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Regional > Darmstadt > 04 Aktivitäten 2009 > 19.10.2009 Vietnam, das Preußen Asiens – ein Filmbericht
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Vietnam ist sowohl flächenmäßig als auch nach der Zahl der Bevölkerung mit Deutschland vergleichbar. Allerdings ist es ein Küstenstaat mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 1.700 km und einer Küstenlänge von 3.444 km. An der breitesten Stelle in Ost-West Richtung misst das Land 600 km, an der schmalsten Stelle nur 50 km. Im Osten und Süden grenzt das Land an das Südchinesische Meer, im Westen an Laos und Kambodscha und im Norden an China. Nach einem fast 30 jährigen ununterbrochenem Krieg (1946 - 1975) und einer langen entbehrungsreichen Zeit unter der sozialistischen Planwirtschaft erlebt das Land seit 1990 einen rasanten Aufschwung. Dieser wurde durch die Einleitung marktwirtschaftlicher Reformen und die außenpolitische Öffnung erreicht und ist besonders im südlichen Teil des Landes sichtbar. Die Alterspyramide verläuft anders, als bei uns: 34 % der Menschen sind unter 14 Jahren alt. Bei uns sind das 12 %. Nur 5 % der Vietnamesen sind älter als 65, bei uns sind dies 19 % der Bevölkerung.
Unsere „Asienexperten“ Christel und Gert (Foxel) haben uns ihre Erlebnisse anlässlich ihrer 7-wöchigen Reise im Jahr 2008 in dieses schöne Land, vom Mekongdelta im Süden bis nach Hanoi im Norden, mittels eines vertonten Films näher gebracht, denn sie lernten große Teile dieses Landes kennen, aber auch deren freundliche, arbeitsamen Menschen, die in Asien als "Die Preußen Asiens" gelten.
Vietnam konnte sich im 10.Jahrhundert von China lösen. Es folgten Jahrhunderte der Regentschaft von Dynastien, bis das Land um 1880 unter französische Vorherrschaft geriet. 1941 wurde Vietnam von Japan erobert. Während der 2. Weltkrieg 1945 zu Ende ging und Japan die Herrschaft über Vietnam verlor entwickelte sich 1946 ein 30 Jahre währender Krieg, der 1954 zur Spaltung von Vietnam in das kommunistische Nordvietnam mit Hanoi als Hauptstadt und in das vom Westen unterstützte Südvietnam mit der Hauptstadt Saigon führte. Nach dem für den Süden verlorenen Vietnamkrieg kam es 1976 zur Wiedervereinigung beider Staaten und Saigon wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt, dem Namen des verstorbenen Staatschefs von Nordvietnam. Die Südvietnamesen allerdings nehmen nur die Anfangsbuchstaben dieses Namens und nennen das ehemalige Saigon kurz HCM City. Diese Stadt boomt und es war der sichtbare Eindruck dieser Reise, dass es ein Süd-Nordgefälle gibt, wenn man vom Wohlstand ausgeht. Das gesamte Land ist extrem sauber, was als Ausdruck für diese fleißigen Menschen spricht, doch wird die Nachkriegsvergangenheit den Norden noch lange verfolgen.
Aus den einzelnen Kultur- und Zugehörigkeitsepochen sind Tempel und Pagoden, Paläste und Gebäude vorhanden, die teils prunkhaft, teils aber auch sozialistisch einfachst gestaltet sind. Dabei unterscheiden sich in Hanoi die Gebäude der Regierung und des Volkes extrem von einander und selbst das Wohn- und das Arbeitsgebäude von Ho-Chi-Minh ist bei weitem nicht so schlicht, wie dies vom kommunistischen System immer behauptet wurde.
Der Fluss Mekong hat eine Gesamtlänge von 4.350 km. Seine Quelle ist nicht klar definiert, weil der Fluss aus dem Zusammenfluss mehrerer im Hochland von Tibet entsprungenen Quellen gespeist wird. Es durchfließt zu etwa der Hälfte seiner Länge China und wird für 200 km zum Grenzfluss zwischen Laos und Myanmar. Durch den Zufluss des Ruak-Flusses entsteht das Dreiländereck, das seit 1971 goldenes Dreieck genannt wird. Es gilt als Synonym für die Opium- und Heroinherstellung und dem Drogenhandel in Südostasien. Das Dreieck wird zwischen Laos, Myanmar und Thailand gebildet, wo der Übergang vom oberen zum unteren Mekong verläuft. Nun durchfließt der Fluss Kambodscha und über die Grenze in den Süden von Vietnam. Hier ist der Fluss dann schon einige Kilometer breit, bevor er sich in mehrere Flüsse aufteilt und in Delta-Form in das Südchinesische Meer mündet. Die Vietnamesen unterscheiden beim Delta noch detaillierter: Man definiert neun Hauptarme des Flusses und gibt denen den Beinamen Song Curu Long, was der „Neun-Drachenfluss“ bedeutet.
