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22.09.2010 Ein Besuch beim Versandhaus Neckermann
Als Josef Neckermann 1950 seinen ersten Versandhauskatalog vorstellte hatte dieser 12 Druckseiten mit 147 Artikel. Herr Neckermann wählte die Waren aus und bestimmte die Preise, die Texte hierzu schrieb seine Ehefrau Annemarie und der Mann seiner Sekretärin montierte Schrift und Bilder, bevor das alles gedruckt werden konnte. Mit der Gründung der Neckermann Versand KG in Frankfurt im April 1950 begannen 60 Jahre deutscher Konsumgeschichte, die das Versandhaus stetig wachsen ließ, doch meistens war Quelle einen Tick voraus. Firma Neckermann wechselte in den 70er Jahren den Besitzer und existiert weiter, Quelle aber verschwand jüngst von der Bildfläche. Im Jahr 2009 verzeichnete Neckermann immerhin 37 Millionen Auslieferungen, eine stolze Leistung.
Die Firma Neckermann gab uns die Möglichkeit zu einem Besuch in ihrem Haus. Dabei erhielten wir Einblick in die Logistik im Lagerversandbereich – vom Wareneingang und deren Lagerung über den Eingang einer Bestellung, das Packen der Waren und deren Versand. Danach erfuhren wir viel Wissenswertes zum Umgang mit Retouren.
Die Firma Neckermann gab uns die Möglichkeit zu einem Besuch in ihrem Haus. Dabei erhielten wir Einblick in die Logistik im Lagerversandbereich – vom Wareneingang und deren Lagerung über den Eingang einer Bestellung, das Packen der Waren und deren Versand. Danach erfuhren wir viel Wissenswertes zum Umgang mit Retouren.
Die Bilder zeigen zwei der riesigen Gebäude, in denen Neckermann seine Aktivitäten abwickelt. Die Gebäude werden gerade mit neuen Logos ausgestattet, ganz zeitnah mit neckermann.de was zu verstehen ist, denn das Unternehmen erwirtschaftet inzwischen 2/3 seines Umsatzes im Internetverkauf. Dabei residiert man in denkmalgeschützten Gebäuden, die sechsstöckig und 300 Meter lang von Egon Eiermann in den Jahren 1958 bis 1961 errichtet wurden.
Dies und mehr erfuhren wir von Herrn Stephan Mickel aus dem Projektteam Logistik, der uns durch die riesige Abteilung des Warenflusses führte.
Die angelieferten Waren werden einer Eingangskontrolle unterworfen. Zeigen die Papiere und sonstige Parameter, dass die Ware entgegen genommen werden kann docken die Lieferfahrzeuge an den Entladetoren an und entladen Paletten, Kästen, oder Collies (einzelne Kartons).
Dabei verfügt das 1991 gebaute Hochregallager über 16.000 Palettenlagerplätze, bei einer Länge von 140 Metern und einer Höhe von 32 Metern. Die stündliche Ein- und Auslagerungsmöglichkeit liegt bei 80 Paletten. Das Collielager fasst 300.000 Collies und es gibt Kästen mit einzelnen Teilen. Alles wird artikelorientiert sortiert und in die einzelnen Läger verteilt.
Über mehrere Stockwerke vereilt arbeiten die Fördereinrichtungen, wobei das Lagersystem automatisch Warennachschub anfordert, wenn im Warenfluss ein Engpass entsteht.
Früher war der Neckermann Katalog die einzige Bestellgrundlage für Versandhausgeschäfte. Einen Katalog gibt es heute noch, in dem die Kunden blättern und aussuchen können. Bestellt wird aber immer mehr über das Internet. So, oder so: Ist die Bestellung bei Neckermann eingegangen, so tritt die Sollerfassung auf, die ermittelt, was geliefert werden soll. Es folgt die drei-stufige Warenzusammenstellung: Entnehmen - Sortieren - Einlegen.
An einer über mehrere Stockwerke jeweils an den Decken verlaufende Kette trägt je Serie 40 Gondeln. Insgesamt sind 9 Serien vorhanden, die den Z.K.-Förderer (Zeitkreisförderer) bilden. In jeder Gondel befinden sich 23 Schalen, wobei je eine Schale für einen Kunden reserviert wird. In diese Schale werden in den einzelnen Stockwerken Waren hinzugefügt, sofern der Kunde mehrere Waren bestellt hat. In jedem Fall aber wird die Rechnung und etwaiges Werbematerial eingelegt. Ist eine Gondel gefüllt kann sie ausgeschleust werden und eine leere Gondel mit gleicher Nummer – hier die 38 – wird eingeschleust.
Die Gondeln und die Schalen tragen Nummern. Von den 23 Schalen je Gondel werden max. 20 mit bestellte Waren gefüllt. Die 3 Schalen in der Mitte sind Übermengenfächer die dann gefüllt werden können, wenn die bestellten Waren in einer Schale alleine nicht ausreichend Platz finden.
Hinter allen Vorgängen verbirgt sich ein ausgeklügeltes System. Wie hier zeigt der Aufkleber den Warenschein aus Serie 666 für Gondel 22 und Schale 1.
Hinter allen Vorgängen verbirgt sich ein ausgeklügeltes System. Wie hier zeigt der Aufkleber den Warenschein aus Serie 666 für Gondel 22 und Schale 1.
Rote Schalen sind für Retouren, oder auch für Waren, die in Versandtüten ausgeliefert werden sollen.
