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26.06.2009 Eine Planwagenfahrt in und um Zwingenberg

Wenn Engel reisen, dann lacht der Himmel. An dieses bekannte Sprichwort mussten wir denken, als 14 Damen und Herren unserer Gruppe bei strahlendem Sonnenschein eine Planwagenfahrt durchführten. Dabei konnte bei einer vom Deutschen Wetteramt vorausgesagten Regenwahrscheinlichkeit mit 65 % damit nicht wirklich gerechnet werden.


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Entsprechend positiv war unsere Stimmung, als wir von Frau Schupp, unserer Begleiterin für diesen Nachmittag, begrüßt wurden.

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Ausgerichtet und durchgeführt werden diese Fahrten vom Geschichtsverein Zwingenberg in Zusammenarbeit mit der Stadt Zwingenberg und dem Geopark Bergstraße-Odenwald. Sie stehen unter dem Motto „Blüten, Stein und Wein“ und führen dabei durch das mittelalterliche Zwingenberg, durch die Feldgemarkung und die Weinberge. Dabei ist das Gefährt vom TÜV abgenommen und als einziges motorisierte Planwagenfahrzeug innerhalb Deutschlands für den Straßenverkehr zugelassen. Die Traktorenfahrer haben alle Busführerscheine, die für Personenbeförderung erforderlich sind.

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Die Fahrt startete am Kurt Knapp Platz, wo eine zu einem Brunnen abgewandelte Weinpresse auf die hier ansässige Deutsche Weinkönigin 2001/2002, Petra Gärtner hinweist.

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Die letzte Besenwirtschaft, anderen Orts auch Straußwirtschaft genannt, befindet sich als Gutsschänke im Altstadtkern von Zwingenberg. Deutlich kann man den Besen in der unteren Bildmitte erkennen.

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Dabei erfahren wir, dass es in Zwingenberg noch 3 Vollzeit-Weingüter gibt und dazu eine Vielzahl an Hobbywinzern, wozu auch der Rotarierclub Darmstadt zählt, der hier Weinberge unterhält.

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Frau Schupp berichtete über die mehr als 700-jährige Geschichte von Zwingenberg, der Stadt mit den ältesten Stadtrechten an der Bergstraße von 1258. Wir erfahren auch, dass Zwingenberg 3 Mal zerstört wurde und zwar 1) im Krieg 1301 zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem König, 2) während des 30-jährigen Kriegs mit einer großen Brandnacht. Zusätzlich traf die Gemeinde zwischen 1635 und 1637 die Pest, die annähernd die gesamte Bevölkerung auslöschte und 3) 1693 zogen marodierende Soldaten Ludwig des XIV. über Karlsruhe, Heidelberg, Weinheim, Heppenheim und Bensheim zum Auerbacher Schloss und von da aus nach Zwingenberg. Nur 11 Häuser und die Kirche blieben erhalten. Wie immer, wurde die Gemeinde wieder aufgebaut und blieb im 2. Weltkrieg von einer weiteren Zerstörung verschont. Deswegen verfügt die Stadt noch immer über eine kleine, aber feine Altstadt, die einiges Sehenswertes zu bieten hat. So zum Beispiel das Rathhaus, was ursprünglich für einen hohen Beamten gebaut wurde, oder die ehemalige evangelische Kirche am Markplatz im Zentrum von Zwingenberg. Ein schöner Sandsteinbrunnen ziert den Platz.

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In Zwingenberg befindet sich die Wiege der hessischen Verfassung, die im Lokal zum Bunten Löwen beraten wurde. Wir hörten von Wegezoll, Landvögten, Landgrafen und Großherzögen, Stadt- und Marktrecht, Jagdschloss und Wasserschloss und es gab selbst einen Bezug zum Fürstenlager, das wir bereits ausgiebig besuchten. Alleine das Jagdrecht wurde 1012 von Kaiser Heinrich V. gewährt.

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Unsere erste Rast machten wir beim Weingut Wendel, das neben Wein auch Erdbeeren, Spargel und einiges mehr erzeugt und in einem eigenen Hofladen anbietet. In der Saison sind 240 Personen damit beschäftigt das Erntegut einzubringen und zu vermarkten.

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Im Hintergrund sieht man den Melibokus, der mit 517 Höhenmetern die höchste Erhebung des Bergstraßen-Odenwaldes darstellt. An seinen Hängen wächst edler Wein, wobei die fruchtbaren Granit- und Lössböden ihren Beitrag leisten.

Dabei lernten wir, dass an den unteren Enden der Rebstockreihen je ein Rosenstrauch gepflanzt wir. Dies sieht nicht nur schön aus. Vielmehr weiß man, wenn der Strauch mit Mehltau befallen ist, dass man auch an den Rebstöcken gegen diese Pilzkrankheit vorgehen muss.

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Links im Bild sieht man einen Strauch roter Rosen. In der oberen Bildmitte zeigt sich das Auerbacher Schloss.

Unsere 2. Rast erlebten wir oberhalb von Zwingenberg. Zum Testen gab es hiesigen Weiß- und Rotwein, aber auch Wasser für die Autofahrer. Gut, dass der Fahrer, Herr Klaus Fuchs Kühlbehälter mitführte. Bei den sommerlichen Temperaturen geradezu ein Muss.

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Der Ausblick von da aus über Zwingenberg, hinüber zu den Weiten des Oberrheingrabens ist schon beeindruckend.

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Wie üblich, ließen wir den interessanten Tag gemütlich ausklingen. Im Garten eines hiesigen Lokals aßen wir unser Abendmenü. Wo das aber war soll hier nicht veröffentlicht werden. Die Inhaber sind Planwagenfahrern gegenüber deutlich negativ und unfreundlich eingestellt und deswegen will ich hier dann auch keine Werbung für die machen.

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Bericht: Richard (rikue)
Bilder: Titelbild: Geschichtsverein Zwingenberg (mit deren Zustimmung)
Arthur 3 x
Walter 1 x
Richard 13 x

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