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Die Technik des Darmstadtium

Das Darmstadtium in Darmstadt hat sich längst als modernes Kongresszentrum einen überregionalen Namen gemacht.

Darmstadtium
Darmstadtium

Mit Kongressen und Veranstaltungen sehr oft belegt ist es schon reichlich schwer an der Dame, oder dem Herrn am Empfang vorbei zu kommen, will man nicht gerade die Reste der bei Bauarbeiten gefundenen historischen Stadtmauer, oder aber das Café und Restaurant im Inneren des Gebäudes besuchen.

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Dennoch waren verschiedene Damen und Herren schon weiter vorgedrungen, sei es bei einer Hauptversammlung, oder anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung. Niemals aber sieht man etwas von der enormen Technik die ein solches Haus benötigt, um den Betrieb störungsfrei aufrecht zu halten.

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Nun aber gab uns die Leitung des Hauses die Gelegenheit gerade hier einen Besuch abzustatten. Der Technische Leiter Herr Ullrich Kordt führte uns und erklärte umfangreich die einzelnen Bereiche dieses avantgardistischen Gebäudes, dessen Aufbau und Nutzung, aber auch die hierfür erforderlichen Technischen Einrichtungen.

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Dabei rate ich den Lesern dieses Berichtes gleich zu Beginn den Imagefilm anzusehen, die das Darmstadtium auf seiner Homepage zur Verfügung stellt und der unter dem nachfolgenden Link angeklickt werden kann.
Hier Link zum Film anklicken

Den Namen dieses Gebäudes fand man durch eine Bürgerbefragung. Die Mehrheitsmeinung bezog sich dabei auf das 1994 bei der international renommierten und bekannten GSI in Darmstadt durch die Fusion eines Blei- und eines Nickel-Ions entdeckten künstlich erzeugten Elementes mit dem Kürzel DS und der Ordnungszahl 110 innerhalb des Periodischen Systems. Darmstadt ist in diesem System die einzige deutsche Stadt nach der ein Element benannt wurde. International sind es weitere sieben Städte, die Einzug in das Periodische System nahmen.

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Der Baubeginn zu diesem Gebäude liegt inzwischen 6 Jahre zurück. Dabei traf man unvermutet auf Teile der ältesten Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert und auf einen Horchgang unter der Stadtmauer, mit Hilfe dessen man den anrückenden Feind „abhören“ konnte. Dies führte dazu, dass die Reste dieser Mauer in das Gebäude integriert wurden.

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Eine ursprünglich gebaute „Doppeltreppe“ wurde entfernt und durch eine „Einzeltreppe“ ersetzt. Solche Maßnahmen aber führten schließlich dazu, dass das Darmstadtium, wie alle öffentlichen Bauten, wesentlich teuerer wurde. Was macht´s? Der Architekt erhielt sein Honorar, der Steuerzahler zahlt die Zeche.

Das Gebäude steht an einem Hang mit 8 % Gefälle und auf zwei tektonischen Platten, der vom Odenwald und der vom Rheingraben. Deswegen verfügt man im Keller über eine Geodätische Messstation der TU Darmstadt, um Verschiebungen der Platten rechtzeitig feststellen zu können.

Dies aber führt dazu: Geht man ebenirdische in das Gebäude hinein, so findet man sich weiter hinten wie im Kellerniveau wieder.

Sinnvolle Einrichtungen wurden geschaffen: Die großen beschichteten Flächen der Glasdächer helfen im Sommer mit für Kühle und im Winter für Wärme.

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Durch einen 250 Meter langen Erdkanal wird Luft einmal hindurchgesaugt. Auch wird die Luft durch Heizen und Kühlen mit Wärme gemäß der adiabatischen Zustandsänderung konditioniert und zur Klimatisierung des Gebäudes benutzt. Eine automatisch beschickte Pelletheizanlage und bei deren Ausfall der Anschluss an das Fernwärmenetz der TU sorgen für den Wärmebedarf. Aufgefangenes Regenwasser versorgt die Toiletten und besorgt die Bewässerung der Pflanzen und Bäume in der nahen Ollenhauer Promenade.

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Hier oberhalb des Foyers sind die Büros der Geschäftsleitung und der Verwaltung untergebracht.

