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Regional > Darmstadt > 02 Aktivitäten 2011 > 16.02.2011 Wir besuchten den Langener Gravur- und Fräs-Spezialis
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16.02.2011 Wir besuchten den Langener Gravur- und Fräs-Spezialisten Schoder
Innerhalb moderner Industriegebäude arbeitet Firma Schoder in mehreren Technologiebereichen mit stets höchster Präzision. Der Betrieb wurde 1924 von Herrn Werner Schoder als Gravurbetrieb gegründet. In der Zwischenzeit erlebte das Unternehmen einen Wandel, wie kaum ein anderes Unternehmen. Seit 2003 leitet die Enkelin des Firmengründers Frau Dipl.-Betriebswirtin Kirsten Schoder-Steinmüller in der 3. Generation das Unternehmen mit derzeit 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 6 Auszubildende in die Berufsbilder Graveure und Werkzeugmechaniker.
Mit ihrem enormen Wissen um die einzelnen Produktionsstufen und Arbeitsgänge führte Sie uns selbst durch das Unternehmen. Wir erlebten einen hochinformativen Tag. Der nachfolgende Bericht kann folglich nur eine Einführung in die hoch interessanten Themen darstellen.
Zuerst sahen wir eine Dia-Präsentation, die uns die einzelnen Fertigungsfelder und Möglichkeiten aufzeigte.
Zuerst sahen wir eine Dia-Präsentation, die uns die einzelnen Fertigungsfelder und Möglichkeiten aufzeigte.
Man fertigt Industriegravuren mit Hochleistungsgraviermaschinen, deren Fräser mit bis zu 60.000 Umdrehungen pro Minute Materialien wie legierte Werkzeugstähle, Messing, Aluminium, Kupfer und Makrolon abtragen.
Hergestellt werden hierbei dreidimensionale Gravuren für Prägestempel und ähnliche Anwendungen, wie beispielsweise Nummerierwerke für fortlaufende Kennzeichnungen, oder mitlaufende Kennzeichnungsräder, mit denen beispielsweise Kupferrohre währende der Herstellung mit Daten, wie Durchmesser etc. versehen werden. Auch der Prägestempel zum Abdruck des Bundesadlers in unsere Reisepässe wurde von Firma Schoder für die Bundesdruckerei hergestellt.
Die für Werkzeugmaschinen erforderliche Programmierung geschieht von den Maschinen entfernt in der Arbeitsvorbereitung.
Innerhalb der CNC – Frästechnik entstehen die unterschiedlichsten, hoch qualitativen Maschinenteile für diverse Kunden, die in ihren jeweiligen Maschinen mit den Teilen dafür sorgen, dass deren Kunden ebenfalls hochqualitative Arbeiten erstellen können. Man verfügt über ein 6-Achs-Bearbeitungszentrum mit automatischer Stangenzuführung, über 5-Achs-Bearbeitungszentren mit Rundtisch und Schwenkkopf sowie über 3-Achs-Bearbeitungszentren z. T. mit Schwenkachse. Hiermit ist aber gleichzeitig gesagt, dass Firma Schoder keine eigenen Produkte herstellt und vertreibt. Man sucht vielmehr nach Nischen bei vorhandenen und potenziellen Kunden und hat deswegen einen eigenen Außendienst aufgebaut.
Weil es sich bei den hergestellten Teilen um Präzisionsteile handelt, ist eine gute Qualitätskontrolle unumgänglich. Das Bild zeigt die Kontrolle an einer dreidimensionalen Turbinenschaufel aus Aluminium, oder aus hochfesten Legierungen. Hier kooperiert man mit dem Fachgebiet Fluidsystemtechnik an der Technischen Universität Darmstadt.
Die Kontrolle geschieht in einem klimatisierten Messraum, weil nur so reproduzierbare Messergebnisse zu erwarten sind.
Die Kontrolle geschieht in einem klimatisierten Messraum, weil nur so reproduzierbare Messergebnisse zu erwarten sind.
Im Sieb- und bald auch im Digitaldruck fertigt man Frontplatten, Folientastaturen und Gehäuseteile. Dabei entstehen auch grafische Symbole, Piktogramme, etc., sowohl in lösemittelbeständiger, oder wasserlöslicher Lackausführung.
