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27.09.2009 Spaziergang durch Darmstadt mit Gabriele
Es scheint schon spaßig: Wir sind die Regionalgruppe Darmstadt und lassen uns von Gabriele Darmstadt zeigen und erklären, obwohl sie gar nicht aus dieser Stadt kommt. Sie hat sich aber durch Lesen gutes Wissen angeeignet und kennt unsere Stadt besser, als ich – und ich bin hier geboren. So aber kam es, dass sie in diesem Sommer eine Führung für die Mainzer Regionalgruppe durchführte. Danach kam der Wunsch einiger unserer Mitglieder auf das auch für uns zu wiederholen und so trafen wir uns bei sonnigem Herbstwetter und stärkten uns erst einmal zur Mittagszeit im City-Braustübl in Darmstadt.
Es gibt in Darmstadt viel Sehenswertes und Interessantes, doch liegen die einzelnen Objekte oft verstreut über das Stadtgebiet, was eine Stadtbesichtigung zwangsläufig räumlich einschränken muss. Gabriele entschied sich für die Innenstadt und hier lag als nächstes Ziel vom Restaurant aus gesehen St. Ludwig,die katholische Hauptkirche Darmstadts. Nach den Plänen von Georg Moller wurde diese erste katholische Kirche seit der Reformation zwischen 1822 und 1827 auf einer Anhöhe erstellt. Als Vorbild diente das Pantheon in Rom, aber mit um ein Fünftel reduzierten Gesamtmaßen.
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- Die Kirche St. Ludwig war im Krieg zerstört worden. Die "Käsglock", wie die Darmstädter die Ludwigs-Kirche liebevoll nennen, verlor 1944 im Krieg die hölzerne Kuppel. Die Kirche brannte völlig aus. Beim Wiederaufbau entstand eine Kuppel aus einer Stahlkonstruktion und selbst die Innen- und Außenrenovierung, sowie der Einbau einer neuen Orgel waren erst im Jahre 2005 abgeschlossen.
Der Name Georg Moller wird in Darmstadt und Umgebung immer wieder dann genannt, wenn es um markante, historische Bauwerke geht, denn er war ab 1810 Oberbaurat und Hofbaudirektor des Großherzogtums Hessen-Darmstadt.
Nun erreichten wir den Luisenplatz, das Zentrum in Darmstadt. Markantes Zeichen und eines der zwei Wahrzeichen Darmstadt ist „der lange Lui“, der lange Ludwig , oder auch das Ludwigsmonument. Es wurde 1844 aus rotem Sandstein errichtet und ist 39,15 Meter hoch. Die Bronzestatue ist 5,45 Meter hoch und wiegt 540 kg. Sie stellt Ludwig I. dar der in seiner rechten Hand die eingerollte neue Verfassung des Großherzogtums Hessen hält. In der Säule verläuft eine Wendeltreppe mit 172 Stufen zur Aussichtsplattform. Dieses Monument wurde weitestgehend von der Darmstädter Bevölkerung finanziert, als Dank an ihren Landesherrn.
Nun wurden wir erst einmal auf ein Rattern aufmerksam: „Der feurige Elias“ fährt jedes Jahr zum Ende der Sommerferien zu nostalgisch-vergnüglichen Fahrten von Darmstadt nach Griesheim und zurück. Schon 1886 gab es ein kleines Straßenbahnnetz in Darmstadt. Bis 1922 fuhr eine Dampflokomotive mit bis fünf angehängten Personenwagen von der Residenzstadt Darmstadt zum damaligen Truppenübungsplatz in Griesheim und zum beliebten Ausflugsziel nach Eberstadt. Die Bahn zog aber auch offene Marktwagen, mit denen die Griesheimer Bauern ihr Obst und Gemüse auf den Darmstädter Markt transportieren ließen.
Ebenfalls am Luisenplatz angesiedelt ist das Kollegiengebäude, zu dem der Grundstein 1777 unter dem damaligen Landgrafen Ludwig IX gelegt wurde. Nach vier Jahren war der Vorderbau im späten Rokoko-Stil vollendet. Es folgten Anbauten, die erst nach mehr als 100 Jahren abgeschlossen waren. Durch diese Bauten entstand ein eckiger Innenhof.
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- In diesem imposanten Gebäude residiert heute der Regierungspräsident. Die Stadt Darmstadt verhandelte inzwischen mit der hessischen Landesregierung über den Ankauf des Gebäudes, um die Stadtverwaltung darin unter zu bringen. Ein Ergebnis aber liegt bislang nicht vor. Es finden aber auch kulturelle Veranstaltungen darin statt.
Gegenüber vom Kollegiengebäude wurde das Stadthaus mit Einzelhandelsgeschäften und Niederlassungen von Handelsketten gebaut. Über Geschmack lässt sich nicht streiten, doch wussten die früheren Architekten und Verantwortlichen bleibendere Werte zu hinterlassen. Am rechten Dachrand ist der Darmstädter Wappen angebracht, doch ohne Fernglas von normal Sterblichen kaum im Detail zu erkennen.
Der "Weiße Turm" war früher ein Eckturm der Stadtmauer. Heute wird er vom Fotoklub Darmstadt für Ausstellungen genutzt. Gabriele erzählte uns, dass der Turm einst auch als Gefängnis genutzt wurde. Die Legende erzählt, dass man dort einmal einen Wilddieb gefangen hielt. Eines Tages brannte das Schloss ab. Das Feuer wurde drei Tage lang gelöscht. In dieser Zeit ist der Wilddieb verhungert und verdurstet. Wenn es einmal "ganz" still ist, kann man noch heute das Stöhnen des Wilddiebs hören.
