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Regional > Darmstadt > 03 Aktivitäten 2010 > 20.04.2010 Besuch bei der FAZ und der Societätsdruckerei
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20.04.2010 Besuch bei der FAZ und der Societätsdruckerei
Diese Veranstaltung bestand aus zwei unterschiedlich ablaufenden Informationsgängen.
Zum einen sahen wir im Hause FAZ einen Informationsfilm und erlebten ein hochinformatives Gespräch mit Herrn Remmert, dem Reakteur der Rhein-Main Zeitung.
Zum anderen erlebten wir live, wie die Zeitung hergestellt wird, doch dazu später.
Der Informationsfilm ist unter dem hier wiedergegeben Link im Internet abrufbar. Er ist hoch interessant und lohnenswert ihn sich anzusehen. Vieles, was ich hier beschreiben müsste, wird so anschaulich beantwortet.
Hier geht zum Video
Herr Remmert informierte uns umfassend über den Tagesablauf für Redakteure, aber auch über den Ablauf der Zeitungsproduktion bis hin zur Auslieferung in Hessen, Deutschland und der Welt. Innerhalb der vielfältigen Herstellungsschritte lauern viele Fallstricke, wo dann eingegriffen werden muss. So gibt es über den Tag verteilt mehrere Konferenzen, vom Sammeln und Zusammentragen der aktuellen Informationen, bis hin zur Entscheidung, ob die einzelnen Berichte gedruckt werden können, oder ausgetauscht werden müssen. Um 19:00 Uhr steht dann der Satz. So bezeichnet man die drucktaugliche Form, die aber bis 22:30 Uhr durch den Austausch einzelner Druckplatten verändert werden kann. Dies geschieht durchaus bei aktuellen wichtigen Nachrichten, aber auch bei wichtigen Sportergebnissen und ähnlichen Gegebenheiten.
Im Eingangsbereich der FAZ steht eine historische Druckmaschine aus dem Jahr 1878, gebaut von der ersten Druckmaschinenfabrik der Welt: Koenig und Bauer in Würzburg. Sie arbeitete damals hochmodern mit einem Kreisbewegungsantrieb.
Hier geht zum Video
Herr Remmert informierte uns umfassend über den Tagesablauf für Redakteure, aber auch über den Ablauf der Zeitungsproduktion bis hin zur Auslieferung in Hessen, Deutschland und der Welt. Innerhalb der vielfältigen Herstellungsschritte lauern viele Fallstricke, wo dann eingegriffen werden muss. So gibt es über den Tag verteilt mehrere Konferenzen, vom Sammeln und Zusammentragen der aktuellen Informationen, bis hin zur Entscheidung, ob die einzelnen Berichte gedruckt werden können, oder ausgetauscht werden müssen. Um 19:00 Uhr steht dann der Satz. So bezeichnet man die drucktaugliche Form, die aber bis 22:30 Uhr durch den Austausch einzelner Druckplatten verändert werden kann. Dies geschieht durchaus bei aktuellen wichtigen Nachrichten, aber auch bei wichtigen Sportergebnissen und ähnlichen Gegebenheiten.
Im Eingangsbereich der FAZ steht eine historische Druckmaschine aus dem Jahr 1878, gebaut von der ersten Druckmaschinenfabrik der Welt: Koenig und Bauer in Würzburg. Sie arbeitete damals hochmodern mit einem Kreisbewegungsantrieb.
Nach 1 ½ Stunden verließen wir die Redaktion in Frankfurt und machten uns zur Druckerei in Mörfelden auf den Weg. Das Druckzentrum Mörfelden wurde 1993 eröffnet und arbeitet seitdem bereit mit der zweiten Maschinengeneration, einer Koenig und Bauer Commander-Anlage mit den Abmessungen von 157 Meter Länge, 16 Meter Höhe und 6 Meter Breite. Mit einer maximalen Papierbahngeschwindigkeit von fast 13 Metern pro Sekunde ermöglicht man Zeitungsumfänge bis zu 576 Seiten und dabei bis zu 72 Seiten in voller Farbigkeit. Die Maschine druckt dabei bis zu 15 Millionen Zeitungsseiten in jeder Stunde. Doch erst einmal zurück zum Anfang einer Zeitung.
Im Papierlager werden die einzelnen Rollen kaminartig übereinander gestapelt, um die Deformation der Rollen und damit Unwucht in den Rollenständern (den Abrollungen) zu vermeiden. Dabei trägt jede Rolle eine „Bauchbinde“, auf der wichtige Daten vermerkt sind. Zusätzlich zeigt die Verpackung mit einem Pfeil an, in welche Richtung die Bahn abgewickelt werden muss.
Das Bild zeigt aber auch Herrn Klang aus dem Hause FAZ, der uns mit hochinformativen Ausführungen das Wissenswerte rund um den Zeitungsdruck vermittelte.
Das Bild zeigt aber auch Herrn Klang aus dem Hause FAZ, der uns mit hochinformativen Ausführungen das Wissenswerte rund um den Zeitungsdruck vermittelte.
Jede Rolle ist verpackt. In einer Entpackmaschine wird diese Verpackung entfernt und die Rolle automatisch dem gewünschten Rollenständer zugeführt.
Eine Rolle beinhaltet rund 20 Kilometer Papierbahn, woraus etwa 30.000 Zeitungen hergestellt werden können. Zeitungspapier wiegt in der Regel 45 g/m² - unser Papier in dem Drucker im Allgemeinen 80 g/m².
Zum Drucken aber werden Druckplatten benötigt. Diese sind aus hochwertigem Aluminium gefertigt und mit einer lichtempfindlichen Beschichtung versehen. In der Redaktion sind die einzelnen Seiten der zukünftigen Zeitung im Computer gespeichert. Von diesem aus werden nun die einzelnen Druckplatten belichtet. Überall da, wo später Druckerfarbe hinkommen soll, wo als Schrift-, oder Bildstellen vorhanden sind, härtet die Beschichtung aus. Im Folgevorgang wir die Platte gewaschen, wo alle nicht ausgehärteten Konturen von der Platte entfernt werden.
