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Kennenlernen römischer Zeugnisse

Mainz, zur Zeit der Römer „Mogontiacum“ genannt, blickt heute auf eine mehr als 2000jährige Geschichte zurück. Die Ansiedlung war in der römischen Antike eine der bedeutendsten römischen Legionärslager nördlich der Alpen und das am strategisch wichtigen Zusammenfluss von Rhein und Main. Die Blütezeit begann im Jahr 38 vor Chr. und währte bis ins 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Klar ist dabei, dass die Zeit erhebliche Spuren hinterließ, die es nicht erst heute zu finden gilt.

Um hierzu näheres zu erfahren fuhren wir nach Mainz, wo wir von den beiden Botschafterinnen Rose und Margret am Hauptbahnhof in Empfang genommen wurden.

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Es war unser zweiter Besuch in dieser quirligen Metropole , wobei wir zuerst erneut ein Stück der Stadt besichtigen konnten mit all den vielen kleinen und größeren Denkmäler aus der Zeit der Antike.

Geführt wurde wir von der Botschafterin Rose, die uns das Wissenswerte vermittelte. Zum ersten Mal bei allen unseren Unternehmungen mussten wir Schirme aufspannen, doch verflog der Regen bald und wir konnten trockenen Fußes weiter gehen.

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Mit unserem Rundgang begannen wir am Rathaus, das 1973 nach dem Entwurf der dänischen Architekten Arne Jacobsen und Otto Weitling aus norwegischem Marmor auf einem dreieckigen Grundriss erbaut wurde.

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Wir gingen zum Heilig-Geist-Hospital, das 1236 erbaut wurde. Es zählt heute zu den ältesten Spitalbauten Europas. Ursprünglich als Stätte zur Pflege von Alten und Kranken erbaut, wurde das Anwesen um 1400 zum Altersheim umfunktioniert. Später fand eine Besserungsanstalt für junge Mädchen und Frauen Einzug, bevor es 1863 zur Gaststätte wurde.

Durch die Rentengasse kamen wir zum Eisenturm, einem der beiden mittelalterlichen Stadttürme, die noch vorhanden sind. Der Turm ist 6-stöckig und wurde um 1270 erbaut.

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Sein romanischer Torbogen auf der Rheinseite wird von zwei liegenden Sandsteinlöwen flankiert. In ihren Klauen halten sie einen Widder und ein Fabeltier, mit denen sie staufische Kaisermacht und abwehrbereite Wachsamkeit symbolisieren.

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Im römischen Rheinhafen in der heutigen Löhrstraße war 1981/82 die Ausgrabungsstätte der neun Römerschiffe. Die Nachbildung des Teils eines solchen Kriegsschiffes aus dem 4. Jahrhundert wird hier gezeigt. Ursprünglich waren die Schiffe 20 Meter lang und etwa 1,20 Meter hoch. Sie hatten Segel, was der Mastspannt zeigt.

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Hinter der Ruine der Christophskirche befindet sich der Algesheimer Hof, der nach der Chronik Gutenbergs letzter Wohnsitz ab 1550 war.

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Nach vielen weiteren Sehenswürdigkeiten kamen wir in das Regierungsviertel und sahen das Alte und Neue Zeughaus. Heute ist dort die Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz und der Amtssitz des Ministerpräsidenten Kurt Beck untergebracht. Rose wurde nicht müde uns auch hier wieder viel, viel Wissenswertes zu übermitteln.

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Zu den bedeutendsten römischen Denkmälern zählt die Große Mainzer Jupitersäule, die mit 12,50 Metern als das größte bisher bekannte Denkmal dieses Typs gilt. Reichhaltiger Reliefschmuck ziert die auch am aufwendigsten gestaltete Säule. Aufgrund ihrer großen Bedeutung finden sich neben der Kopie in Mainz weitere Duplikate auf dem Gelände der Saalburg in Hessen.

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Auf dem Ernst-Ludwig-Platz steh der Ehrenbogen aus dem 3. Jahrhundert mit dem Blick auf die Christuskirche, auch „evangelischer Dom“ genannt.

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Wir kamen nun zum Landesmuseum Mainz. Das barocke Gebäude wurde 1765 als kurfürstlicher Marstall gebaut. Das Pferd aus vergoldetem Kupfer kam 1774 auf das Dach. Das Pferd, was wir heute sehen steht seit 1978 an dessen Stelle.


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Was heute „IN“ ist wird eines Tages möglicherweise ebenfalls antik. Hierzu zähle ich den „Eisenmann“, der 45 Jahre nach der Kapitulation Hitler-Deutschlands – zum Gedenken – zur Mahnung - in Mainz aufgestellt wurde.

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Nach einem gemeinsamen Mittagessen wandten wir uns dem eigentlichen Ziel zu: Dem Besuch des Isis- und Mater Magna-Heiligtums, wo uns Herr Erich Krüger mit breitem Fachwissen in die Zeit der römischen Götter zurück versetzte und zugleich unser Wissen um die Römer in Germanien vertiefte.