Man fertigt aber auch Druckplatten für den Offsetdruck, die – auf einer Abkantmaschine mit angewinkelten Kanten versehen und später um den Plattenzylinder im Druckwerk eingespannt werden.
Einen guten Markt hat sich die Firma in USA eröffnet. Hier werden Tastenfelder für z. B. Übertragungswagen innerhalb der Fernsehproduktion hergestellt.
Dabei werden die Siebdrucke auf einer halb automatischen Siebdruckmaschine erzeugt, wobei bei Mehrfarbendrucke ein mehrmaliger Durchlauf mit den jeweils wechselnden Sieben und Farben erforderlich wird.
Mit einer 6 kW Laserschneidmaschine werden beispielsweise die Löcher in den Bedienungsplatten und Gehäusen hergestellt. Dabei kann die Maschine Edelstahlbleche von 0,25 bis 25 mm Dicke ausbrennen. Ein dabei ggf. entstehender Grat wird auf einer Flachschleifmaschine weggeschliffen, bevor die Oberfläche weiter behandelt wird.
Löcher oder Aussparungen, die nicht einfach rund sind werden üblicherweise ausgefräst. Dabei kann der Fräser noch so dünn sein, es bleiben in den Ecken der Aussparung immer Radien zurück, die aber oftmals stören und damit unerwünscht sind. Hier ist die Erodiertechnik gefragt.
Dabei kann Firma Schoder nach der Draht- und nach der Senkerodiertechnik arbeiten. Bei der Senkerodiertechnik, dem funkenerosiven Senken, wird die Elektrode als negative Form innerhalb der Erodiermaschine in das Werkstück gedrückt. Bei dem Drahterodieren, dem funkenerosiven Schneiden dagegen bildet ein Draht die Elektrode. Dieser Draht verbraucht sich dabei und wird wieder recyceld.
Firma Schoder liefert an eine breite Palette von Kunden und Anwendungen. So sind in den Toiletten der ICE Züge Typ 2 und 3 die Bedienungspiktogramme ebenso von diesem Hersteller, wie die rot-silbernen Schilder an den DB Automaten. Auch sind die jeweils 4 Wappenverzierten Namensschilder im Airbus A380, gefertigt aus Plexiglas im Siebdruck, aus Langen geliefert. Ein besonderes Highlight aber ist das Schild, das 2005 für den Papstbesuch in Deutschland in seinem Flugzeug zurück nach Rom angebracht werden konnte.
Man schult das Personal und pflegt die wichtige Warenausgangskontrolle, denn man liefert in die ganze Welt. Eine Reklamation käme dann teuer zu stehen. Seit 1997 ist Firma Schoder nach DIN ISO 9001 zertifiziert. Das letzte Zertifikat ist von 2009.
Doch auch in der Wertschöpfung bemüht sich das Unternehmen. So werden alle Materialabfälle getrennt gesammelt und danach recyceld. Auch wird das Brauchwasser über eine Wärmepumpe erzeugt und schließlich wird die Produktionshalle durch die Abwärme der Bearbeitungsmaschinen geheizt.
Doch auch in der Wertschöpfung bemüht sich das Unternehmen. So werden alle Materialabfälle getrennt gesammelt und danach recyceld. Auch wird das Brauchwasser über eine Wärmepumpe erzeugt und schließlich wird die Produktionshalle durch die Abwärme der Bearbeitungsmaschinen geheizt.
Übrigens: Langen liegt ja zwischen 2 Flugplätzen. Darum wundert es nicht, dass findige Köpfe im Unternehmen ein Werbepräsent entwickelten. In einem Stück Alublech wurden die Einzelteile für einen „Zusammensteckflieger“ ausgelasert. Diese Teile bricht man aus und steckt sie zu einem Flugzeug zusammen. Fertig gestellt kann es dann von der Piste aus starten...
Zum Schluss dieses Berichtes bedanken wir uns noch einmal bei Frau Schoder-Steinmüller und sagen: Einfach Klasse!
Bericht Richard (rikue)
Bilder: Firma Schoder, Arnulf, Richard, Walter und Peter ( Schnappi)
Bericht Richard (rikue)
Bilder: Firma Schoder, Arnulf, Richard, Walter und Peter ( Schnappi)


