Auf dieser vollautomatischen Anlage mit 6 Belichtern können 1.200 Druckplatten pro Stunde hergestellt werden.
Die in die Druckmaschine eingespannten Druckplatten laufen nun an einem Feuchtwerk vorbei, wo alle Flächen die nicht drucken sollen mit Wasser benetzt werden. Im Folgenden ist im Druckwerk ein Farbwerk angesiedelt, an dem die zu druckenden Konturen mit Farbe benetzt werden. Dabei benötigt man für jede Druckfarbe, nämlich schwarz, gelb, rot und blau, je einen Satz Druckplatten und jeweils je ein Druckwerk. Die nun eingefärbten Druckplatten drucken die Konturen spiegelverkehrt auf den mit einem elastischen Gummituch umspannten Druckzylinder. Zwischen diesem und einem stählernen Gegendruckzylinder wird die Papierbahn hindurch geführt, wobei diese Bahn einseitig bedruckt wird. Mit Wendeeinrichtungen wird die Bahn im Durchlauf so gewendet, dass sie auch Rückseitig bedruckt werden kann.
Die Maschine besitzt 18 Druckwerke, aus denen sich 6 selbstständige Druckmaschinen ableiten lassen. Hierzu sind jeweils ein Rollenständer mit automatischem Rollenwechsel sowie nach jedem Druckwerk ein Falzapparat vorhanden, auf den noch eingegangen wird.
Die Druckwerke sind übereinander und nebeneinander über den Rollenständern aufgebaut, woraus sich die Höhe der Maschine ergibt.
Die Druckwerke sind übereinander und nebeneinander über den Rollenständern aufgebaut, woraus sich die Höhe der Maschine ergibt.
An 27 modernen Leitständen arbeiten annähernd 100 hoch qualifizierte Drucker, um die exzellente Qualität der Zeitung hervorzubringen. Am elektronischen Leitstand kann der Drucker u.a. eingreifen, wenn Farben nicht so wiedergegeben werden, wie dies vorgesehen ist, oder wenn der Passer nicht stimmt, das heißt, wenn die Farben übereinander im Bild nicht exakt übereinander treffen.
Am Ende der Druckmaschine sorgt ein Falzapparat dafür, dass aus der Bahn Zeitungen werden. Hierzu wird die Bahn über Falztrichter geführt und so zusammen gefaltet. Danach wird die Bahn zu Einzelobjekten geteilt. Das Bild zeigt eine Falzstation, wobei mehrere hintereinander geschaltet auch mehrere Falze ermöglichen.
Die gefalzten Produkte werden nun von an Ketten befestigten Greifern übernommen und oft weit durch die Produktionshalle befördert. Dies kommt daher, dass viele gefaltete Produkte aus anderen Falzstationen der Maschine zusammen geführt werden müssen. Doch trocknet auch der Druck auf den Produkten, je länger sie noch transportiert werden.
Diese, aber auch von Außen angelieferte Produkte werden nun aufgewickelt und können so danach zusammengefügt, oder dem Hauptprodukt zugeführt werden.
An anderer Stelle können Beilagen automatisch in die Zeitung eingesteckt werden. Hierzu verfügt jede Zeitung über einen Höhenversatz zwischen Vorder- und Rückenpartie. Dadurch lässt sich die Zeitung zum Einstecken der Beilagen besser öffnen.
Nun werden die Zeitungen gestapelt, verpackt, auf Wunsch adressiert und zum Versand bereitgestellt.
Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass die FAZ schon mehrmals Maßstäbe setzte und dafür hohe Anerkennungen erhielt. So setzt die FAZ 2007 als erste Tageszeitung auf jeder Titelseite farbige Bilder, was inzwischen von vielen überregionalen Tageszeitungen übernommen wurde, denn der Einsatz von Farbe – so hat sich gezeigt – lässt die Zeitung moderner erscheinen und wird vom Leser besser angenommen.
An dieser Stelle bleibt uns nun nur noch den Herren Remmert und Klang herzlich zu danken
für ihre hervorragend vorgebrachten Informationen, aber auch dem Haus FAZ, dass uns dieser Besuch ermöglicht wurde.
Als passionierter Maschinenbauer dieser Branche hat mir der Besuch aber viel in Erinnerung gerufen und gezeigt, was heute alles möglich ist.
Bericht: Richard (rikue)
Bilder: Arnulf 14 x; Richard 6 x
Nun werden die Zeitungen gestapelt, verpackt, auf Wunsch adressiert und zum Versand bereitgestellt.
Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass die FAZ schon mehrmals Maßstäbe setzte und dafür hohe Anerkennungen erhielt. So setzt die FAZ 2007 als erste Tageszeitung auf jeder Titelseite farbige Bilder, was inzwischen von vielen überregionalen Tageszeitungen übernommen wurde, denn der Einsatz von Farbe – so hat sich gezeigt – lässt die Zeitung moderner erscheinen und wird vom Leser besser angenommen.
An dieser Stelle bleibt uns nun nur noch den Herren Remmert und Klang herzlich zu danken
für ihre hervorragend vorgebrachten Informationen, aber auch dem Haus FAZ, dass uns dieser Besuch ermöglicht wurde.
Als passionierter Maschinenbauer dieser Branche hat mir der Besuch aber viel in Erinnerung gerufen und gezeigt, was heute alles möglich ist.
Bericht: Richard (rikue)
Bilder: Arnulf 14 x; Richard 6 x




