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Wie im Imagefilm genannt ist die Technik der Besucherräume beeindruckend. Dazu kommen die 18 Tagungsräume, von denen durch die Bauform des Gebäudes keiner dem anderen gleicht. Das im ganzen Gebäude verlegte Glasfasernetzwerk gestattet den Einsatz modernster Kommunikationstechnik, was es der Geschäftsleitung ermöglicht den vielen Veranstaltern das Optimalste zu bieten, was heute für Kongresszentren gefordert wird.

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Das alles sind positive Beispiele am Bau. Es gibt aber auch negative: Die recht seltsam anmutende Form des Gebäudes, das die Darmstädter die „Schepp Schachtel“ nennen, sorgt für seltsam angeordnete Dach- und Seitenfenster. Um die zu Putzen werden Hubfahrzeuge ebenso benötigt, wie der Einsatz eines Bergsteigers, der an einer Stelle putzen muss, wo man sonst nicht hin kommt. Das alles dauert eine Woche und kostet bei beiderseitigem Putzen schlappe 19.000 Euro!

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Auch diese Konstruktion dient einzig dazu an die darunter liegenden Fenster zu gelangen

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Der weit entfernt angeordnete Kontrollraum hat keine Sicht auf die Bühne, weswegen eine Kamera aufnimmt und an einen Monitor überträgt. Eine Toilette ist von hier aus auch nur nach einem weit zurück zu legenden Weg zu finden. Beides halte ich für radikale Planungsfehler, auf die der Architekt keinesfalls stolz sein muss.
Im Kontrollraum sind bei Veranstaltungen drei Mitarbeiter anwesend und zwar jeweils für Video-, Ton- und Lichttechnik. Darüber hinaus ist manches mal noch ein Regisseur vom Veranstalter anwesend.

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Oberhalb des hinteren Besuchersaals befindet sich eine Bühne, auf der die Beleuchtungseinrichtungen angeordnet sind. Auch dienen Kettenzüge dazu Requisiten anzuheben.

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Das alles ist auf einem begehbaren Gitterrost montiert. Warum dieser aber nach 2 Ebenen geneigt ist konnte nicht geklärt werden, Zudem gestattet dieser Rost den Blick von oben auf Stuhlreihen, was dazu führen könnte, dass jemanden etwas auf den Kopf fällt. Deswegen ist das Betreten während einer Veranstaltung untersagt. Auch das sind Planungsfehler. Wenn man nun aber hört, dass der vorherige Geschäftsführer die innen platzierten Sichtbetonflächen farbig anlegen wollte, dies aber vom Architekten abgelehnt wurde, mit Hinweis auf sein „Recht am Objekt“, dann meine ich, dass er mal ganz still sein sollte, denn erstens hat er viel Steuergeld erhalten und zweitens einigen Mist gemacht.

Wie dieser Tage im Darmstädter Echo zu lesen war gibt es im Darmstadtium noch einen etwas kleineren Saal, der aus Kostengründen noch nicht fertig gestellt wurde und folglich nicht genutzt werden kann. Wir durften einen Blick dort hinein werfen und da fiel mir das Sprichwort von dem kleinen Hund ein, der mit den großen Hunden Gassi gehen möchte, aber das Bein nicht heben kann.

Der letzte Weg führte uns auf die Dachterrasse, wo die Dämmerung und der Nebel für interessante Ausblicke auf die direkte Umgebung ermöglichte.

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Das ist der Blick auf das frühere Theater bei Dämmerung und Nebel......

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... und hier ist der klare Blick auf das frühere Theater sowie auf das Hessische Landesmuseum

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Hier geht der Blick hinüber zum Schloss mit dem Glockenspiel

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Auch das ist das Schloss mit Glockenspiel an einem sehr bewölkten Tag.

Wir alle bedanken uns noch einmal bei Herrn Korth für die ausgezeichnete Führung durch das neueste Projekt in Darmstadt.

p.s. wenn man die Bilder mit der linken Maustaste anklickt, werden sie größer abgebildet.

Bericht (rikue)
Bilder: Arnulf, Richard und
Das Recht an dem Haupt-Foto (Foto: darmstadtium / juergenmai.com) liegt bei der Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG und wurden mit deren Genehmigung von ihrer Internetpräsens entnommen.

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