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Regional > Darmstadt > 04 Aktivitäten 2009 > 20.11.2009 Besuch im Fossilien- und Heimatmuseum Messel
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20.11.2009 Besuch im Fossilien- und Heimatmuseum Messel
Mit unserem heutigen Ausflug besuchten wir ein 1980 eingerichtetes kleines, aber feines Museum, das es ohne die Grube Messel so nicht gäbe. So mancher hat bereits eine Führung durch die Grube absolviert. Im Museum nun erlebten wir in Herrn Dr. rer. nat. Michael Höllwarth einen kompetenten Fachmann, der uns zur Grube, zum Museum und den Funden allerlei Interessantes zu berichten wusste. Dieses nun hier wieder zu geben ist unmöglich, weswegen an einigen Aussagen und Bildern Interesse geweckt werden soll dieses Museum erneut zu besuchen, es lohnt sich! Zuerst aber folgen hier einige Informationen zur Grube.
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- Modell zur Ölschiefergewinnung im Durchflussverfahren innerhalb der Schwelerei. Insgesamt waren 32 Rundöfen vorhanden mit einem Tagesdurchsatz von jeweils 26 Tonnen Ölschiefer.
Dazu kamen „Riesen-Lkw ’s“ der Firma Gelsenrot, die durch Darmstadts Straßen donnernden und schließlich sollte die Grube nach der Stilllegung des Ölschieferabbaus als Müllgrube dienen und vollgefüllt werden. Wissenschaftler und die vornehmlich Messeler Bevölkerung erwirkten Einsprüche und Bürgerbegehren, doch selbst Demonstrationen bewirkten nichts. Erst ein Formfehler der Planungsbehörde verhinderte 1990 die Verwirklichung dieser aberwitzigen Idee, die dann aber nicht erneut aufgegriffen wurde, denn der Stand der Technik in Bezug auf die Müllentsorgung hatte sich verändert. Am 08.12.1995 schließlich wurde die Grube Messel in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit eingetragen und mancher Politiker heftete sich nun – zu Unrecht – die Lorbeeren an die Brust.
Zuvor war die Grube mehr, oder weniger öffentlich zugänglich und so mancher Hobbyarchäologe suchte mit Spürsinn und einem Hammer nach versteinerten Fossilien, um sie im heimischen Wohnzimmer dekorativ zu präsentieren. Den meisten gelang zwar der Fund, doch zerbröselte dieser recht schnell, weil eine erfolgreiche Konservierung noch nicht gelungen war. Erst um 1975 kam hier der Durchbruch, so dass man Exponate nun auch öffentlich zur Schau stellen konnte. So erging es „Ida“, einem 47 Millionen Jahre alten Fossil, das bereits 1983 von Amateuren gefunden und zwischenzeitlich nach Oslo verkauft wurde.
Dabei handelt es sich um das vollständigste je erhaltene Fossil des katzengroßes Skeletts eines Primaten, einer Unterklasse der höheren Säugetiere. Das Skelett ist so gut erhalten, dass noch erkennbar ist, was das Tier bei seiner letzten Mahlzeit zu sich nahm. Doch auch daumenartige Wendezehen zum Zugreifen und Fingernägeln sind bei dem jungen Weibchen gut erkennbar.
Das Fossilien- und Heimatmuseum wird von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern betreut. Modelle und Werkstoffe der industriellen Vorgeschichte, aber auch von Stoffen aus der Grube Messel zur heutigen industriellen Verwendung sind im Erdgeschoss ausgestellt. Als besonderes Schmuckstück aber tickt die mit Steingewichten betriebene „Alte Messeler Kirchturmuhr vom Beginn des 19. Jahrhunderts.“
Im ersten Stock zeigen Schaubilder und zahlreiche Funde aus der Grube Messel Insekten, Reptilien, Vögeln, Säugetiere und Pflanzen. Dabei handelt es sich zum einen um präparierte Originalfunde, zu anderen aber auch um Kopien, die so gut sind, dass selbst Fachleute Röntgenuntersuchungen benötigen, um die Unterschiede erkennen zu können.
Weit bekannter als Ida dagegen, weil früher bekannt gemacht, ist das Messeler Urpferdchen (Propalaeotherium parvulum), das zusammen mit rund 30 vollständigen Skeletten im Ölschiefer aus der Zeit vor 47 Mio. Jahren gefunden wurden. Wie wir hörten hat man inzwischen rund 70 verschieden große Urpferdchen gefunden. An ihnen, aber auch an allen anderen Funden lässt sich Evolution verfolgen, denn wir denken in Spannen von einhundert, zum Teil auch eintausend Jahren, doch ist ein Empfinden über Millionen von Jahren außerhalb unserer Vorstellungswelt.
Aus alle den Funden erhält die Wissenschaft einmalige Informationen über alttertiäre Flora und die Frühphase der Säugetierentwicklung, zumal anderen Ortes oftmals nur einzelne Knochen und Zähne aus der Erdneuzeit gefunden werden.
Grund hierfür ist die besondere Geogeschichte der Grube Messel, die in Urzeit ein See in einem vulkanischen Maarkrater war. Aus dem Erdinnern strömten giftige Dämpfe an die Wasseroberfläche und wurden für viele Tiere zur tödlichen Falle. Zudem hatte der See keine Zuflüsse, was zu einem Mangel an Sauerstoff führte. Es bildeten sich Algen und Bakterien und diese verhinderten, dass sich das organische Material zersetzten konnte. Mit der Zeit bildete sich Faulschlamm, in dem die verendeten Lebewesen konserviert blieben. Das erklärt auch, warum alle Exponate liegen. Es wurde kein Wesen von oben zugeschüttelt, alle waren schon tot, als das Konservieren begann.
Zu diesen Lebewesen zählten Säugetiere, Insekten und Käfer, Schildkröten, Knochenfische, Krokodile und Schlangen, Vögel, aber auch Pflanzen, Blüten und Früchte. Im Laufe der Geschichte verlor der See seinen Wasserinhalt und es entstand eine 130 Meter tiefe Grube, deren riesige Schlammmassen sich schließlich in Ölschiefer umwandelten.
Nachdem wir soviel Wissenswertes in uns aufgenommen hatten war die Zeit gekommen, dass wir uns stärken wollten. Hierzu trafen wir uns im Café, Restaurant Oberwaldhaus, wo noch so manches interessante Thema besprochen wurde.
Bericht: Rikue
Bilder: 3 x Museum Messel,
Alle anderen Rikue
Nachdem wir soviel Wissenswertes in uns aufgenommen hatten war die Zeit gekommen, dass wir uns stärken wollten. Hierzu trafen wir uns im Café, Restaurant Oberwaldhaus, wo noch so manches interessante Thema besprochen wurde.
Bericht: Rikue
Bilder: 3 x Museum Messel,
Alle anderen Rikue