Das Land ist fruchtbar, wobei vor allem Reis angebaut wird. Doch werden weitere Nutzpflanzen und –Bäume gepflanzt und es gibt herrliche Blumen in allen Farben und Variationen. Der Anbau von Pfeffer und Kaffee, aber auch die Ernte von Meeresfrüchten erlauben dem Land einen ersten oder zweiten Platz in der Weltrangliste für Export einzunehmen. Aber auch mit der Schuhproduktion gehört das Land zu den größten Erzeugern weltweit und erzielt hiermit enorme Deviseneinnahmen. Die Vegetation aber ist unterschiedlich und wetterabhängig. So verfügt der Norden mit seinem gemäßigten tropischen Wechselklima über eine kühle Jahreszeit von November bis April und über eine heiße Jahreszeit von Mai bis Oktober. Im Süden dagegen ist ein tropisches Klima, etwas kühler von November bis Januar, heiß von Februar bis Mai und warm bis heiß während der Regenzeit von Mai bis Oktober.
Diese Gemüseverkäuferin aus Hoi An trägt eine schwere Last. Überhaupt zeigte uns der Film, dass vor allem Frauen große Lasten durch Tragen transportieren und als Christel und Gert solchen Lasten anzuheben versuchten wurde klar, was die zierlichen Frauen besonderes leisten.
Es gibt aber auch Wüstengebiete und Sanddünen, und es wüten Taifune während der Regenzeit und diese sorgen besonders im Mekong-Delta und in den Küstenregionen für Überschwemmungen.
Auf dem Fußboden der Straße arbeitend zerteilt die Fleischverkäuferin ihre Ware. Hier wird gekocht und gegessen, die Haare geschnitten, Fahrräder repariert und vieles andere an Arbeiten des täglichen Lebens erledigt.
Im Verkehr von Hanoi geht es geordnet drunter und drüber: Fahrräder, Mopeds, Motorräder und auch Autos fahren dicht an dicht und kreuz und quer. Dennoch berichtete Gert, dass sie keinen Unfall gesehen haben.
Dabei ist es hier, wie eigentlich in ganz Fernost: Mopeds und Motorräder, aber auch Fahrräder sind Transportmittel für alles, was zu transportieren ist, für Futterballen fürs Vieh, über Behälter und Möbel, bis hin zu Tieren, wie Hühner, oder Schweine.
Dabei ist es hier, wie eigentlich in ganz Fernost: Mopeds und Motorräder, aber auch Fahrräder sind Transportmittel für alles, was zu transportieren ist, für Futterballen fürs Vieh, über Behälter und Möbel, bis hin zu Tieren, wie Hühner, oder Schweine.
Die Religion in Vietnam ist vielschichtig. Durch das kommunistische System sind viele Vietnamesen Atheisten, es gibt die fernöstlichen Religionen und auch das katholische Christentum ist durch das Missionieren der Franzosen,Spanier und Portugiesen im 16. Jahrhundert ins Land gekommen. Dabei gibt es im Religionsverständnis der Vietnamesen fließende Übergänge von einer Konfession zur anderen. Das Kalendersystem entspricht dem unseren, doch werden Feste nach dem Chinesischen Mondkalender gefeiert. In jenem Jahr beging man das Jahr der Ratte, wozu während des Tetfestes übergroße Rattensymbole aus Reisstroh aufgestellt waren.
Wenn man eine derart interessante Reise unternimmt, dann sollen aber auch Souvenirs die gehabten Eindrücke lange Zeit wieder in Erinnerung rufen. Christel und Gert hatten hier Anschauungsmuster mitgebracht unter denen sich das im Bild gezeigte gestickte Bild befand. Im Film sahen wir vietnamesische Frauen, die diese diffizile Arbeit durchführen, wobei sich am Ergebnis mancher Maler eine Scheibe abschneiden könnte.
Dieser Filmbeitrag war ganz hervorragend vorbereitet und erstellt. In zwei Kaffee-Pausen dazwischen konnten wir uns gegenseitig austauschen und Christel überraschte uns mit dem Servieren von gewärmten Frühlingsrollen mit Wan Tan und Chilisauce, wie diese Köstlichkeiten in Fernost üblich sind. Sie dachte sicher, dass uns Bilder, wie das nachfolgende nicht hungrig machen sollten.
An dieser Stelle bleibt uns wieder nur ein herzliches Danke an Christel und Gert zu entsenden, für diese Glanzarbeit, mit der uns allen viel Freude bereitet wurde.
Bericht: Rikue
Bilder: Landkarte Wikipedia (abgewandelt)
1 x Rikue
Alle anderen Christel und Gert
Bericht: Rikue
Bilder: Landkarte Wikipedia (abgewandelt)
1 x Rikue
Alle anderen Christel und Gert