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In Jahr 13/12 v. Chr. begann man mit dem Bau eines römischen Legionslagers auf einem Gebiet des heutigen Mainz. Der Rhein wurde dabei zur gallischen Grenze, die bis zur Elbe verschoben werden sollten. Hierfür standen zwei Legionen mit zusammen 12.000 und ungefähr 20.000 Mann Hilfstruppen zur Verfügung. Man kam auch bis zur Elbe, doch zog man sich im Winter in die Quartiere in Mogontiacvm (so hier Mainz zur Römerzeit) zurück. Da die Söldner Geld erhielten entstand eine Handelsmacht, deren Grenzen zu sichern waren. So entstanden Stadtmauern und auch der Limes, der ursprünglich ein Grenzweg war. Später kamen Wachtürme dazu und weitere Befestigungen, denn der Druck der Germanen auf die römischen Gebiete wurde ansteigend größer.

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Im römischen Gebiet entstanden Thermen, Theater, Verwaltungsgebäude und Tempel und hier auch die Tempelanlage für Isis und Mater Magna. Zur damaligen Zeit verehrte man „heimische“ Götter, doch konnte es auch nicht schaden sich mit anderen Göttern gut zu stellen. Dabei stammt der Kult um Isis ursprünglich aus Ägypten. Die Gottheit Mater Magna „Große Mutter“ hat ihren Ursprung mindestens im kleinasiatischen Bereich.

Eine Schautafel zeigt das heutige Wissen um dies Tempelanlage. Um zu klären, ob die Anlage noch weiter Flächen einnahm müsste man graben und hierzu erst einmal Häuser abreisen......

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Im Heiligtum sieht man die baulichen Überreste der Fundamente und eine Vielzahl an Gegenständen aus damaliger Zeit.

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Auf zwei tüllartigen Flächen werden Bilder projiziert, von denen man glauben könnte, dass vergangene Wesen im Raum anwesend sind.

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Kleine Bronze-Figuren wurden an verschiedenen Orten gefunden. Bei diesem Mann handelt es sich um den jugendlichen Attis, der sich nach einer Legende selbst entmannte.

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Die Sicht in eine der Schaukästen muss man auf sich wirken lassen. Es zeigt sich aber, dass es schon damals fähige Künstler gegeben haben muss.

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Die Bronzefigur „Männlicher Zwerg“ aus dem 1. Jahrhundert v.Chr. zählt zu den kostbarsten Funden aus dieser Zeit. Die Figur ist aus Bronzevollguss, die Fingernägel sind versilbert.

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Wir sahen und hörten noch viel mehr und empfehlen einen Besuch dort, wenn man nach Mainz kommt. Nach unserem Besuch machten wir einen Abstecher an das Gutenbergmuseum, zum gerade in Mainz stattfindenden Johannisfest. Hier fand erneut das jährliche Gautschen statt. Hierunter versteht man einen alten Zunftbrauch der schwarzen Kunst. Mit einer so genannten Buchdruckertaufe werden symbolisch die Sünden der Lehrjahre und der Bleistaub abgewaschen. Mindestens Bleistaub gibt es heute nicht mehr und so wundert es nicht, dass alle Damen und Herren der verschiedensten grafischen Berufe zur symbolischen Handlung antreten. Teilweise entkleidet werden die Personen von kräftigen Männern gefasst und in einen mit Wasser gefüllten Bottich getaucht – einmal, zweimal, dreimal....

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Das alles geschieht unter Beifall und Jubel, der vielen Zuschauer und es ist schwer ein geeignetes Foto zu erhaschen. SWF 4 filmte und sendete die Szenen im TV. Den Höhepunkt, den wir gerade erlebten zeigte die Rivalitäten zwischen Mainz und Wiesbaden. Ein Wiesbadener Anwärter zum Gautschen stand nun bereit und hatte ein T-Shirt mit Wappen der Eintracht Frankfurt an. Das ging ja nun gar nicht. Man zog ihm das T-Shirt aus, steckte es ins Wasser und warf es in die Menge. Dann kam der Wiesbadener in den Bottich und drei mal langte nicht. Das T-Shirt aber ließen sich die Gautscher vom Publikum zurück werfen, so dass es keine Sachbeschädigung und keine bleibende Verstimmung gab.

Nach einem gemeinsamen Abendessen liefen wir 10 Minuten zum Hauptbahnhof und traten die Heimreise an.

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Hier nun möchten wir danken:
Herrn Erich Krüger, für seine ausführlichen Informationen im Isis- und Mater Magna-Heiligtum sowie
Margret und Rose, den beiden Regionalbotschafterinnen von FA Mainz für die umfangreichen Vorbereitungen und die Führung in Mainz.


Bericht Richard (rikue)
Bilder: Arnulf (AB); Margret; rikue (RKM)

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