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20.01.2009 Besuch bei Frotscher Druck



Die Firma Frotscher Druck in Darmstadt feierte im letzten Jahr ihr 25 jähriges Firmenjubiläum, was durchaus bemerkenswert ist. Wie allgemein bekannt verbrachte ich mein Berufsleben in dieser Branche und weiß dies nach mehreren Rezessionen mit stets massivem Druckereisterben besonders zu würdigen. Noch einmal: Herzlichen Glückwunsch!

Empfangen wurden wir vom Geschäftsführer, Herrn Helene, dem Vorstufenleiter Herrn Blank (beide hier im Bild) und Herrn Klein vom Verkauf.

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Von den 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben immerhin 95 % eine fachliche Ausbildung. Das alleine ist schon eine der Grundlagen für grundsolides Arbeiten zum Wohle der Kunden. Dazu bildet man auch junge Leute aus und zwar zu Mediengestaltern, zu Druckvorlagenherstellern und zu Industriebuchbindern.

Es gibt verschiedene Druckverfahren und auch die Arten das Druckbild auf den Druckträger, das Papier, zu bringen sind unterschiedlich. Frotscher verfügt über mehrere Druckmaschinen, die alle im Offsetverfahren arbeiten und alle vom Weltmarktführer, der Heidelberger Druckmaschinen AG geliefert wurden.

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Aber auch die Weiterverarbeitung bietet interessante Aspekte, die wert sind besichtigt zu werden.

Allem voran aber steht die Vorstufe, die zum einen in der Beratung zur professionellen Aufarbeitung der Kundendaten, der Beratung, rund um Satz, Repro und Proof für eine perfekte digitale Vorlage sorgt. Zum anderen aber werden die kundenseitig gelieferten Daten auf Schriften, auf Bildauflösung, Überfüllungswerte und auf Passgenauigkeit verantwortlich geprüft. Hieraus entstehen präzise Farbplot-Korrekturabzüge für jeden Auftrag. Diese werden per Post, oder auch digital an den Kunden gesandt, mit ihm abgestimmt und dann genehmigt.

Modernste CTP-Systeme (Computer to plate) erlauben eine Online-Druckplattenentwicklung und schließlich sorgt die direkte digitale Vernetzung der Vorstufe mit den Druckmaschinen für ein Höchstmass an Punktschärfe und Farbgenauigkeit. Wie in allen Branchen hat die Computertechnik auch hier und in den Folgevorgängen voll Einzug genommen.

Sobald der Auftrag gestartet werden soll ist erneut die Vorstufe gefragt. Aus den vorhandenen Daten müssen die Druckplatten hergestellt werden und zwar je eine pro Druckfarbe. Dies geschieht vollautomatisch, wobei die Druckplatten belichtet, entwickelt und fixiert werden. Die Druckplatten sind aus Aluminium und so beschichtet, dass im Druckprozess die nicht druckenden Stellen wasserfreundlich sind und Farbe abstoßen. Die Stellen, die drucken sollen verhalten sich demnach umgekehrt. Sie sind fettfreundlich, auch farbfreundlich genannt, stoßen Wasser ab und nehmen Farbe auf.

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Nun müssen die Platten an beiden Enden abgekantet werden, damit sie in der Druckmaschine auf den Plattenzylindern aufgespannt werden können. Sorgfalt ist auch hier wichtig, denn der Passer, der exakte Übereinanderdruck mehrerer Farbschichten beim Durchlauf der Bogen durch die einzelnen Druckwerke, muss stimmen. Anderenfalls wird das Druckbild unscharf, oder verschwimmt. Ein weiter Punkt: Es gibt Druckmaschinen, wo der Bogen im Lauf durch die Maschine gewendet und danach rückseitig bedruckt wird. Klar ist, dass auch hier Vorder- und Rückseite der Druckseiten übereinander stimmen müssen. Bis der Druck von Gut-Exemplaren starten kann durchlaufen daher schon mal 200 Bogen den Druckprozess und werden als Recycelpapier verkauft.

Der Druckmaschine zugeordnet ist ein Abstimmtisch, wo u.a. manuelle Farbeinstellungen, aber auch Registerverstellungen zum Korrigieren des Passers durchgeführt werden können.
Herr Klein erklärte uns hier den Ablauf der einzelnen Schritte.

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Dieser Mitarbeiter kontrolliert an diesem Andruck, ob Vorder- und Rückseite des Bogens zur Zufriedenheit übereinstimmen.

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Aus den Grundfarben Magenta, Cyan, Yellow und Schwarz lassen sich grundsätzlich alle Farben erzeugen. So gesehen kann eine 4-Farben Druckmaschine in einem Durchgang eine Seite eines Bogens optimal bedrucken. Hat die Maschine aber ein 5. Druckwerk, dann lässt sich eine Sonderfarbe, beispielsweise die Hausfarbe des Kunden, oder auch ein Lack auftragen, der das Druckprodukt entsprechend veredelt. Doch auch Veredlungstechniken wie Prägen, Stanzen, Spotlackierung und Folienprägung geben dem Printprodukt Pfiff und Charakter in höchster Perfektion.
Wie zuvor bereits geschrieben verfügt Frotscher Druck über mehrere Druckmaschinen und darunter z. B. die Heidelberger Speedmaster 10-Farben mit 72 x 102 cm max. Bogengröße oder die Heidelberger XL 105 6 Farben + Dispersionslack. Die 10-Farben Maschine ist mit einer Wendeeinrichtung ausgestattet, mit der die Bogen in einem Durchgang mit nacheinander beispielsweise jeweils 4 Farben plus einer Veredelung mit farblosem Lack für großartige Farbbrillanz und Ausdrucksstärke versehen werden können.