Wir erfahren weiter, dass es in Darmstadt viele unterirdische Gänge gibt und die gesamte Innenstadt sowie einige Randgebiete quasi unterlöchert sind. Es wird vermutet, dass die Gänge zum einen als Fluchtwege dienten, zum anderen den Bierbrauern als unterirdische Kellereien dienten. Längst ist die Suche hier nicht abgeschlossen und hält sicher noch einige Überraschungen verborgen.
Wir erfahren weiter, dass es in Darmstadt viele unterirdische Gänge gibt und die gesamte Innenstadt sowie einige Randgebiete quasi unterlöchert sind. Es wird vermutet, dass die Gänge zum einen als Fluchtwege dienten, zum anderen den Bierbrauern als unterirdische Kellereien dienten. Längst ist die Suche hier nicht abgeschlossen und hält sicher noch einige Überraschungen verborgen.
Nur wenige Schritte vom Luisenplatz entfernt befindet sich das Darmstädter Residenzschloss. Ursprünglich als Wasserschloss gebaut und abgebrannt wurde das Schloss in seiner heutigen Form unter dem Langgrafen Ernst Ludwig im 18. Jahrhundert errichtet. Im Krieg 1944 brannte das Schloss bis auf die Außenmauern nieder. Erneut aufgebaut beherbergt das Schloss heute große Teile der Techn. Universität Darmstadt, die Universitäts- und Landesbibliothek und das Innenstadt-Polizeirevier.
Dieses Bild zeigt eines der 3 Eingangstore zum Schloss, einen Teil des Schlosses dahinter und das Glockenspiel in seinem Turm. Die beiden Wappenunterschriften geben einige Auskunft über die ursprünglichen Herren des Schlosses.
Gegenüber dieses Tors befindet sich das frühere Hessische Staatstheater. Im Krieg stark zerstört wurde es nie wieder als Theater ausgebaut. Stattdessen befindet sich hinter der St. Ludwig Kirche ein nach dem Krieg erbautes Theater, dessen Hässlichkeit durch einen Umbau mit Restaurierung vor einigen Jahren noch überboten wurde.
Hier noch so ein zweifelhaft “schöner“ Bau, das Darmstadtium. Als Kongress- und Ausstellungsgebäude gebaut ist die Planung so modern, dass ein Auslegerkran anrücken muss, wenn die nach unten zurückgesetzten Glasscheiben geputzt werden müssen. Das Haus ist, wie viele städtischen Gebäude defizitär. Wir Steuerzahler dürfen halt dafür bezahlen. Übrigens: Die Darmstädter Bevölkerung nennt das Gebäude: Die „Schepp- Schachtel“.
Beim Blick durch ein Tor fällt unser Blick auf den Marktplatz mit altem Rathaus und dem Glockenturm der Stadtkirche.
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- Unterhalb des Wappens ist das Eingangstor zu sehen. Der obere Torteil alleine ist ein Kleinod. Wenn aber das Tor geschlossen ist sieht man die ganze Pracht.
Das Bild zeigt das Glockenspiel, das eigentlich alle halbe Stunde zu hören war. Nur – seit langem ist eine Elektronik eingebaut, die inzwischen defekt ist und die nun noch immer keiner reparieren kann. Arme Wissenschaftsstadt Darmstadt!
Gabriele versuchte auch eine Erklärung abzugeben wie unsere Stadt zu ihrem Namen kam. Hierüber gibt es viele Deutungen und sie wählte folgende: Die Silbe „dar“, aus dem indogermanischen „tar“ bezeichneten einen Durchgang und das Wort „Munt“ steht für Schutz. Hieraus folgt die Überlegung, dass unsere Stadt ursprünglich „Stätte am befestigten Durchgang“ hieß. Dies immerhin ist denkbar, weil Darmstadt als Vorposten von Frankfurt die südlich wohnenden Alamannen abwehren sollte.
Mir allerdings gefällt eine andere Legende besser: Danach hieß Darmstadt ursprünglich „Armstadt“ und das im Umland liegende Umstadt (Groß-Umstadt), hieß „Dummstadt“. Weil aber die einen nicht arm und die anderen nicht dumm sein wollten, einigte man sich auf den Austausch des „D“, wonach aus Armstadt Darmstadt und aus Dummstadt Umstadt wurden.
Wenn ich mir aber heute unsere Stadt ansehe muss ich feststellen, dass es die über 60 Jahre regierende SPD im Stadtparlament geschafft hat durch Misswirtschaft den Status von „Armstadt“ wieder herzustellen.
Bericht und Bilder: Rikue
Mir allerdings gefällt eine andere Legende besser: Danach hieß Darmstadt ursprünglich „Armstadt“ und das im Umland liegende Umstadt (Groß-Umstadt), hieß „Dummstadt“. Weil aber die einen nicht arm und die anderen nicht dumm sein wollten, einigte man sich auf den Austausch des „D“, wonach aus Armstadt Darmstadt und aus Dummstadt Umstadt wurden.
Wenn ich mir aber heute unsere Stadt ansehe muss ich feststellen, dass es die über 60 Jahre regierende SPD im Stadtparlament geschafft hat durch Misswirtschaft den Status von „Armstadt“ wieder herzustellen.
Bericht und Bilder: Rikue















