen konnten – Seife schmeckt nicht allzu gut – trafen wir uns zum Mittagessen und zur Gedankennachverarbeitung im Vereinsheim der SSG Langen. Dabei stellten wir fest, dass die allgemeine Meinung ist diesen Tag als gelungen in Erinnerung zu behalten.
Da wir hier aber nicht naschen konnten – Seife schmeckt nicht allzu gut – trafen wir uns zum Mittagessen und zur Gedankennachverarbeitung im Vereinsheim der SSG Langen. Dabei stellten wir fest, dass die allgemeine Meinung ist diesen Tag als gelungen in Erinnerung zu behalten.
Bericht: Richard (rikue)
Bilder: 1x Walter, alle anderen: Richard

















Hätte ich mich doch nur früher angemeldet?! Bei dieser Besichtigung wäre ich zu gerne dabei gewesen. Klasse Bericht!