Werden die Bestellungen in Umkartons verschickt, dann müssen diese zu den Packstationen transportiert werden. Hierzu fördert eine Transporteinrichtung die Kartons aus dem Lager in die gewünschten Stockwerke.
Die gefüllten Kartons werden über Förderstrecken einer automatischen Umreifungsmaschine zugeführt, die den Karton längs und quer mit PP-Band verschließt.
Wird die Ware aber in Versandtüten verpackt, dann läuft die Ware zuerst unter Geräten hindurch, die Versandpapiere, die Rechnung und auch Werbung automatisch auf die Ware auflegen.
Im nächsten Vorgang gerät die Ware zwischen 2 Kunststoffbahnen, die miteinander verschweißt werden. Hierdurch entsteht eine flexible, und doch verschlossene Verpackung, die es problemlos bis zum Kunden schafft.
Über Rutschen geraten die verpackten Waren direkt zum Postversand. Auf diese Weise schafft es Neckermann auf eine tägliche Leistung von 108.000 Sendungen.
Am Schluss dieses Versandvorgangs erfolgt auch automatisch die E-mail Information an den Kunden, dass die Ware dem Versandweg zugeführt wurde.
Am Schluss dieses Versandvorgangs erfolgt auch automatisch die E-mail Information an den Kunden, dass die Ware dem Versandweg zugeführt wurde.
Neckermann ist ein überdimensionales Kaufhaus. Doch egal wie klein, oder groß ein Geschäft auch ist, es wird immer wieder zu Umtausch, oder Rückgabe von Waren kommen. Hierzu verfügt Neckermann über eine Retourenbearbeitung, in deren Arbeitswelt uns die Teamleiterin Frau Dagmar Reichelt einweihte.
Die Retourenanlieferung von der Deutschen Post AG aus geschieht über LKW´s in deren Frachtraum Teleskopförderer direkt eingreifen. Neckermann verfügt über 6 solcher Teleskopfördereinrichtungen mit denen in 7 ½ Stunden 45.000 Retouren entladen werden können.
Die Mitarbeiterin im Bild trägt an der rechten Hand einen Sicherheits-Handschuh. Mit einem Sicherheitsmesser öffnet sie die Sendungen und entnimmt den Inhalt. Hierbei trennt sie zwischen Ware, Plastik, Papier und Pappe, wofür Neckermann den Umweltpreis erhalten hat. Nun wird der Rücksendeschein, oder auch der Brief des Kunden entnommen und für den Warenbegutachter bereitgehalten. Parallel hierzu werden Wünsche des Kunden festgehalten und an die Kundenbetreuung weiter gegeben. Die Mitarbeiterinnen, aber auch Kamerasysteme begutachten die zurück gesandten Waren und ordnen sie nach dem System 1. bis 3. Wahl ein.
Dabei wurde Ware der ersten Wahl vom Kunden nicht geöffnet – die Farbe hat beispielsweise nicht gefallen - , so dass diese Ware ohne weiteres an den nächsten Kunden ausgeliefert werden kann.
Konfektion wird als Hängeware behandelt und über eine Förderkette innerhalb von 48 Minuten an den richtigen Platz befördert.
Verschlussware, wie Schmuck, Handy´s, der Notebooks werden der Sendung entnommen und separat behandelt. Dabei wird gleich kontrolliert, ob der Schmuck in der Verpackung enthalten ist und ob er dem ursprünglich versandten Artikel entspricht.
In diesen Behältern befinden sich ausschließlich zurück gesandte Schuhe, was zeigt, dass Neckermann mit seinen Anlieferern und Abholern logische Absprachen trifft. Dies gilt auch für die Abwicklung der Technischen Hardware, die im eigenen Haus, aber auch mit Lieferanten und Herstellern der Waren geschieht. Dabei arbeitet man mit der MTM-Analyse, einer Methode, die hauptsächlich im industriellen Umfeld für die Planung manueller Arbeitsabläufe eingesetzt wird.
Zum Schluss bleibt uns nur noch einmal Dank zu sagen den beiden Vortragenden, die uns mit vielen Informationen versorgten und der Neckermann Geschäftsleitung sowie dem Leiter Lager und Versand, Herrn Klaus Gottwalt dafür, dass dieser Besuch möglich wurde.
Bericht: Richard (rikue)
Bilder: Arnulf und Richard (rikue)
Zum Schluss bleibt uns nur noch einmal Dank zu sagen den beiden Vortragenden, die uns mit vielen Informationen versorgten und der Neckermann Geschäftsleitung sowie dem Leiter Lager und Versand, Herrn Klaus Gottwalt dafür, dass dieser Besuch möglich wurde.
Bericht: Richard (rikue)
Bilder: Arnulf und Richard (rikue)






























Richard (rikue) hat unsere mit umfangreichen Informationen versehene Besichtigung sehr plastisch und noch dazu lückenlos (!) widergegeben und sich mit diesem Bericht viel Arbeit gemacht! ...das meint GeMue
Das war wieder ein sehr interessanter Bericht von Richard. Jetzt weiß ich genau, was geschieht, wenn ich in einem Versandhaus - ich nehme an, in den anderen läuft es ähnlich - bestelle und wieder was zurückschicke. Mit dem Bericht hast Du Dir wieder viel Arbeit gemacht, lieber Richard. Dickes Lob! LG Rose
wirklich toll, daß dieser Bericht keinerlei Schreib- oder Grammatik-Fehler enthält wenn ich da an 5o plus...... denke, au weia