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Die Druckplatten sind in der Maschine auf den Plattenzylindern (3)montiert. Wenn die Maschine läuft, rotiert jede dieser Druckplatten an je einem Feuchtwerk (1) vorbei, wo sie an den wasserfreundlichen Stellen mit einem Wasserfilm benetzt werden. Danach folgt das Farbwerk (2), das die Platte an den zu druckenden Stellen mit Farbe benetzt. Bei der weiteren Rotation überträgt der Plattenzylinder (3) das Druckbild auf ein Gummituch, das auf dem Gummituchzylinder (4) aufgespannt ist. Der Gummituchzylinder steht weiterhin in Kontakt mit dem Druckzylinder (5). Zwischen beiden hindurch wird der Druckbogen gefördert und hierbei einseitig bedruckt.

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Quelle: Heidelberger Druckmaschinen AG

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Druckmaschinen haben viele Komponenten. Bei Bogendruckmaschinen beginnt alles mit einem Bogenanleger, in den die Papierstapel eingefahren, bei Kleinmaschinen auch eingestapelt werden. Über einen Bändertisch werden die Bogen zur Maschinenanlage gefördert und dort an Vordermarken und Seitenmarken rechtwinklig zur Maschine ausgerichtet. Der Bogenanleger trennt mit seinen Trennsaugern den jeweils obersten Bogen vom Stapel. Nun übernehmen Schleppsauger diesen Bogen und fördern ihn nach vorne in Richtung Druckmaschine. Der erste Bogen legt eine vorgegebene Stecke, den Schleppweg zurück, währenddessen bereits ein darunter im Stapel liegender Bogen getrennt und gefördert wird. Die Bogen gelangen nun auf den Bändertisch, wo unter den Bogen verlaufende Bänder die Bogen tragen. Über dem Bogen drücken Förderrollen den Bogenstrom gegen diese Bänder, oder aber ein, oder mehrere Bänder sind gelocht und mit Saugluft beaufschlagt. Dann laufen die Bogen, oder wie im Beispiel Kuverts weitestgehend ohne obere Rollen und es bleibt ein schneller Zugriff auf das Druckgut im Falle eines Stoppers.

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Bedruckte Bogen sind in aller Regel kein fertiges Produkt. Es folgen Vorgänge, die im Buchbinderischen Bereich anzusiedeln sind. Am Planschneider werden die Bogen in kleinen Stapeln geschnitten. Der Abfall wird hier, wie auch an anderen Maschinen abgesaugt und in Rohrleitungen dem Lager für Papierabfall zugeführt.

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Falzmaschinen „falten“ die Bogen so zusammen, dass im späteren Produkt die Seitenzahlen richtig nacheinander folgen. Hierzu gibt es unzählig viele Beispiele an Falzschemas, die es schon in der Vorstufe zu beachten gilt. Sogenannte Stehendauslagen stapeln die gefalzten Bogen so, dass sie leicht entnommen und der Weiterverarbeitung zugeführt werden können.

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Die einzelnen gefalzten Produkte werden im Sammelhefter nebeneinander in Anlegern eingestapelt und von Saug- und Greifsystemen einem Quertransport zugeführt. Hierdurch ist dann ebenfalls wieder gewährleistet, dass die Seiten folgerichtig erscheinen. Danach erfolgt eine Klammerheftung und der Produktzuschnitt und schon sind die Produkte zur Auslieferung an den Kunden fertig gestellt.

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Frotscher Druck fertigt aber auch Produkte mit Klebebindung. Zum einen sind dies Zeitschriften, aber auch Bücher, Kataloge, Kalender und ähnliches. Die gefalzten Bogen werden auch hier zusammengetragen und einem Klebebinder zugeführt. Dies ist eine Maschine, in der klammernde Taschen umlaufen. Hier werden die zusammengetragenen Falzbogenpakete gepackt und in den Taschen festgehalten.

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Im Durchlauf werden die Falzrücken abgefräst, so dass Einzelbogen hintereinander in den Taschen verbleiben. Die Pakete laufen nun mit dem abgefrästen Rücken über eine Leimeinrichtung. Gleichzeitig fördert ein Bogenanleger die einzelnen Umschläge unter die Taschen, wo die Umschläge mit den eingeleimten Buchblocks vereint werden. Hierdurch ist gewährleistet, dass jedes Einzelblatt mit Klebstoff versehen und mit dem Umschlag, dem Einband, verbunden ist.

Nun werden die verleimten Blocks eine Strecke entlang befördert, damit der aufgebrachte Leim abkühlen, oder auch trocknen kann. Schließlich erfolgt das 3-seitige Beschneiden des Blocks und – fertig ist das Buch.

Natürlich sind eine Vielzahl weiterer Verarbeitungsschritte möglich, wie beispielsweise Bohren, Kleben, Eckenrunden und was man selbst nicht im Programm hat, wie die Fadenheftung, dann lässt man diese Schritte bei befreundeten Firmen erledigen.

Täglich haben wir Druckprodukte zur Hand. Durch den Besuch bei Frotscher Druck wurde uns nun einiges vertrauter. Wir danken noch einmal der Geschäftsleitung für diese informative Veranstaltung.

Unser nachfolgendes Treffen in einem Cafe rundete diesen Tag harmonisch ab, so dass unser Blick schon hin zur nächsten Veranstaltung gerichtet ist.


Bericht: Richard (rikue)
Bilder: Arnulf und Richard (rikue)
Schnittzeichnung: Werksbild Heidelberger Druckmaschinen AG

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